Es gibt viele Mythen und alte Gewohnheiten rund um das Thema Babyhaare, insbesondere die Vorstellung, dass das Rasieren oder Schneiden der Haare das Wachstum fördert. In diesem Artikel erklären wir, warum das nicht stimmt und geben Ihnen einige wertvolle Informationen zur Haarentwicklung von Babys.
Es gibt eine weit verbreitete Annahme, dass das Haar eines Babys voller oder stärker wird, wenn es nach der Geburt rasiert oder kurz geschnitten wird. Diese Praxis ist in einigen Kulturen sehr verbreitet, jedoch hat sie keinerlei wissenschaftlichen Hintergrund.
Haar wächst aus den Haarfollikeln, die sich unter der Kopfhaut befinden. Was Sie mit dem bereits gewachsenen Haar tun, beeinflusst nicht das Haar, das sich im Follikel entwickelt. Auch das Rasieren oder Schneiden der Haare hat keine Auswirkungen auf das Wachstum neuer Haare.
Rein wissenschaftlich gesehen, hat die Rasur des Kopfes keinerlei Auswirkung auf das spätere Haarwachstum. Wie kräftig das Haar des Kindes wird, hängt ganz von seiner Veranlagung ab.
In einigen Kulturen wird die Kopfrasur des Neugeborenen auch als Reinigungsritual betrachtet, um Verunreinigung und Krankheit vorzubeugen.
Im europäischen und amerikanischen Kulturkreis kursiert die Information, dass man seinem Baby die Haare erst nach Ende des ersten Lebensjahres schneiden soll. Dieses Gerücht hält sich hartnäckig, obwohl es auf reinem Aberglauben beruht. Früher war man überzeugt, dass es Unglück bringt, einem Baby die Haare zu schneiden.
Die Haarpracht zum Zeitpunkt der Geburt ist vom Hormonspiegel während der Schwangerschaft abhängig und sagt in den seltensten Fällen etwas darüber aus, wie die Haare des älteren Kindes oder Erwachsenen sein werden. Farbe oder Struktur des Haares werden hauptsächlich vererbt.
Es ist völlig normal, dass Babys in den ersten Monaten nach der Geburt Haare verlieren. Bei sehr ausgeprägtem Haarausfall kann es sich um sogenanntes „telogenes Effluvium“ handeln. Dies ist ein natürlicher Prozess, bei dem die alten Haare ausfallen, um Platz für neue zu machen. Dazu kommt es oft zirka 3 bis 4 Monate nach der Geburt.
Das nachwachsende Haar kann dicker, lockiger oder sogar eine andere Farbe haben. Diese Veränderung hängt jedoch vor allem von den Genen des Babys ab, nicht von der Art und Weise, wie Sie das Haar pflegen.
Auch wenn Dein Kind bei Geburt einen vollen Haarschopf hat, verliert es seine Pracht ca. im 3. Lebensmonat. Babys Kopfumfang nimmt zu, die Kopfhaut wird gedehnt, der Hormoneinfluss der Mutter lässt nach - und die Haare fallen aus. Was allein schon der Hormonmangel bewirkt, erlebt fast jede Frau mit Schrecken an ihrem eigenen Haar.
Weil mehr Haare ausfallen als nachwachsen, kann es passieren, dass ein Baby nun mehr oder weniger kahlköpfig wird.
Babys entwickeln häufig eine sogenannte „Liegeglatze“, wenn es auf dem Rücken liegt, denn Druck und Reibung fördert das Ausfallen. Allerdings auch nur, wenn das Haar sich in einer Wachstumsphase befindet, in der es sowieso bald ausfallen würde. Sobald das Baby sich mehr bewegt und aktiver wird, verschwindet die kahle Stelle. Versuche das Baby regelmäßig in eine andere Position zu bringen.
Nach dem Friseurbesuch sieht das Haar oft voller und gesünder aus. Das liegt daran, dass die Spitzen abgeschnitten werden und das Haar gleichmäßiger aussieht. Dies ist jedoch eine optische Täuschung und hat keinen Einfluss auf das tatsächliche Haarwachstum.
Obwohl das Schneiden des Haares keinen Einfluss auf das Wachstum hat, möchten manche Eltern das Haar ihres Babys aus ästhetischen Gründen kürzen. Wenn Sie das Haar Ihres Babys trotzdem rasieren oder schneiden möchten, ist es wichtig, vorsichtig zu sein und sicherzustellen, dass die empfindliche Kopfhaut nicht verletzt wird.
Wenn sie Ihrem Baby die Haare schneiden, geben Sie gut auf die Fontanellen acht - jene Stellen der Schädelplatte, die noch nicht zusammengewachsen sind. Die größte liegt mittig auf dem Oberkopf und ist erst nach etwa zwei Jahren vollständig geschlossen.
Es ist einfacher als Du denkst, lauwarmes Wasser genügt in der Regel, Du kannst auch einen feuchten Schwamm oder weichen Waschlappen zur Hilfe nehmen. Stelle immer sicher niemals Druck auf den Kopf des Babys auszuüben. Die Schädeldecke ist bei Babys noch nicht geschlossen (Fontanellen) und daher sehr empfindlich. Trockne das Köpfchen nach der Haarwäsche mit einem flauschigen Handtuch vorsichtig ab. Die Benutzung des Föns muss vorsichtig umgesetzt werden, um Verbrennungen durch den heißen Luftstrom zu vermeiden.
Wann ihr Eurem Baby zum ersten Mal die Haare schneidet bestimmt ihr allein, lasst Euch nicht hineinreden oder von „gut gemeinten“ Ratschlagen der Verwandten beeinflussen. Solltet ihr selbst Hand anlegen wollen und Eurem Kind die Haare schneiden, achtet auf Sicherheit. Verwende eine abgerundete Schere und versucht es zu zweit, einer lenkt das Kind ab, einer schneidet. Alternativ kannst du auch zum Frisör gehen. Suche dir am besten einen Frisör, der oft Kindern die Haare schneidet. Es gibt zum Beispiel Frisöre mit speziellem Kinderstuhl. Oft klappt es besser, wenn das Kind dabei auf Mamas oder Papas Schoß sitzen darf.
Stillhalten will gelernt sein: Beim Frisieren von Kleinkindern ist nicht nur Übung, sondern auch Geduld gefragt. Wenn Sie Ihrem Baby die Haare schneiden wollen, brauchen Sie Zeit, Gelassenheit und eine ruhige Hand.
Sie sind kein geborener Figaro?
Als Faustregel gilt: Sobald dem Baby die Haare in die Augen fallen, sollten sie gekürzt werden.
Sie fühlen sich zu unsicher, um den ersten Haarschnitt selbst zu übernehmen?
Manche Babys werden schon mit üppigem Haar geboren, andere haben nur einen zarten Flaum auf dem Kopf. Auch ein haarloses Köpfchen ist völlig unbedenklich. Fülle, Struktur und Haarfarbe können jetzt noch variieren und sagen nichts über die spätere Beschaffenheit der Haare aus. So kann z. B. Bekommen Sie als Eltern keine Angst: Haarausfall ist bei Säuglingen ganz normal.
Babyhaare wachsen meist im gleichen Tempo, sodass sie zu einer ähnlichen Zeit ausfallen. Keine Sorge: Eine unregelmäßige Kopfbehaarung kommt bei den gesündesten Babys vor - z. B. wenn Ihr Kind immer auf derselben Seite liegt.
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Eincremen, baden, Nägel kürzen: Hier finden Sie passende Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Körperpflege der Kleinsten. Die Fingernägel von Babys wachsen insbesondere in den ersten Lebensmonaten rasend schnell.
Bereits ganz früh in der Schwangerschaft, etwa bis zur 12. Schwangerschaftswoche bilden sich die Haarfollikel.
Noch im Mutterleib wächst das sogenannte Lanugohaar. Diese Flaumbehaarung bewahrt die zarte Haut davor, durch das Fruchtwasser aufzuweichen. Sie fällt gegen Ende der Schwangerschaft aus, Reste davon sind aber häufig noch nach der Geburt zu sehen, vor allem an den Augenbrauen und auf den Schultern.
Die ersten echten Haare der Körperbehaarung heißen Vellushaare oder Wollhaare. Sie haben noch kein Mark, sind sehr fein und kaum pigmentiert. Deshalb dunkelt eine blasse Haarfarbe, wenn die Pigmente hinzukommen, meist mir der Zeit nach. Bürsten kannst du den Flaum mit einer weichen Babybürste.
Ob dein Baby mit oder ohne Kopfhaare auf die Welt kommt, hat nichts damit zu tun, ob es später dichtes oder lichtes Haar haben wird. Manche Neugeborene haben schon einen richtigen Wuschelkopf und andere eben nicht - jede Variante ist völlig normal. Es kann sein, dass es ein, zwei Jahre dauert, bis dem Säugling ein Haarschopf wächst. Keine Sorge, das wird schon!
In der Pubertät sorgen Hormone dafür, dass aus dem Vellushaar das "erwachsene", kräftige und vollständig pigmentierte Terminalhaar wird. Jedes Haar fällt irgendwann aus. Seine Wachstumsphase hält durchschnittlich vier Jahre an. In der folgenden Übergangs- oder Rückbildungsphase wird das Wachstum langsam gestoppt und in der Ruhephase fällt es aus. Dann beginnt der Kreislauf von Neuem. Bei Babys muss sich dieser Wachstumszyklus der Haare erst einpendeln. Auch Hormone spielen dabei eine Rolle.
In der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel der Mutter erhöht, was die Haare länger in der Wachstumsphase hält. Nach der Geburt fällt der Wert deutlich ab - auch beim Baby. Auf einen Schwung kommen also viel mehr Haare als üblich in die Ruhephase. Dann fallen schonmal deutlich mehr Haare aus, als gerade nachwachsen und bei einem dunkleren Haarschopf können kahle Stellen sichtbar werden. Auch bei Kindern mit hellem Haar kommt es ein paar Monate nach der Geburt zu diesem Haarausfall, nur ist er bei ihnen unauffälliger, weil die Haare so fein und flaumig sind.
Nein. Schneiden, rasieren, dran ziehen - das bringt alles nichts. Es hilft nur Geduld, diesen natürlichen Prozess geschehen zu lassen. Warte einfach ab, bis die Haare von alleine sprießen. Das kommt schon. Und außerdem ist ja jeder Babykopf süß und bezaubernd.
Außer bei vererbtem schwarzen Haar ist das feine Babyhaar nur wenig pigmentiert und deshalb häufig hell. Kommen die Pigmente (Eumelanin und Phäomelanin) hinzu, kann es daher später noch nachdunkeln. Es können beispielsweise Kinder auch mit einem dunklen Schopf zur Welt kommen und später eher brünett sein. Denn erst mit dem Terminalhaar steht der Ton der endgültigen Haarfarbe fest.
Und auch, ob das Haar gelockt bleibt. Die Färbung hängt von der Mischung der Melaninpigmente ab. Je größer der Anteil an Eumelanin, umso dunkler die Haarfarbe - je mehr Phänomelanin, desto rötlicher. Ob dein Kind Locken hat oder schnurglattes Haar, ob es dick oder fein ist und wie viele Haare den Schopf bilden, ist ebenfalls genetisch festgelegt.
Anfangs genügt es, wenn du die Haare deines kleinen Lieblings mit lauwarmem Wasser wäschst, um möglichen Schweiß zu entfernen - einmal in der Woche. Nimm dazu einen Schwamm oder weichen Waschlappen und streiche ganz sanft über das Köpfchen. Pass besonders auf die empfindliche Fontanelle auf, die Lücke zwischen den Knochen im Schädeldach, die erst mit der Zeit zusammenwächst. Nach dem Waschen Haut und Haare mit einem weichen Handtuch trocken tupfen.
Seife oder Shampoo brauchst du in den ersten Monaten noch nicht. Zum einen, weil das flaumige Haar noch gar nicht so sehr schmutzig werden kann und zum anderen, weil die zarte (Kopf-)Haut noch keine ausreichenden Schutzmechanismen ausgebildet hat, wie zum Beispiel die Talgproduktion. Sobald das Haar dichter und voller geworden ist, etwa um den ersten Geburtstag herum, kannst du es auch einshampoonieren - am besten mit einem milden, schadstofffreien Babyshampoo.
Du kannst jetzt auch einen Haartrockner benutzen, aber nur auf lauwarmer Stufe und mit mindestens 30 Zentimetern Abstand.
Als Faustregel kannst du dir merken: sobald die Haare in die Augen fallen oder wenn sie ständig verknoten.
Wenn du selbst Hand anlegen möchtest, achte dabei auf diese Tipps:
Oder du gehst zu speziellen Kinderfriseur:innen, die sich mit den noch ganz kleinen Kundinnen und Kunden bestens auskennen.
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