Kindershampoo Inhaltsstoffe: Wie gefährlich ist Bübchen Shampoo wirklich?

Bei Kindershampoo versteht der Nachwuchs offenbar keinen Spaß: Bereits bei der Verpackung muss es stimmen. Heißt: rosa Prinzessin für die Mädchen, cooles Design für die Jungs. Kindern ist wichtig, dass das Haarpflegeprodukt nicht in den Augen brennt, es schön duftet und schäumt und beim anschließenden Kämmen nicht ziept. Doch was steckt wirklich in den bunten Flaschen und können Eltern die Produkte bedenkenlos verwenden?

Die Zeitschrift ÖKO-TEST hat sich eine Reihe spezieller Kindershampoos genauer angeschaut, dabei aber wie gewohnt nicht allein Äußerlichkeiten bewertet, sondern kritisch auf Inhaltsstoffe gescannt. Im Test der Kindershampoos wurden 18 spezifische Kindershampoos bewertet. ÖKO-TEST untersuchte die Produkte auf Inhaltsstoffe.

In diesem Artikel werden die Testergebnisse und Bewertungen aus dem ÖKO-TEST-Jahrbuch 2019 vorgestellt, die Testkriterien erläutert und eine Zusammenfassung der Veränderungen bei Kindershampoos im Zeitraum von 2018 bis 2019 gegeben.

So richtig konkret ist es nirgendwo definiert, was ein Kindershampoo ausmacht. Welche Stoffe aber konkret in Kindershampoos tabu sein sollten, darüber gibt es offenbar noch geteilte Ansichten. Ein Beispiel: Trotz der Diskussion um die unerwünschte "Aufweichwirkung" von PEG und PEG-Derivaten sind diese in vielen Pflegeprodukten für Kinder noch zu finden.

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Testergebnisse von ÖKO-TEST

Das Ergebnis aus dem ÖKO-TEST Jahrbuch 2019 stellt zufrieden: 9 der 18 Testkandidaten schneiden mit gut, 8 sogar mit sehr gut ab. Nur eines erhielt lediglich das Gesamturteil befriedigend. Viele Hersteller haben inzwischen offenbar reagiert und Rezepturänderungen vorgenommen.

Die drei Kindershampoos im Test der Marken Neobio, Töpfer und Urtekram erhielten ein souveränes "sehr gut" in der Gesamtbeurteilung ihrer Kindershampoos. Sie reinigen mit allein pflanzlichen Tensiden und sind frei von synthetischen Duft. Alle mit sehr gut beurteilten Produkte waren komplett frei von PEG oder seinen Derivaten sowie Mikroplastik.

Eines der "sehr guten" und gleichzeitig günstigen Kindershampoos im Test ist das Isana Kids Leichtkämm Shampoo vom Drogeriemarkt Rossmann. Im Test liegt es mit einem 200-Milliliter-Preis von 99 Cent um einiges günstiger als die meisten anderen Kandidaten.

Das Schwarzkopf Schauma Kids Schampoo & Balsam von Henkel sticht als Produkt eines bekannten Markenartiklers im Testsortiment hervor. Erfreulich: Für das Schauma-Feeling braucht der Hersteller keine PEG oder PEG-Derivate sowie synthetische Farb- und Duftstoffe. Preislich liegt das Shampoo auf mittlerem Niveau bei 1,56 Euro für 200 Milliliter.

Die schlechteste Bewertung - aber immerhin noch ein "befriedigend" - erhielt ausgerechnet ein Shampoo des Baby- und Kleinkind-Markenspezialisten Hipp, das Baby Sanft Kinder Shampoo.

Preislich auffällig war im Vergleich mit den anderen Produkten das mit gut bewertete Floracell Vanilla Kinder Shampoo Konzentrat von Runika. Das günstigste Kinder-Shampoo bot Aldi Süd mit 30 Cent für 200 Milliliter an, gefolgt von den Eigenmarken der Drogeriemarktketten Müller, Rossmann und dm (0,95 - 1,15 Euro).

Im ursprünglichen Testbericht aus 2018 mit dem Titel "Innen hui, Aussen pink", der auch im Jahrbuch Kleinkinder für 2019 veröffentlicht ist, Sind 17 Produkte bewertet. Das Gesamturteil fiel dabei nicht so gut aus: Zur 5 Produkte sehr gut - darunter die drei Naturkosmetikmarken -, 5 gute, die restlichen 7 allerdings nur befriedigend.

Viele Hersteller richten sich mit dem Design ihrer Produkte speziell an die Mädchen. Entscheidend ist letztlich, was drin ist.

Hier ist eine Übersicht der getesteten Shampoos und ihrer Bewertung:

ModellTestergebnis
Weleda Kids 2in1 Shower & Shampoo Fruchtige OrangeSehr gut
Hydrophil Die Maus Shampoo & Dusche 2in1, Fruchtiger ApfelSehr gut
Urtekram Children’s Shampoo CalendulaSehr gut
Isana Kids Leichtkämm-ShampooSehr gut
Hipp Baby Sanft Kinder ShampooBefriedigend

Es ist wichtig zu beachten, dass sich Preise und Verfügbarkeit der Produkte seit dem Test geändert haben können.

ÖKO-TEST war recht zufrieden, weil eigentlich keine besonders bedenklichen Inhaltsstoffe in den Produkten stecken: Die Expert:innen haben keine Paraffine, Silikone, Formaldehyd und auch keine besonders problematischen Duftstoffe in den Duschshampoos für Kinder gefunden.

Allerdings sind nicht alle Kindershampoos unbedenklich. Im Test haben die Expert:innen von Öko-Test Produkte bekannter Marken wie Bübchen, Nivea und Fa sowie Eigenmarken von Supermärkten und Drogerien genauer untersucht.

Ein Viertel der getesteten Shampoos für Kinder besteht bei Öko-Test aus zertifizierter Naturkosmetik. Kritische Stoffe haben die Expert*innen bei ihnen nicht gefunden. Kein Wunder, schließlich sind viele Problemstoffe in Naturkosmetik ohnehin verboten. Daher haben alle Naturkosmetik-Shampoos auch mit „sehr gut“ abgeschnitten.

Kindershampoos sind oft milder als Shampoos für Erwachsene. Dennoch tun viele Hersteller etwas, damit die Kindershampoos nicht für Tränen sorgen. Sie verwenden beispielsweise nur milde Tenside, wie etwa Zucker-Tenside. Auch die Dosis an Tensiden ist oft geringer, haben einige Hersteller gegenüber Öko-Test angegeben.

Auffällig ist aber, dass sich die Rezeptur sonst nicht sehr von Erwachsenen-Shampoos unterscheidet. Nur bei den Duftstoffen gibt es Unterschiede: Die Hersteller setzen spezielle Duftstoffe ein, die Kinder besonders mögen und die zugleich mild sind. Besonders ist auch, dass oft der Stoff Denatoniumbenzoat im Kindershampoo steckt. Er ist extrem bitter und soll verhindern, dass Kinder Shampoo verschlucken.

Kritikpunkte und bedenkliche Inhaltsstoffe

Im Test achtete das Labor vorwiegend auf Polyethylenglykol (PEG und PEG-Derivate), das im Produkt als Tensid, das heißt waschaktive Substanz für säubernden Schaum sorgt. Außerdem scannten die Tester auf Mikroplastik und synthetische Polymere.

Manche Hersteller mischen Ihren Produkten sogenannte Bitterstoffe (beispielsweise Denatonium Benzoate) bei. Diese sollen Kinder daran hindern, das Shampoo zu verschlucken. Diesen Aspekt lässt ÖKO-TEST in seiner Benotung unberücksichtigt.

Milde Kindershampoos können durchaus auch von Erwachsenen verwendet werden. Für fettiges Haar ist es sogar empfehlenswert, ein sanftes Shampoo zu wählen, damit die Talgproduktion nicht noch zusäztlich angekurbelt wird. Ob dann noch eine zusätzliche Pflege für besonders sprödes und strapaziertes Haar beispielsweise notwendig ist, bleibt eine andere Frage.

Das „Bübchen Shampoo & Duschgel 2in1 Sportsfreund“ dagegen hat bei Öko-Test nur mit „befriedigend“ abgeschnitten und liegt damit im hinteren Drittel der Produkte. Es enthält den Stoff Polyethylenglucol (PEG), den wir in unsere Liste der schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetik aufgenommen haben. Das hat zwei Gründe: PEG-Verbindungen werden meist auf Basis von klimaschädlichem Erdöl gewonnen und außerdem kann PEG die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen.

Ein weiterer Kritikpunkt am Kinder-Duschshampoo von Bübchen: Es enthält wasserlösliche, synthetische Polymere, also Mikroplastik im weiteren Sinne. Öko-Test bezeichnet sie jedoch nicht als Mikroplastik, weil es sich nicht um feste Partikel handelt (mehr dazu hier: Was ist Mikroplastik? - Eine Definition). Allerdings sprechen Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND auch bei wasserlöslichen Polymeren von Mikroplastik und wir von Utopia schließen uns dem an. Mikroplastik steckt auch in fünf weiteren Produkten aus dem Test von Öko-Test.

Bübchen hat inzwischen angekündigt, in Zukunft auf PEG und Mikroplastik zu verzichten.

Quelle: Utopia.de

In vier Babyshampoos wies Öko-Test Mikroplastik nach. Betroffen waren die Shampoos von Nivea, Penaten und Bübchen. Sie wurden deshalb abgewertet. Im Bübchen-Shampoo (das ein „gut“ erhielt), fand das Labor außerdem hydrolysiertes Weizenprotein, in zwei anderen Shampoos nicht nur Mikroplastik, sondern auch PEG/PEG-Derivate.

Hersteller verwenden PEG häufig als Tenside oder Schaumschläger. PEG wird jedoch in der Regel umweltschädlich aus Erdöl hergestellt und ist nur schwer abbaubar.

Formaldehyd reizt schon in geringen Mengen die Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Wenn das Baby kommt, decken sich junge Eltern oft mit allerhand Babyprodukten ein. Das ist nicht immer notwendig. Babyshampoo ist beispielsweise überflüssig, erklärt Öko-Test. Erst wenn sich ein richtiger Haarwuchs entwickelt und die Haare dichter werden, können Eltern zu einem milden Shampoo greifen.

Tipps für die Auswahl des richtigen Kindershampoos

Eltern möchten nur das Beste für ihr Baby, besonders wenn es um die Pflege der empfindlichen Haut und Haare geht. Die Auswahl an Babyshampoos ist dabei riesig, denn zahlreiche Hersteller werben mit sanften Formeln, die speziell auf die Bedürfnisse von Babys abgestimmt sind. Ein gutes Babyshampoo sollte die zarten Haare schonend reinigen, dabei nicht in den Augen brennen und frei von schädlichen Inhaltsstoffen wie Parabenen oder künstlichen Duftstoffen sein. Wenn all diese Kriterien erfüllt sind, kann ein Babyshampoo ein wertvoller Begleiter für die Badezeit sein und für ein angenehmes Pflegeerlebnis sorgen.

Doch so einfach ist die Wahl des richtigen Produkts oft nicht. Selbst bekannte Marken geraten immer wieder in Kritik, wenn es um problematische Inhaltsstoffe geht. Deshalb lohnt es sich, einen genauen Blick auf Testergebnisse und Inhaltsstofflisten zu werfen, um sicherzustellen, dass das Shampoo wirklich sanft und unbedenklich für dein Baby ist.

Checkliste für den Kauf von Babyshampoo:

  • Inhaltsstoffe: Achten Sie auf natürliche Produkte und vermeiden Sie problematische Stoffe.
  • Augenbrennen: Wählen Sie Shampoos, die nicht in den Augen brennen.
  • Duftstoffe: Verzichten Sie auf zusätzliche Duftstoffe.

Alternativen und Empfehlungen

ÖKO-TEST fragt deshalb: "Warum nicht einfach ein gemeinsames Shampoo?" und meint: "Ein mildes Produkt können sowohl Eltern als auch Kinder verwenden".

Kindershampoo sollte besonders mild und frei von Schadstoffen sein. Kindershampoo ist tatsächlich milder und enthält weniger problematische Duftstoffe.

Alle getesteten Naturkosmetika-Duschgele wurden ausschließlich für "sehr gut" befunden.

Es gibt Substanzen, die gehören einfach nicht in Kosmetikprodukte und erst recht nicht in solche für Babys. Formaldehyd/abspalter gehören zu diesen Stoffen. Formaldehyd reizt schon in geringen Mengen die Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Wird es über die Atemluft aufgenommen, gilt die Substanz als krebserregend. In einem getesteten Shampoo für Babys hat das Labor jedoch Formaldehyd/abspalter nachgewiesen.

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