Die Frage, ob Frauen ihre Haare schneiden dürfen oder nicht, wird oft im Zusammenhang mit der Bibel diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Auslegung von 1. Korinther 11. Dieser Artikel untersucht die verschiedenen Perspektiven und Argumente, die in dieser Debatte eine Rolle spielen.
In 1. Korinther 11,5-6 schreibt der Apostel Paulus: "Jede Frau aber, die betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre. Denn wenn eine Frau nicht bedeckt ist, so lasse sie sich auch das Haar abschneiden; wenn es aber für eine Frau schändlich ist, dass ihr das Haar abgeschnitten oder sie geschoren werde, so lass sie sich bedecken!"
Dieser Abschnitt hat zu unterschiedlichen Auslegungen geführt. Einige interpretieren ihn als ein Gebot, dass Frauen ihre Haare nicht schneiden dürfen, während andere ihn im Kontext der damaligen kulturellen Normen sehen.
Paulus schreibt in 1. Korinther 11,14-15 weiter: "Lehrt euch nicht auch die Natur selbst, dass, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Unehre für ihn ist, wenn aber eine Frau langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist, weil das Haar ihr anstatt eines Schleiers gegeben ist?"
Es ist eine tiefe Ehrfurcht, die uns umhüllt, wenn wir das Heilige betrachten, Moses verbarg sein Antlitz, erfüllt von der Gegenwart Gottes. So auch bedeckt eine Frau ihr Haupt, nicht aus Zwang, sondern aus einer tiefen Verehrung und Würdigung ihrer selbst und ihrer Rolle vor dem Schöpfer.
Was bedeutet „langes Haar“ der Frau? Die Natur lehrt, dass es ihre Ehre ist. Das „lange Haar“ zeigt das frei gewachsene, ungeschnittene Haar der Frau.
In Offenbarung 9,8 wird ein Vergleich angestellt. Da erscheinen Heuschrecken gleich zum Kampf gerüsteten Pferden. Dann heißt es: „…sie hatten Haare wie Frauenhaare.“ Frauenhaare, das haben wir jetzt wirklich aus der Schrift gesehen, sind frei gewachsene und ungeschnittene Haare.
Dann wird hinzugefügt, das es ihre Ehre ist. Dieses Wort „Ehre“ heißt im Grundtext „doxa“, und „doxa“ - das ist auch vielen bekannt - ist der Ausdruck für Herrlichkeit.
Neutestamentler Armin Baum erklärt, warum Paulus heute dagegen wäre, dass Christinnen Kopftücher tragen. In der Mitte des ersten Jahrhunderts schrieb der Apostel Paulus den Christen und Christinnen in Korinth: „Jede Ehefrau, die mit unbedecktem Kopf betet oder prophetisch redet, entehrt ihr Haupt. Es ist dann genauso, als wenn sie kahl geschoren wäre. Eine Ehefrau, die ihren Kopf nicht bedeckt, kann sich auch gleich das Haar abschneiden lassen. Weil es aber für eine Frau entehrend ist, sich das Haar abschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, soll sie auch ihren Kopf bedecken“ (1. In welcher Weise sollten wir uns heute in unserer modernen Kultur noch an dieser Anweisung orientieren?
Um den kulturellen Hintergrund von 1. Korinther 11,5-6 zu verstehen, muss man mindestens bis ins zweite Jahrtausend vor Christus zurückgehen. Bei der Eheschließung wurde der Kopf der Ehefrau demnach mit einem Tuch bedeckt. Das bedeckte Haupt war das sichtbare Kennzeichen der Ehefrau.
Im alten Assyrien (im Gebiet des heutigen Irak) verhielt es sich ganz anders. Die frisch vermählte Ehefrau zog ihre Kopfbedeckung nach ihrer Eheschließung immer über, wenn sie ihr Privathaus verließ und den öffentlichen Bereich betrat. Dagegen war es Prostituierten in Assyrien strengstens verboten, in der Öffentlichkeit ihren Kopf zu bedecken. Übertretungen dieses Verbots wurden brutal geahndet.
Eine kulturelle Form, in der dieses Prinzip in der Antike ausgedrückt wurde, war die weibliche Kopfbedeckung. Heutzutage kommt die symbolische Bedeutung, die das antike Kopftuch hatte - in sehr abgeschwächter Form - durch den Ehering zum Ausdruck.
Würden wir den Apostel ins 21. Jahrhundert beamen und fragen, ob er findet, dass das weibliche Kopftuch ein geeignetes Mittel ist, um sein Anliegen zu transportieren - er würde bestimmt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und uns mit einem „auf keinen Fall!“ auffordern, unsere unaufgebbaren christlichen Grundüberzeugungen nicht in einer überholten Zeichensprache, sondern kultur- und zeitgemäß zu vermitteln.
Um zu verstehen, was Paulus wirklich meinte, ist es wichtig, dieOriginalsprache des Neuen Testaments, Griechisch, zu betrachten. Die verwendeten Wörter sind "keiro" (abschneiden) und "xuaro" (scheren). Eine detaillierte Analyse dieser Begriffe im Alten und Neuen Testament zeigt, dass sie oft austauschbar verwendet werden und das vollständige Entfernen der Haare bedeuten können.
Bei einer genauen Betrachtung der obigen Tabellen fällt auf, dass die Worte „abgeschnitten“ und „geschoren“ in 1. Korinther 11,6 dasselbe bedeuten. Sie sind durchaus austauschbar.
Eine mögliche Antwort wäre, dass der Apostel Paulus hier seine Aussage verstärken möchte, so wie wir zum Beispiel sagen: „Wir leben in einer argen und bösen Welt“, oder: „Das ist aber ungeheuerlich schlimm.“ Man könnte auch lesen: „Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, dass ihr das Haar geschoren (keiro) oder rasiert (xurao) wird, so lass sie sich bedecken.“
Die Schrift lehrt, dass es für eine Frau eine Schande ist, wenn sie sich die Haare komplett abschneiden/abrasieren lässt (1Kor 11,6). Im Gegenteil ist es eine Ehre für die Frau, wenn sie langes Haar hat (1Kor 11,15). Dies stimmt mit der Schöpfungsordnung Gottes überein.
Die Frau hat langes Haar erhalten, um sich zu verhüllen. Dann soll sie auch ihren Kopf verhüllen.
Der Codex des kanonischen Rechtes von 1917 verlangte, dass Frauen ihren Kopf bedecken, und verbot es Männern. Sollten deshalb die Hochachtung und der Brauch missachtet werden?
Einige entscheiden sich, den Schleier nicht nur in der Kirche zu tragen, sondern immer dann, wenn sie privat oder in der Öffentlichkeit beten. Das hilft ihnen, sich zu konzentrieren.
Wie können wir diese biblischen Lehren heute anwenden? Es ist wichtig, die kulturellen Unterschiede zu berücksichtigen und gleichzeitig die grundlegenden Prinzipien der biblischen Lehre zu respektieren. Das bedeutet, dass jede Frau selbst entscheiden muss, wie sie diese Prinzipien in ihrem Leben umsetzt.
Es kann sein, dass es Unkenntnis ist. Dann lass dich darüber belehren und trage dein Haar als eine dir von dem Schöpfer gegebene Herrlichkeit. Wenn du das einmal verstanden hast, dann nimmst du keinen Zentimeter mehr weg. Dann willst du diese Herrlichkeit nicht kürzen. Hast du eigentlich dem Schöpfer schon mal dafür gedankt, dass du langes Haar hast? Beginne doch damit, denn das bewahrt dich vor dem Schneiden oder Kürzen deiner Auszeichnung. Das will Gott nicht. Er will, dass du es so lässt, wie es der Schöpfer dir gegeben hat, frei gewachsen.
Eine berufstätige Frau kann durch das Tragen eines Schleiers mental zwischen Arbeitskleidung und Kirchenkleidung unterscheiden.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass alle Frauen ihren Kopf in der Kirche bedeckten, und manche tun es heute wieder: Sie tragen den traditionellen Schleier oder Hüte, Schals, Stirnbänder.
Die betroffenen Frauen sagen: „Ich trage das Kopftuch immer dann, wenn gebetet wird: beim Brotbrechen, im Hauskreis und bei meiner Stillen Zeit.“ Oder: „Ich bedecke überall dort mein Haupt, wo ich mit gläubigen Christen zusammen bin.“
Andererseits heißt es: „Wenn ich unterwegs in der Stadt bin und ein Stoßgebet spreche, trage ich es allerdings nicht. Das wäre ein ständiges Auf- und Absetzen“ (idea spektrum 43/2003, 18-19).
Eine heutige Christin, die ihren Kopf auch in ihrer privaten Gebetszeit bedeckt, geht daher über die von Paulus gegebene Anweisung hinaus. Wenn sie ihren Kopf nur in kirchlichen Räumen bedeckt, bleibt sie dagegen hinter der Anweisung des Apostels zurück.
So kann 1. Auf der anderen Seite dient das kurze Haar der Frau ihr nicht zur Ehre. Manchmal hört man das Argument: „Es ist ja nicht so schlimm, wenn ich als Frau kurzes Haar trage, denn Gott hat das ja nicht verboten, es ist mir nur nicht zur Ehre.“ In allen Dingen wollen wir uns aber in Erinnerung rufen, dass es auch im ersten Korintherbrief nur ein Kapitel vorher heißt: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1Kor 10,31). Ist es da wirklich zur Ehre Gottes, wenn eine gläubige Frau etwas tut (wenn sie sich bewusst entehrt), wovon Gott sagt, dass es eine Schande für eine Frau ist?
Noch ein anderes Argument kann man manchmal hören: „Meine langen Haare haben so viel Spliss und sehen gar nicht gut aus, und das soll eine Ehre für mich sein? Meine Kurzhaarfrisur dagegen sieht wirklich gut aus, das ist viel mehr eine Ehre für mich.“ Wir haben menschlich gesprochen natürlich Verständnis für solch eine Aussage, aber ist einer Frau wirklich klar, was sie damit sagen würde? Damit kann jede Frau für sich festlegen, was ihr zur Ehre gereicht und was nicht. Man setzt sich über den Maßstab Gottes hinweg und bestimmt selbst, welchen moralischen Wert eine An...
Tabelle: Vergleich verschiedener Perspektiven
| Perspektive | Hauptaussage |
|---|---|
| Wörtliche Auslegung | Frauen dürfen ihre Haare nicht schneiden. |
| Kulturelle Interpretation | Die Anweisung ist an die kulturellen Normen der Zeit gebunden. |
| Prinzipienorientierte Auslegung | Es geht um die Aufrechterhaltung der Schöpfungsordnung und die Ehre Gottes. |
tags: #Bibel #Frauen #Haare #schneiden
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