Baum mit Haaren in der Mythologie: Yggdrasil und andere Weltenbäume

In vielen Kulturen wird der Baum als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit verwendet. Der Lebensbaum gilt als starkes Symbol und ist in vielen Kulturen auf der ganzen Welt zu finden.

Nicht zu verachten ist jedoch, dass es nicht nur die nordische Mythologie ist, die Yggdrasil - oder den Weltenbaum an sich - als Zeichen allen Lebens in die Welt gerufen hat. Auch viele andere Völker nutzten den Weltenbaum als Zeichen des ganzheitlichen Lebens.

In der nordischen Mythologie verkörpert Yggdrasil das gesamte Universum. Die Weltenesche verbindet alle neun Welten miteinander. Neben dem Namen Yggdrasil wurde der Weltenbaum wohl auch Mimameid oder Lärad genannt.

Aufgrund dessen verstehen Mythologen den keltischen Lebensbaum Yggdrasil auch als Achse der Welt. Yggdrasil ist ein Symbol für die Verbundenheit aller Dinge im Universum und repräsentiert die kosmische Ordnung.

Laut den Sagen beginnt das Weltenende Ragnarök, sobald die Weltenesche zu welken oder beben beginnt.

Yggdrasil, die Weltenesche, verbindet alle neun Welten miteinander (Quelle: Wikipedia)

Die Weltenesche Yggdrasil

Yggdrasil, die Weltenesche, ist der erste Baum, der je gewachsen ist. Laut der Sage ist dieser der größte und prächtigste Baum. Seine Äste überragen alle neun Welten und erstrecken sich über den gesamten Himmel.

Die drei größten Wurzeln Yggdrasils führen zu unterschiedlichen Welten. Die erste in das Land der Riesen - Jötunheim. An der zweiten Wurzel, die zur Quelle Hvergelmir in Niflheim führt, nagt der Drache Nidhöggr und die dritte Wurzel findet sich in der Nähe von Asgard wieder. Zwischen den Wurzeln Yggdrasils und der Baumkrone klettert das Eichhörnchen Ratatöskr hin und her und verbreitet üble Nachrede - vom Adler bis zum Drachen. Die vier Hirsche namens Dain, Dwalin, Dunneir und Durathror fressen die Triebe des Weltenbaums ab und die zwei Schlangen Goin und Moin, die vom Grabeswolf abstammen, nagen an den Wurzeln des Baumes.

Die Götter halten unter den Zweigen Yggdrasils Gericht und am Fuße liegt der Urdbrunnen, welcher auch als Schicksalsquelle bekannt ist.

Die Wurzeln des Baumes erstrecken sich in verschiedene Welten und halten sie miteinander in Verbindung. Die drei wichtigsten Welten sind Asgard (die Heimat der Götter), Midgard (die Welt der Menschen) und Niflheim (das Reich der Toten).

Die Weltenesche ist in der Literatur in folgnende Unterwelten unterteilt.

  1. Hrimthusen
  2. Ginnungagap: Einstmals der leere Raum am Anfang des Weltgeschehens.
  3. Nach dem Tod des Ur-Riesen Ymir durch die Hand der Götter Odin, Vé und Villi erschaffen diese aus seinem Leichnam alle existierenden Dinge. Aus seinem Fleisch wurde die Erde, aus dem Blut das Meer, aus seinen Knochen Felsen und Gebirge, aus seinem Haar die Bäume, aus seinen Augenbrauen Midgard, aus seinem Schädel der Himmel und aus seinem Gehirn wurden die Wolken geformt.

Der Weltenbaum in anderen Kulturen

Ein bekanntes Beispiel ist der Weltenbaum in der germanischen Mythologie, der eine ähnliche Rolle wie Yggdrasil spielt. In der indischen Mythologie gibt es den Weltenbaum Asvattha oder Ashvattha, der als heiliger Feigenbaum angesehen wird und die Welten miteinander verbindet.

Darüber hinaus finden sich Konzepte von Weltenbäumen in verschiedenen indigenen Kulturen auf der ganzen Welt. Solche Vorstellungen spiegeln oft das Verständnis der Verbindung zwischen Himmel, Erde und Unterwelt wider und symbolisieren die Einheit und den Zusammenhalt der verschiedenen Elemente des Universums. Balten (die Eiche Austras koks), Inder (der Feigenbaum Asvattha), Perser (Simurgh-Baum) und Slawen - gegebenenfalls auch der Baum der Hesperiden, der Griechen.

Welcher Baum in welcher Art der Kultur für den Lebensbaum stand, ist ganz unterschiedlich. Als Lebensbaum fungierten häufig die Arten Eiche, Esche, Birke oder Eibe.

Oftmals siehst du den Lebensbaum auch noch in Verbindung von mythischen Tieren. So findest du beispielsweise beim indogermanischen Lebensbaum in der Baumkrone einen Adler und unten an den Wurzeln befindet sich eine Schlange. Zwischen diesen beiden Tieren herrscht nämlich in der slawischen, indischen und germanischen Kultur Streit. In der minoischen Kultur ist wiederum der Himmelsstier an der Baumkrone zu sehen.

Oftmals wird der Baum in älteren Kulturen als der Sitz übernatürlicher Wesen oder der Götter verehrt. So steht der Baum in China beispielsweise für Unsterblichkeit und im Buddhismus steht er für das Erwachen. Siehst du das Baumsymbol in der babylonischen Mythologie, wirst du feststellen, dass die Äste des Baumes hoch in den Himmel ragen und die Wurzeln tief in die Erde, also in die Unterwelt, gehen. Dies soll die Verbindung dieser beiden Sphären widerspiegeln.

Yggdrasil erklärt 🌳 Mehr als nur ein Baum – Das Herz der nordischen Welt

Der Baum des Lebens in der Bedeutung

Der Lebensbaum hat eine wahrlich lange Vergangenheit, auf die er zurückblicken kann. Für einige Menschen hat der Baum eine wichtige Bedeutung im Leben. Auch wenn man einem bestimmten Glauben nicht folgt, so steht der Baum doch für die meisten Menschen als Symbol für das Leben. Er spiegelt Fruchtbarkeit, Wachstum, Entwicklung, Heilung und Unsterblichkeit wider.

Der Baum muss permanent mit verschiedenen Jahreszeiten umgehen, genau wie du. Jede Jahreszeit bringt eine andere Eigenschaft mit sich. Der Winter steht eher für eine ruhige und besinnliche Zeit, der Frühling steht für die Entstehung des Lebens, der Sommer für Wachstum und der Herbst steht für stürmische Zeiten. All diese Eigenschaften verbindet der Baum miteinander und stellt immer ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Jahreszeiten her.

Wenn du dich also nach einem Symbol sehnst, welches Wissen, Weisheit und Bewusstsein vereint, so kann dir das Symbol des Baums in vielen Lebenslagen beistehen. Es kann dich dabei unterstützen, den nötigen Biss im Leben zu erhalten und dir Kraft zu spenden. Außerdem steht der Lebensbaum auch für Unsterblichkeit. Deshalb gehen viele Menschen davon aus, wenn sie das Symbol immer bei sich haben, gegen eine schwere Krankheit mit der Hilfe des Baums ankämpfen zu können.

Der Baum steht auch für Familie, denn nicht umsonst gibt es den Begriff des Stammbaums. Die vielen Verästelungen eines Baumes sollen die Verwurzelungen mit den Familienangehörigen darstellen. Alle zusammen geben einen starken Baum ab.

Der Lebensbaum als Symbol für Familie, Wachstum und Entwicklung (Quelle: livingathome.de)

Die Dryaden: Baumgeister der griechischen Mythologie

Die Dryaden sind die Baumgeister aus der griechischen Mythologie. Dryaden sind Baumnymphen und eng verbunden mit dem Baum, in dem sie leben. Sie können ihr Aussehen dem Baum anpassen und ihre Erscheinung ändern.

Ursprünglich war die Dryade nur die Nymhpe der Eichbäume. Das griechische Wort drys bedeutet Eiche und später auch Baum. Dryaden sind wie alle Nymphen sehr langlebig, aber sie sind an ihre Behausungen gebunden. Manche können aber auch von einem Baum zu einem anderen übergehen.

Dryaden sind schlank mit einem zierlichen Wuchs, besitzen Schönheit und sind beweglich wie ein junger Baum. Sie haben eine komplett menschliche Figur, aber sie verschmelzen zum Verstecken und Schlafen mit ihrem Baum. Andere Baumnymphen sind nur bis zur Taille menschlich und ihr Unterkörper ist mit dem Baum dauerhaft verwachsen.

Die Augen-, Haar- und Hautfarbe einer Dryade ist sehr ähnlich wie die Schattierungen ihres Baumes. Eine Dryade von Birken hat sehr hellgrüne Haare und die Dryade einer Haselnuss hat dunkelbraune Augen.

Die Kleidung der Dryaden hängt oft mit dem Baum zusammen, in dem sie lebt. Dryaden leben und sterben für das Wohlergehen ihrer Bäume. Sie sorgen für Wachstum und Schönheit.

Dryaden sind insbesondere die weiblichen Baumgeister und Baumwesen. Sie sind liebevoll und freundlich. Es heißt zwar, dass sie oft erst einmal neutral sind, aber man kann mit ihnen Kontakt aufnehmen und dann sind sie ganz liebevoll.

Und so gilt es, freundlich mit den Bäumen umzugehen. Wenn du zu einem Baum gehst, dann spüre seine Kraft und Energie. Nimm Kontakt zu den Baumwesen auf. Dann können Bäume dir viel Kraft geben,Trost spenden und können dich öffnen, sowohl für die Kraft der Erde als auch die Kraft des Himmels und eben auch die erdende Kraft des Baumes.

Die Geschichte von Odin und Yggdrasil

Eine der bekanntesten Geschichten der nordischen Mythologie ist, ohne Zweifel, die Sage, wie Odin das Wissen um die Runen erlangte. Nach der Überlieferung beneidete Odin die Nornen um ihre Fähigkeit, Runen zu schreiben. Da sich die Runen nur den „Würdigen“ offenbaren, hängt sich Odin am eigenen Speer an den Weltenbaum Yggdrasil. Er hing dort für neun Tage und Nächte, bis ihm die Runen erscheinen. Nachdem er das Wissen der Runen erlangt hatte, war Odin nun im Besitz einer mächtigen und geheimen Kraft. Er wurde nun als weisester aller Götter gefeiert, da er das Wissen der Runen erlangte und sie den Menschen brachte.

Seither werden Runen nicht nur als eine Form der Kommunikation, sondern auch für magische Zwecke, Weissagungen und rituelle Handlungen verwendet. Somit wurde Odin auch mit der Erfindung der Runenschrift, der Kunst der Poese und der Magie in Verbindung gebracht. Die Geschichte Odins soll betonen was dem Menschen möglich ist was durch persönliche Opfer und Hingabe möglich ist.

Die Nornen: Schicksalsweberinnen am Fuße von Yggdrasil

Die Schicksalsweberinnen, auch Nornen genannt, haben sich ebenfalls an Yggdrasils Fuß niedergelassen. Sie sind wunderschöne Jungfrauen. Sie kümmern sich um den Urdbrunnen und darum, dass Yggdrasils Wurzeln ständig mit Erde bedeckt sind. Des Weiteren bestimmen sie das Schicksal eines jeden Menschen. Ihre Namen sind Urd, Verdani und Skuld. Die Nornen wachen somit über das Leben eines jeden von uns, den Göttern und jedem anderen Lebewesen in den Welten. Davon kommen Frauen,vielwissende,drei aus dem Seedort unterm Wipfel.Urd heißt die eine, die andre Verdandi;Sie schnitten Stäbe;Skuld hieß die dritte.

Wie auch bei Yggdrasil selbst gibt es in verschiedenen anderen Mythologien Frauen wie die Nornen zu finden. In der griechischen (Moiren), der römischen (Parzen) und der slawischen Mythologie (Zorya).

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