Bis zu welchem Alter ändert sich die Haarfarbe bei Kindern?

Die Haarpracht von Babys kann sehr unterschiedlich sein: Feiner Flaum, Lockenschopf oder Babyglatze. Doch warum kommen einige Babys mit Haaren zur Welt - und andere nicht? Wann wachsen die ersten Babyhaare? Und was ist bei der Pflege der empfindlichen Babyhaare zu beachten?

Die Haare von Babys beginnen schon während der Schwangerschaft zu wachsen. Um die 20. SSW ist es soweit. Ganz langsam entwickelt sich der erste Flaum auf dem zarten Köpfchen Deines ungeborenen Kindes. Welche Farbe und Struktur die Haare Deines Babys bekommen, ist genetisch bedingt. Auch, ob ein Baby mit vielen Haaren oder nahezu gar keinen Haaren zur Welt kommt, ist genetisch bedingt.

Viele Babys kommen jedoch mit hellem Haarflaum zur Welt. Hat Dein Baby helles Haar, kann dieses noch nachdunkeln. Die Farbpigmente bilden sich erst mit der Zeit. Je mehr Eumelanin die Haare produzieren, desto dunkler sind die Haare.

Die Rolle der Gene

Während der Schwangerschaft spekulieren werdende Eltern, deren Freunde und Verwandte gerne, wem der Nachwuchs wohl ähnlich sehen wird. Gerade bei der Haarfarbe ist dies aber gar nicht so leicht zu beantworten. Du kannst es zumindest versuchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Elternteile mit braunen Haaren ein braunhaariges Baby bekommen, ist relativ groß. Dennoch kann es auch in diesem Szenario Überraschungen geben.

Erstmal ganz grundsätzlich: Die Haarfarbe deines Babys steht bereits mit der Befruchtung fest! In diesem Moment treffen nämlich die Eizelle der Frau und das Spermium des Mannes mit ihren jeweils 23 Chromosomen, die die Erbinformationen enthalten, aufeinander und bilden eine sogenannte Zygote. Die Zygote ist eine durch die Befruchtung entstandene neue Zelle, die nun insgesamt 46 Chromosomen enthält - also die gesammelten Erbinformationen der werdenden Eltern.

Jedes Chromosom hat dabei seine ganz eigene Rolle: Eins legt das Geschlecht fest, ein anderes die Persönlichkeitszüge und wieder ein anderes die Haarfarbe des Ungeborenen.

Bis heute ist die Vererbung in Bezug auf Haarfarben nicht gänzlich geklärt. Was wir jedoch wissen, ist, dass Gene für dunklere Haare dominant und solche für helle Haarfarben rezessiv sind. Das heißt, wenn ein Elternteil dunkle und ein Elternteil blonde Haare hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr Nachwuchs dunkelhaarig sein wird.

Ähnlich wie bei der Augenfarbe von Babys spielt auch bei der Haarfarbe das Protein Melanin, das von den Melanozyten produziert wird, eine wichtige Rolle. Wie viel und welche Art von Melanin in den Haaren vorkommt, hängt von den Genen ab. Das wichtigste bekannte Gen, das mit der Haarfarbe zusammenhängt, heißt MC1R (die meisten Menschen habe zwei funktionierende MC1R, eins von jedem Elternteil). Dieses Gen enthält die Informationen, um das Protein Melanocortin-1-Rezeptor zu produzieren, das dazu beiträgt, Melanin herzustellen.

Der Melanocortin-1-Rezeptor bestimmt, welche Art von Melanin produziert wird: Ist der Rezeptor aktiviert, sorgt eine Reihe chemischer Reaktionen dafür, dass Eumelanin produziert wird, je mehr, je dunkler die Haarfarbe. Bei manchen Menschen wird weniger Eumelanin produziert, aber dafür mehr Phäomelanin - diese Menschen haben dann rote Haare. In wenigen Fällen wird nur das Pigment Phäomelanin produziert.

Beim Thema Gene und Haarfarben wird immer noch fleißig geforscht. In einer in Nature Genetics veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2018 beschreiben die Wissenschaftler:innen ihre Erkenntnisse aus den Analysen von rund 300.000 Teilnehmer:innen europäischer Abstammung. Das Ergebnis: Sie identifizierten 111 bisher unbekannte Genorte, die mit der Bestimmung der Haarfarbe zu tun haben! Bis zu dieser Studie waren nur 13 erfasst und es wird davon ausgegangen, dass es noch viele weitere unentdeckte Genorte gibt.

Veränderung der Haarfarbe nach der Geburt

Ja, das kann sie tatsächlich. Dein Baby ist vielleicht mit feinen blonden Härchen auf die Welt gekommen und hat mit einem Jahr dann eine dunkelbraune Mähne. Gerade blonde Kinder entwickeln mit zunehmendem Alter oftmals dunklere Haartöne. Forscher:innen gehen davon aus, dass dies an Proteinen liegt, die aber erst im Laufe der Zeit aktiviert werden.

Übrigens: Auch wenn dieselben Elternteile mehrere Kinder miteinander haben, so sind die Erbanlagen jedes Kindes doch einzigartig! Wenn euer Erstgeborenes vielleicht mit blonden Locken auf die Welt kommt, kann Kind Nummer zwei durchaus glatte, braune Haare haben.

Viele Kinder bekommen erst im Grundschulalter, manche sogar erst mit Einsetzen der Pubertät, ihre bleibende Haarfarbe. Dieser Prozess hängt von der individuellen genetischen Veranlagung und der Entwicklung des Pigmentstoffes Eumelanin ab.

Die Rolle von Eumelanin

Auch Kinder, die als Babys und in der frühen Kindheit sehr helle Haare haben, können im Laufe der Jahre immer dunkler werden. Das liegt am dunklen Pigmentstoff Eumelanin, dessen Produktion erst ab dem zweiten Lebensjahr einsetzt.

Welche Farbe es letztendlich wird, hängt von vielen Faktoren ab. Daher ist die Haarfarbe nicht so eindeutig vorherzusagen wie zum Beispiel die Augenfarbe.

Durch den wechselhaften Zyklus von Babyhaaren verändert sich häufig die Haarfarbe: Hat ein Neugeborenes noch hellblonde Haare, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es später dunkle Haare hat.

Die richtige Haarfarbe des Babys steht meist bei der Geburt noch nicht endgültig fest: Babyhaar ändert die Farbe sehr häufig. Man mag behaupten, dass sich viele Babys ähnlich sehen, aber ihr Babyhaar ist oft sehr verschieden. Einige kommen mit Babylocken auf die Welt und manche mit langen, glatten Haaren. Andere haben kurze Haare oder (fast) gar keine. Auch die Haarfarbe - egal ob sie am Anfang rot, schwarz, hellblond oder bräunlich ist - kann sich in vielen Fällen noch einen verändern. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum Babyhaar die Farbe ändert.

Es gibt Babys, die bei der Geburt sehr helle Haare haben, vor allem, wenn sie hellhäutig sind. Später kann das Babyhaar eine Veränderung der Farbe durchlaufen und dunkler werden. Häufig bei dunkleren Typen anzutreffen sind hellbraune Haare bei der Geburt, die dann später dunkelbraun werden. Der Grund ist ganz einfach: Haare enthalten Farbpigmente, die dem Haar die Farbe verleihen. Der erste Satz Babyhaar hat nur eine geringe Pigmentierung, sodass das Haar insgesamt heller wirkt, als es im späteren Leben sein wird.

Die erste Haarfarbe beim Baby kann also eine andere sein, als es die Erbanlagen des Babys festlegen. Überhaupt können sich die Farbpigmente im Haar im Laufe des Lebens verändern. Dies fällt bei hellen Haaren optisch stärker ins Gewicht als bei dunklen. Der Wechsel von hellblond zu dunkelblond oder brünett kommt häufig vor, seltener werden Haare im Laufe des Lebens heller.

Grundsätzlich kann man etwa ab dem vierten Monat nach der Geburt ermitteln, welche Haarfarbe das Baby später wahrscheinlich haben wird: blond, brünett, rötlich oder schwarz. Wenn Eltern dies feststellen, sind sie manchmal überrascht.

Nicht alle Babys haben etwa die Haarfarbe eines der beiden Elternteile oder eine Haarfarbe, die offensichtlich eine Mischung der beiden Elterntypen ist. Man weiß, dass ca. zehn Gene die Haarfarbe des Menschen determinieren. Und der Mensch hat jeweils ein Exemplar jedes Gens von der Mutter, eines vom Vater. Dunkle Haare werden dominant vererbt, d. h. Blonde Haare werden nicht über ein einziges Gen vererbt. Auch dunkelhaarige Menschen können diese Haarfarbe in sich tragen und weiter vererben. Wenn beide Elternteile dieses Merkmal auf das Baby übertragen, ist das Babyhaar blond - dabei können die Eltern dunkelhaarig sein. Manchmal werden Haarfarben über einen langen Zeitraum in einer Familie vererbt, ohne dass sie massiv zur Ausprägung gekommen wären.

Haarausfall bei Babys

Viele Eltern zeigen sich besorgt, wenn sie bei Ihrem Baby im hinteren Kopfbereich eine kahl werdende Stelle entdecken. Die kahle Stelle am hinteren Kopf kann durch das häufige Liegen auf dieser Stelle verursacht werden. Dies kommt daher, dass durch das Liegen Druck und Reibung entstehen. Dafür sind Haare empfindlich. Dazu kommt es aber nur dann, wenn die Haare sich gerade in der dritten Phase des Ausfallens befinden. Wahrscheinlich hat das Babyhaar am Hinterkopf einen zeitlichen Vorsprung im Unterschied zum vorderen Bereich des Kopfes.

In beiden Fällen wächst das Babyhaar später wahrscheinlich wieder nach.

Viele Eltern glauben, sie könnten bei ihrem Baby für ein kräftigeres Wachstum der Haare sorgen, indem sie diese häufig schneiden. Dabei hat dies auf das Wachstum der Haare keinerlei Wirkung. Haare sind im Prinzip totes Gewebes, das nicht mit Nährstoffen versorgt wird.

Eine Überraschung erleben viele Eltern, die beide keine Locken haben, denn viele Babys haben bei der Geburt feine Löckchen. Dies ist aber meist nicht dauerhaft und das Babyhaar werden später glatt. Babylöckchen sind typisch für das erste Haar, das wieder ausfällt. Der Grund für diese Babylöckchen ist ganz einfach: Viele Babys haben bei der Geburt sehr feines und dünnes Haar, das sich aufgrund dieser Haarstruktur leichter windet und kräuselt. Später werden Haare dicker, schwerer und stärker, sodass sie sich nicht mehr so leicht in Locken legen, sondern glatt herunterfallen.

Die Körperbehaarung ist zum Zeitpunkt der Geburt durch die mütterlichen Hormone beeinflusst. Mit dem Abfall der Schwangerschaftshormone kommt es bei vielen Babys zu einem vorübergehenden Haarausfall und einem Aussprießen der bleibenden Haartracht in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres.

Darüberhinaus beobachte ich in einigen Fällen eine Veränderung der kindlichen Haarfarbe, die sich vom Kleinkindalter ins Schulalter hinein bis hin zur Pubertät vollziehen kann. Wenn Sie in die Fotoalben von Erwachsenen schauen, werden Sie solche Veränderungen der Haarfarbe immer wieder finden können. Diese Fälle sind allerdings eher die Ausnahme. Ein einfaches Vorhersagesystem dazu kenne ich nicht.

Wie Sie aus dem bislang gesagten entnehmen können, ist Ihre Frage mittels einer Genanalyse wissenschaftlich abklärbar. Die Faszination der Vererbung liegt gerade in ihrer natürlichen Vielfalt. Es ist keine Überraschung dass Erbmerkmale jahrhundertelang in den Genen von Familien schlummern, ohne sichtbar zum Ausbruch zu kommen.

Was ich gerade in stark vereinfachter Form, für die Haarfarbe unserer Kinder zu erklären versuchte, gilt ja für viele viele Eigenschaften im körperlichen, psychischen und seelischen Bereich. Es wäre schade wenn wir unsere Kinder vorwiegend über äußere Merkmale, wie die Haut-, Augen-, oder Haarfarbe beurteilen würden. Der Eindruck eines Menschen ergibt sich durch das Gesamtbild seiner äußerlichen Erscheinung und seiner Charaktereigenschaften.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Punkte zur Veränderung der Haarfarbe bei Kindern zusammen:

AspektBeschreibung
Genetische VeranlagungDie Haarfarbe wird durch Gene bestimmt, wobei dunkle Haarfarben dominant und helle rezessiv sind.
MelaninDas Protein Melanin, insbesondere Eumelanin und Phäomelanin, beeinflusst die Haarfarbe.
Veränderung nach der GeburtViele Babys erleben eine Veränderung der Haarfarbe, oft von helleren zu dunkleren Tönen.
Zeitpunkt der VeränderungDie endgültige Haarfarbe kann sich bis ins Grundschulalter oder sogar bis zur Pubertät entwickeln.
HaarausfallBabyhaare fallen oft aus, was zu einer Veränderung der Haarfarbe führen kann.
EinflussfaktorenDie Produktion von Eumelanin und andere genetische Faktoren spielen eine Rolle bei der Entwicklung der Haarfarbe.

Kein Leben ohne Gene? - Löwenzahn | ZDFtivi

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