Graue Haare auf dem Kopf sind längst modisch akzeptiert, doch graue Schamhaare bleiben ein Tabu. Dabei sind sie genauso normal wie Lachfalten und andere Alterszeichen.
Besonders Frauen haben Sorge, dass sich durch graue Schamhaare ein „Oma-Feeling“ im Bett breit machen könnte.
Schamhaare erfüllen viele Funktionen im Körper. Forscher glauben, dass Schamhaare hauptsächlich dazu da sind, um diese drei Funktionen zu erfüllen:
Eine weitere Theorie über die Funktion der Schamhaare ist, dass an ihnen menschliche Duftstoffe, sogenannte Pheromone, gut haften bleiben, was möglicherweise für das Sexualverhalten vorteilhaft ist. Außerdem ist das Wachsen der Schamhaare in der Pubertät ein optisches Zeichen, dass ein Mensch nun geschlechtsreif ist.
Während ein einzelnes Haar auf dem Kopf etwa sieben Jahre lang wachsen kann, ist der Wachstumszyklus von Schamhaaren deutlich kürzer: Sie wachsen nur etwa sechs Monate, bis das Haarfollikel schließlich abstirbt. Das ist die Struktur, die jede einzelne Haarwurzel umgibt und das Haar in der Haut verankert.
Sobald die Wurzel abstirbt, fällt das Haar aus - der kurze Wachstumszyklus ist also der Grund, warum Schamhaare kürzer sind als die Kopfhaare.
Auffällig ist, dass Schamhaare nicht nur kürzer, sondern meist auch lockiger sind als die Haare auf dem Kopf. Schamhaare sind kraus aufgrund der Form des einzelnen Haares. Glatte Haare sind im Querschnitt eher rund. Schamhaare werden im Haarfollikel auf eine ovale Form zusammengepresst, wodurch sie sich kraus locken.
Wann sich die ersten Schamhaare zeigen, ist individuell verschieden. Bei Mädchen sprießen die ersten Härchen im Intimbereich etwa im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Jungen bekommen im Durchschnitt etwas später erste Schamhaare: etwa im Alter zwischen 10 und 15 Jahren.
Forscher glauben, dass das Wachstum der Schamhaare von den sogenannten apokrinen Drüsen angeregt wird. Das sind spezielle Schweißdrüsen, die Duftstoffe absondern. Diese Drüsen finden sich vor allem im Genitalbereich, in den Achselhöhlen und um die Brustwarzen herum. Sie nehmen ihre Arbeit erst mit Einsetzen der Pubertät auf.
Männer mit grauen Schläfen gelten weltweit als Erotiksymbole - besonders - so das Klischee - wenn das Portemonnaie gut gefüllt ist. Ein ergrauter, älterer Mann wird daher oft als weise und begehrenswert angesehen, seine grauen Schamhaare sind kein Thema.
Frauen hingegen ergeht es ganz anders. Graue Haare - besonders im Intimbereich - bedeuten für sie ein Verlust an Attraktivität. Deshalb versuchen sie, sie zu verbergen.
Die Doppelmoral ist offensichtlich: Beim Mann gilt älter und grau als attraktiv, bei der Frau als Makel. Die sexuelle Emanzipation der Frau hat wohl noch viel Luft nach oben.
Im Laufe unseres Lebens verändert sich vieles - auch unsere Schamhaare. Wenn der Körper nicht mehr genügend Melanin produziert, werden die Haare grau. Das betrifft nicht nur das Kopfhaar, sondern auch Intimbereich, Achselhaare, Bein- und Brustbehaarung.
Doch nicht nur die Farbe, auch die Textur und Konsistenz der Haare ändern sich. Aus dem süßen und seidigen Kräuseln wird oft störrisches Haar, das in alle Richtungen absteht und an Weichheit verliert. Hinzu kommt, dass das Schamhaar sich lichtet. Löcher im Haarbusch durch Haarausfall sind keine Seltenheit.
Auch unsere Intimzone ist vor dem Zahn der Zeit nicht gefeit. So tauchen in der Regel um die 45 Jahre herum die ersten grauen Schamhaare auf. Zuerst wird die Kopfbehaarung grau. Die restliche Körperbehaarung zieht später nach.
Ob man sich dann alt fühlt und sich fragt, ob die jungen Jahre vorbei sind, ist individuell unterschiedlich. Wann das Ergrauen einsetzt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: genetische Veranlagung, Stress, Ernährung und Lebensgewohnheiten wie Rauchen und Alkoholkonsum spielen eine Rolle.
Mit grauer Intimbehaarung geht die Vorstellung einher, dass sich auch der sexuelle Appetit, besonders bei Frauen, langsam davonschleicht. Doch was ist dran an den Annahmen, dass graue Intimhaare ein Zeichen für Alter, sexuelle Unlust oder gar Unfruchtbarkeit sind?
Natürlich sind graue Schamhaare ein Zeichen des Älterwerdens, aber das bedeutet nicht automatisch, dass die sexuelle Attraktivität oder Potenz darunter leidet. Insbesondere Frauen wird oft unterstellt, mit grauen Schamhaaren würden sie ihre sexuelle Anziehungskraft verlieren und von der Evolution ausgemustert werden. Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig, ist aber völlig unbegründet.
Wieder einmal sind es vor allem Frauen, die versuchen, den Vorurteilen zu entkommen. Viele sagen den grauen Schamhaaren den Kampf an, als könnten sie dadurch den Alterserscheinungen entrinnen. Diese drei Möglichkeiten nutzen die meisten Frauen:
Übrigens: Schamhaar-Toupet oder Schamhaar-Transplantate sind weitere, eher ungewöhnliche und seltene Möglichkeiten, um graue Schamhaare zu vertuschen.
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene Methoden zur Schamhaarentfernung, ihre Vor- und Nachteile:
| Methode | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Rasieren | Abschneiden der Haare an der Hautoberfläche | Einfach, günstig, relativ schmerzfrei | Kurze Haltbarkeit, Stoppeln, eingewachsene Haare, Hautirritationen |
| Zupfen (Pinzette, Epilierer) | Entfernen der Haare mit der Wurzel | Längere Haltbarkeit als Rasieren | Schmerzhaft, zeitaufwendig, eingewachsene Haare möglich |
| Wachsen/Sugaring | Auftragen von Wachs oder Zuckerpaste und Ausreißen der Haare | Längere Haltbarkeit, feineres Nachwachsen | Schmerzhaft, erfordert gewisse Haarlänge, Hautirritationen möglich |
| Enthaarungscreme | Chemische Auflösung der Haare | Schmerzfrei | Allergische Reaktionen möglich, unangenehmer Geruch |
| IPL (Intense Pulsed Light) | Zerstörung der Haarfollikel durch Lichtimpulse | Langfristige Reduktion des Haarwuchses | Teuer, mehrere Sitzungen erforderlich, nicht für alle Haut- und Haartypen geeignet, Nebenwirkungen möglich |
Eigentlich sind graue Schamhaare ein natürlicher Teil unseres vergänglichen Lebens und sollten kein Grund zur Besorgnis sein.
Wenn wir mit dem Herzen der Liebe schauen, anstatt mit dem urteilenden Verstand und durch die Brille der aktuellen Schönheitsideale, dann spielen ganz andere Dinge zwischen zwei liebenden Menschen eine Rolle als die Farbe der Schamhaare. Dann wird Grau nicht zu Friedhofsblond, sondern zu Silber, und das Versteckspiel voreinander macht wirklicher Intimität Platz.
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