Es gibt mehrere Gründe für die Erscheinung der haarlosen Bienen, die auch als Zitterbienen bekannt sind. Dieses Phänomen, oft als Schwarzsucht bezeichnet, kann verschiedene Ursachen haben, die von viralen Infektionen bis hin zu Umweltfaktoren reichen.
Die Schwarzsucht ist im Bereich der Imkerei kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr ein Symptomkomplex, der bei Honigbienen auftreten kann. Auch als Waldtrachtkrankheit bekannt, zeigt sich diese Erscheinung durch den Verlust der Körperbehaarung, wodurch die Biene eine schwarze Färbung annimmt. Der Name leitet sich direkt von diesem auffälligen Erscheinungsbild ab, bei dem nur noch der dunkle Rückenpanzer sichtbar bleibt.
Ein Virus mit entsprechender Ansteckungsgefahr könnte dahinterstecken, also eine Bienenkrankheit. Bienen, die davon befallen sind, haben nicht nur ihre Haare verloren und einen durchfallgeblähten Hinterleib, sondern dazu keine Orientierung mehr. Das Virus hat nämlich das Nervensystem angegriffen und ist dabei dieses zu zersetzen. Auf dem Beutenboden häufen sich tote schwarze Bienen und auch vor der Behausung fallen die vielen toten und flugunfähigen Krabbelbienen auf; und das im besten Bienenalter. Die Bearbeitung eines derart befallenen Volks wird ziemlich schwierig und deprimierend.
Als Ansteckungsweg vermutet man Verletzungen als Vireneintrittspforte Nummer 1 in den Bienenkörper. Wie Ansteckung und Ausbruch nun tatsächlich zustandekommen, scheint eine komplexe Sache zu sein, und scheint noch gar nicht erschöpfend erforscht zu sein. Ganz sicher gehört auch Verflug und imkerlicher Wabentausch, bzw. Tückisch ist ebenso die Wiederverwendung von Drohnenrahmen aus einem betroffenen Volk in einem anderen Volk.
Die virale Form der Schwarzsucht ist natürlich die problematischste Variante. Klarheit über Virus oder nicht, gibt nur das Labor. Selbstverständlich treten auch Kombinationen von Erkrankungen auf.
Der Grund für den Haarausfall wäre Unverträglichkeit, also eine Form von Vergiftung in Fettkörper und Bienenblut. Es gibt neben Virus und/oder Tracht aber auch noch die erblich bedingte Disposition für die sogenannte Schwarzsucht, und auch Räuberei wird als möglicher Grund genannt. Bei deren Kämpfe brächen die Haare der Bienen ab.
Bei der erblichen Form schlüpfen die Bienen bereits ohne Haarkleid. Die virale Form der Schwarzsucht ist natürlich die problematischste Variante. Klarheit über Virus oder nicht, gibt nur das Labor.
Die Schwarzsucht manifestiert sich durch charakteristische Veränderungen am Körper der Honigbiene. Das Hauptmerkmal ist der Haarverlust, wodurch die sonst behaarten Bienen eine glänzend schwarze Erscheinung bekommen. Dieser Effekt entsteht, weil nur noch der dunkle Chitinpanzer sichtbar ist.
Betroffene Bienen wirken oft geschwächt und zeigen ein verändertes Verhalten. Sie werden häufig von gesunden Arbeiterinnen aus dem Stock vertrieben und verhalten sich auffällig apathisch. Viele dieser Tiere kann der Imker vor dem Flugloch beobachten, wo sie orientierungslos umherlaufen oder kauern.
Die Symptome der Schwarzsucht treten typischerweise in den Sommermonaten zwischen Mai und Juli auf, wenn die Bienen verstärkt Waldtracht sammeln. Dabei schwächt die Erkrankung nicht nur einzelne Tiere, sondern kann bei starkem Befall das gesamte Volk beeinträchtigen und zu einer reduzierten Leistungsfähigkeit des Bienenvolks führen. Für die Imkerei stellt dies eine besondere Herausforderung dar, da erkrankte Völker in ihrer Produktivität stark eingeschränkt sein können.
Die Schwarzsucht bei Honigbienen entsteht durch verschiedene Faktoren, die eng mit den Bedingungen der Imkerei zusammenhängen. Eine Hauptursache ist der Pollenmangel während der Waldtracht. Wenn Bienen überwiegend Honigtau von Fichten oder Tannen sammeln, fehlen ihnen wichtige Stickstoffverbindungen. Dieser Nährstoffmangel führt dazu, dass die Haare der Biene dünn und brüchig werden und schließlich abbrechen.
Der Honigtau selbst kann ebenfalls problematisch sein. Er enthält Substanzen, die toxisch auf den Bienenorganismus wirken und die Darmepithelien verändern. Im Honigtau enthaltene Bakterien und Viren wie beispielsweise Rußtaupilze spielen eine wesentliche Rolle beim Auftreten der Schwarzsucht.
Neben der Waldtracht können auch Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel oder andere toxische Substanzen die Schwarzsucht auslösen. Eine weitere Ursache kann Räuberei sein - wenn schwache Völker von stärkeren überfallen werden, kann dies zu Stress und nachfolgender Erkrankung führen.
Für den Imker ist es entscheidend, die genaue Ursache zu identifizieren, um geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Die unterschiedlichen Auslöser erfordern jeweils spezifische Ansätze in der Behandlung und Prävention dieser Bienenkrankheit.
Die Schwarzsucht tritt besonders häufig im Zusammenhang mit der Waldtracht auf, weshalb sie auch als Waldtrachtkrankheit bezeichnet wird. Wenn Honigbienen verstärkt Honigtau von Nadelbäumen wie Fichten und Tannen sammeln, fehlt ihnen oft ausreichend Pollen als wichtige Proteinquelle.
Der Honigtau enthält zudem Substanzen, die den Verdauungstrakt der Biene belasten. Diese toxischen Komponenten verändern die Darmepithelien und beeinträchtigen die Nährstoffaufnahme. Die im Honigtau enthaltenen Rußtaupilze, die eigentlich Viren sind, tragen ebenfalls zur Entstehung der Schwarzsucht bei, obwohl sie heutzutage durch die Aktivität von Ameisen seltener vorkommen.
Für die Imkerei stellt die durch Waldtracht ausgelöste Schwarzsucht eine besondere Herausforderung dar, da sie schleichend einsetzen und ganze Völker schwächen kann. Anders als bei anderen Formen der Schwarzsucht kann der Imker hier jedoch durch einen rechtzeitigen Standortwechsel eingreifen. Das Verbringen der Völker zu pollenreicheren Trachtgebieten ermöglicht es den Bienen, sich von der Mangelernährung zu erholen und die Symptome der Schwarzsucht zu überwinden.
Die Schwarzsucht kann auch durch verschiedene Vergiftungen ausgelöst werden, was eine besondere Herausforderung in der Imkerei darstellt. Wenn Honigbienen mit toxischen Substanzen in Kontakt kommen, können diese ähnliche Symptome wie die klassische Waldtrachtkrankheit hervorrufen.
Der Nachweis solcher Vergiftungen gestaltet sich für den Imker oft schwierig. Die Bienen können verschiedenste Giftstoffe über Nektar, Pollen oder Wasserstellen aufnehmen. Pestizide, Herbizide oder andere landwirtschaftliche Chemikalien gehören zu den häufigsten Verursachern. Auch industrielle Schadstoffe in der Umgebung können zu vergiftungsbedingter Schwarzsucht führen.
In solchen Fällen ist eine Laboruntersuchung verendeter Bienen oft der einzige Weg, um Klarheit zu schaffen. Durch die Analyse kann der Imker feststellen, welche Giftstoffe im Spiel sind und woher sie stammen könnten. Dies ist entscheidend, um geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen und weitere Verluste zu vermeiden.
Anders als bei der durch Pollenmangel verursachten Schwarzsucht kann die Vergiftung dauerhaftere Schäden am Bienenvolk verursachen. Der Imker muss daher besonders wachsam sein und regelmäßige Kontrollen durchführen, um erste Anzeichen von vergiftungsbedingten Bienenkrankheiten frühzeitig zu erkennen.
Räuberei stellt eine weitere Ursache für Schwarzsucht bei Honigbienen dar. Wenn stärkere Bienenvölker in schwächere Stöcke eindringen und deren Honigvorräte plündern, entsteht enormer Stress für das betroffene Volk. Dieser Stress kann zur Entwicklung von Schwarzsucht-Symptomen führen.
Ein von Räuberei betroffenes und an Schwarzsucht erkranktes Volk lässt sich für den erfahrenen Imker leicht identifizieren. Bei der Volkskontrolle sind deutlich weniger Bienen auf den Waben zu finden, und das Volk wirkt insgesamt geschwächt. Oft zeigen die verbliebenen Bienen bereits die typischen Anzeichen der Schwarzsucht wie Haarverlust und schwarze Körperfärbung.
Die Handlungsmöglichkeiten des Imkers sind in solchen Fällen begrenzt. Bei stark dezimierten Völkern bleibt oft nur das Auflösen des Bestands. Wenn noch ausreichend Bienenmasse vorhanden ist, kann eine Vereinigung mit einem gesunden Volk eine Alternative darstellen. Dabei müssen jedoch Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um die Ausbreitung von möglichen Bienenkrankheiten zu verhindern.
Präventive Maßnahmen gegen Räuberei wie das Verengen von Fluglöchern schwächerer Völker und die gleichmäßige Fütterung aller Völker können helfen, räubereibedingte Schwarzsucht zu vermeiden und so die Gesundheit in der Imkerei zu erhalten.
Vorbeugung spielt bei der Bekämpfung der Schwarzsucht eine zentrale Rolle in der Imkerei. Durch gezielte Maßnahmen kann der Imker das Risiko für seine Honigbienen deutlich reduzieren.
Eine ausgewogene Ernährung der Bienenvölker steht dabei an erster Stelle. Bei Waldtracht sollte der Imker auf eine ausreichende Pollenversorgung achten. Das Aufstellen der Völker in der Nähe von pollenreichen Pflanzen oder das gezielte Zufüttern von Pollenersatz kann Mangelerscheinungen vorbeugen und die Biene vor Schwarzsucht schützen.
Die sorgfältige Standortwahl ist ebenfalls entscheidend. Bienenstandorte sollten nicht in der Nähe von intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen mit hohem Pestizideinsatz liegen. Auch industrienahe Standorte können das Risiko von Vergiftungen und damit verbundener Schwarzsucht erhöhen.
Regelmäßige Volkskontrollen ermöglichen es dem Imker, erste Anzeichen der Schwarzsucht frühzeitig zu erkennen. Besonders während der Waldtracht zwischen Mai und Juli sollten die Völker genau beobachtet werden. Ein starkes Immunsystem der Bienen ist der beste Schutz gegen viele Bienenkrankheiten einschließlich der Schwarzsucht. Daher sollte der Imker auf optimale Haltungsbedingungen, ausreichend Platz und gute Hygiene im Bienenstock achten.
Wenn die Schwarzsucht bereits im Bienenvolk aufgetreten ist, stehen dem Imker verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Wahl der richtigen Methode hängt dabei von der Ursache der Erkrankung ab.
Bei einer durch Pollenmangel verursachten Schwarzsucht ist ein Standortwechsel die effektivste Maßnahme. Der Imker sollte die betroffenen Völker zu pollenreicheren Trachtgebieten bringen, wo die Honigbienen wieder ausreichend Proteinnahrung finden können. Diese Maßnahme kann die Symptome der Schwarzsucht erstaunlich schnell bessern.
Für von Vergiftungen betroffene Völker ist zunächst die Identifikation der Giftquelle entscheidend. Nach einer Laboranalyse kann der Imker gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen, wie etwa die Entfernung der kontaminierten Waben oder das Umsetzen der Völker in eine unbelastete Umgebung.
Bei durch Viren oder andere Bienenkrankheiten ausgelöster Schwarzsucht müssen tote und kranke Bienen konsequent entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Eine Desinfektion des Bienenkastens kann ebenfalls notwendig sein.
Wichtig ist in allen Fällen eine unterstützende Pflege des geschwächten Volkes. Eine Zufütterung mit hochwertigem Futter und bei Bedarf Pollenersatz kann die Erholung des Bienenvolks beschleunigen und die Widerstandskraft gegen die Schwarzsucht stärken.
Die Schwarzsucht steht in einer komplexen Beziehung zu anderen Bienenkrankheiten und verdeutlicht die Herausforderungen der modernen Imkerei. Während sie selbst in vielen Fällen kein unmittelbarer Krankheitserreger ist, kann sie ein wichtiger Indikator für andere Gesundheitsprobleme im Bienenvolk sein.
Interessanterweise können einige Viruserkrankungen bei der Honigbiene ähnliche Symptome wie die Schwarzsucht hervorrufen. Der chronische Bienenparalyse-Virus (CBPV) beispielsweise verursacht ebenfalls zitternde Bewegungen und Haarlosigkeit bei befallenen Bienen. Der erfahrene Imker muss daher genau differenzieren, ob es sich um eine nahrungsbedingte Schwarzsucht oder eine Virusinfektion handelt.
Auch die Varroamilbe kann indirekt zur Entstehung von Schwarzsucht beitragen. Durch die Schwächung des Immunsystems befallener Bienen steigt deren Anfälligkeit für verschiedene Stressoren wie Pollenmangel oder toxische Substanzen. Ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement in der Imkerei muss daher stets mehrere Faktoren berücksichtigen.
Die Diagnose kann dadurch erschwert werden, dass verschiedene Bienenkrankheiten gleichzeitig auftreten können. Der Imker sollte deshalb bei unklaren Symptomen eine fachkundige Untersuchung durchführen lassen, um die richtige Behandlungsstrategie für die Schwarzsucht und mögliche Begleiterkrankungen zu finden.
Es gibt verschiedene Ansätze zur Behandlung von Bienenvölkern, die von der Schwarzsucht betroffen sind:
Es ist wichtig zu beachten, dass der Honig solch betroffener Völker nicht geerntet und vom Menschen verzehrt werden könnte, somit nicht verkehrsfähig wäre - Es scheint keinerlei Hinweise auf diese Einschränkung zu geben. Dort war Dr. Otto Boecking so freundlich und schrieb mir im April 2020, dass alle weltweit aufgetretenen und nachgewiesenen Bienenkrankheiten nicht auf den Menschen überspringen könnten. Gleichermassen gelte für die Krankheitserreger der Honigbiene, dass sie wirtsspezifisch wären. Das ist schon mal eine gewisse Beruhigung.
Bienen sind nicht alle gleich: Allein in Deutschland gibt es etwa 600 Wildbienenarten - weltweit sogar mehr als 20.000 unterschiedliche Arten! Wildbienen gibt es von pummeligen Hummeln bis hin zu schlanken Furchenbienen in einer großen Formenvielfalt. Manche sind schwarz-gelb gestreift, andere eher bräunlich oder rötlich. Einige sind pelzig behaart, andere fast haarlos. Es gibt Wildbienen, die sind nur 4 Millimeter klein, andere sind bis zu 3 Zentimeter groß.
Die Rote Mauerbiene im Bild oben ist als eine der ersten Wildbienen draußen unterwegs, sobald im Frühling die Krokusse und Hyazinthen zu blühen beginnen. Sie ist dafür bekannt, nicht besonders wählerisch zu sein, wenn sie einen Nistplatz sucht. Sie legt ihre Nester in Pflanzenstängeln an. Dafür nagt sie ein kleines Loch in die Seitenwand eines Stängels, der als Eingang zum Nest dient. Die einzelnen Brutzellen werden mit Blättern und Blüten ausgekleidet.
Die Ackerhummel lebt in Völkern von bis zu 150 Bienen. Da sie einen dicken Pelz haben, fliegen sie schon bei kühleren Temperaturen als viele andere Wildbienen (zum Teil schon ab 6 Grad Celsius). Sie sind bereits am Anfang des Frühlings draußen unterwegs, sobald es nicht mehr friert. Bei der Gelbbindigen Furchenbiene errichten die weiblichen Bienen im Frühling zusammen ein Nest. Die größte Biene übernimmt die Funktion der Königin. Sie bleibt im Nest und legt als einziges Weibchen Eier. Die anderen Bienen sammeln Pollen und Nektar als Vorräte für den Nachwuchs. Im Bild siehst du die bevorzugte Pollenpflanze dieser Biene, die Skabiose.
Die Blauschwarze Holzbiene ist mit bis zu 28 Millimetern Länge die größte heimische Wildbiene und wird deshalb häufig für eine Hummel gehalten. Sie bohrt mit ihren Kauwerkzeugen kleine Höhlen in morsches Holz, um dort die Brutzellen für ihre Eier anzulegen. Sie bauen ihre Nester unter der Erde. Manchmal nutzen sie dafür verlassene Nester anderer Tiere, zum Beispiel von Mäusen.
Die Goldene Schneckenhausbiene baut ihre Nester in leere Schneckenhäuser. Sie dringt in die Nester der Frühlings-Seidenbiene ein und legt ein Ei. Sobald die Larve der Riesenblutbiene geschlüpft ist, frisst sie das Ei oder die Larve des Wirtes und ernährt sich von dem Nektar- und Pollenvorrat, den zuvor die Frühlings-Seidenbiene angelegt hat.
Rund ein Viertel aller Wildbienen in Deutschland gehört zu den Kuckucksbienen, die ihre Eier in fremde Bienennester legen. Die drei Insekten sehen auf den ersten Blick oft ähnlich aus. Einige Bienen sehen den Wespen sogar so ähnlich, dass sie den Namen Wespenbienen tragen. Doch wenn du genauer hinschaust, kannst du erkennen, welches Tier da unterwegs ist.
Unterschiede Schwebfliegen zu Bienen und Wespen:
Unterschiede zwischen Bienen und Wespen:
Wildbienen ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen, also von Blütensaft und Blütenstaub. Mit ihrem kleinen Rüssel schlürfen sie Nektar aus Blüten (Bild oben). Viele Wildbienen sind auf die Pollen einer Pflanzenart spezialisiert, hier im Bild ist es Löwenzahn. Ohne Bestäubung gäbe es kein Obst und kein Gemüse. Bei uns in Deutschland, aber auch auf der ganzen Welt sind Wildbienen wichtige Bestäuber!
Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Hummeln und einige Furchenbienen leben in großen Völkern zusammen und teilen Aufgaben untereinander auf, ähnlich wie Honigbienen.
Wildbienenweibchen bauen für ihren Nachwuchs Nester in hohlen Pflanzenstängeln, Erdlöchern oder morschem Holz. Sie errichten dort mehrere kleine Räume für ihre Eier. Direkt daran wird die nächste Zelle gebaut. Die Eier im Nest entwickeln sich erst zu Larven. Diese ernähren sich von den Pollenvorräten. Dann werden sie zu Puppen mit Kokon.
Beispiel Rote Mauerbiene: 8 bis 13 Millimeter groß, 0,1 Gramm schwer. Männchen sind kleiner als die Weibchen. Sie haben keinen Stachel am Hinterleib, keine Hörnchen auf der Stirn und lange graue Haare im Gesicht, die fast wie ein Bart aussehen.
Der ganze Bienenkörper ist von einem dünnen harten Panzer überzogen. Er ist außerdem mit feinen Haaren bedeckt, an denen der Blütenpollen hängenbleibt. Auf dem Rücken befinden sich zwei Vorderflügel und zwei kleinere Hinterflügel. Aber oft erkennt man nur zwei Flügel, weil auf beiden Seiten Vorder- und Hinterflügel mit kleinen Häkchen miteinander verbunden sind und dann so aussehen, als wäre es auf jeder Seite nur je ein Flügel.
Auf der Stirn der Roten Mauerbienen sitzen drei unbewegliche Punktaugen. Damit können sie hell und dunkel unterscheiden.
Beide Augen der Roten Mauerbiene sind jeweils aus 6.000 einzelnen Augen zusammengesetzt. Dadurch nehmen die Wildbienen ihre Umgebung wie ein Bild aus vielen Pixeln wahr.
Bienen sehen auch Farben anders als wir Menschen. Rot sieht für sie aus wie Schwarz und Grün wie Grau. Außerdem können sie 14 verschiedene Weißtöne erkennen.
Bienen haben keine Nase. Stattdessen riechen sie mit ihren zwei Fühlern. Diese können sie bewegen und dadurch feststellen, aus welcher Richtung ein Duft kommt.
Am Mund der Wildbiene befindet sich ein kleiner Saugrüssel, der ein- und ausgeklappt werden kann.
Wie alle Insekten haben auch die Roten Mauerbienen sechs Beine, die paarweise angeordnet sind. Ihre Vorderbeine benutzen sie auch, um Fühler, Mundwerkzeuge und Augen zu putzen. Dafür haben sie an den Enden der Vorderbeine kleine Putzscharten.
Die meisten allein lebenden Wildbienen, wie die Rote Mauerbiene, sind sehr friedlich und verteidigen ihre Nester nicht.
Etwa ein Drittel aller in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten gilt als bedroht. 40 Arten sind bereits ganz verschwunden.
Einige Insektenarten kommen mit den steigenden Temperaturen gut zurecht, andere leiden darunter. Doch diese Lebensräume werden in Deutschland immer seltener. Immer mehr Natur muss landwirtschaftlichen Flächen, Siedlungen, Straßen und Industrie weichen.
Auf vielen Feldern und Obstwiesen der Landwirtschaft werden Pestizide gesprüht, um die Pflanzen vor Krankheiten und Insekten zu schützen. An diesen Giften erkranken und sterben auch viele Wildbienen. Außerdem werden oft die immer gleichen Pflanzen wie Getreide und Mais angebaut.
Wildbienen werden in ganz Deutschland immer seltener. Der WWF Deutschland setzt sich in verschiedenen Projekten für den Schutz der wertvollen Insekten und den Erhalt ihrer Lebensräume ein. Eines der Projektgebiete liegt im Biosphärenreservat Mittlere Elbe.
Dort haben wir 2001 unser größtes deutsches Naturschutzprojekt gestartet. Das Projektgebiet ist rund 13.000 Hektar groß.
Wir möchten, dass auch in Zukunft noch viele verschiedene Wildbienenarten und andere Insekten in Deutschland heimisch sind. Damit sie geeignete Nistplätze und genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden, legen wir große Wildblumenwiesen an.
An und in der Mittleren Elbe leben viele seltene Tierarten, wie zum Beispiel Elbebiber, Fischadler, Schwarzstörche und Moorfrösche.
Dort summen auch rund 200 verschiedene Wildbienenarten.
tags: #Biene #ohne #Haare #Ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.