Baby mit roten Haaren: Ursachen und Genetik

Ein Baby mit roten Haaren ist eine kleine genetische Besonderheit, denn die Mehrheit der Menschen hat andere Haarfarben. Ein Baby mit roten Haaren ist eine genetische Wundermischung.

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Die Genetik der Haarfarbe

Genetisch gesehen ist die Haarfarbe eines jeden Babys eine besondere Mixtur, die selbst Forschende bisher nicht entschlüsseln konnten, denn viele Hundert Gene haben bei der Farbe einen Einfluss. Zwei bestimmte Varianten des Farbstoffs Melanin lassen aber je nach Haarfarbe der Eltern und Großeltern eine Tendenz ausmachen.

Die Hautzellen bilden Melanin, das sich über die Haarwurzeln auch in den Haaren selbst bemerkbar macht. Sie entscheiden darüber, ob die Haare des Babys hell oder dunkel werden. Dominiert Eumelanin, erhält Dein Baby braune bis schwarze Haare. Phäomelanin lässt Haare blond bis rötlich werden. Ein Baby mit roten Haaren bildet vorrangig Phäomelanin und kaum Eumelanin.

Die Vererbung von Haarfarben ist ein komplexer Prozess, der von mehreren Genen beeinflusst wird.

Wie Eltern die rote Haarfarbe vererben

Noch immer ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit festzulegen, mit der Babys rote Haare bekommen. Die genetische Weitergabe ist komplex. Manche Eltern dürften besonders überrascht sein von der Haarfarbe ihres Babys: Selbst dunkelhaarige Eltern können ein rothaariges Kind bekommen.

Auch wenn die dunkle Farbe dominant ist, besteht die Chance, dass beide Elternteile die unterdrückte, also rezessive rote oder helle, Haarfarbe in sich tragen. Zwar überlagert das dominante Eumelanin in den meisten Fällen das helle Phäomelanin. Vermischen sich die rezessiven Erbanlagen der Eltern, kann das Rot aber in ihrem Kind hervortreten. Da Rot in der Regel nicht dominant vererbt wird, geben einzelne rothaarige Elternteile ihre Haarfarbe seltener weiter. Manchmal scheint aber auch in braunen oder blonden Haaren ein wenig Rot mit durch.

Rein wissenschaftlich gesehen basiert die rote Haarfarbe auf einem Gendefekt, der ansonsten allerdings keine Auswirkungen hat. Die Farbe entsteht durch eine Mutation auf dem Chromosom 16, welche auch beide Eltern unabhängig von ihrer durchscheinenden Haarfarbe in sich haben.

Melanin und seine Varianten

Das bekannteste Pigment beim Menschen ist Melanin. Es bestimmt unter anderem die Haut- und Haarfarbe und kommt in zwei Varianten vor: Eumelanin und Phäomelanin. Melanine werden in spezialisierten Hautzellen hergestellt, den Melanozyten.

  • Für braune und schwarze Farben ist das Eumelanin zuständig. Dieser Farbstoff sorgt auch für Sonnenbräune.
  • Deutlich seltener ist das orangerote Phäomelanin.

Wie so oft liegt es in den Genen, wie viel Eumelanin oder Phäomelanin ein Mensch im Körper hat - genauer: auf dem Chromosom 16. Dort befindet sich unter anderem die genetische Information für den Melanocortin-1-Rezeptor oder kurz MC1R. Ist dieser Hormonrezeptor aktiv, bringt er Melanozyten dazu, viel Eumelanin und nur wenig Phäomelanin zu produzieren. Die Folge sind braune oder schwarze Haare, dunkle Haut und Augen.

Durch zufällige Mutationen kann aber die Funktion von MC1R gestört sein. Bei mehr als 90 Prozent der rothaarigen Menschen ist MC1R verändert. Blonde oder hellbraune Haare enthalten insgesamt wenig Melanin, also wenig Eumelanin und Phäomelanin.

Die Menge und Art des Melanins bestimmen die Haarfarbe.

Besonderheiten roter Haare

Rote Haare sind selten. Nur ein bis zwei Prozent der Menschen weltweit haben rote Haare. Auffällig viele der "Redheads" oder "Ginger Heads" tummeln sich in Europa, genauer in Wales, Schottland und Irland. Dort ist jeder zehnte Bewohner rothaarig.

Übrigens: Rote Haare sind im Vergleich zu anderen Farbvarianten sehr dick. Dafür tragen rothaarige Menschen mit 90.000 vergleichsweise wenige Haare auf dem Kopf. Braun- und schwarzhaarige Menschen haben im Schnitt 100.000, blonde sogar bis zu 150.000 Kopfhaare.

Rote Haare und Sonneneinstrahlung

Menschen mit roten Haaren haben weniger und andere Pigmente in den Haaren und der Haut. Letztere ist sehr hell und empfindlich gegenüber Sonnenstrahlen. Es ist bekannt, dass wiederholte Sonnenbrände das Risiko für Hautkrebs steigern. Dabei gilt: Je mehr Eumelanin, umso dunkler die Haut und umso unempfindlicher ist sie gegen Sonnenstrahlung.

Außerdem kann Eumelanin ganz schön was einstecken, bevor es kaputtgeht. Man sagt auch, das Pigment ist photostabil. Ganz anders das Phäomelanin: Es reagiert sehr empfindlich auf Licht und bietet so kaum Schutz.

Allerdings zeigen neuere Forschungen, dass nicht allein die mechanische Wirkung der Farbstoffe für den Sonnenschutz zuständig ist. Eumelanin ist auch ein sogenannter Radikalfänger. Das Pigment deaktiviert also reaktive Moleküle, die Zellschäden hervorrufen können. Außerdem aktiviert MC1R bestimmte Mechanismen in der Zelle, die zum Beispiel Schäden an der Erbsubstanz (DNA) reparieren. Bei den meisten Rothaarigen ist MC1R verändert. Sie haben also deutlich weniger Eumelanin.

Rote Haare und Schmerzempfindlichkeit

Rothaarige und somit Träger von MC1R-Genvarianten reagieren anders auf Schmerzreize als Nichtrothaarige. Ausschlaggebend ist die Art des Reizes. Auf mechanischen Druck zum Beispiel reagieren rothaarige Menschen unempfindlicher, während Hitze und Kälte ihnen mehr zusetzen als Probanden mit anderen Haarfarben.

Interessant ist, dass rothaarige Menschen offenbar nicht auf die schmerzstillende Wirkung von Lidocain ansprechen. Dieser Wirkstoff wird zur örtlichen Betäubung vor allem bei zahnmedizinischen Behandlungen eingesetzt.

Veränderung der Haarfarbe im Laufe der Zeit

Die richtige Haarfarbe des Babys steht meist bei der Geburt noch nicht endgültig fest: Babyhaar ändert die Farbe sehr häufig. Auch die Haarfarbe - egal ob sie am Anfang rot, schwarz, hellblond oder bräunlich ist - kann sich in vielen Fällen noch einen verändern.

Meistens verlieren Babys ihre ersten Haare ab dem dritten Monat ihres Lebens. Das sogenannte Neugeborenenhaar ist also nicht endgültig. Eine Veränderung der Haare durch hormonelle Schwankungen kennt auch fast jede Mutter. Die Haare wachsen zunächst alle relativ gleichzeitig und gleich schnell; dann fallen Sie fast alle gleichzeitig aus. Manchmal kommt es vor, dass die ersten Haare schon ausfallen, bevor das Kind geboren wird.

Es gibt Babys, die bei der Geburt sehr helle Haare haben, vor allem, wenn sie hellhäutig sind. Später kann das Babyhaar eine Veränderung der Farbe durchlaufen und dunkler werden. Häufig bei dunkleren Typen anzutreffen sind hellbraune Haare bei der Geburt, die dann später dunkelbraun werden. Der Grund ist ganz einfach: Haare enthalten Farbpigmente, die dem Haar die Farbe verleihen. Der erste Satz Babyhaar hat nur eine geringe Pigmentierung, sodass das Haar insgesamt heller wirkt, als es im späteren Leben sein wird. Die erste Haarfarbe beim Baby kann also eine andere sein, als es die Erbanlagen des Babys festlegen.

Überhaupt können sich die Farbpigmente im Haar im Laufe des Lebens verändern. Dies fällt bei hellen Haaren optisch stärker ins Gewicht als bei dunklen. Der Wechsel von hellblond zu dunkelblond oder brünett kommt häufig vor, seltener werden Haare im Laufe des Lebens heller.

Grundsätzlich kann man etwa ab dem vierten Monat nach der Geburt ermitteln, welche Haarfarbe das Baby später wahrscheinlich haben wird: blond, brünett, rötlich oder schwarz. Wenn Eltern dies feststellen, sind sie manchmal überrascht.

Nicht alle Babys haben etwa die Haarfarbe eines der beiden Elternteile oder eine Haarfarbe, die offensichtlich eine Mischung der beiden Elterntypen ist. Man weiß, dass ca. zehn Gene die Haarfarbe des Menschen determinieren. Und der Mensch hat jeweils ein Exemplar jedes Gens von der Mutter, eines vom Vater.

Dunkle Haare werden dominant vererbt, d. h. Blonde Haare werden nicht über ein einziges Gen vererbt. Auch dunkelhaarige Menschen können diese Haarfarbe in sich tragen und weiter vererben. Wenn beide Elternteile dieses Merkmal auf das Baby übertragen, ist das Babyhaar blond - dabei können die Eltern dunkelhaarig sein. Manchmal werden Haarfarben über einen langen Zeitraum in einer Familie vererbt, ohne dass sie massiv zur Ausprägung gekommen wären.

Kahle Stellen am Hinterkopf

Viele Eltern zeigen sich besorgt, wenn sie bei Ihrem Baby im hinteren Kopfbereich eine kahl werdende Stelle entdecken. Die kahle Stelle am hinteren Kopf kann durch das häufige Liegen auf dieser Stelle verursacht werden. Dies kommt daher, dass durch das Liegen Druck und Reibung entstehen. Dafür sind Haare empfindlich.

Dazu kommt es aber nur dann, wenn die Haare sich gerade in der dritten Phase des Ausfallens befinden. Wahrscheinlich hat das Babyhaar am Hinterkopf einen zeitlichen Vorsprung im Unterschied zum vorderen Bereich des Kopfes. In beiden Fällen wächst das Babyhaar später wahrscheinlich wieder nach.

Beeinflussung des Haarwachstums

Viele Eltern glauben, sie könnten bei ihrem Baby für ein kräftigeres Wachstum der Haare sorgen, indem sie diese häufig schneiden. Dabei hat dies auf das Wachstum der Haare keinerlei Wirkung. Haare sind im Prinzip totes Gewebes, das nicht mit Nährstoffen versorgt wird.

Locken bei Babys

Eine Überraschung erleben viele Eltern, die beide keine Locken haben, denn viele Babys haben bei der Geburt feine Löckchen. Dies ist aber meist nicht dauerhaft und das Babyhaar werden später glatt. Babylöckchen sind typisch für das erste Haar, das wieder ausfällt.

Der Grund für diese Babylöckchen ist ganz einfach: Viele Babys haben bei der Geburt sehr feines und dünnes Haar, das sich aufgrund dieser Haarstruktur leichter windet und kräuselt. Später werden Haare dicker, schwerer und stärker, sodass sie sich nicht mehr so leicht in Locken legen, sondern glatt herunterfallen.


Merkmal Beschreibung
Melanin Farbstoff, der Haut- und Haarfarbe bestimmt
Eumelanin Verantwortlich für braune und schwarze Farben
Phäomelanin Verantwortlich für blonde und rötliche Farben
MC1R Gen, das die Melaninproduktion steuert; bei Rothaarigen oft verändert
Vererbung Haarfarbe wird durch mehrere Gene vererbt; dunkle Farben sind dominant

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