Haarausfall betrifft viele Menschen und der Markt an Produkten, die den Haarverlust stoppen sollen, ist groß. Beliebt sind Shampoos gegen Haarausfall, weil sie leicht verfügbar und nahezu ohne Nebenwirkungen sind. Sie versprechen, das Haar wieder voller und schneller wachsen zu lassen. Doch nicht auf alle Versprechen der Shampoo-Hersteller kann man sich verlassen.
Hersteller von Haarausfall-Shampoos versprechen große Wirkungen. Doch was ist wirklich dran?
Bewertung: Wenn eine Haarwurzel abgestorben ist, bildet sie kein Haar mehr aus. Das ist ein Fakt!
Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die in Haarausfall-Shampoos enthalten sind. Aber welches Mittel gegen Haarausfall ist wirksam?
Auch vielen weiteren pflanzlichen Produkten wie Haferflocken, Knoblauch, Apfelessig oder Brennnesselextrakt wird eine das Haarwachstum unterstützende Wirkung nachgesagt.
Zu den Wichtigsten gehört zum Beispiel Alpecin. Die Haarausfall-Shampoos von Alpecin enthalten den Wirkstoff Koffein. Der Anwender hat die Auswahl zwischen verschiedenen Düften. Zusätzlich gibt es Shampoos mit weiteren Inhaltsstoffen wie Taurin oder verschiedenen Mikronährstoffen.
Bekannt sind auch Shampoos von Ducray. Die Anti-Haarausfall-Produkte enthalten neben Vitamin B5 und Biotin den Inhaltsstoff Monolaurin. Das ist ein Stoff, der auch in Muttermilch und Kokosöl enthalten ist. Er hat antimikrobielle Eigenschaften und kann die Haare vor Infektionen, die mit Haarausfall einhergehen, schützen. Zusätzlich können haarschädliche freie Radikale gemindert werden. Auch durchblutungsfördernde Eigenschaften werden dem Monolaurin nachgesagt.
Ebenfalls häufig angewandt bei erblich bedingtem Haarausfall werden Shampoos von Regaine. Auch Lösungen zum Auftragen auf die Kopfhaut sind erhältlich. Als Wirkstoff enthalten die Produkte von Regaine Minoxidil.
Weiterer Klassiker ist Plantur 21. Es gibt verschiedene Plantur-Shampoos, die jeweils den Wirkstoff Koffein enthalten. Plantur 21 ist primär für dünnes Haar und vermehrten Haarausfall durch Stress und Nährstoffmangel gedacht. Es enthält zusätzlich verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die das Haar kräftig und widerstandsfähig machen sollen.
Die meisten Produkte sollten ein- bis zweimal täglich benutzt werden. Je nach Haarlänge sollte eine etwa walnussgroße Portion Shampoo aufgetragen und im kompletten Haar verteilt werden. Lauwarmes Wasser reicht aus, es sollte zum Schutz der Haare nicht zu heiß sein. Wer zusätzlich ein stärkendes Haarwasser verwenden möchte, kann dies nach dem Trocknen der Haare auftragen.
Das Shampoo öfter als empfohlen anzuwenden, kann potenzielle Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Juckreiz und Trockenheit der Kopfhaut verstärken. Außerdem kann zu häufiges Waschen zum Austrocknen der Haare führen. Insbesondere bei Shampoos mit dem Wirkstoff Minoxidil kann es im Fall einer Überdosis auch zu Blutdruckstörungen, Schwindel oder Übelkeit mit Erbrechen kommen.
Das Wichtigste, um die richtige Therapie gegen Haarausfall zu finden, ist, dass die zugrundeliegende Ursache ermittelt wurde. Nur dann kann eine Therapie gezielt angreifen.
Die häufigste Ursache von Haarausfall ist der erblich bedingte Haarverlust, auch androgenetische Alopezie genannt. Hier handelt es sich um eine hormonell bedingte Form von Haarausfall, bei der die Haarwurzeln überempfindlich auf das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) reagieren. Es ist die häufigste Form von Haarausfall, die vor allem Männer ab dem 20. Lebensjahr und Frauen ab den Wechseljahren betrifft. Abhilfe schaffen können Minoxidil-Shampoo oder bio-regenerative Methoden.
Es kann manchmal schwierig sein, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Es bilden sich runde, komplett kahle Stellen auf der Kopfhaut. Als Therapie werden vor allem Cortison-Präparate eingesetzt. Aber auch verschiedene lokale Mittel, Bestrahlung mit UV-Licht, Immunsuppressiva oder eine bio-regenerative Therapie können helfen.
Zu den selteneren Formen von Haarausfall zählen die psychische Erkrankung Trichotillomanie, Haarverlust durch Verätzungen oder Verbrennungen oder die Traktionsalopezie.
Uneingeschränkt zu empfehlen ist kein einziges Mittel, die meisten wirken überhaupt nicht oder enthalten sogar schädliche Zusätze. Das einzige Medikament, was lokal aufgetragen wirklich eine nachgewiesene Wirkung gegen Haarausfall hat, ist Minoxidil. Die meisten Hersteller haben auf Anfrage der Testanbieter keine seriösen Studien zur Wirksamkeit ihrer Produkte vorlegen können.
Da Haarausfall für viele Menschen ein wichtiges und emotionales Thema ist, ist es für die Shampoo-Hersteller ein großer Markt. Die Wirkung der Shampoos ist oft fraglich, es wird mit den Sorgen und Ängsten der Menschen gespielt. Das Wichtigste, damit ein Shampoo überhaupt die Möglichkeit hat zu wirken, ist, dass die individuelle Ursache des Haarausfalls gefunden wurde.
Bei Haarausfall ist es wie bei jedem anderen Symptom und jeder anderen Krankheit auch: Ein Medikament kann noch so gut sein - wenn es falsch eingesetzt wird, ist es wirkungslos. Ist der zur richtigen Ursache passende Wirkstoff gefunden, kann ein Shampoo helfen, Haarausfall zu vermindern. Allerdings gibt es nur einen Wirkstoff, Minoxidil, der auch eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hat. In Einzelfällen kann Alfatradiol nützlich sein.
Deutlich effektiver wirken regenerative Methoden gegen Haarausfall.
Schon mit einfachen Hausmitteln kann man dem Haar etwas Gutes tun. Eine Spülung mit einem hochwertigen Öl wie Kokosöl, Arganöl oder Olivenöl kann das Haar geschmeidig machen. Eine Kopfmassage sorgt für eine gute Durchblutung, sodass Sauerstoff und Nährstoffe zur Haarwurzel gelangen können.
Oft ist bei der Haarpflege weniger mehr: Es gibt eine ganze Reihe Dinge, die dem Haar schaden können und auf die man daher verzichten sollte. Wer alleine nicht weiterkommt, sollte sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfall-Behandlungen wenden.
Dort stehen verschiedene regenerative Therapien zur Verfügung, die helfen können, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen. Dazu gehört die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma), bei der aufbereitetes Eigenblut in die Kopfhaut injiziert wird. Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Stammzellentherapie, durch die wertvolle Zytokine und Wachstumsfaktoren in die Kopfhaut gebracht werden können. Auch die Möglichkeit einer Laser-Behandlung der Kopfhaut steht zu Verfügung.
Wenn alles nicht hilft, besteht für die meisten Betroffenen die Option einer Haartransplantation. Dabei werden Spenderhaare aus Bereichen dichten Haarwachstums entnommen und an die kahlen Stellen transplantiert. Voraussetzung dafür ist, dass noch genügend eigenes Haar vorhanden ist.
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