Blutblase nach der Rasur: Ursachen, Vorbeugung und Behandlung

Für viele Menschen gehört die regelmäßige Haarentfernung im Gesicht, unter den Achseln, an den Beinen oder im Intimbereich zu einem gepflegten Äußeren dazu. Die einfachste Methode ist es, die störenden Haare zu rasieren. Doch nicht selten ist die Haut nach der Rasur gereizt oder gerötet. Unter dem sogenannten Rasurbrand leiden nicht nur Männer, auch Frauen kennen das Problem.

Was ist Rasurbrand?

Unter einem Rasurbrand sind die unangenehmen Begleiterscheinungen zu verstehen, die mit der regelmäßigen Rasur einhergehen. Typisch sind vor allem Rötungen, die direkt nach dem Rasieren an den betroffenen Hautstellen auftreten. Darüber hinaus kann die gereizte Haut nach der Rasur auch brennen oder jucken. Außerdem können einige Tage später weitere Hautirritationen wie etwa Pusteln oder kleine Pickel entstehen. Rasurbrand kann generell überall dort auftreten, wo rasiert wird. Besonders anfällig dafür ist aber die Haut im Intimbereich, denn diese ist besonders empfindlich.

Ursachen eines Rasurbrands

Ursache für diese Hautreaktionen sind kleine Mikroverletzungen, die durch die scharfe Klinge des Rasiermessers auf der Haut verursacht werden. Dort können Schmutz und Krankheitserreger besonders gut eindringen und so Entzündungen auslösen. Jedoch verläuft ein Rasurbrand in der Regel harmlos. Normalerweise beruhigt sich die Haut nach ein paar Tagen wieder und Rötungen oder Pickelchen klingen ab. Im schlimmsten Fall können daraus aber auch Entzündungen entstehen, die sehr groß und schmerzhaft sind.

Wie kann man Rasurbrand vorbeugen?

Rasurbrand muss nicht sein. Ein paar einfache Maßnahmen können dabei helfen, den Rötungen und Pickelchen vorzubeugen. Generell gelingt eine Rasur nach dem Baden oder Duschen besser. Das warme Wasser macht die Haare weicher, sodass sie sich einfacher abrasieren lassen. Ein spezieller Rasierschaum weicht die Haare zusätzlich auf und lässt den Rasierer noch schonender über die Haut gleiten. Darüber hinaus sind scharfe Klingen von Vorteil. Bei stumpfen Klingen braucht man mehrere Züge, um die Haare zu entfernen. Das kann die Haut zusätzlich reizen.

Die richtige Rasurtechnik

Die richtige Technik ist für eine glatte Rasur ohne Rötungen wichtig. Dabei ist es nötig, in die Wuchsrichtung der Haare zu rasieren, ohne dabei fest aufzudrücken. Menschen, die sehr empfindliche Haut haben oder zu Rasurbrand neigen, sollten eher auf eine Trockenrasur setzen. Diese ist zwar nicht so gründlich wie die Nassrasur, aber schonender. Am besten eignen sich dazu Elektrorasierer.

Beachtung von Hygiene

Sauberkeit ist ein absolutes Muss, um Hautausschlag nach der Rasur zu vermeiden. Dies gilt nicht nur für die Haut selbst, sondern auch für die verwendeten Rasierklingen und Handtücher. Dort befinden sich oft besonders viele Keime, die über kleine Verletzungen in die Haut eindringen. Dies fördert Entzündungen in der Haut. Aus diesem Grund ist es wichtig, frisch gewaschene Handtücher zu verwenden und die benutzten Klingen nach jeder Rasur zu säubern und eventuell sogar zu desinfizieren. Das Wechseln der Rasierklinge hängt davon ab, wie oft Sie diese verwenden. Bei einer täglichen Rasur sollten Sie die Klingen alle ein bis zwei Wochen wechseln.

Hautpflege nach der Rasur

Nach der Rasur ist die Haut angegriffen und benötigt besonders viel Pflege. Bestens dafür geeignet sind Cremes, die weder Alkohol noch Duftstoffe enthalten. Diese verstärken nämlich unangenehme Reaktionen wie ein Brennen auf der Haut und reizen diese zusätzlich. Die Pflegeprodukte sollten idealerweise nicht zu viel Fett enthalten. Denn dies kann die Poren verstopfen und Entzündungen fördern.

Die richtige Kleidung

Neben der richtigen Pflege nach der Rasur schont auch die richtige Kleidung die gestresste Haut. Insbesondere im Intimbereich und an den Beinen können Sie die Entstehung von Rasurbrand vermeiden. Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Seide sind hautfreundlich und eignen sich somit bestens. Auf Materialien wie Polyester oder Mikrofaser sollten Sie dagegen verzichten. Diese sind in der Regel nicht so atmungsaktiv und können das Abheilen der Entzündungen erschweren. Achten Sie auch darauf, dass Ihre Kleidungsstücke nicht zu eng sitzen und an den rasierten Hautstellen reiben.

Erste Hilfe bei einem Rasurbrand

Ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Rasurbrand gekommen, kann mit einigen Tipps und Tricks Abhilfe geschaffen werden. Mit folgenden Hilfestellungen können Sie die entstandenen Hautirritationen nach der Rasur behandeln:

  • Kühlen Sie die brennende, gerötete Haut mithilfe von kaltem Wasser oder kalten Umschlägen.
  • Ein beliebtes Hausmittel bei Rasurbrand ist Quark. Tragen Sie diesen bei Bedarf dünn auf die betroffenen Hautstellen auf. Dadurch werden Rötungen und Juckreiz gelindert.
  • Bei starken Entzündungen halten Sie unbedingt eine Rasierpause ein, damit die Haut eine Chance hat zu verheilen.
  • Verwenden Sie bei besonders gereizter Haut spezielle Wundsalben. Diese fördern die Heilung.
  • Bei Bedarf können die Rasierpickel auch mit einer dünnen Schicht Babypuder oder Zinksalbe betupft werden.

Alternative Methoden zur Haarentfernung

Wer zu Rasurbrand neigt und auf die Haarentfernung nicht verzichten möchte, kann auch andere Methoden ausprobieren:

  • Enthaarungscremes: Sie enthalten Stoffe, die über eine chemische Reaktion die Hornsubstanz der Haare über der Hautoberfläche aufweichen und dazu führen, dass sich die Haare leicht ablösen lassen.
  • Epilation: Hier wird das Haar nicht gekürzt, sondern samt Wurzel ausgerissen. Das funktioniert entweder mit Wachs oder mit elektrischen Epiliergeräten.
  • Lasern: Wer Haare an bestimmten Körperstellen dauerhaft entfernen möchte, kann auf die Behandlung mit einem Lasergerät setzen.

Follikulitis: Entzündete Haarbalge nach der Rasur

Eine weitere mögliche Folge der Rasur ist die Follikulitis, eine Entzündung der Haarbälge. Hierbei entzünden sich einzelne oder mehrere Haarwurzeln, was zur Bildung von kleinen, eitergefüllten Bläschen führen kann. Diese treten besonders häufig auf der Kopfhaut, im Gesicht (besonders bei Männern im Bartbereich) und am Rumpf auf. Begleitend können unangenehmes Druckgefühl, Juckreiz und Rötungen auftreten.

Die häufigste Ursache für eine Follikulitis ist der Erreger Staphylococcus aureus. Das Bakterium kann über Hautkontakt oder die Berührung von kontaminierten Gegenständen übertragen werden. Es gibt aber auch nicht-infektiöse Formen der Follikulitis, zum Beispiel als Nebenwirkung von Medikamenten.

Wichtig: Versuchen Sie nicht, die Pusteln eigenhändig zu entfernen oder auszudrücken, da sich die Bakterien so weiter verbreiten können. Außerdem besteht das Risiko einer Blutvergiftung, wenn die Erreger in die Blutbahn gelangen.

Vorbeugung und Behandlung von Follikulitis

Verschiedene Faktoren können zur Entwicklung einer Follikulitis beitragen:

  • Feuchte Haut (z.B. Schweiß in den Achseln)
  • Rasur (z.B. von Bart, Achseln, Beinen und Intimbereich)
  • Reibung oder Reizung an Haut- oder Haarpartien
  • Ungenügende Körperhygiene
  • Verwendung von fetthaltigen bzw. öligen Salben, die die Poren verstopfen

Eine leichte Follikulitis klingt häufig nach wenigen Tagen von alleine wieder ab. Wenn das nicht passiert, verordnet der Arzt unter Umständen desinfizierende Cremes. Eine Therapie mit Antibiotika ist eher selten erforderlich.

Einige Hausmittel können den Heilungsprozess unterstützen:

  • Warme, mit Kamille angereicherte Kompressen
  • Heilerde
  • Teebaumöl

Bitte beachten Sie: Die Wirkung von Hausmitteln ist sehr individuell. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welche Maßnahmen für Sie infrage kommen.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Eine Follikulitis verläuft oft harmlos und die Symptome gehen von alleine zurück. Es ist trotzdem grundsätzlich sinnvoll, eine Follikulitis von einem Arzt abklären zu lassen. So vermeiden Sie die Ausbreitung der Infektion auf andere Körperregionen und können möglichen Komplikationen wie der Furunkel- oder Karbunkelbildung vorbeugen.

In jedem Fall sollten Sie einen Mediziner aufsuchen, wenn Sie an Diabetes leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben und an einer Follikulitis erkrankt sind. Tritt eine Follikulitis besonders oft oder anhaltend auftritt, empfiehlt sich ebenfalls ein Arzttermin.

Wichtig: Bestehen Follikulitis und Fieber gemeinsam, sollte umgehend ein Arzt hinzugezogen werden. Es besteht die Gefahr, dass sich eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickelt hat.

So gelingt die Intimrasur | Dr. Johannes Wimmer

Infektionsrisiko durch Rasur

Eine Rasur sorgt für glatte Haut, kann aber auch gefährliche Infektionen verursachen. Kleine Schnitte oder Hautreizungen können unbemerkt zu ernsthaften Infektionen führen.

Eingewachsene Haare

Eine der häufigsten Folgen der Rasur sind eingewachsene Haare, die zu Entzündungen führen können. Eingewachsene Haare entstehen, wenn abgestorbene Hautschüppchen den Haarkanal verstopfen und das neu wachsende Haar nicht durch die Haut sprießen kann. Vorbeugen kann man zum Beispiel, indem man die Haut regelmäßig peelt.

Furunkel und Abszesse

Gelangen zusätzlich zum eingewachsenen Haar Bakterien in die Haut, kann es schnell zu Furunkeln, Entzündungen mit Eiterpickelchen, oder gar großen Entzündungen mehrerer Haarwurzeln und zur Abszessbildung kommen. Spätestens jetzt sollte der Weg zum Arzt führen. Vermeiden Sie unbedingt, an der gereizten Stelle herumzufummeln.

Pilzinfektionen

Sogar im Gesicht kann dich eine Pilzinfektion treffen. Wenn der Bereich um den Mund oder die Wangen jucken und sich kreisrunde, schuppige Flecken bilden, könntest du an Tinea Barbae erkrankt sein, der sogenannten Bartflechte. Bei einer Infektion ist es wichtig, dass du dich trotz des Juckreizes nicht kratzt. Sonst verteilst du im schlimmsten Fall den Pilz.

Tetanus

Eine rostige Rasierklinge kann die tödliche bakterielle Infektion Tetanus auslösen, wenn du dich damit schneidest. Sofort weg mit alten Klingen, die schon Rost ansetzen! Nach jeder Rasur solltest du die Klingen gut mit heißem Wasser ausspülen und ab und an auch desinfizieren. Rasierer sind nämlich echte Bakterienherde. Und nicht vergessen: Eine Tetanus-Impfung sollte alle 10 Jahre aufgefrischt werden - so schützt du dich am besten.

Impetigo

Bei Impetigo handelt es sich um eine oberflächliche Hautinfektion, die durch Streptokokken ausgelöst wird und nässende Blasen verursacht. Trocknet die Flüssigkeit, entstehen gelbe oder honigfarbene Krusten. Neben einem unangenehmen Jucken kann die Hautkrankheit sogar schmerzhaft sein. Und Impetigo ist vor allem eins: hochansteckend.

Geschlechtskrankheiten

Auch wenn sich die Entfernung der Intimbehaarung positiv auf die Hygiene auswirken kann, erhöht die Rasur der Intimbehaarung die Gefahr, dich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken. Jede kleine oder große Verletzung kann als Eintrittspforte für Krankheitserreger dienen. Pass bei der Rasur auf, damit keine kleinen Schnittverletzungen entstehen, durch die Krankheitserreger eindringen können.

Was Sie bei jeder Rasur beachten sollten

Damit bei der Rasur nichts schiefgeht, sollten Sie einige Verhaltensregeln beachten. So können Sie kleinen Schnittwunden und eingewachsenen Haaren vorbeugen:

  • Frische Rasierklingen: Spätestens, wenn man ein Ziehen oder Reißen spürt, wird es höchste Zeit, die Klinge zu wechseln.
  • Lange Haare zuerst trimmen: Wenn du dich nicht regelmäßig rasierst, solltest du die langen Haare zunächst mit einem Trimmer entfernen.
  • Benutze Rasiergel oder -schaum: Beides macht das Haar weicher.
  • In Wuchsrichtung rasieren: Du solltest immer in Haarwuchsrichtung rasieren, niemals gegen den Strich.
  • Haut straffen: Man sollte beim Rasieren besonders darauf achten, die Haut bei jedem einzelnen Zug ein wenig zu straffen.
  • Trage eine Aftershave-Lotion auf: Am besten spült man die Haut nach dem Rasieren mit kaltem Wasser ab.

Furunkel und Karbunkel

Ein Furunkel ist eine schmerzhafte eitrige Entzündung eines Haarbalgs. Die Entzündung entsteht, wenn Bakterien einen Haarbalg infizieren, das heißt den inneren Teil des Haars, der das Haar in der Haut verankert. Meist bilden sich Furunkel im Gesicht, am Hals oder im Nacken, am Po und an den Streckseiten der Oberschenkel. Auch andere Körperstellen wie Achseln, Rücken, Leisten, oder Schambereich können betroffen sein.

Wenn sich mehrere benachbarte Furunkel vereinen und ein größerer Eiterherd entsteht, sprechen Mediziner und Medizinerinnen von einem Karbunkel. Dieses kommt häufig im Nacken vor und reicht tiefer in das Hautgewebe als ein Furunkel.

Symptome von Furunkel oder Karbunkel

Ein Furunkel ähnelt einem großen Pickel, liegt aber tiefer in der Haut und ist schmerzhafter. Je größer das Furunkel wird, desto schmerzhafter ist es. Ein Furunkel kann so groß wie ein Kirschkern sein, und bis zur Größe einer Walnuss reichen. Die entzündete Stelle fühlt sich warm an und ist gerötet. Der Eiter kann gelblich unter der Haut erkennbar sein. Bei einem Karbunkel sind zusätzlich Fieber, Mattigkeit und Abgeschlagenheit möglich.

Ursachen von Furunkel

Hervorgerufen werden Furunkel und Karbunkel durch Bakterien. Meist handelt es sich dabei um das Bakterium Staphylococcus aureus. Das Risiko für Furunkel steigt, wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Behandlung von Furunkel und Karbunkel

Furunkel heilen meist innerhalb weniger Wochen von selbst ab. Versuchen Sie nicht, einen Furunkel auszudrücken oder aufzukratzen. Das kann dazu führen, dass sich die Bakterien über die Blutgefäße oder die Lymphbahnen weiter im Körper ausbreiten.

Wenn das Furunkel „reif“ ist, entleert es sich meist von selbst und heilt dann mit einer kleinen Narbe ab. Man kann die Reifung mit drei- bis viermal täglichen warmen Umschlägen oder mit einer Zugsalbe beschleunigen. Sind Furunkel groß und sehr schmerzhaft, kehren wieder oder tritt Fieber auf, sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen. Auch wenn Furunkel zu einem Karbunkel verschmelzen, sollten sie ärztlich behandelt werden.

Bei der Untersuchung werden Arzt oder Ärztin nach den Beschwerden und dem bisherigen Verlauf fragen. Möglicherweise öffnen sie das Furunkel mit einem kleinen Einschnitt, sodass der Eiter herausfließen kann. Die Wunde desinfizieren sie anschließend.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen.



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