Barbie ohne Haare: Mattel setzt auf Vielfalt und Inklusion

Nürnberg - Lange Beine, makellose Haut und volles, glänzendes Haar - das sind die Eigenschaften, für die Barbie berühmt wurde. Doch der Spielzeughersteller Mattel hat in den letzten Jahren einen Wandel vollzogen und setzt verstärkt auf Vielfalt und Inklusion.

Eine Barbie mit Hautkrankheit, eine ganz ohne Haar und ein Ken mit Langhaarfrisur: Der Hersteller der Barbie-Puppen hat einige neue Modelle vorgestellt, die für mehr Vielfalt stehen sollen.

Mit den neuen Barbie-Designs bemüht sich Spielzeughersteller Mattel, die bisher zu wenig vertretenen Frauentypen, Körperformen und Kleidungsstile besser zu berücksichtigen.

Die neuen Barbies wurden auf der Spielwarenmesse in Nürnberg präsentiert - darunter auch eine Puppe ganz ohne Haare und eine dunkelhäutige Barbie mit goldener Beinprothese.

Die neue Fashionistas Linie in voller Pracht bei der Spielzeugmesse in Nürnberg.


Barbie Fashionistas Linie

Die neuen Modelle im Detail

Mattel erweitert die Linie Fashionistas um eine Barbie-Puppe ohne Haare, eine Puppe mit Vitiligo, eine Puppe mit einer goldenen Prothese, einen Ken mit langen, vollen Haaren und den ersten rothaarigen Ken überhaupt erweitert.

  • Barbie ohne Haare: Sie spiegelt die Haartrends vom Laufsteg bis zum Bürgersteig wider. Wenn ein Mädchen aus irgendeinem Grund Haarausfall hat, kann sie sich in dieser Kollektion wiederfinden.
  • Barbie mit Vitiligo: Da wir weiterhin neu definieren wollen, was es bedeutet, eine "Barbie" zu sein oder auszusehen wie eine “Barbie”, bieten wir eine Puppe mit Vitiligo in unserer Linie an. Diese ermöglicht es, dass Kinder beim Spielen noch mehr Geschichten sehen, die in der Welt um sie herum passieren. Bei der Entwicklung dieser Puppe hat Mattel mit einem Dermatologen zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass Vitiligo genau dargestellt wird. Vorbild dürfte wohl auch das weltbekannte kanadische Model Winnie Harlow sein, das die sogenannte Weißfleckenkrankheit hat.
  • Ken mit langen kräftigen Haaren: Kens neuester Stil ist ein Novum in der Linie der Fashionista Barbies und unterscheidet sich mit langen Haaren.

Darunter ist ein Ken mit langem Haar und Batik-Shirt - bislang war die Frisur des stets adretten Ken nur aufgemalt. Außerdem gibt es nun eine Puppe mit der Hautkrankheit Vitiligo. Dafür hätten die Designer mit einem Dermatologen zusammengearbeitet, teilte Spielzeughersteller Mattel mit.

Senior Vice President Lisa McKnight verdeutlicht: „Wir sind stolz darauf, dass Barbie die vielfältigste Puppenlinie auf dem Markt ist, die sich ständig weiterentwickelt, um die Welt, die Mädchen um sich herum sehen, besser zu reflektieren. Unser Engagement, die Welt besser widerzuspiegeln, regt Gespräche und Diskussionen kontinuierlich an und sorgt für Aufmerksamkeit. Dies sehen wir auch in den acht aufeinander folgenden Quartalen bestätigt, in denen wir Wachstum verzeichnen konnten.”

Mattel bietet aktuell Barbie-Puppen an, die in fünf Körpertypen, 22 Hautfarben, 76 Frisuren, 94 Haarfarben und 13 Augenfarben erhältlich sind. Ken Puppen sind in vier Körpertypen, 18 Figuren, 13 Hautfarben, neun Augenfarben und 22 Haarfarben erhältlich.


Vielfalt der Barbie-Puppen

Barbie Puppen Abenteuer | Willkommen in der Puppenwelt! | F.7-12

Barbie als Identifikationsfigur

Die diverseren Puppen sollen Mädchen dazu inspirieren, ein Spielzeug „zu finden, mit der sie sich identifizieren können“, so das Unternehmen mit 32.000 Mitarbeitern in einer Mitteilung. Man wolle „weiterhin neu definieren, was es bedeutet, eine ‚Barbie‘ zu sein oder auszusehen wie diese“, begründet Mattel die Entwicklung der Vitiligo-Puppe.

Kritik und Kontroverse

Nicht selten werden die Ankündigungen von der Kritik begleitet, dass ein Modell zu spät auf den Markt komme oder sich noch zu sehr nach veralteten Schönheitsidealen richte. Bereits vor einem Jahr hatte der Hersteller eine Puppe mit Beinprothese und eine im Rollstuhl auf den Markt gebracht - 60 Jahre zu spät, wie das Magazin Forbes damals urteilte.

Erfolg der diversen Modelle

Die alternativen Puppen sind auch im Verkauf für das Unternehmen ein Gewinn: Sieben der zehn meist verkauften Barbies des Jahres 2019 zählten zu den „divers“ bezeichneten Puppen, berichtet CBS News. Bereits 1997 gab es eine Barbie im Rollstuhl - „Becky“ wurde ein Verkaufsschlager.

Engagement für Nachhaltigkeit

Zudem will Mattel bis 2030 auf nachhaltige Materialien umstellen. Dann sollen die Spielzeuge und Verpackungen nur noch aus recycelten, wiederverwertbaren oder biobasierten Kunststoffen bestehen. Als einen ersten Schritt bringt Mattel Bauklötze aus Bio-Plastik auf den Markt, die zunächst in Großbritannien und übers Internet in Europa erhältlich sind. „Wir machen Fortschritte, wir sind aber noch nicht perfekt“, sagte Dickson.

tags: #Barbie #ohne #Haare #Ursachen

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