In Frankfurt und ganz Deutschland begegnen uns im Alltag ständig die Berufsbezeichnungen Friseur, Barbier oder Hairstylist. Doch was genau steckt eigentlich dahinter? Welche Ausbildung steckt dahinter? Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten?
In Frankfurt existiert eine breite Palette an Friseurtypen: klassische Salons, elegante Studios mit Spezialisierung auf Brautstyling, trendige Barbershops - bis hin zu Hairstylisten, die mit Modeagenturen zusammenarbeiten.
Wichtig: Die Begriffe sind nicht beliebig austauschbar - besonders wenn es um fachliche Qualifikationen geht.
Der klassische Friseur (oder die Friseurin) ist in Deutschland ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und deckt alle Aspekte der Haarpflege ab - für Männer, Frauen und Kinder.
Der Begriff „Barber“ hat seinen Ursprung im englischen Sprachraum und wird heute oft als moderner Begriff für den klassischen Herrenfriseur genutzt. Gerade in Städten wie Frankfurt finden sich moderne Barbershops in Stadtteilen wie Sachsenhausen, Bornheim oder Bockenheim.
Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff Barbier Bartschneider, womit der Fokus dieser friseurähnlichen Handwerkstätigkeit (!) bereits klar umrissen ist. Ein Barbier bedient männliche Kunden und bringt Bärte schneidend, rasierend oder auch trimmend in eine ansprechende Form. Es handelt sich also um ein Spezialgebiet, das auch Friseure anbieten.
In formaler Hinsicht wird es für Barbiere kompliziert, wenn sie nicht nur Bärte, sondern auch Haare schneiden wollen. Dann nämlich gelten die strikten Zulassungsbeschränkungen des Friseurhandwerks inklusive Meisterpflicht. Insofern ist es wichtig, zu Beginn die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Barber Shops zu prüfen und sich vom Friseurhandwerk abzugrenzen.
Klassischerweise sollte sich das Leistungsspektrum eines Barbiers auf die Rasur und die Bartpflege begrenzen. Ist das für die eigene Geschäftsidee angedacht, werden die formalen Hürden gering sein und eine klare Abgrenzung zur unmittelbaren Konkurrenz in Form von Friseuren ist möglich.
Barber Shops inszenieren sich oft als Orte der gelebten Männlichkeit, wodurch alleine durch die Einrichtung rein visuell ein deutlicher Unterschied zu Friseursalons besteht. Reine Herrensalons sind sehr selten anzutreffen, sodass Barber Shops rein strukturell betrachtet in eine interessante Marktlücke vorstoßen.
Der Begriff „Hairstylist“ ist nicht geschützt - das heißt, er kann vielfältig eingesetzt werden. Oft bezeichnet er kreative Profis, die z. B. bei Shootings, Shows oder für prominente Kunden tätig sind.
Sind Räumlichkeiten für die Eröffnung eines Barber Shops gefunden, müssen Genehmigungen eingeholt bzw. baurechtliche Voraussetzungen beachtet werden. Ist das Ladenlokal vorher anders genutzt worden, ist eine Nutzungsänderung zu erwirken. Falls vorher ein Friseur in den Räumen tätig war, dürfte es keine Probleme geben.
Falls Umbaumaßnahmen geplant werden, sind Anträge hierfür frühzeitig zu stellen. Es versteht sich bei diesem Handwerk von selbst, dass ein ausgereiftes Hygienekonzept vor der Eröffnung des Barber Shops vorhanden sein muss. Durch die Erfahrungen der Corona-Pandemie ist ein solches Konzept auch eine sinnvolle Prävention, um schnell auf mögliche Einschränkungen des Geschäftsbetriebs sofort reagieren zu können.
Grundsätzlich ist Tätigkeit eines Barbiers dem Friseurhandwerk zuzuordnen. Mit Blick auf die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Barber Shops kommt es darauf an, welche Haare geschnitten werden sollen. Bleibt der Barbier nur bei seiner Kernkompetenz Bart, darf der Shop ohne Meistertitel und Ausbildung eröffnet werden.
Anders sieht es aus, sobald der Barbier auch Frisuren anbietet: Dann handelt es sich um das Friseurhandwerk, für dessen selbstständige Ausübung ein Meistertitel notwendig ist (vergleiche Anlage A der Handwerksordnung). Zahlreiche Gerichtsurteile haben diese Auslegung bestätigt. Es ist nicht zulässig, sich nur auf wenige Frisuren zu beschränken.
Wer als Barbier auch das Haupthaar frisieren möchte, muss mit Blick auf die Gründungsvoraussetzungen Ausnahmeregelungen in der Handwerksordnung prüfen. Die Leipziger Beschlüsse zum Handwerksrecht aus dem Jahr 2020 haben einen Ausnahmefall für die Meisterpflicht definiert, wenn sich Antragsteller nur auf eine sehr begrenzte Spezialtätigkeit fokussieren.
Das heißt also zusammenfassend: Wer in seinem Barber Shop auch Frisuren anbieten möchte, muss sich bei fehlendem Meistertitel mit den Ausnahmen befassen und einen Antrag stellen. Das spricht aber keinesfalls gegen die Gründung eines Barber Shops, zumal dieser sich mit einem Ambiente und den Dienstleistungen deutlich von einem Friseur abhebt.
Die Anzahl der Friseurbetriebe, die ohne Meistertitel geführt werden, weicht von Kammer zu Kammer ab. Mancherorts werden aber mehr als 20 % der Betriebe legal ohne Meistertitel geführt. Möglich ist das durch Ausnahmeregeln, die vor allem in § 8 der Handwerksordnung beschrieben werden. Demnach können Gründer die Meisterpflicht umgehen, indem sie einen Meister einstellen.
Auch langjährige Berufserfahrung kann als gleichwertiger Ersatz angesehen werden. Was die oben angesprochene Spezialtätigkeit angeht, so haben zahlreiche Gerichtsurteile gegen den Fokus auf das Herrenfach gesprochen.
Klassischerweise stilisieren sich Barber Shops eher mit einem Oldschool-Look: Wertige Ledersessel, dunkle Farben und eine Whiskey Bar lassen beispielsweise erkennen, dass es sich hier um einen Rückzugsort handelt, an dem Männlichkeit ausgelebt wird. Und hierbei spielt das Tragen eines Bartes und dessen regelmäßige Pflege eine wichtige Rolle.
Das Konzept für den eigenen Barber Shop muss also mit einem hohen Wohlfühlfaktor überzeugen: Idealerweise wollen sich Männer hier nicht nur den Bart schneiden lassen, sondern eine relaxte Auszeit vom Alltag genießen. Das Leistungsspektrum ist daher genau auf die Kundenwünsche abzustimmen. Geschichtsmassagen oder ein bestimmter Musikstil können für eine besondere Atmosphäre sorgen, die den Barber Shop unverwechselbar machen.
Die genaue Anzahl lässt sich nur schwer beziffern, da Betriebe ohne Meister nicht in der Handwerksrolle eingetragen sind. Daher sind viele Barber Shops formal als Friseursalon erfasst (was auch die Konkurrenzanalyse erschweren kann). Diese Ausgangslage zeigt, warum eine aussagekräftige Standortanalyse notwendig ist.
In jedem Fall sind in den letzten Jahren in Innenstädten immer öfter Barber Shops zu sehen. Es handelt sich ganz offensichtlich um einen Wachstumstrend, der auch für die hier geschäftlich im Fokus stehenden Bärte gilt!
Der Eindruck, den man(n) unterwegs gewinnen kann, trügt nicht: Der Bart ist wieder modern und viele Männer tragen ihn mit großem Selbstbewusstsein. Umfragen zeigen, dass ca. 45 % der deutschen Männer einen Bart tragen, und zwar quer durch alle Altersschichten. Auch junge Männer tragen wieder vermehrt Bart, sodass die Zielgruppe für diese Geschäftsidee breit gefächert ist.
Hinzu kommt, dass die Bartpflege und entsprechende Produkte in der Werbung eine sehr präsente Rolle spielen. Insofern wird deutlich, dass die geschäftlichen Chancen eines Barber Shops mit dem Verkauf von Pflegeprodukten vergrößert werden können.
Wo wir schon bei den Barttrends sind, lohnt sich für die Ausarbeitung des Leistungsspektrums ein Blick auf diese Zahlen:
| Bartstil | Anteil |
|---|---|
| 3-Tage-Bart | 33% |
| Vollbart | 18% |
| Schnauzer | 14% |
Wer das finanzielle Risiko scheut und nicht sofort einen Barber Shop eröffnen will, kann seine Dienstleistungen auch mobil anbieten. Das kann auf der Straße mit einem Stuhl und einem mobilen Stand oder auch bei Kunden zuhause erfolgen. In diesem Fall wäre für die selbstständige Berufsausübung eine Reisegewerbekarte notwendig.
Dieser Einstieg ist schnell und flexibel sowie vor allem ohne große Kosten möglich. Hat sich nach einigen Monaten ein fester Kundenstamm gebildet und der Barbier sich einen Namen im Viertel gemacht, kann die Eröffnung eines Barber Shops nun der nächste Schritt sein. Auch für diese Form der Berufsausbildung gilt: Sobald die Schere am Kopf schneidet, greift die Meisterpflicht des Friseurhandwerks.
Mit der Stuhlmiete können beide Seiten diesen scheinbaren Konflikt aber zu ihren Gunsten auflösen: Ein selbstständiger Barbier kann flexibel Stühle bei Friseuren mieten und dort seine Dienstleistungen anbieten (ggf. auch als Ergänzung zu einem mobilen Service). Friseure holen sich die ansonsten schädliche Konkurrenz direkt und Haus.
Sie können ihr Dienstleistungsspektrum ausweiten, für eine größere Zielgruppe interessant werden und die Auslastung insgesamt erhöhen. Wer sich für diesen Ansatzpunkt interessiert, sollte vor dem Schritt in die Selbstständigkeit als Barbier das Gespräch mit Friseursalons suchen.
Wo ist der nächste Barber Shop? Bei dieser wahrscheinlichen Suchanfrage sollte der eigene Barber Shop möglichst weit oben zu finden sein. Das gelingt mit einer modernen, suchmaschinenoptimierten Homepage, die bereits einen Blick auf die Preise, Leistungen sowie in den Barber Shop ermöglicht.
Ein Blog mit Trends rund um den Bart kann die eigene Bekanntheit ebenfalls erhöhen. Zudem ist es möglich, sich auf diesem Weg als echter Bartexperte in Szene zu setzen.
Wie oft zum Barber Shop? Diese Frage sollten Barbiere mit Kunden individuell besprechen und so von Beginn an mit Fachberatung einen aktiven Beitrag für die Kundenbindung leisten. Durch die Vergabe von neuen Terminen wird für eine hohe Auslastung und eine bessere finanzielle Planbarkeit gesorgt.
Wichtig wird es sein, Kunden beim ersten Besuch im Barber Shop ein positives Erlebnis zu bereiten. Gelingt dies, sind Folgebesuche und persönliche Weiterempfehlungen sehr wahrscheinlich. Das sind beste geschäftliche Voraussetzungen, um den Barber Shop am Markt zu etablieren und ihn langfristig auf einen Wachstumskurs zu bringen.
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