Calcium ist mengenmässig das wichtigste Mineral im menschlichen Körper. Bei einem erwachsenen Menschen macht der Mineralstoff ein bis zwei Prozent des Körpergewichts aus bzw. etwa 1 Kilogramm. Calcium ist darüber hinaus auch für die ordnungsgemässe Funktion von Muskeln und Nerven erforderlich. Calcium ist zur Regulation des Säure-Basen-Haushalts unerlässlich.
Sollte der pH-Wert des Blutes beispielsweise unter eine bestimmte Grenze sinken, dann wird Calcium aus den Knochen gelöst, um den Blut-pH-Wert wieder auszugleichen und somit zu verhindern, dass das Blut sauer wird. Nun könnte man glauben, dass die genannten Aufgaben des Calciums bereits Hinweise darauf geben, wie sich ein möglicher Calciummangel u. U. äussern könnte, nämlich in Knochen- und Zahnbeschwerden.
Ein Calciummangel (Hypokalzämie) liegt vor, wenn die Calciumkonzentration im Blut unter einen definierten Grenzwert sinkt (2,2 mmol/l). Um die Calciumkonzentration im Blut aufrecht zu erhalten, wird Calcium aus den Knochen herausgelöst. Dies ist meist nicht mit Beschwerden verbunden.
Kribbelnde und trockene Haut, Haarausfall, brüchige Nägel oder Zahnprobleme - ein Calciummangel äußert sich in vielerlei Symptomen, die keinesfalls ignoriert werden sollten. Wir verraten, welche Rolle der Mineralstoff in unserem Körper spielt und wie du einem Mangel vorbeugen kannst.
Welche Funktion hat Calcium im Körper?
Calcium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff im menschlichen Körper. 99 Prozent davon stecken in unseren Zähnen und Knochen, ein Prozent in den Zellen und dem Gewebe dazwischen. Calcium hält aber nicht nur Zähne und Skelett gesund und stark, sondern spielt auch eine wichtige Rolle in unserer Muskel- und Nervenfunktion. Es hilft außerdem, den pH-Wert des Bluts zu regulieren, damit dieses nicht übersäuert (Stichwort: Säure-Basen-Haushalt). Das Mineral ist also in eine Vielzahl von Prozessen verwickelt und für den Körper unentbehrlich. Kommt es zu einem Mangel, zieht das natürlich gesundheitliche Konsequenzen mit sich.
Für einen chronischen Calciummangel, der sich in langfristigen Symptomen zeigt, sind typisch:
Bei einem sogenannten akuten Calciummangel müssen die Symptome sofort behandelt werden, denn sie zeigen sich plötzlich, extrem und können sogar lebensbedrohlich sein.
Ein Calciummangel wird häufig durch falsche Ernährungsmuster verursacht. Neben einer unzureichenden Aufnahme von calciumreichen Lebensmitteln, spielen weitere Faktoren eine Rolle. In diesem Zusammenhang ist die Aufnahme von Substanzen zu nennen, die die Calciumresorption herabsetzen. Die Hauptursache eines Calciummangels basiert auf einer zu niedrigen Aufnahme von calciumhaltigen Lebensmitteln. Das sind beispielsweise Milchprodukte oder grünes Gemüse.
Calciummangel und Haarausfall
Bei Haarausfall spielen Störungen im Mineralhaushalt und im Mineralstoffwechsel eine Schlüsselrolle. Über- und Unterdosierungen an Mineralstoffen als auch Schwermetallbelastungen können Haarausfall verursachen. Um einen genauen Überblick zum Mineralstatus im Haar zu erhalten, sollten Haar- oder Nagelmineralanalysen Anwendung finden.
Eisen, Zink, Kupfer, Selen, Silizium, Magnesium und Calcium stellen wesentliche Mineralstoffe für die Struktur und das Wachstum des Haares dar. Ein Mangel an diesen Mineralien kann zu Haarausfall oder einem diffusen Effluvium führen. Insbesondere bei Frauen ab 50 Jahren kann man einen Calciummangel feststellen, da die Calciumaufnahme in dieser Altersgruppe oftmals erniedrigt ist. Dieser Mangel macht eine zusätzliche Nahrungsaufnahme von bis zu 300 mg erforderlich.
Für einen Calciummangel gibt es nicht die eine Ursache. Die Gründe sind vielseitig, der Mangel entsteht oft schleichend über viele Jahre hinweg. So kann eine calciumarme Ernährung dazu führen, dass die Reserven des Körpers irgendwann nicht mehr gedeckt sind. Häufig aber kann der Körper das aufgenommene Calcium nicht richtig resorbieren, zum Beispiel, wenn gesundheitliche Probleme wie Magen-Darm-Beschwerden oder ein Vitamin-D-Mangel vorliegen. Das in der Niere produzierte Vitamin hilft dem Körper nämlich dabei, Calcium aus der Nahrung aufzunehmen.
Es kann aber auch passieren, dass der Körper zu viel Calcium ausscheidet, beispielsweise durch eine Hormonstörung, eine Fehlfunktion der Niere oder durch Nahrungsmittel wie tierische Proteine, Salz, Alkohol oder Kaffee, die man in großen Mengen zu sich nimmt. Weitere Ursachen für den Mineralstoffmangel können eine Fehlfunktion der (Neben-)Schilddrüse sein oder der natürliche Alterungsprozess.
Calciummangel kann nun ganz unterschiedliche Ursachen haben:
Risikogruppen für Calciummangel
In Deutschland nehmen insbesondere junge Frauen und ältere Menschen zu wenig Calcium auf. Besonders kritisch ist die Situation bei jungen Frauen: Fast drei Viertel der 14- bis 18-Jährigen unterschreiten die Empfehlungen.
Zu den Personen, die mehr Calcium benötigen, gehören Jugendliche sowie schwangere und stillende Frauen. In der Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Calciumbedarf erwachsener Frauen von 1000 Milligramm auf 1200 Milligramm pro Tag an. Den höchsten Bedarf an Calcium haben Personen mit Osteoporose. Bei dieser Personengruppe liegt der Calciumbedarf bei 1500 Milligramm pro Tag.
Die Diagnose eines Calciummangels ist nicht einfach. Zunächst wird der Calciummangel durch Laboruntersuchungen von Blut und Urin bestätigt. Auch das Elektrokardiogramm (EKG) zeigt typische Veränderungen bei Calciummangel an.
Eine einfache Methode, einem chronischen Mangel auf die Spur zu kommen, ist eine Haar- oder Nagelanalyse, die man ohne Blutabnahme selbst in Auftrag geben kann. Man schneidet sich dazu nur ein wenig Haar am Haaransatz ab oder einige Fingernägel und sendet diese ein.
Die Therapie von Calciummangel besteht vor allem darin, die Ursache herauszufinden - und die entsprechenden Verhaltensweisen oder Umstände zu beseitigen. Gegebenenfalls verordnet der Arzt Calcium-Präparate, die in der Regel mit Vitamin D kombiniert werden. Denn Vitamin D fördert unter anderem die Aufnahme von Calcium aus dem Darm ins Blut.
Bei besonders schweren Formen des Calciummangels, zum Beispiel bei lebensbedrohlichen Krampfanfällen, muss Calcium intravenös verabreicht werden. In der Regel genügen aber Tabletten oder Brausetabletten.
Sollte Ihre Ernährung sehr calciumarm sein oder Sie einen nachgewiesenen Calciummangel haben, haben Sie zwei Möglichkeiten, Ihren Calciummangel zu beheben bzw.:
Oft wird beim Thema Calciumbedarfsdeckung vor bestimmten sekundären Pflanzenstoffen in manchen Gemüsen, im Getreide, in Nüssen etc. gewarnt, die angeblich die Calcium-Aufnahme erschweren sollen, wie z. B. Phytinsäure oder Oxalate. So konnte bislang z. B. nicht nachgewiesen werden, dass eine phytinsäurereiche Ernährung der Knochendichte schadet. Werden calciumreiche Lebensmittel gemeinsam mit organischen Säuren wie z. B.
Magnesium ist nicht nur an der Regulierung des Blut-Calcium-Spiegels, der Calcium-Resorption und der Verringerung der Calcium-Ausscheidung über den Urin beteiligt (durch Förderung der Parathormon-Sekretion - siehe weiter oben), sondern auch an der Aktivierung des Vitamin D - und ohne Vitamin D keine Calciumresorption.
Vitamin D3 sorgt dafür, dass Calcium aus dem Darm aufgenommen werden kann. Da zu viel Vitamin D zu einer zu hohen Calciumaufnahme führen kann (zu einer Hyperkalzämie, die ebenfalls vermieden werden muss), sollten Sie zu Calcium immer nur dann Vitamin D einnehmen, wenn Ihr Vitamin-D-Spiegel zu niedrig ist.
Um zu verhindern, dass ein Calciummangel entsteht, ist es entscheidend, auf eine calciumreiche Ernährung zu achten und „Calciumräuber“ zu meiden. Wer es nicht schafft, seinen Bedarf allein über die Nahrung zu decken, oder unter einem nachgewiesen Calcium- und/oder Vitamin D3-Mangel leidet, kann darüber hinaus auch auf Arzneimittel setzen, welche diese Nährstoffe enthalten.
Zur Vorbeugung von und in der Selbsthilfe bei Calciummangel sind frei verkäufliche Medikamente sehr beliebt. Sie sollten aber darauf achten, einerseits qualitativ hochwertige Ware zu kaufen (vorzugsweise in der Apotheke) und andererseits Calcium nicht nach Belieben zu konsumieren. Es gibt Calcium-Präparate als Brausetabletten, Tabletten oder Trinkampullen und Pulver.
Damit der Calcium-Haushalt stabil bleibt, muss der Körper mit ausreichend Vitamin D versorgt werden. Die Produktion wird über das Sonnenlicht angeregt, deshalb sollte man im dunklen Winter Vitamin-D-Präparaten einnehmen und im Sommer viel Zeit im Freien verbringen. Auch die Einnahme von Magnesium kann helfen, den Spiegel stabil zu halten, da es verhindert, dass zu viel Calcium ausgeschieden wird.
Calcium allein nützt NICHTS! Auch Vitamin D, Vitamin K2, Magnesium UND Bewegung sind erforderlich, damit der Körper mit dem eintreffenden Calcium überhaupt etwas anfangen kann.
Eine pflanzenbasierte oder vegane Ernährung hat also auch in Sachen Calcium-Magnesium-Haushalt oft die Nase vorn. Da Ernährungs- und Lebensgewohnheiten individuell sehr verschieden sind, kann auch der persönliche Calciumbedarf stark schwanken.
Ein Erwachsener benötigt in der Regel etwa 1000 bis 1200 mg Calcium pro Tag. Wer jedoch gut mit Vitamin D und Magnesium und allen anderen Vitalstoffen versorgt ist und ein gesundes Verdauungssystem hat, kommt sicher auch mit weniger Calcium aus, da dann das Calcium aus der Nahrung viel besser aufgenommen und verwertet werden kann.
2000 mg Calcium ist der maximale Grenzwert für Menschen über 50 Jahre. 2500 mg Calcium ist der Grenzwert für erwachsene Menschen unter 50 Jahre.
Wie Sie einen Calciummangel durch Ernährung vorbeugen:
Wer Mangelerscheinungen erkennt, sollte sich natürlich erst von einem Arzt beraten lassen, denn ein fortgeschrittenes Calcium-Defizit kann lebensbedrohlich sein. Deshalb ist es wichtig, es erst gar nicht soweit kommen zu lassen. Mit der richtigen Ernährung kann man bereits viel erreichen. Dabei sollte man sich aber nicht nur auf frische Milch, Buttermilch, Joghurt und Käse verlassen, denn wie bereits erwähnt können tierische Proteinen die Aufnahme des Minerals sogar erschweren.
Alternative Calciumbomben sind sämtliche Kohlgemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Chinakohl oder Pak Choi. Aber auch Süßkartoffel, Fenchel, Spinat und Mangold eignen sich optimal. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Calcium-Dosis in Mineralwasser, die ebenfalls als wichtige Quelle gilt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich auch zu Calcium-Präparaten greifen.
Was schützt vor Calciummangel?
Zur Vorbeugung von und in der Selbsthilfe bei Calciummangel sind frei verkäufliche Medikamente sehr beliebt. Sie sollten aber darauf achten, einerseits qualitativ hochwertige Ware zu kaufen (vorzugsweise in der Apotheke) und andererseits Calcium nicht nach Belieben zu konsumieren. Es gibt Calcium-Präparate als Brausetabletten, Tabletten oder Trinkampullen und Pulver.
Häufig ist das Calcium mit Zink, Magnesium oder mit Vitaminen, insbesondere Vitamin D3, kombiniert. Viele Kombinationen sind nicht immer unproblematisch. Das bedeutet aber nicht, dass sie ohne Bedenken eingenommen (siehe oben) oder kombiniert werden sollten. Es finden sich sogar Kombinationen von Mineralstoffen und Vitaminen, bei denen die einzelnen Bestandteile sich gegenseitig behindern oder neutralisieren. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt, welches Präparat für Sie richtig ist.
Mitunter wird Calcium auch zur Vorbeugung und Behandlung von Allergien eingesetzt. Denn Calcium verringert die Durchlässigkeit kleinster Gefäße bzw. dichtet diese ab. Damit wird verhindert, dass Histamin ins Gewebe gelangt und die typischen Allergiesymptome auslöst.
Zur Vorbeugung oder Behandlung von Allergien sollten mindestens 1.000 bis 1.200 mg Calcium pro Tag eingenommen werden. Um Knochenschwund vorzubeugen, werden ebenfalls Dosen von ca. 1000 mg täglich empfohlen, wenn eine calciumreiche Ernährung nicht möglich ist. Neuere Studien lassen am Nutzen einer solch hohen Calciumzufuhr zweifeln.
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