Britney Spears, Bauchnabelpiercing und die Befreiung einer Pop-Ikone

Die Geschichte von Britney Spears ist nicht nur die einer Wiederauferstehung. In Spears’ Aufstieg, Fall und ihrer schließlichen Befreiung spiegelt sich auch ein gesellschaftlicher Wandel der letzten dreißig Jahre, in dem Frauen von Objekten zu Subjekten geworden sind.

Britney Spears war um die Jahrtausendwende der größte Popstar der Welt. Dann kollabierte sie vor den Augen der Öffentlichkeit, wurde entmündigt und stand fast vierzehn Jahre lang unter der Vormundschaft ihres Vaters. Lange interessierte das niemanden außerhalb der Fanszene. Doch dann veränderte sich etwas. 2019 begann #FreeBritney zu wachsen.

Aus einem Hashtag wurde eine Bewegung, die sich lautstark für die Befreiung der Sängerin aus ihrer Vormundschaft einsetzte. Das konnten selbst renommierte Medien nicht mehr ignorieren. Die New York Times, BBC und Netflix veröffentlichten Dokumentationen über den Fall. Plötzlich war Britney Spears wieder allgegenwärtig.

Sie, die einst als Schulmädchen verkleidet »Hit Me Baby One More Time« gesungen hatte, wird zur feministischen Ikone einer Selbstbestimmungsbewegung gemacht. Wie ist das passiert? Und welche Rolle spielte die #FreeBritney-Bewegung dabei wirklich?

Und zugleich, und das ist die Tragik von Britney Spears’ Geschichte, bleibt unklar, ob ihre Befreiung sie auch erlösen wird.

Britney Spears, das ist zunächst einmal die Geschichte eines talentierten Kleinstadtmädchens aus dem amerikanischen Süden, das es hinausschafft in die große Welt. Spears, geboren am 2. Dezember 1981, wächst in Kentwood, Louisiana, im Herzen des sogenannten Bibelgürtels auf. Von klein auf nimmt sie Tanz- und Gesangsunterricht, ihre Eltern fahren mit ihr zu Castings im ganzen Land. Dann, im Alter von elf Jahren, ergattert sie ihre erste große Rolle: In der Disney-Fernsehshow »Mickey Mouse Club« singt sie an der Seite von Ryan Gosling, Justin Timberlake und Christina Aguilera. 1998, Britney Spears ist sechzehn Jahre alt, folgt der erste Plattenvertrag, kurz darauf die Debütsingle »Baby One More Time«. Der Song wird in mehr als vierzig Ländern ein Nummer-eins-Hit und macht aus Spears einen Weltstar.

Im deutschsprachigen Raum verfolgt kaum jemand den Aufstieg von Britney Spears näher als Alex Gernandt. Gernandt ist damals Chefreporter für die Zeitschrift Bravo und damit so etwas wie der Starmacher für die deutsche Jugend. »Sie und zwei Tänzer in einem Münchner Fotostudio« - Gernandt beschreibt Spears’ ersten Auftritt auf deutschem Boden relativ unspektakulär. Die Plattenfirma habe sie schlicht als »Teeniesängerin aus den USA« angekündigt. Aber Gernandt, der Madonna interviewt und Michael Jackson auf Tournee begleitet hat, sagt über Spears: »So etwas wie sie hat es damals noch nicht gegeben. Sie war eine neue Art von Popstar.«

Spears’ Durchbruch in den späten 1990er Jahren geschieht zu einer Zeit, als die Musikindustrie auf die Vermarktung von Boybands setzt. Zielgruppe sind junge Mädchen, die davon träumen, eines Tages einen Freund wie Nick Carter von den Backstreet Boys zu haben. Doch dann kommt Britney. Statt eines Jungen, den man begehren kann, ist da eine junge Frau, die alles ist, was zwölf- bis fünfzehnjährige Mädchen sein wollen: selbstbewusst, frech, etwas sexy, aber ohne zu sehr anzuecken. Alex Gernandt sagt: »Britney war ein Rolemodel. Wie lebt sie? Welchen Freund hat sie? Das waren Fragen, mit denen konnten sich alle Mädchen identifizieren.« Sechsundfünfzig Mal nimmt die Bravo Spears auf die Titelseite, das gelang nicht einmal den Beatles. Einmal fliegt Gernandt nach Los Angeles, einfach um Spears einen Preis zu überreichen, den die Leser ihr verliehen haben.

Die Marke Britney Spears ist von Anfang an ein Widerspruch. Einerseits verkörpert sie das All-American Girl: blond, schlank, weiß, immer lächelnd und immer freundlich. Selbst als sie an einer Medienkonferenz in einem Raum voller Journalisten gefragt wird, ob sie noch Jungfrau sei, bleibt Spears in ihrer Rolle und erklärt, mit dem Sex bis zur Ehe warten zu wollen. Anderseits ist da ihr lolitahafter Auftritt. Sie tanzt in Musikvideos in kurzen Röcken und bauchfreien Oberteilen. Als sie siebzehn Jahre alt ist, posiert sie für den Rolling Stone in Unterwäsche in einem Puppenzimmer. 1999 wird Spears’ Beziehung zu Justin Timberlake bekannt. Die beiden kennen sich vom »Mickey Mouse Club«, nun tingeln sie in tadellos aufeinander abgestimmten Jeans-Outfits über die roten Teppiche der Welt. Die Beziehung wird zum modernen Märchen stilisiert, Fans und Boulevardpresse lieben das Paar: sie, das keusche Sexsymbol, und er, der Boyband-Mädchenschwarm.

Noch bevor Britney Spears zwanzig Jahre alt wird, hat sie alles erreicht. Sie verkauft mehr als siebenunddreißig Millionen Alben, spielt in einem Kinofilm mit und tritt am Super Bowl und mit Michael Jackson auf. Spears verkörpert den amerikanischen Traum. In eine Durchschnittsfamilie in einer Kleinstadt auf dem Land geboren, hat sie es bis ganz nach oben geschafft. Die Geschichte ist banal, weil perfekt. So perfekt, dass man schon damals daran hätte zweifeln müssen. Aber in den USA der späten 1990er Jahre zweifelt man nicht. Man berauscht sich am wirtschaftlichen Aufschwung, den der Globalisierungsschub mit sich bringt. Die New York Times schreibt von einem »fetten, tagträumenden Amerika«.

Die Liebe zwischen Britney Spears und Justin Timberlake zerbricht 2002. Es ist eine hässliche Trennung. In Interviews inszeniert sich Timberlake als Opfer und zerstört das Bild der reinen Britney. Er prahlt, Sex mit ihr gehabt zu haben, und bezeichnet ihre Jungfräulichkeit als Lüge. Später veröffentlicht er mit »Cry Me A River« einen Rachesong, in dessen Video er das Bild von Spears als eiskalter Freundin zeichnet, die ihn betrügt und ihm das Herz bricht. Timberlake tut, was erst Jahre später einen Namen erhalten sollte: Slut-Shaming. Und die Medien machen mit. Während Timberlake die Trennung nutzt, um seine Solokarriere zu lancieren, verliert Spears ihre Glaubwürdigkeit als Künstlerin. Sie veröffentlicht zwar weiter Musik, aber die Presse ist an anderem interessiert.

»Wie echt ist Britneys neuer Busen?«, »Ist sie wirklich noch Jungfrau?«, »Britney kann nicht mehr« lauten die Überschriften nun auch in der Bravo, die nur wenige Jahre zuvor Spears als Pop-Prinzessin gefeiert hat. In einem 2003 ausgestrahlten Interview des amerikanischen Senders ABC fragt die Moderatorin die damals Zweiundzwanzigjährige in Anspielung auf Timberlake: »Was hast du nur getan?« Sie spricht dem empörten Publikum damit aus dem Herzen.

Der Umgang mit Britney Spears gewährt einen atmosphärischen Einblick in die späten 1990er und die frühen 2000er Jahre, als ein noch weitgehend ungebremster Sexismus die Berichterstattung bestimmt.Tun zwei Erwachsene etwas moralisch Verwerfliches, trägt die Schuld dafür die Frau. Spears ist da kein Einzelfall.

Von ihr lassen sich Parallelen ziehen - etwa zur Hotelerbin Paris Hilton, die sich für einen Amateurporno rechtfertigen muss, den ein Exfreund gegen ihren Willen veröffentlicht hat. Und zu Monica Lewinsky, die nach der Enthüllung ihrer Affäre mit dem damaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton als Schlampe und Ehezerstörerin bezeichnet wird. In allen drei Geschichten haben Journalisten die Frau mit intimen Fragen traktiert. Geglaubt haben sie dem Mann.

Britney Spears ist fortan eine andere. Adieu Lolita, Spears will nun erwachsen sein: Sie erklärt in Songs, zwar noch keine Frau zu sein, aber auch kein Mädchen mehr, singt von devoten Sexphantasien und steckt Madonna bei den MTV Video Music Awards 2003 ihre Zunge in den Hals. Das funktioniert künstlerisch und auch kommerziell, denn es ist konsequent. Spears führt das fort, was sie angefangen hat: ein Leben unter den Augen der Öffentlichkeit. Und so wie ihre Fans als Kinder zuvor bewunderten, wie Spears zugleich frech und unschuldig blieb, identifizieren sie sich als Teenager nun mit ihrer Rebellion.

Privat wird Spears’ Emanzipation zur Überforderung. Sie holt nach, was ihr lange verwehrt blieb, und stürzt sich ins Nachtleben von Los Angeles. Paris Hilton und Lindsay Lohan begleiten sie. Die drei sind für eine Weile das angesagteste Party-Trio Hollywoods, gleichermaßen berüchtigt wie belächelt und wegen angeblich exzessiven Drogenkonsums das Lieblingsthema der Boulevardpresse. Als Spears dreiundzwanzig Jahre alt ist, heiratet sie nach einer durchzechten Nacht in Las Vegas ihren Jugendfreund Jason Alexander. Die Ehe wird nach fünfundfünfzig Stunden annulliert. Noch im selben Jahr heiratet sie erneut, dieses Mal den Tänzer Kevin Federline. Mit ihm bekommt sie innerhalb von zwölf Monaten zwei Kinder; kurz nach der Geburt des zweiten Sohnes trennen sich die beiden. Es folgen die Scheidung und ein Sorgerechtsstreit, den Spears verliert.

Die schleichende Eskalation von Britney Spears geschieht in einer Zeit, in der in den USA etwas Grundlegendes zu wanken beginnt. Der Boom der 1990er ist vorbei, die Stimmung kippt. Am Himmel explodiert eine Raumfähre, die Häuserpreise erreichen ein Allzeithoch und das Land steckt in zwei Kriegen, wobei in einem so viele amerikanische Soldaten sterben, dass die Republikaner die Zwischenwahlen im November 2006 verlieren. Noch erkennt man nicht, wofür die einzelnen Ereignisse später einmal stehen werden. Doch das Fundament, auf dem der amerikanische Traum gebaut ist, bröckelt. In zynischer Weise ist Spears’ Biographie davon Spiegelbild und Symptom zugleich.

An einem Dienstagabend im Februar 2007 fällt Spears eine der wenigen eigenmächtigen Entscheidungen ihres Lebens. Im San Fernando Valley betritt sie ein Coiffeurgeschäft, greift zum Rasierapparat und schneidet sich eine Glatze. Am selben Abend lässt sie sich mit übergezogener Kapuze in einem Tattoostudio zwei Kussmünder auf das Handgelenk stechen, während sich Dutzende von Schaulustigen und Fotografen vor dem Schaufenster drängeln. Tage später attackiert Spears das Auto eines Paparazzos mit einem Regenschirm.

Kein Absturz eines Stars wird so gnadenlos dokumentiert wie der von Britney Spears.Fast jeden Tag gibt es neue Meldungen und vor allem Bilder: Britney Spears, wie sie weinend in einem Café sitzt; Britney Spears, wie sie mit ihrem acht Monate alten Baby auf dem Schoß Auto fährt; Britney Spears, wie sie auf dem Gehweg stolpert und beinahe ihren Sohn fallen lässt. In einer amerikanischen Quizshow werden hundert Leute gefragt, was Spears im Jahr 2007 alles verloren hat. Richtige Antworten: ihre Kinder, ihre Haare, ihren Verstand. Die Nachrichtenagentur AP lässt vorsorglich einen Nachruf auf sie schreiben.

An einem Januarabend im Jahr 2008 verschanzt sich Spears mit einem ihrer Söhne im Badezimmer ihres Hauses am Mulholland Drive. Später fahren mehr als zwanzig Polizisten vor. Sie kommen mit einem sogenannten »5150«, einer Verordnung, die laut kalifornischem Gesetz einen »unfreiwilligen psychiatrischen Gewahrsam« vorsieht. Paparazzi-Bilder zeigen, wie Spears auf einer Krankentrage aus ihrem Haus und in einen Rettungswagen geschoben wird. Danach wird sie zur Universitätsklinik UCLA gefahren und in die geschlossene Abteilung eingeliefert.

Zeitgleich zu Spears’ Absturz bricht in den USA die Finanzkrise aus. Millionen von Menschen verlieren ihre Arbeit. Der American Dream vom Aufstieg aus dem Nichts, er erscheint vielen plötzlich wie ein Witz. Wie passend, dass eine Frau, die diesen Traum zu leben schien, nun die Kontrolle über das eigene Leben verliert. Wie tröstlich, dass man ihr dabei zuschauen kann. Was lenkt besser vom eigenen Scheitern ab als fremdes, noch größeres Unglück?

Bis zu diesem Zeitpunkt ist Britney Spears’ Geschichte eine klassische Celebrity-Tragödie. Eine Sängerin, die früh zum Weltstar wird, stürzt ebenso früh wieder ab. Was Spears passiert, hat man bei anderen auch schon gesehen. Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Amy Winehouse, sie alle fielen tief und starben mit siebenundzwanzig Jahren. Bei Britney Spears aber geschieht etwas anderes. Ihre Geschichte geht weiter.

Am Morgen nach dem »5150« beantragen Spears’ Eltern die vorläufige Vormundschaft für ihre Tochter. Am 8. Februar 2008 wird der Vater Jamie Spears als Vormund eingesetzt. »Probate conservatorship« nennt sich das Verfahren, unter dem die Sängerin von jetzt an steht. Es ist laut kalifornischem Recht für eine Person gedacht, die nicht fähig ist, für »ihre Bedürfnisse, ihre physische Unversehrtheit, für Nahrung, Kleidung oder Unterkunft zu sorgen«. In den meisten Fällen dient das Verfahren alten, dementen Menschen. Selten kommt es für jüngere Personen infrage, etwa wenn diese nach einem Unfall einen Gedächtnisverlust erleiden. Auch im Fall von Spears lautet die ...

Mode und Musik, das war schon seit jeher ein untrennbares Team. Beides, der Kleidungsstil und die Musik, die man hört, scheinen sich gegenseitig zu bedingen. Vor allem dient Mode der Inszenierung der eigenen Persönlichkeit, was man trägt spiegelt in gewisser Weise wider, wer man ist. Der individuelle Stil ist daher ein Zeichen des Selbstausdrucks. Für die Musik gilt in vieler Hinsicht das Gleiche: Die kurzen Flapperkleidchen der Charleston-Girls in den 1920ern, die Jeans und Lederjacken der Rock’n Roll Generation in den 1950ern, die bunten Hemden und Flatterkleider der Hippiegeneration und natürlich der klassische HipHop-Style der 90er bestehend aus Baggypants, Hoodies und Sneakern - das gesamte 20.

Seit den 1950ern prägt die Musik die Mode ganz maßgeblich. Stars wie Elvis Presley und Billie Holiday machten den Rockabilly-Look nicht nur in den USA populär. Und jede spätere Generation, von den Beatniks über die Hippies bis hin zur Punk-, Heavy Metal-, Disco- und Pop-Generation brachte ihre eigenen Stile und Looks hervor. Filme wie „Saturday Night Fever“ aus den 70ern avancierten zu Kult-Klassikern und prägten ganze Generationen.

In den 80ern schließlich, im Zeitalter der Superstars, war mit dem Musiksender MTV ein Medium geboren, das den Starkult regelrecht befeuerte. Künstler wie Michael Jackson und Madonna wurden zu Ikonen und erreichten mit ihren aufwändig gedrehten Musikvideos ein Millionenpublikum. Auch die Verbindung zwischen Musik und Mode wurde durch MTV noch einmal verstärkt.

Bald ging es nicht mehr nur um die Musik, sondern ebenso sehr auch um die Looks, die in den Videos gezeigt wurden. Ob Madonna mit ihrer Netzstrumpfhose, ihrem Bombshell-Bra oder ihrer blonden Mähne, ob Prince mit seinem Neo-Romantik-Look oder Michael Jackson mit weißen Socken in den schwarzen Loafern - Was die Stars trugen war fast genauso bedeutsam wie das, was sie sangen.

Manchmal wurden jedoch auch Stars zu Stilikonen, die diesen Status gar nicht haben wollten und mehr oder weniger zufällig die Mode geprägt haben. Eines der kultigsten Musikvideos der 90er hat eine ganze Generation modisch geprägt ohne es zu wollen. Kurt Cobain, Frontman der Grungeband Nirvana, hatte niemals vor, eine bestimmte Mode- oder Stilrichtung zu prägen - im Gegenteil! Grunge per se definiert sich gerade über die Ablehnung jeglicher modische Zwänge oder Regeln, der stillose Schlabberlook sollte ein Gegengewicht zur Glitzerwelt des Pop und des damals populären Glamrock darstellen. Mit schmuddeligen Alltagsklamotten wollten die Jungs von Nirvana sich abgrenzen vom Modehype, von Konsum und Selbstdarstellung.

Ein paar Jahre später lieferte die britische Girl-Group Spice Girls einen krassen Kontrast zum melancholischen Grunge. Die späten 1990er waren geprägt von einer quietschbunten Fröhlichkeit, die im Falle der Spice Girls fast ans Manische grenzte. Die Girl-Group aus der Retorte wurde von ihrem Management ganz bewusst so konzipiert, dass jedes der fünf Spice Girls einen bestimmten 90s Look verkörperte: Mel C, alias Sporty Spice stand für den neuen Athleisure-Look mit Sneakers, Tracksuits und bauchfreiem Trainingstop. Emma, auch Baby Spice genannt, trug Zöpfchen und rosa Babydoll-Kleider. Victoria Beckham, alias Posh-Spice ging als die Lady mit engem Etuikleid und akkurat geschnittenem Bob. Gerri Halliwell wurde Ginger Spice genannt und in ultraknappe Miniskirts und Overkneeboots gesteckt. Mel B hingegen, als einzige Person of Colour der Gruppe, trug als Scary Spice oft Kostüme mit Leo-Print und einen wilden Afro.

Der Clou: Jedes Mädchen, ganz gleich welcher Stilrichtung sie angehörte, konnte sich mit einer der Spice Girls identifizieren. Kaum ein Musikvideo der 90er hat diesen Kultstatus erreicht. Britney Spears landete mit ihrem Song Baby One More Time nicht nur einen Hit, sondern sorgte auch für das vielleicht sexieste Musikvideo des Jahres 1998.

Wiederum ein Gegengewicht zu diesem sexualisierten Girl-Look stellte die Sängerin Avril Lavigne dar. Ihr Skater-Punk-Stil bestehend aus Baggy Pants, Tank Top und Krawatte wurde zum Signature-Look einer ganzen Generation und prägte die Emo-Kids der Jahrtausendwende maßgeblich.

Machen wir einen Sprung zurück in die 1980er. Damals war die Aerobic-Welle DAS Ding und Olivia Newton John eine der Ikonen dieser Fitness-Bewegung. Ob das an ihrem Musikvideo zu Physical lag? Die Vermutung liegt jedenfalls nahe. Hautenge Leggings, Beinstulpen und Sweatbänder haben sich seitdem nie wieder so gut verkauft.

1989 landete Cher mit If I could turn back time nicht nur ganz weit oben in den Charts, sondern rief auch alle verfügbaren Sittenwächter auf den Plan. Der Grund: Ihr Look im dazugehörigen Musikvideo war derart skandalös, dass sich einige Musiksender gar weigerten, den Clip zu zeigen. Wer erinnert sich nicht daran? Cher tanzt darin vor dem Navy-Schlachtschiff USS Missouri und einer Gruppe begeisterter Matrosen. Dabei trägt sie nichts weiter als einen String-Body, eine Netzstrumpfhose und eine Lederjacke.

Das junge HipHop-Duo Kriss Kross sorgte Anfang der 90er Jahre für einen kurzen, aber intensiven Trend: Plötzlich begannen Kids damit, sich die Hosen und Hoodies verkehrt herum anzuziehen, eben genau wie es 1992 die dreizehnjährigen Rapper Chris Kelly und Chris Smith in ihrem Video Jump vorgemacht haben.

Einer der schönsten Break-Up-Songs ever wurde von Gwen Stefanie gesungen, die vielleicht betörendste Ikone der 90er. TLC trug den Pyjama-Look schon bevor er Trend wurde. Nämlich bereits im Jahr 1994 in ihrem Video zum unvergessenen Klassiker Creep. Erinnert ihr euch noch, wie wir damals alle ein Bauchnabelpiercing wollten? Das lag zu einem großen Teil an Alicia Silverstone und ihrem Auftritt im Aerosmith Video Cryin‘.

Noch einen kleinen Ausflug zurück in die 80s. Der grandiose Robert Palmer mit seinem Hit Addicted To Love, hat wie kaum ein anderer das Look&Feel der Yuppie-Generation eingefangen: Seine Backgroundsängerinnen trugen schwarze Minikleider, straff zurück gekämmte Haare, dunkelroten Lippenstift und Smokey-Eyes, die diesen Namen wirklich verdient haben.

Die Geschichte der No Angels ist eng mit der Casting-Show „Popstars“ verbunden, die im Jahr 2000 auf RTL2 ausgestrahlt wurde. Viele junge Frauen bewarben sich für die Show, in der am Ende fünf Gewinnerinnen ausgewählt wurden: Sandy, Lucy, Vanessa, Nadja und Jessica. Diese fünf jungen Frauen bildeten die Girlgroup No Angels. Die Show begleitete die Mädchen auf ihrem Weg zum Popstar, von den Castings über den Workshop bis hin zur Veröffentlichung ihrer ersten Single. Die Zuschauer konnten die Mädchen kennenlernen, ihre Ängste und Träume teilen und sie auf ihrem Weg begleiten.

Die erste Single der No Angels, „Daylight in Your Eyes“, wurde ein riesiger Erfolg. Innerhalb von 24 Stunden verkaufte sich die Single mehr als 500.000 Mal und war damit eine der am schnellsten verkauften Singles in der deutschen Musikgeschichte. Der Song erreichte Platz eins in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Brasilien. Auch das Album „Elle’ments“, das im März 2001 erschien, erreichte die Spitze der Charts.

Die No Angels wurden zu Stars, aber sie wurden auch als „Retortenband“ abgestempelt. Es wurde ihnen vorgeworfen, dass sie nur ein Produkt der Casting-Show seien und dass sie keine echten Künstlerinnen seien. Die No Angels haben sich jedoch immer gegen diese Vorwürfe gewehrt. Sie haben gesagt, dass sie von Anfang an mehr mitbestimmt haben, als die Leute dachten. Sie haben auch gesagt, dass sie stolz auf ihre Musik sind und dass sie es verdient haben, erfolgreich zu sein.

Im Jahr 2003 trennten sich die No Angels. Die Trennung war für viele Fans ein Schock. Die No Angels waren eine der erfolgreichsten Girlgroups Deutschlands und sie hatten viele Fans. Die Trennung der No Angels war jedoch nicht das Ende ihrer Karriere. Alle fünf Sängerinnen haben nach der Trennung solo weitergemacht. Einige von ihnen waren sehr erfolgreich, andere weniger. Im Jahr 2021 kamen die No Angels wieder zusammen. Sie veröffentlichten eine neue Version ihres Hits „Daylight in Your Eyes“ und ein neues Album. Die No Angels sind wieder da und sie sind bereit, die Musikwelt zu erobern.

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Die No Angels: Eine Erfolgsgeschichte

Die No Angels waren eine der erfolgreichsten Girlgroups Deutschlands. Sie verkauften Millionen von Alben und Singles und sie traten in vielen Ländern auf. Die No Angels waren auch ein Vorbild für viele junge Mädchen. Sie zeigten, dass man seine Träume verwirklichen kann, wenn man hart arbeitet und an sich selbst glaubt.

Die Geschichte der No Angels ist eine Erfolgsgeschichte. Sie ist aber auch eine Geschichte über die Schwierigkeiten, mit denen junge Frauen in der Musikindustrie konfrontiert sind. Die No Angels wurden oft unterschätzt und sie wurden oft nicht ernst genommen. Sie haben jedoch immer weitergemacht und sie haben bewiesen, dass sie mehr sind als nur eine Casting-Band.

Die No Angels sind eine Ikone der deutschen Popmusik. Sie haben die Musikwelt geprägt und sie haben viele junge Mädchen inspiriert. Die No Angels sind eine Erfolgsgeschichte, die noch lange nicht zu Ende ist.

Die Mitglieder der No Angels haben unterschiedliche Hintergründe und Persönlichkeiten, was die Gruppe einzigartig machte. Hier eine Übersicht:

Mitglied Besonderheiten
Sandy Mölling Überzeugte mit ihrer hellen Stimme und war offen für Neues.
Lucy Diakovska Entertainerin mit Bühnenerfahrung, offen lesbisch und lebt in Bulgarien.
Jessica Wahls Bodenständig, war in der Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau.
Nadja Benaissa Hatte eine schwierige Vergangenheit, besuchte als Klassenbeste die Schule.
Vanessa Petruo Galt als besonders ehrgeizig, verließ die Band 2003.

Die No Angels trugen mit ihrem vielfältigen Stil und ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten dazu bei, dass sich viele junge Mädchen mit ihnen identifizieren konnten. Sie waren mehr als nur eine Girlgroup, sie waren Vorbilder.

Es ist berührend, die Castings 20 Jahre später anzuschauen, vor dem Hintergrund der späteren Geschichte. Junge Frauen, mit Träumen so groß wie die weite Welt des Showgeschäfts - und mit ebenso großen Ängsten. Manche hatten das wundersame Funkeln in den Augen, das man niemandem beibringen kann.

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