Viele Frauen empfinden einen Damenbart als störend und suchen nach effektiven Methoden, um ihn zu entfernen. Dabei handelt es sich meist um vereinzelte Härchen oder einen Flaum auf der Oberlippe, dem Kinn oder den Wangen. Obwohl dies ein vollkommen natürliches Phänomen ist, das viele Frauen betrifft, kann es dennoch als ästhetisches Problem wahrgenommen werden.
“Das Thema Damenbart bringt viele Patient:innen zu uns die Praxis”, bestätigt Experte Dr. Christian Merkel vom Haarzentrum an der Oper. Die erste gute Nachricht ist also, dass du nicht die einzige bist, die solche Härchen im Gesicht hat. Und die zweite gute Nachricht, sollte er dich immer noch stören: Der Damenbart lässt sich gut behandeln, wenn man die Ursache und passende Tipps zur Haarentfernung kennt.
Ursachen für einen Damenbart
Ein Damenbart kann verschiedene Ursachen haben, darunter genetische Veranlagung und hormonelle Ungleichgewichte.
- Genetische Veranlagung: "Frauen haben genau wie Männer die Haarwurzelveranlagung für Barthaare, doch bei Frauen sind sie oft verkümmert, sodass sich kein wirkliches Barthaar bildet.” Ein Damenbart kann also auch genetische Veranlagung sein, die du von deiner Mama, Oma oder älteren Vorfahren geerbt hast. “Wenn man die Veranlagung dazu hat, bildet sich das meist schon in der Pubertät aus”, so erklärt Dr. Christian Merkel. Und: “Häufiger beobachtet man den Damenbart bei dunkleren, mediterranen Hauttypen.”
- Hormonelle Dysbalance: “Die Entstehung des Damenbartes kann auch mit einer hormonellen Dysbalance zusammenhängen”, so Dr. Merkel. "Jeder Mensch hat männliche und weibliche Hormone in sich. Wenn vermehrt männlichen Hormone vorkommen, dann kann es sein, dass diese Haarwurzeln bei Frauen im Bereich des Bartes aktiviert werden und ein sichtbarer Damenbart entsteht.” Die häufigste Ursache für eine hormonelle Dysbalance bei Frauen zwischen 15 und 30 ist das sogenannte PCO-Syndrom, polyzystisches Ovar-Syndrom, das vom Gynäkologen behandelt werden muss.
Ist der Damenbart allerdings sehr ausgeprägt, empfiehlt er, nach den Ursachen zu forschen.
Methoden zur Entfernung von Damenbart
Es gibt verschiedene Methoden zur Entfernung von Damenbart, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Die Wahl der Methode hängt von individuellen Vorlieben, Schmerzempfinden, Budget und gewünschter Dauerhaftigkeit ab.
Temporäre Methoden
Diese Methoden entfernen die Haare nur vorübergehend und müssen regelmäßig wiederholt werden.
- Rasieren: Eine schnelle und einfache Methode, bei der die Haare an der Hautoberfläche abgeschnitten werden. Allerdings wachsen die Haare schnell wieder nach und können stoppelig wirken. "Ja, man darf seinen Damenbart rasieren”, bestätigt der Dermatologe. “Das Problem bei der Rasur ist allerdings, dass die Haare dann relativ schnell wieder nachwachsen.” Gleichzeitig sei es laut Merkel ein Gerücht, dass sich der Bartwuchs durch die regelmäßige Rasur verstärke. Das wirke nur so, denn das Haar sei leider genau an der Stelle, an der es aus der Haut tritt, am dicksten.
- Zupfen mit Pinzette: Geeignet für wenige, einzelne Haare. Die Haare werden an der Wurzel herausgezogen, was länger anhält als Rasieren. Kann jedoch schmerzhaft sein und zu Hautreizungen führen. "Natürlich ist das Zupfen der Barthaare möglich”, so Dr. Merkel. “Das Zupfen kann die Haut allerdings reizen und zu kleinen Haarwurzelentzündungen führen, die wie kleine Pickelchen aussehen.”
- Waxing/Sugaring: Wachs oder Zuckerpaste wird aufgetragen und dann ruckartig entfernt, um die Haare an der Wurzel herauszuziehen. Hält länger als Rasieren und Zupfen, ist aber schmerzhaft und kann Hautreizungen verursachen. Beim Waxing oder Sugaring braucht es ein klein wenig Überwindung. Die aufgetragene Zuckerpaste oder Klebestreifen werden schnell von der Haut abgezogen. Diese Methode schmerzt etwas, vor allem wenn Frauen damit ihr Gesicht behandeln wollen.
- Epilieren: Ein elektrischer Epilierer zieht die Haare mitsamt der Wurzel aus der Haut. Das Verfahren ist im Gesicht allerdings recht schmerzvoll. Zudem besteht das Risiko von Hautreizungen und eingewachsenen Haaren.
- Enthaarungscreme: Chemische Inhaltsstoffe lösen die Haarstruktur auf, sodass die Haare einfach abgewischt werden können. Das Verfahren ist schnell. Die enthaltenden Chemikalien können aber Hautirritationen oder sogar allergische Reaktionen hervorrufen.
- Blondieren: Die Haare werden aufgehellt, um sie weniger sichtbar zu machen. Geeignet für feine, dunkle Haare. Das Bleichmittel bewirkt, dass den lästigen Härchen die Farbe entzogen wird und sie somit erblassen. Das hat den Vorteil, dass Ihr Damenbart weniger ins Auge sticht, die Gesichtsbehaarung ist dafür immer noch die gleiche. Hinzukommt, dass Sie den Bleichvorgang bereits nach ein bis zwei Wochen wiederholen müssen.
- Threading: Beim sogenannten Threading werden die Haare mit einem dünnen Faden entfernt. Dieser wird zwischen den Fingern beider Hände schnell gedreht und über die Oberlippe geführt. Laut Dr. Merkel die schonendste Methode für das Damenbart entfernen ist die Fadentechnik oder das Threading: “Am besten eine Threading-Technik erlernen und damit die Haare entfernen - oder es bei einer:m Kosmetiker:in machen lassen.” Das Ergebnis hält dann bis zu zwei oder drei Wochen.
Dauerhafte Methoden
Diese Methoden zielen darauf ab, die Haarfollikel dauerhaft zu zerstören und das Haarwachstum zu stoppen.
- Laser-Haarentfernung: Der Laserstrahl zerstört die Haarfollikel durch Wärme. "Deutlich effektiver als IPL ist es aber, die Haare mittels Laser zu behandeln.” Das funktioniert so: “Der Laser erkennt die dunkle Wachstumszone des Haares quasi an der Wurzel und zerstört es an dieser Stelle durch Wärme.” Einziger Haken: “Viele Geräte können dunkle Haare nur weglasern, wenn die Haut dazu im Kontrast möglichst hell ist.” Helle Haare kann man mit dem Laser nicht entfernen, die erkennt er nicht. Wenn die passenden Voraussetzungen gegeben sind, kann man die dunklen Haare in etwa sechs bis neun Behandlungen im Abstand von vier bis sechs Wochen entfernen lassen.
- IPL (Intense Pulsed Light): Ähnlich wie bei der Laserbehandlung werden Lichtimpulse verwendet, um die Haarfollikel zu zerstören. "Man kann Haare dauerhaft mit einem IPL-Gerät durch Licht entfernen”, so Dr. Merkel. Diese IPL-Geräte gibt es auch für den Heimgebrauch.
- Elektroepilation: Ein feiner Draht wird in den Haarfollikel eingeführt, und ein elektrischer Impuls wird ausgelöst, um das Follikel zu zerstören. Geeignet für helle Haare, aber schmerzhaft und zeitaufwendig.
Vor- und Nachteile der Methoden im Überblick
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Methoden zusammenfasst und ihre Vor- und Nachteile vergleicht:
| Methode | Vorteile | Nachteile |
| Rasieren | Schnell, einfach, kostengünstig | Haare wachsen schnell nach, Stoppelbildung |
| Zupfen | Präzise, kostengünstig | Schmerzhaft, zeitaufwendig, Hautreizungen |
| Waxing/Sugaring | Langanhaltend | Schmerzhaft, Hautreizungen, eingewachsene Haare |
| Epilieren | Langanhaltend | Schmerzhaft, Hautreizungen, eingewachsene Haare |
| Enthaarungscreme | Schmerzfrei, schnell | Hautreizungen, allergische Reaktionen, Geruch |
| Blondieren | Schonend | Nicht dauerhaft, muss wiederholt werden |
| Threading | Schonend, langanhaltend | Erfordert Können oder professionelle Hilfe |
| Laser/IPL | Dauerhaft | Teuer, mehrere Behandlungen erforderlich, nicht für alle Haartypen geeignet |
| Elektroepilation | Dauerhaft, für alle Haartypen geeignet | Schmerzhaft, zeitaufwendig, teuer |
Haarentfernung mit Laser: So gut ist die Methode wirklich I ARD Gesund
Fazit
Es gibt viele unterschiedliche Methoden, einen Damenbart zu entfernen. Sowohl temporäre Lösungen als auch dauerhafte Anwendungen tragen dazu bei, die feinen Haare über der Oberlippe zu entfernen. Welche Methode für dich am besten geeignet ist, hängt von deinem Budget, deinem Schmerzempfinden und deinem Komfortanspruch ab.
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