Bartöl für trockene Haut: Inhaltsstoffe und Anwendung

Bartöle sind ein unverzichtbares Hilfsmittel für Männer, die Wert auf Bartpflege legen. Sie eignen sich sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Bartträger, unabhängig davon, ob der Bart kurz oder lang ist. Bartöle pflegen nicht nur das Barthaar, sondern auch die darunterliegende Haut und versorgen sie mit Feuchtigkeit.

Warum Bartöl für trockene Haut wichtig ist

Bartöle sind nicht nur dazu da, die Barthaare geschmeidig zu machen, sondern auch, um die Haut darunter zu pflegen. Nicht nur Bartträger mit trockener Haut haben gelegentlich mit Schuppen zu kämpfen. Ein Bartöl versorgt die Gesichtshaut mit Feuchtigkeit sowie wichtigen Nähr- und Pflegestoffen. Vor allem mit einem dichten Bart ist die Haut darunter pflegebedürftig, da sie durch den Bart vor Umwelteinflüssen wie Sonnenlicht geschützt ist und die selbstproduzierten, feuchtigkeitsspendende Fette, zum Beispiel mit dem Bartkamm, in die Barthaare verteilt werden.

Doch nicht nur Vollbärte profitieren von den pflegenden Ölen. Auch wer seinen Bart bevorzugt kürzer trägt oder erst damit beginnt, sich einen Bart stehenzulassen, kann Bart und Haut etwas Gutes tun. Bartöle unterstützen von Anfang an das gesunde Wachstum des Barthaares. Sie beugen Juckreiz vor und sorgen dafür, dass die Haut kontinuierlich bestens versorgt ist und die Barthaare sich gut aus der Haut herausschieben können.

Die Basis von Bartölen: Trägeröle

Die Basis von Bartölen bilden sogenannte »Trägeröle« beziehungsweise »Basisöle«. Diese sind hauptsächlich für die Pflegewirkung verantwortlich und dienen als Träger für zusätzliche Stoffe wie Vitamine, ätherische Öle und Parfumdüfte. Zu den häufigsten Trägerölen gehören besonders hochwertige Öle wie Jojoba, Argan, Mandel, Traubenkern, Avocado, Macadamia oder Nachtkerze. Aber auch preiswertere Öle wie Sonnenblume, Raps, Sesam und Rizinus kommen gelegentlich zum Einsatz.

Die konkrete Pflegewirkung unterscheidet sich leicht je nach Öl, doch die meisten sorgen für eine bessere Kämmbarkeit des Bartes, indem sie zum Beispiel krause Haare glätten.

Bartöl & Bartbalsam - Anwendung & Tipps | King C. Gillette Bartpflege

Ätherische Öle und Duftstoffe

Neben den Trägerölen werden in der Regel ätherische Öle hinzugefügt, die für den Duft eines Bartöls verantwortlich sind. Je nach Reihenfolge und Zusammensetzung ergeben sich hieraus sehr charakteristische Holzdüfte durch Zedernholzöl, Schwarzfichtenöl, Patschuliöl oder Zimtlorbeerbaumöl. Citrusdüfte beruhen auf Orangenöl, Zitronenöl, Grapefruitöl und Bergamotteöl.

Um bestimmte Duftnoten zu ergänzen oder zu verstärken, wird oft auch Parfum eingesetzt. Die meisten Bartöle duften über vier bis sechs Stunden hinweg, bei anderen verfliegt der Duft bereits nach ein bis zwei Stunden.

Unerwünschte Inhaltsstoffe in günstigen Bartölen

In vielen günstigeren Bartölen großer Marken stecken häufig auch synthetische Inhaltsstoffe wie Polybuten und Zungenbrecher wie »Pentaerythrityl tetra-di-t-butyl hydroxyhydrocinnamate«, die stellenweise als bedenklich eingeordnet werden. Oft lässt sich die Herkunft aber auch nicht zu 100 Prozent einordnen. So ist zum Beispiel der Zusatz Tocopherol bzw. Vitamin E grundsätzlich nicht bedenklich, oft ist jedoch unklar, ob es sich um ein Vitamin pflanzlichen oder tierischen Ursprungs handelt.

Anwendung von Bartöl

Bartöl wendet man idealerweise nach dem Duschen bzw. der Reinigung des Bartes an, wenn der Bart nicht mehr nass ist. Spezielle Bartshampoos sorgen zusätzlich für die optimale, milde Reinigung des Bartes. Das Bartöl wird nicht direkt in den Bart, sondern auf die Handfläche geträufelt und anschließend kurz zwischen Fingern beziehungsweise Händen verrieben. Die Anzahl der Tropfen variiert je nach Bartlänge. Für kurze Bärte sind oft schon ein bis zwei Tropfen Bartöl ausreichend. Bei langen Vollbärten können es fünf oder mehr Tropfen sein. Hier sollte man zunächst mit weniger beginnen und sich an die richtige Menge herantasten.

Nimmt man zu wenig, bleibt der Bart stumpf und kratzig, und die Menge kann erhöht werden. Nimmt man jedoch zu viel und der Bart glänzt unnatürlich ölig, muss man bis zur nächsten Bartwäsche warten. Nachdem das Bartöl angewärmt wurde, beginnt man das Öl an der Haut unter dem Bart einzumassieren und fährt mit den Fingern in Richtung Bartspitzen. So wird das Bartöl gleichmäßig von der Bartwurzel aus verteilt. Meist beginnt man am Kinn, geht dann zu den Wangen und dem Unterkiefer über und kümmert sich zuletzt um den Schnurrbart.

Zum Schluss wird der Bart mit den Händen glatt gestrichen und in Form gebracht. Manch einer greift danach noch zum Bartkamm oder zur Bartbürste, um das Bartöl gleichmäßiger zu verteilen und etwas mehr Ordnung in die Barthaare zu bekommen. Am Ende entwickeln die meisten hier mit der Zeit ihre eigene Technik. Wichtig ist jedoch, dass das Bartöl sowohl die Haare als auch die darunterliegende Haut erreicht und dort gleichmäßig verteilt und leicht einmassiert wird. Das Öl wird im Anschluss nicht ausgespült.

Glänzt der Bart unnatürlich stark, dauert es etwas, bis das Öl von den Barthaaren aufgenommen wird. Je nach Bartlänge, Trockenheit der Barthaare und der Gesichtshaut kann Bartöl auch zweimal am Tag verwendet werden.

Bartöl vs. Bartbalsam

Sowohl Bartöl als auch Bartbalsam (oder auf Englisch »Beard Balm«) sind für die grundsätzliche Pflege des Barts geeignet. Bartbalsam besteht hauptsächlich aus Wachsen und Fetten, meist Bienen-, seltener pflanzlichem Carnaubawachs. Manchmal kommt auch Paraffin auf Erdölbasis zum Einsatz. Bis auf wenige Ausnahmen sind Beard Balms mehrheitlich noch nicht vegan und oft auch nicht sonderlich nachhaltig.

Bartöle sind aufgrund ihrer flüssigen Konsistenz weniger gut dazu geeignet, den Bart in Form zu bringen. Das Öl sollte zunächst ebenfalls kurz zwischen den Händen verrieben werden, allerdings ist der Vorgang hier etwas angenehmer als bei einem wachsigen Balsam, den man erst aus der Dose bekommen muss.

Empfehlenswerte Bartöle

Hier sind einige der getesteten Bartöle, die sich besonders für trockene Haut eignen:

SatinNaturel Bio-Bartöl

Das beste Bartöl für die meisten ist für uns das SatinNaturel Bio-Bartöl. Die Rezeptur kommt ohne Parfumzusätze aus und greift beim Duft ausschließlich auf ätherische Öle zurück, deren leicht süßliche Duftnote auf Zeder und Zitrus setzt. Der Duft ist dezent, nicht aufdringlich und verfliegt nach ein paar Stunden, ohne künstlich aufrechterhalten zu werden. Die Basisöle setzen sich zusammen aus Mandel-, Argan-, Jojoba-, Aprikosenkern- und Traubenkernöl. Damit werden der Gesichtsbehaarung und der Haut darunter alle für den Alltag notwendigen Pflege- und Nährstoffe geboten. Die Öle spenden mehr als ausreichend Feuchtigkeit, wodurch sich der Bart nicht trocken anfühlt und schön geschmeidig wird. Die Haut darunter leidet nicht unter Juckreiz und der Schuppenbildung wird vorbildlich vorgebeugt.

Mit etwa 20 Euro wirkt der Preis des SatinNaturel Bio-Bartöl zunächst etwas hochgegriffen. Allerdings bekommt man hier eine 100 Milliliter fassende Flasche geboten, die zwei- bis dreimal so viel Inhalt bietet, wie nahezu alle anderen Bartöle. Das Bartöl ist äußerst reichhaltig und aufgrund seiner Menge gut für dichte, lange Bärte geeignet. Für kürzere Bärte könnte die Flasche fast schon zu groß sein. Ein kleiner Nachteil der großen Flasche ist die ebenso große Pipette, die die einhändige Dosierung leicht erschwert, aber nicht unmöglich macht. Damit sie beim Herausziehen nicht zerbricht, sollte man etwas vorsichtiger sein als bei kürzeren Pipetten. Auf den alltäglichen Gebrauch hat sich dies bei uns aber nicht großartig ausgewirkt. Mittlerweile gibt es eine neu designte Flasche, die auf einen Pumpspender setzt.

Anders als bei den meisten anderen Bartölen ist die Glasflasche verdunkelt und fast komplett schwarz. Das schützt den empfindlichen Inhalt vor Lichteinstrahlung, die die Wirkung der Öle sonst negativ beeinträchtigt. Sehr gut gefallen hat uns die Auszeichnung eines anderen Produkts der Firma SatinNaturel mit dem Vegan Beauty Award der Tierschutzorganisation PETA. Viele Hersteller geben an, ihre Produkte seien vegan und tierversuchsfrei. Nachdem unser Tester viele Jahre ein anderes, ebenfalls in diesem Test berücksichtigtes und hochwertiges Produkt bevorzugt hat, ist das SatinNaturel Bio-Bartöl eindeutig der neue Favorit für unseren Testbart.

Rebel n‘ Saints Legends are unshaved 100% biologisches Bartöl

Das Bartöl von Rebel n‘ Saints kommt ohne Parfumzusätze aus und bietet trotzdem eine spannende Duftnote aus Zimt, Zitrus und Zedernholz. Im Grundpreis meist etwas teurer als unser Testsieger, aber kaum weniger gut, ist das Rebels n‘ Saints Legends are unshaved 100% biologisches Bartöl. Bei der Duftkomposition setzt es ebenfalls auf Zitrus und Zeder. Statt süßlicher Vanille gesellt sich allerdings eine herbe Zimtnote hinzu, wodurch der Gesamteindruck etwas frischer und weniger schwer wirkt.

Die Pflegewirkung ist hervorragend. Die Mischung aus Sesamöl, Jojobaöl, Arganöl, Rizinusöl, Mandelöl, Kokosöl, Hanföl und Aprikosenöl sorgt für eine angenehme Kämmbarkeit der Barthaare, pflegt die darunterliegende Haut und hält sie feucht. Für den Duft sind Zedernholzöl, Zimtblätteröl und Zitronengrasöl verantwortlich. Einen weiteren Parfumzusatz gibt es nicht. Das Bartöl von Rebels n‘ Saints ist sehr reichhaltig. Entsprechend benötigen kurze Bärte nur wenige Tropfen.

Striking Viking Bartöl Vanille

Der süßliche Vanilleduft erinnert an gebrannte Mandel, hat allerdings eine leicht buttrige, schwere Note. Uns hat es trotzdem gefallen, vor allem wegen des Verzichts auf Parfum. Das Striking Viking Bartöl Vanille empfehlen wir allen, die auf der Suche nach einem süßlichen Duft sind. Aufmachung und Herkunft des Striking Viking Bartöls haben uns zunächst an die Vielzahl von billigen China-Importen erinnert. Bei der Anwendung wurden wir allerdings positiv überrascht.

Der Bart hat einen gesunden Eindruck gemacht und unsere sonst eher empfindliche Haut hat nicht gejuckt. Da es ohne den Zusatz von Parfum und deklarierungspflichtigen Duftstoffen auskommt, ist es auch für Allergiker geeignet. Für den Duft sorgt der Zusatz von Vanilleöl, der dadurch aber auch etwas schwerer wirkt und fast schon in eine buttrige Richtung geht. Das mag nicht unbedingt jeden Geschmack treffen, uns und unserem Umfeld hat es allerdings durchaus zugesagt.

Brisk Bartöl 2in1

Für ein gutes Bartöl muss man nicht viel zahlen, sich am Ende aber mit weniger exklusiven Duftnoten wie Teebaumöl zufriedengeben. Zwar ist das Brisk Bartöl 2in1 frei von Parfumzusätzen, aber nicht komplett frei von Duftstoffen. Dennoch kann es auch für alle interessant sein, die auf der Suche nach einem möglichst wenig bemerkbaren Duft sind. Der Geruch nach Teebaumöl sagt mit Sicherheit nicht jedem zu, verflüchtigt sich aber vergleichsweise schnell.

Denn obwohl es nicht viel kostet, leidet die Qualität nicht so sehr wie bei anderen großen Herstellern, die verstärkt auf synthetische Zusätze und parfümierende Stoffe setzen. Bei Brisk sorgt ein ordentlicher Anteil an Mandelöl, Avocadoöl, Arganöl und Jojobaöl für eine gute Pflegewirkung und Kämmbarkeit. Unser Bart wirkt nicht ganz so prächtig wie bei teureren Ölen, für den meist niedrigen Preis ist die Leistung aber hervorragend.

Diese Tabelle bietet einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften der genannten Bartöle:

Bartöl Hauptinhaltsstoffe Duftnote Besonderheiten
SatinNaturel Bio-Bartöl Mandelöl, Arganöl, Jojobaöl, Aprikosenkernöl, Traubenkernöl Zeder und Zitrus Bio, vegan, tierversuchsfrei, ohne Parfumzusätze
Rebel n‘ Saints Legends are unshaved Sesamöl, Jojobaöl, Arganöl, Rizinusöl, Mandelöl, Kokosöl, Hanföl, Aprikosenöl Zitrus und Zeder mit Zimtnote 100% biologisch, ohne Parfumzusätze
Striking Viking Bartöl Vanille Traubenkernöl, Mandelöl, Jojobaöl, Arganöl Vanille Ohne Parfum, für Allergiker geeignet
Brisk Bartöl 2in1 Mandelöl, Avocadoöl, Arganöl, Jojobaöl Teebaumöl Preiswert, ohne synthetische Zusätze

Die Wahl des richtigen Bartöls hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Achten Sie auf hochwertige Inhaltsstoffe und verzichten Sie auf unnötige Zusätze, um Ihrem Bart und Ihrer Haut die bestmögliche Pflege zu bieten.

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