Balea Shampoo im Test: Was hilft wirklich gegen Haarausfall?

Haarausfall betrifft viele Menschen und der Markt an Produkten, die den Haarverlust stoppen sollen, ist groß. Beliebt sind Shampoos gegen Haarausfall, weil sie leicht verfügbar und nahezu ohne Nebenwirkungen sind. Sie versprechen, das Haar wieder voller und schneller wachsen zu lassen. Doch nicht auf alle Versprechen der Shampoo-Hersteller kann man sich verlassen.

Die Versprechen der Hersteller

Hersteller von Haarausfall-Shampoos versprechen große Wirkungen. Doch was ist wirklich dran?

  1. Versprechen Nr. 1: Das Haarwachstum wird angeregt.
    • Beim erblich bedingten Haarausfall sind in fortgeschrittenen Stadien die Haarwurzeln zugrunde gegangen, sodass sie keine neuen Haare mehr produzieren können.
    • Es gibt andere Formen des Haarverlusts, die prinzipiell reversibel sind. Meistens handelt es sich bei den reversiblen Formen um einen diffusen Haarausfall, zum Beispiel durch Nährstoffmangel oder eine Chemotherapie. Wird die Ursache behoben, kommt das Haarwachstum von alleine wieder.

    Bewertung: Wenn eine Haarwurzel abgestorben ist, bildet sie kein Haar mehr aus. Das ist ein Fakt!

  2. Versprechen Nr. 2: Koffein fördert das Haarwachstum.
    • Das Werbeversprechen ist, dass die Wirksamkeit in In-vitro-Studien belegt wurde. Werden Zellkulturen im Labor mit einer koffeinhaltigen Lösung zusammengebracht, ist das Zellwachstum verbessert.
    • "In-vitro" bedeutet, dass es im Reagenzglas funktioniert.
  3. Versprechen Nr. 3: Shampoos reparieren kaputtes Haar.
    • Kaputtes, brüchiges Haar und Spliss entstehen durch negative Einflüsse von außen. Wird das Haar regelmäßig gefärbt oder geglättet, falsch gebürstet oder mit dem Handtuch zu fest trocken gerubbelt, reißen die Haarschuppen auf.
    • Shampoos, die eine "Haarreparatur" versprechen, wirken auf zwei unterschiedliche Arten. Entweder enthält das Shampoo Silikone, die sich als feine Tröpfchen auf dem Haar ablagern und dadurch eine Schutzschicht bilden.
    • Beides besteht aber nur bis zur nächsten Wäsche. Das gesunde Haar muss von der Wurzel aus nachwachsen.

Welche Wirkstoffe sind in Haarausfall-Shampoos enthalten?

Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die in Haarausfall-Shampoos enthalten sind. Aber welches Mittel gegen Haarausfall ist wirksam?

  • Keratin: Der Hauptbestandteil von Haaren ist das Eiweiß Keratin. Durch zu wenig Keratin kann das Haar glanzlos und brüchig werden.
  • Biotin: Ein wichtiger Baustein, der zur Herstellung von Keratin benötigt wird, ist das Vitamin Biotin.
  • Koffein: Koffein hat auf Zellkulturen im Labor einen wachstumsfördernden Effekt und soll deshalb das Haarwachstum positiv beeinflussen. Dennoch ist die medizinische Wirkung von Koffein-Shampoos unklar. Zudem geht das Haarwachstum von der Haarwurzel aus, die unter der Kopfhaut liegt.
  • Arganöl: Arganöl wird aus den Früchten des Arganbaums gewonnen. Sie können trockene und schuppige Kopfhaut beruhigen und Juckreiz lindern. Es dient dazu, die Haarstruktur zu stärken und das Haar kräftig wachsen zu lassen.
  • Provitamin B5: Es ist ein wichtiger Baustein für den Auf- und Abbau von Fettsäuren, Aminosäuren und Kohlenhydraten.
  • Taurin: Taurin ist eine Aminosäure, die ein wichtiger Bestandteil von Keratin ist. Zusätzlich senkt Taurin den Cortisol-Spiegel.
  • Alfatradiol: Alfatradiol wird lokal bei hormonell bedingtem Haarausfall angewandt.
  • Minoxidil: Minoxidil ist eines der häufigsten verwendeten medizinischen Präparate zur Behandlung von Haarausfall. Lokal auf der Kopfhaut angewandt, soll er angeblich für ein verstärktes Haarwachstum sorgen. Diese Pseudo-Wirkung von lokal angewandtem Minoxidil ist durch die Aktivierung von Haaren, aus der Ruhe- in die Wachstumsphase zu erklären.
  • Aloe Vera: Zusätzlich enthält die Pflanze Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Kalium und Zink, die ebenfalls dem Haarwachstum zuträglich sind.

Auch vielen weiteren pflanzlichen Produkten wie Haferflocken, Knoblauch, Apfelessig oder Brennnesselextrakt wird eine das Haarwachstum unterstützende Wirkung nachgesagt.

Bekannte Marken und ihre Inhaltsstoffe

Zu den Wichtigsten gehört zum Beispiel Alpecin. Die Haarausfall-Shampoos von Alpecin enthalten den Wirkstoff Koffein. Der Anwender hat die Auswahl zwischen verschiedenen Düften. Zusätzlich gibt es Shampoos mit weiteren Inhaltsstoffen wie Taurin oder verschiedenen Mikronährstoffen.

Bekannt sind auch Shampoos von Ducray. Die Anti-Haarausfall-Produkte enthalten neben Vitamin B5 und Biotin den Inhaltsstoff Monolaurin. Das ist ein Stoff, der auch in Muttermilch und Kokosöl enthalten ist. Er hat antimikrobielle Eigenschaften und kann die Haare vor Infektionen, die mit Haarausfall einhergehen, schützen. Zusätzlich können haarschädliche freie Radikale gemindert werden. Auch durchblutungsfördernde Eigenschaften werden dem Monolaurin nachgesagt.

Ebenfalls häufig angewandt bei erblich bedingtem Haarausfall werden Shampoos von Regaine. Auch Lösungen zum Auftragen auf die Kopfhaut sind erhältlich. Als Wirkstoff enthalten die Produkte von Regaine Minoxidil.

Weiterer Klassiker ist Plantur 21. Es gibt verschiedene Plantur-Shampoos, die jeweils den Wirkstoff Koffein enthalten. Plantur 21 ist primär für dünnes Haar und vermehrten Haarausfall durch Stress und Nährstoffmangel gedacht. Es enthält zusätzlich verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die das Haar kräftig und widerstandsfähig machen sollen.

Anwendung und Dosierung

Die meisten Produkte sollten ein- bis zweimal täglich benutzt werden. Je nach Haarlänge sollte eine etwa walnussgroße Portion Shampoo aufgetragen und im kompletten Haar verteilt werden. Lauwarmes Wasser reicht aus, es sollte zum Schutz der Haare nicht zu heiß sein. Wer zusätzlich ein stärkendes Haarwasser verwenden möchte, kann dies nach dem Trocknen der Haare auftragen.

Das Shampoo öfter als empfohlen anzuwenden, kann potenzielle Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Juckreiz und Trockenheit der Kopfhaut verstärken. Außerdem kann zu häufiges Waschen zum Austrocknen der Haare führen. Insbesondere bei Shampoos mit dem Wirkstoff Minoxidil kann es im Fall einer Überdosis auch zu Blutdruckstörungen, Schwindel oder Übelkeit mit Erbrechen kommen.

Die richtige Therapie finden

Das Wichtigste, um die richtige Therapie gegen Haarausfall zu finden, ist, dass die zugrundeliegende Ursache ermittelt wurde. Nur dann kann eine Therapie gezielt angreifen.

Die häufigste Ursache von Haarausfall ist der erblich bedingte Haarverlust, auch androgenetische Alopezie genannt. Hier handelt es sich um eine hormonell bedingte Form von Haarausfall, bei der die Haarwurzeln überempfindlich auf das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) reagieren. Es ist die häufigste Form von Haarausfall, die vor allem Männer ab dem 20. Lebensjahr und Frauen ab den Wechseljahren betrifft. Abhilfe schaffen können Minoxidil-Shampoo oder bio-regenerative Methoden.

Es kann manchmal schwierig sein, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Es bilden sich runde, komplett kahle Stellen auf der Kopfhaut. Als Therapie werden vor allem Cortison-Präparate eingesetzt. Aber auch verschiedene lokale Mittel, Bestrahlung mit UV-Licht, Immunsuppressiva oder eine bio-regenerative Therapie können helfen.

Zu den selteneren Formen von Haarausfall zählen die psychische Erkrankung Trichotillomanie, Haarverlust durch Verätzungen oder Verbrennungen oder die Traktionsalopezie.

Das ernüchternde Ergebnis der Tests

Uneingeschränkt zu empfehlen ist kein einziges Mittel, die meisten wirken überhaupt nicht oder enthalten sogar schädliche Zusätze. Das einzige Medikament, was lokal aufgetragen wirklich eine nachgewiesene Wirkung gegen Haarausfall hat, ist Minoxidil. Die meisten Hersteller haben auf Anfrage der Testanbieter keine seriösen Studien zur Wirksamkeit ihrer Produkte vorlegen können.

Da Haarausfall für viele Menschen ein wichtiges und emotionales Thema ist, ist es für die Shampoo-Hersteller ein großer Markt. Die Wirkung der Shampoos ist oft fraglich, es wird mit den Sorgen und Ängsten der Menschen gespielt. Das Wichtigste, damit ein Shampoo überhaupt die Möglichkeit hat zu wirken, ist, dass die individuelle Ursache des Haarausfalls gefunden wurde.

Bei Haarausfall ist es wie bei jedem anderen Symptom und jeder anderen Krankheit auch: Ein Medikament kann noch so gut sein - wenn es falsch eingesetzt wird, ist es wirkungslos. Ist der zur richtigen Ursache passende Wirkstoff gefunden, kann ein Shampoo helfen, Haarausfall zu vermindern. Allerdings gibt es nur einen Wirkstoff, Minoxidil, der auch eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hat. In Einzelfällen kann Alfatradiol nützlich sein.

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Deutlich effektiver wirken regenerative Methoden gegen Haarausfall.

Alternative Hausmittel

Schon mit einfachen Hausmitteln kann man dem Haar etwas Gutes tun. Eine Spülung mit einem hochwertigen Öl wie Kokosöl, Arganöl oder Olivenöl kann das Haar geschmeidig machen. Eine Kopfmassage sorgt für eine gute Durchblutung, sodass Sauerstoff und Nährstoffe zur Haarwurzel gelangen können.

Oft ist bei der Haarpflege weniger mehr: Es gibt eine ganze Reihe Dinge, die dem Haar schaden können und auf die man daher verzichten sollte. Wer alleine nicht weiterkommt, sollte sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfall-Behandlungen wenden.

Dort stehen verschiedene regenerative Therapien zur Verfügung, die helfen können, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen. Dazu gehört die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma), bei der aufbereitetes Eigenblut in die Kopfhaut injiziert wird. Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Stammzellentherapie, durch die wertvolle Zytokine und Wachstumsfaktoren in die Kopfhaut gebracht werden können. Auch die Möglichkeit einer Laser-Behandlung der Kopfhaut steht zu Verfügung.

Wenn alles nicht hilft, besteht für die meisten Betroffenen die Option einer Haartransplantation. Dabei werden Spenderhaare aus Bereichen dichten Haarwachstums entnommen und an die kahlen Stellen transplantiert. Voraussetzung dafür ist, dass noch genügend eigenes Haar vorhanden ist.

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