Haarausfall bei Babys: Ursachen und was Sie dagegen tun können

Haarausfall kann alle Altersgruppen betreffen. Viele Babys verlieren zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat ihre kompletten Haare. Besonders häufig kommt das zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat vor. In den meisten Fällen ist Haarausfall bei Babys völlig normal. Laut der US-Akademie für Pädiatrie in Illinois verlieren Babys das meiste oder sogar das gesamte Haar in ihren ersten Lebensmonaten.

Doch was, wenn deinem Sprössling die Haare plötzlich ausfallen? Bevor du allerdings in Panik verfällst, lass dir gesagt sein, dass es sich um einen völlig harmlosen Prozess handelt. Grundsätzlich ergeht es nämlich allen Babys in den ersten drei bis sechs Lebensmonaten genauso. Eltern von Kindern, welche von Geburt an eher kahl sind oder nur einen dünnen Flaum haben, bemerken diese Tatsache lediglich nicht.

Es gibt einfache Anzeichen, wie ihr Haarausfall bei euren Kindern feststellen könnt. Zum einen verliert euer Baby Haare, wenn ihr ihm über den Kopf streichelt. Ein weiteres Indiz ist, wenn ihr im Badewasser, Handtuch oder während des Abtrocknens mehr Babyhaar als sonst findet. Gleiches gilt fürs Babybett und den Wickeltisch. Auch wenn euer Kind lange auf eurer Brust oder in euren Armen liegt und der Hinterkopf an eurer Kleidung reibt, könnt ihr dort vermehrt Haare finden, sofern euer Baby unter Haarausfall leidet. Meist fällt dieser plötzliche Haarausfall bei Babys eher bei den Kindern auf, die mit viel Haar auf die Welt gekommen sind.

Hier sind die häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Babys und was Sie dagegen tun können.

Häufige Ursachen für Haarausfall bei Babys

Haarausfall bei deinem Baby kann viele Gründe haben. Am häufigsten geht es aber auf die folgenden Ursachen zurück.

Hormonelle Umstellung

Der häufigste Grund: Während der Schwangerschaft produziert euer Körper vermehrt Hormone, die auch euer Haar zum Wachstum anregen. Diese Hormone führen auch bei eurem Kind zum Haarwachstum. Nach der Geburt fällt euer und der Hormonspiegel eures Babys wieder, wodurch alle Haarfollikel gleichzeitig ausfallen können. Haarausfall ist die Folge. Allerdings wachsen die Haare wieder ganz von allein nach, sobald sich die Haarfollikel aufgrund der Hormonschwankungen wieder erholt haben. Die Ursache des Ganzen liegt in einer biologischen Veränderung, die eigentlich sehr einleuchtend ist. Solange dein Kleines in der Schwangerschaft in der Gebärmutter heranwächst, ist es über die Nabelschnur mit der Mutter verbunden.

Beide teilen sich einen Kreislauf, über den auch die Versorgung mit Hormonen abläuft. Auf diese Art gelangt, neben vielen anderen, auch der zuständige Botenstoff für das Haarwachstum in den Organismus des Fetus und das Haar kann, je nach genetischer Veranlagung, munter vor sich hinwachsen. Unmittelbar nach der Entbindung geht die mütterliche Hormonproduktion übrigens erst einmal zurück, weshalb auch du als Mama vielleicht eine Zeit lang über Haarausfall klagen wirst.

Dein Kind ist dagegen auch noch einige Zeit nach der Geburt ausreichend mit dem Haarwachstumshormon ausgestattet, muss jedoch in Zukunft mit den Hormonen auskommen, die es selbst produziert. Diese Übergangsphase führt dazu, dass die bereits gewachsenen Haare alle etwa zur gleichen Zeit beginnen auszufallen. Grundsätzlich durchlebt ein einzelnes Haar einen Zyklus aus drei verschiedenen Phasen: Die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase, die schließlich mit dem Ausfall des Haares endet.

Quelle: www.haarwuchs-spezialisten.de

Da dieser Zyklus bei der gesamten Kopfbedeckung nun zur gleichen Zeit angefangen hat, wird dieser folglich auch etwa im selben Zeitrahmen vollendet. Nach dem abrupten Ausfall pendelt sich die Entstehung neuer Haare, dank der kontinuierlichen Eigenproduktion des Wachstumshormons, so ein, dass es nicht wieder zu einem zeitgleichen Totalverlust kommt. Erst Jungen mit entsprechenden Genen müssen sich in 20 bis 30 Jahren wieder mit dem Thema befassen.

Reibung durch Rückenlage

Dadurch, dass euer Baby in den ersten Lebensmonaten sehr viel auf dem Rücken liegt und der Kopf dadurch viel aufliegt, kann es zum Haarverlust kommen. ReibungViele Babys entwickeln nach einiger Zeit runde, kahle Stellen am Hinterkopf. Die Ursache: Reibung. Zurückzuführen ist das auf die Schlaf- und Liegepositionen der Kleinen. Ruht dein Baby über einen längeren Zeitraum in der gleichen Position in Babybett und Kinderwagen, sorgt die Reibung gegen die Unterlage für den Haarausfall. Wissenschaftlich spricht man hier von einer okzipitalen Alopezie.

Sobald dein Baby beginnt, sich umzudrehen und zu krabbeln und weniger zu schlafen, reguliert sich der Haarausfall von selbst wieder. Die Ursache dafür kann die Liegeposition sein, denn sie können ihre kleinen Köpfchen noch nicht selbstständig drehen und liegen folglich immer auf der gleichen Stelle. Dadurch werden die Haare so stark beansprucht, dass sie ausfallen. Du solltest also darauf achten, dass dein Baby häufiger die Position wechselt. Dafür kannst du selbst sorgen, aber auch die Eigenbewegung deines Sprösslings anregen, indem du zum Beispiel eine Spieluhr oder Ähnliches aufhängst und deren Position variierst. So wird er aus Neugier seine Aufmerksamkeit auf das Spielzeug richten und somit die Kopfposition ändern. Sobald dein Baby in der Lage ist, sich zusehends allein zu bewegen, wird sich das Problem der „Liegeglatze“ ohnehin von selbst erübrigen.

Kopfgneis

Hat dein Baby krustige Hauterscheinungen auf dem Kopf, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Kopfgneis. Diese Hauterscheinung ist harmlos und tritt bei Babies häufig auf. Ob dein Baby an Kopfgneis leidet, kannst du an folgenden Symptomen erkennen:

  • Starke Schuppenbildung auf der Kopfhaut
  • Bildung von weichen und fetthaltigen Schuppen
  • Bildung einer gelblichen oder rötlichen Kruste
  • Kein Juckreiz

Milchschorf an sich verursacht allerdings keinen Haarausfall. Vereinzelt können sehr festhaftende Schuppen dazu führen, dass neues Haar nicht durchbrechen kann. Versucht ihr allerdings Schuppenflächen vom Kopf eures Babys abzukratzen oder abzuzupfen, könnt ihr dabei auch vermehrt Haare mitentfernen und Entzündungen verursachen. Entfernt den Milchschorf stattdessen ganz sanft, indem ihr die betroffenen Stellen zuerst mit etwas Öl betupft. Das ist allerdings nur zu empfehlen, wenn die Stellen nicht nässen und/oder entzündet sind. Dann sollte ein Arzt entscheiden, ob und wie ihr die Schuppen entfernt.

Achte darauf, Milchschorf und Kopfgneis nicht zu verwechseln! Während Kopfgneis völlig harmlos ist, wird es häufig auf den ersten Blick mit dem nicht so ungefährlichen "Milchschorf" verwechselt. Eltern verwenden häufig den Begriff Milchschorf, wenn sie eigentlich Kopfgneis meinen.

Milchschorf ist im Volksmund ein juckender Hautausschlag, der bei Babys auftritt. Tatsächlich ist "echter" Milchschorf jedoch sehr selten. In der medizinischen Terminologie bezieht sich "Milchschorf" auf einen Ausschlag im Kopf- und Gesichtsbereich eines Säuglings, der im Zusammenhang mit Neurodermitis auftreten kann.

Im Vergleich zu Kopfgneis ist Milchschorf extrem juckend und es bildet sich eine gelbe Kruste. Außerdem verschwindet Kopfgneis meist innerhalb des ersten Lebensjahrs, wohingegen Milchschorf mehrere Monate wenn nicht sogar Jahre andauern kann. Außerdem können bei Milchschorf entzündende und nässende Bereiche auftreten.

Seltenere Ursachen für Haarausfall bei Babys

In den ersten sechs Lebensmonaten müsst ihr euch aber meist keine Sorgen machen. Verliert euer Baby mit sieben Monaten immer noch Haare beziehungsweise wachsen keine neuen Haare nach oder stellt ihr weitere Beschwerden fest, solltet ihr auf jeden Fall zum Arzt. Manchmal können nämlich auch folgende Erkrankungen dahinterstecken.

Hilfe gegen Babyakne & Haarausfall | Babyartikel.de

Pilze

Pilze auf der Kopfhaut machen sich durch rote, kreisförmige Entzündungen bemerkbar. Da Hautpilz sehr ansteckend ist und sich schnell ausbreitet, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Sie können beispielsweise auch durch entzündete Stellen durch Milchschorf entstehen. Hautpilze können bei Kindern häufig auftreten und sind mitunter auch der Grund für Haarausfall. Besonders bei Hautpilzen auf dem Kopf siehst du dann meistens kreisförmige, rote Entzündungen. Normalerweise bekommen es keine Kleinkinder unter zwei Jahren. Jedoch solltest du vorsichtig sein, denn diese Pilze sind sehr ansteckend und verbreiten sich über alle Dinge, die mit infizierten Stellen Kontakt kommen. Hier empfiehlt sich dringend ein Besuch beim Hausarzt!

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Nährstoffmangel

Der Arzt wird euer Baby auch auf einen möglichen Nährstoffmangel untersuchen. Gerade in den ersten Lebensmonaten haben Babys einen erhöhten Nährstoffbedarf, der - sofern die Mutter auch unter Nährstoffmangel leidet - durch das Stillen möglicherweise nicht gedeckt werden kann. Eine mögliche Ursache ist ein Mangel an Nährstoffen. Der Bedarf an Nährstoffen ist besonders in der Stillzeit extrem hoch. Da die Muttermilch die einzige Quelle dafür ist, solltest du als Mutter unbedingt darauf achten, dich ausreichend, vielseitig und gesund zu ernähren. Das ist manchmal gar nicht so leicht, da du in dieser Phase praktisch den Nährstoffbedarf für zwei Personen decken musst.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Der kreisrunde Haarausfall lässt sich, wie der Name bereits verrät, leicht erkennen. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das Haar abstößt. Hilfe, mein Neugeborenes kriegt eine Glatze! Ist das normal? Bei ihr reagiert das Immunsystem abwehrend auf das Haar und stößt es ab.

Was tun gegen Haarausfall bei Babys?

Tatsächlich brauchst und kannst du nicht wirklich etwas gegen ihn tun. Denn in den allermeisten Fällen ist der Haarausfall hormonell bedingt und reguliert sich innerhalb weniger Monate von selbst wieder.

Grundsätzlich gilt aber folgendes bei der Pflege von Babyhaaren:

  • Verwende milde Shampoos und wasche die Haare deines Babys idealerweise nicht öfter als zwei bis drei Mal pro Woche.
  • Spezielle Bürsten für Babys sind besonders sanft und ziehen nicht so stark an den Haaren.
  • Versuche, deinem Baby in seinen Wachphasen ausreichend Zeit auf dem Bauch zu geben. Das ist ohnehin sinnvoll, vermeidet aber auch ständigen Druck auf den Hinterkopf und beugt somit kahlen Stellen vor. Denk aber daran, dass dein Baby immer auf seinem Rücken schlafen sollte!

Es ist zudem wichtig, dass Eltern ihr Kind in dieser schwierigen Phase unterstützen, indem sie ihm helfen, gesunde Gewohnheiten beizubehalten, ihm Mut zusprechen und das Selbstbewusstsein stärken.

Haarausfall betrifft Babys in unterschiedlichem Maß. Hat dein Baby beispielsweise nur einen dünnen Flaum auf dem Kopf, fällt dir der Haarverlust vielleicht gar nicht auf. Wurde es andererseits mit einer richtigen Haarpracht geboren, ist er kaum zu übersehen. Und während manche Babys nur hier und da ein paar Haare verlieren, sind andere wenige Monate nach der Geburt auf einmal komplett kahl.

Haarausfall bei Babys tritt zumeist innerhalb der ersten sechs Lebensmonate auf. Um die Drei-Monats-Marke ist der Verlust normalerweise am stärksten. Allerdings ist der Haarausfall nicht immer gleich erkennbar. Denn in vielen Fällen überschneiden sich Haarwuchs und Haarausfall.

Übrigens - fun fact: Nur weil dein Baby vielleicht mit blonden Haaren geboren wurde, muss das nicht so bleiben. Die nachwachsenden Haare haben nicht selten eine andere Farbe als die nach der Geburt.

Wenn das Haar deines Kindes nachwächst, dann kommt es häufig vor, dass es anders aussieht, als das Haar bei der Geburt. Es kann dicker oder dünner sein oder eine andere Farbe haben. Die Genetik und die Hormone deines Kindes haben darauf einen Einfluss, aber auch das ist völlig normal.

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