Der Schnurrbart, auch Schnorres oder Moustache genannt, ist weit mehr als nur eine Gesichtsbehaarung. Er ist ein Ausdruck von Persönlichkeit, ein modisches Statement und ein kulturelles Symbol mit einer langen und bewegten Geschichte. Von historischen Persönlichkeiten über Diktatoren bis hin zu Künstlern hat der Schnurrbart im Laufe der Jahrhunderte viele Gesichter und Bedeutungen angenommen.
Groucho Marx mit seinem ikonischen Schnurrbart
„Wohin so eilig, junger Mann?“ Diese Frage stellte Groucho Marx einst einem jungen Georg Stefan Troller vor Schwab’s Drugstore auf dem Sunset Boulevard. Damals stritt die ganze Welt über den Bart von Groucho Marx: War er echt, aufgemalt oder übermalt? Troller hatte die Gelegenheit, den Chef der Marx Brothers zufällig zu treffen und das Rätsel seines Schnurrbarts zu lösen.
Groucho Marx war bekannt für seine schlagfertigen Sprüche. Er zupfte ostentativ an seinem berühmten Schnauzbart und sagte: „Wissen Sie, dass der Altersunterschied zu meiner ersten Frau zehn Jahre betrug, zu meiner zweiten 33, und zu meiner laufenden 40 Jahre. Trotzdem haben alle meinen Schnurrbart geliebt.“ Auf die unverschämte Frage, ob er den aufgemalten oder den echten meine, antwortete Groucho: „Er war immer echt. Das Gemalte war nur ein Markenzeichen. Wer in Amerika ankommen will, muss ein Markenzeichen haben.“
In der Türkei ist der Schnauzer ein Ausdruck von Stolz und Männlichkeit. Er kann sogar Auskunft über die politische Gesinnung geben: Bedeckt der haarige Balken die Oberlippe, gehört der Bartträger dem linken Lager an. Trägt er ihn sorgfältig gestutzt, so ist er Konservativen, Rechten zuzuordnen.
In den achtziger Jahren, als Putschgeneräle das Sagen hatten, sind alle Schnurrbartträger, egal welcher Gesinnung, von den Universitäten geflogen. Der ersten und bisher einzigen Premierministerin der Türkei, Tansu Çiller, war die Gesichtsbehaarung in den Neunzigern so zuwider, dass sie von allen Abgeordneten ihrer Partei DYP eine Kahlrasur verlangt haben soll.
Was in der Türkei politisch aufgeladen ist, ist in Europa modisches Statement. Unter Hipstern dominierte im vergangenen Jahrzehnt der Bart, darunter war der Moustache prominent vertreten. Es war beinahe amüsant, wie sehr die ehemalige Abfälligkeit und der Ekel über den Gesichtsbewuchs nun zu Anerkennung und Bewunderung führte, ja, manchmal sogar in Verehrung umschlug.
Laut einer Studie wirkt ein Bartträger unter Glattrasierten attraktiver als seine Konkurrenz. Für viele Queers war das vermutlich schon lange klar. Nach den Stonewall Riots war der Schnurrbart ein Mustwear unter homosexuellen Männern. Das Hipstertum mag mittlerweile vorüber sein, doch der Schnauzer wird bleiben.
Die Beziehung zwischen Heinrich und Thomas Mann war komplex und von Höhen und Tiefen geprägt. Es gab Hassausbrüche, Versöhnungsgesten, Abschiede, die am Ende denn doch keine waren, Zuneigung, die sich auch durch Feindseligkeit des Anderen nicht beirren ließ. Im späten kalifornischen Exil kamen bei Thomas Mann Verletzungen wieder hoch, die bis in die Zeit gegen Ende des Ersten Weltkriegs zurückreichen.
Es gibt nur sehr wenige Aufnahmen, die Heinrich und Thomas Mann zusammen zeigen. Das berühmteste Bild zeigt die Brüder um 1900: Ein Doppelporträt, Heinrich Mann steht vor Thomas, blickt auf den Sitzenden nieder - und Thomas sieht an seinem Bruder vorbei, der Blick scheint geradezu ins Leere zu gehen. Dieses Bild scheint die ungleiche Beziehung der Brüder widerzuspiegeln: Heinrich, der lebenslang auf Thomas blickt, und Thomas, der sich ihm nicht zuwendet.
Thomas Mann schrieb in einem Brief an die Lübecker Freundin Ida Boy-Ed 1917, dass das Bruderproblem das eigentliche, das "schwerste Problem" seines Lebens sei. Heinrich Mann war toleranter, bekannte dem Bruder einmal: "Du warst mir in jedem Augenblick des Lebens der Nächste". Und das galt für Heinrich auch in der Feindschaft.
Das Märchen „Blaubart“ von Charles Perrault erzählt die Geschichte eines reichen Mannes mit einem blauen Bart, der seine Ehefrauen tötet und ihre Leichen in einem verbotenen Raum in seinem Schloss aufbewahrt. Die Erzählung enthält düstere und grausame Elemente und untersucht Themen wie Neugier, Ungehorsam und die Rolle von Frauen in der Ehe.
Ein zentrales Thema des Märchens ist die Neugier der jungen Frau und ihr Ungehorsam gegenüber ihrem Ehemann. Diese Handlung verdeutlicht die Gefahren, die mit Neugier und Ungehorsam einhergehen können, und zeigt, dass das Überschreiten von Grenzen schwerwiegende Folgen haben kann.
Illustration von Blaubart
Blaubart ist ein wohlhabender und mächtiger Adliger, der mehrere Male mit schönen Frauen verheiratet war, die alle auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Als Blaubart seinen Nachbarn besucht und um die Heirat einer seiner Töchter bittet, sind die Mädchen entsetzt. Nachdem er ein wunderbares Bankett ausgerichtet hat, wählt er - gegen ihren Willen - die jüngste Tochter zu seiner Ehefrau aus, und sie zieht mit ihm in seinen reichen und luxuriösen Palast auf dem Land, weit weg von ihrer Familie.
Blaubart verkündet, dass er aufs Land fahren muss, und übergibt seiner Frau die Schlüssel des Schlosses. Sie ist in der Lage, mit ihnen jede Tür des Hauses zu öffnen, von denen jede einen Teil seiner Reichtümer enthält, mit Ausnahme einer unterirdischen Kammer, deren Betreten er ihr strikt verbietet, damit sie nicht unter seinem Zorn leidet. Dann geht er weg und verlässt das Haus und die Schlüssel in ihren Händen.
Sie lädt ihre Schwester Anne und ihre Freunde und Cousins zu einer Party ein. Sie wird jedoch schließlich von dem Wunsch überwältigt, zu sehen, was der verbotene Raum enthält, und sie schleicht sich von der Party weg und wagt sich in den Raum. Sofort entdeckt sie, dass der Raum mit Blut überströmt ist und die ermordeten Leichen von Blaubarts ehemaligen Ehefrauen an Haken an den Wänden hängen. Entsetzt lässt sie den Schlüssel in das Blut fallen und flieht aus dem Raum.
Sie versucht, das Blut vom Schlüssel abzuwaschen, aber der Schlüssel ist magisch, und das Blut lässt sich nicht entfernen. Aus Angst um ihr Leben verrät sie das Geheimnis ihres Mannes an ihre Schwester, die zu Besuch ist, und beide planen, am nächsten Morgen zu fliehen. Blaubart kehrt jedoch unerwartet zurück und findet den blutigen Schlüssel. In blinder Wut droht er, seine Frau auf der Stelle zu töten, aber sie bittet um ein letztes Gebet mit ihrer Schwester Anne.
Als Blaubart kurz davor ist, den tödlichen Schlag auszuführen, kommen Anne und die Brüder der Frau an und töten Blaubart. Die Frau erbt sein Vermögen und sein Schloss und lässt die toten Ehefrauen begraben. Sie nutzt das Vermögen, um ihre anderen Geschwister heiraten zu lassen, heiratet dann selbst wieder, um endlich von ihrer schrecklichen Erfahrung mit Blaubart abzulassen.
Der Schnurrbart hat im Laufe der Geschichte viele Bedeutungen angenommen und ist ein Spiegelbild der jeweiligen Zeit und Kultur. Ob als Ausdruck von Stolz, politischer Gesinnung, modischem Statement oder queerer Ikone - der Schnurrbart ist und bleibt ein zeitloses Symbol.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Kulturelle Bedeutung | Symbol für Stolz, Männlichkeit, politische Gesinnung |
| Modisches Statement | Trendaccessoire, Ausdruck von Individualität |
| Historische Beispiele | Groucho Marx, türkische Politiker, Hipster |
| Queere Ikone | Symbol der Identität und des Widerstands |
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