Das Färben der Haare ist ein weit verbreiteter Trend, und Blondierung ist besonders beliebt. Doch was bedeutet das für die Gesundheit unserer Haare und Kopfhaut? Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung und Risiken von Bleichmitteln für die Haare.
Damit Haare heller werden können, ist eine Blondierung notwendig. Durch komplexe chemische Prozesse werden dem Haar die natürlichen Farbpigmente (Melanine) entzogen, damit die neue Haarfarbe farbecht und unverfälscht in das Innere des Haars einziehen kann. Im ersten Schritt wird dabei das Haar mithilfe einer alkalischen Lösung (pH-Wert zwischen 8,5 und 10) aufgequollen, um die Schuppenschicht, also die äußerste Schicht des Haares, aufzubrechen. Ab jetzt sind die Haare ultra empfindlich. Die Schuppenschicht ist offen und verletzlich. Aber nur so kann das Bleichmittel, das im nächsten Schritt benötigt wird, in die darunterliegende Faserschicht (Cortex) eindringen - dort sind unsere Melanine versteckt, also unsere eigenen Farbpigmente. Das Bleichmittel Wasserstoffperoxid (H2O2) bzw. Zum Abschluss wird mit einer säurehaltigen Lösung die Schuppenschicht wieder geschlossen.
Der richtige Naturton und der gewünschte zukünftige Ton müssen exakt bestimmt werden, ansonsten kann es zu schlimmen Überraschungen kommen. Gerade ein Grünstich oder auch gelbes / oranges Haar sind sehr gefürchtet. Zusätzlich müssen auch die Haarstrukturen an sich berücksichtigt werden.
Typische Folgen sind spröde, dünnere Haare ohne Glanz. Bei extrem starken Schädigungen, ist das Haar so stark porös und enthält kaum mehr intakte Proteinstrukturen, sodass das Haar Wasser aufnimmt, wie ein Schwamm.
Generell muss man sagen, dass eine angegriffene Schuppenschicht sich nur schwer, bzw. gar nicht reparieren lässt. Diese äußere Hülle unserer Haare schützt unser Haarinneres vor äußeren Einflüssen und hält die Feuchtigkeit im Haar, schützt aber auch vor zu viel Wasser. Sie ist ähnlich aufgebaut wie ein geschlossener Tannenzapfen und liegt in mehreren Schichten über dem Cortex.
Durch eine Blondierung verändert sich die Haarstruktur. Die Folgen sind sehr unterschiedlich. Bei einigen Menschen, die vorher immer glatte Haare hatten, kann die Schädigung dazu führen, dass sich die Haare plötzlich wellen. Bei Locken tritt aber meistens das Gegenteil auf. Die Locken fangen an, sich schlechter zu bündeln, werden teilweise glatt, frizzy, die Sprungkraft geht verloren.
Nebst den strukturellen Folgen, können aber auch noch andere Nebenwirkungen auftreten. Gerade Menschen mit einer empfindlichen Kopfhaut oder Allergikerinnen und Allergiker sollten sich gut überlegen, ob eine Blondierung der richtige Weg ist, denn Hautreizungen und allergische Reaktionen sind keine Seltenheit.
Ein riesiges Thema, das immer wieder aufkommt und seit mehreren Jahrzehnten erforscht wird, ist die Frage, ob die in Blondierung und chemischer Haarfarbe enthaltenen Stoffe krebsfördernd sein können. Bereits Anfang der 2000er kamen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen einem erhöhtem Krebsrisiko und den toxischen Inhaltsstoffen besteht. Gesundheitsschädliche Stoffe wurden bereits viele Jahre davor schon verboten.
Weitere Folgen, die weniger die Haare oder unsere Gesundheit betreffen, sind der finanzielle und zeitliche Aufwand. Geht das nicht schonender?
Zu den problematischen Inhaltsstoffen zählen beispielsweise die aromatischen Amine. Dazu gehören Stoffe wie 2,5-Toluylendiamin (PTD), p-Phenylendiamin (PPD) und Hydroxyethyl-p-Phenylendiamin. Alle drei gelten als starke Allergene.
Ein weiteres aromatisches Amin ist p-Aminophenol. Es gilt als erbgutverändernd und krebserregend und soll ausserdem die Fruchtbarkeit einschränken können. Eigentlich ist es in Kosmetika verboten. In vielen Haarfarben steckt ferner Resorcin, das die Haut reizt, für Allergien sensibilisiert und ebenfalls erbgutverändernd wirken kann.
Schon frühere Studien hatten gezeigt, dass Friseure ein überdurchschnittlich hohes Risiko hatten, an Blasenkrebs zu erkranken. Färbt man sein Haar langfristig, also über viele Jahre hinweg, dann steigt das Risiko weiter. Wer beispielsweise 15 Jahre und länger allmonatlich Haarfarbe aufträgt, erhöht sein Risiko auf das 3,3-Fache.
Im Jahr 2014 veröffentlichten schwedische Forscher eine Studie, in der sie die Chemikalienbelastung von Friseuren untersuchten. Diese sind den verdächtigen krebserregenden Aminen und Allergenen bekanntlich ein ganzes Arbeitsleben ausgesetzt. Für die Studie wurde das Blut von 295 Friseurinnen untersucht, ferner von 32 Personen, die regelmässig ihre Haare färbten und von 60 Personen, die im letzten Jahr keine Haarfärbemittel genutzt hatten.
Die Spiegel jener krebserregenden aromatischen Amine, die sich o- und m-Toluidine nennen, waren im Blut der Friseure umso höher, je häufiger sie bei ihren Kunden die Haare färbten (insbesondere hell färbten). Unerwartet war - so die Forscher - dass auch die häufige Anwendung von Dauerwellenmitteln die Konzentrationen der o-Toluidine im Blut der Friseure steigen liess.
Man sollte grundsätzlich Handschuhe beim Hantieren mit diesen Mitteln tragen - ob man nun Privatanwender oder Friseur ist. Tätigkeiten, die ohne Handschuhe durchgeführt werden müssen, wie z. B. Haare schneiden, sollten vor dem Färben oder Dauerwelle legen erledigt werden.
Die Blondierung ist nicht die einzige Möglichkeit, Deine Haare aufzuhellen. Je dunkler Deine Naturhaarfarbe ist und je heller Du sie mit der Blondierung bekommen möchtest, umso stärker wird auch Deine Schuppenschicht angegriffen. Daher überlege Dir vorher, ob auch eine weniger starke Farbveränderung ausreicht, die Deinen Haaren ein neues Aussehen verleiht.
Vielen Kunden ist der große Unterschied auch oft nicht bewusst. Tönungen und Pflanzenhaarfarben legen sich auf die Schuppenschicht, anstatt einzudringen. Daher sind sie um einiges schonender als eine Blondierung oder chemische Haarfarbe.
Um leichte Strukturschäden und den dadurch bedingten Verlust von Protein auszugleichen, empfehlen wir Protein Booster, die Du in Deine reguläre Routine einbauen kannst. Durch die Schäden in Deiner Schuppenschicht sind Deine Haare sehr empfindlich und Wasser kann ungehindert eindringen.
Solltest Du einen Gelbstich in Deinen Haaren haben, dann können wir Dir folgende Produkte als Blond-Toning empfehlen. Bitte beachte aber, dass hierbei lila Farbpigmente einen Gelbstich ausgleichen können, aber dies hat natürlich Grenzen.
DAAB-Tipps:
Ökotest hat 13 handelsübliche Aufheller, Blondierungen und Blond-Colorationen getestet. Das Ergebnis von Ökotest fällt alarmierend aus. Drei Produkte bewerteten die Experten mit „mangelhaft“. Noch mehr erhielten ein „ungenügend“. Denn ohne Chemie funktioniert das Aufhellen nicht.
Alle getesteten Produkte enthalten eine Mischung aus Wasserstoffperoxid und Persulfaten. Wasserstoffperoxid zerstört die natürlichen Farbpigmente des Haares. Persulfate verstärken diesen Effekt. In reiner Form ist Wasserstoffperoxid giftig.
Am schlimmsten ist p-Aminophenol. Im Chemikalienrecht ist das Mittel als CMR-Stoff eingestuft. Das bedeutet es ist „krebserregend, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend“.
Inzwischen gibt es eine große Auswahl an pflanzlichen Haarfärbemitteln, die ohne bedenkliche Stoffe auskommen und mit denen man die Haare natürlich färben kann. Aus gesundheitlicher Sicht sind diese Mittel zu begrüßen. Sie enthalten natürliche Stoffe wie Henna, Indigo und Kamille. Die Gefahr einer allergischen Reaktion ist hier wesentlich geringer.
Allerdings lassen sich mit natürlichen Haarfärbemitteln nicht die gleichen Ergebnisse erzielen wie mit konventionellen Produkten. Aufhellungen sind nicht möglich und graues Haar wird nicht vollständig abgedeckt. Wie bei Tönungen verblasst die Farbe mit jeder Haarwäsche.
Damit Ihre Gesundheit und Ihre Haare beim Haarefärben nicht übermäßig belastet werden, sollten Sie folgende Tipps beachten:
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Arten von Bleichmitteln und ihre Eigenschaften zusammenfasst:
| Bleichmittel | Inhaltsstoffe | Wirkung | Risiken |
|---|---|---|---|
| Blondierungspulver | Ammoniumpersulfat, Kaliumperoxodisulfat | Aufhellung des Haares | Haarschädigung, Kopfhautreizung |
| Wasserstoffperoxid | H2O2 | Zerstörung der Farbpigmente | Reizung, Schädigung der Kopfhaut |
| Zitronensaft | Zitronensäure | Natürliche Aufhellung | Weniger effektiv, Austrocknung |
| Kamillentee | Auszüge aus Kamille | Sanfte Aufhellung | Geringe Wirkung |
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