Wenn sich auf der zarten Kinderhaut plötzlich Ausschlag zeigt, geht das große Rätselraten los: Windpocken, Scharlach, Neurodermitis oder irgendein Virusinfekt mit komischem Namen? Hautausschlag beim Kind muss immer ärztlich abgeklärt werden. Hier finden Sie Informationen über die wichtigsten Arten von Ausschlag bei Kindern samt Infos über die dazugehörigen Ursachen.
Atopisches Ekzem bei Säuglingen oder Kindern, auch bekannt als atopische Dermatitis bei Säuglingen, ist eine häufige Erkrankung, die in der Regel vor dem ersten Lebensjahr auftritt. Die Ursache ist eine Störung der Hautbarriere, die zu trockener Haut (Xerosis genannt) und Entzündungen (daher die roten Flecken) führt. Die auch als atopisches Ekzem bezeichnete Hautkrankheit ist erblich, und bestimmte Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Mehr als die Hälfte der Kinder mit atopischer Haut hat einen Elternteil, der ebenfalls betroffen ist. Es ist jedoch zu beobachten, dass Neurodermitis in den Industrieländern ständig zunimmt, was wahrscheinlich auf eine veränderte Umwelt zurückzuführen ist.
Bei Säuglingen und Kleinkindern befinden sich die roten Flecken hauptsächlich im Gesicht (Wangen, unter und hinter den Ohren), am Hals und an den Gliedmaßen. Der Rumpf kann ebenfalls betroffen sein.
Sowohl bei Ekzem-Schüben als auch in ruhigen Zeiten sollten Sie täglich die von Ihrem Hautarzt empfohlenen spezifischen Behandlungen für atopisches Ekzem auf die Haut auftragen (Dermokortikoide, Pflegecremes). Außerhalb von Schüben tragen Sie weiterhin täglich ein geeignetes Pflege- und Reinigungsprodukt auf, um den nächsten Schub so lange wie möglich hinauszuzögern.
Waschen Sie die atopische Haut von Säuglingen und Kindern vorsichtig. Verwenden Sie keine reibenden oder stark schäumenden Produkte, sondern spezielle schäumende Babygels, Öle oder 2-in-1-Gele. Duschen oder baden Sie Ihr Baby nur kurz (nicht länger als fünf Minuten), denn hartes Wasser trocknet die Haut aus. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist (maximal 35 °C), denn die Hitze kann die Entzündung reaktivieren. Spülen Sie das Reinigungsmittel gründlich mit klarem Wasser ab und tupfen Sie den Körper trocken, ohne zu reiben! Verwenden Sie weiche Badetücher, die mit einem hypoallergenen Waschmittel und ohne Weichspüler gewaschen und möglichst im Trockner getrocknet werden.
Ein morgendliches Bad kann Ihrem Baby guttun und den Juckreiz beruhigen, wenn es schlecht geschlafen hat.
Bei der Wahl des Reinigungsmittels sollten Sie folgendes beachten:
Tragen Sie ein- bis zweimal täglich oder beim Windelwechsel eine für atopische Haut geeignete Pflegecreme auf. Idealerweise tragen Sie sie auch gleich nach dem Baden oder Duschen auf, um die Haut so gut wie möglich mit Feuchtigkeit zu versorgen.
Wählen Sie eine Creme, einen Balsam oder eine lindernde Milch:
Wählen Sie immer ein hypoallergenes Hautpflegeprodukt, da atopische Haut allergische Haut ist.
Nutzen Sie den Moment, in dem Sie das Emolliens auf die Haut Ihres Kindes auftragen, um ihn zu einem Moment der Zärtlichkeit und Entspannung zu machen. Das sanfte Einmassieren des Pflegeproduktes hat eine sehr wohltuende, beruhigende Wirkung. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sich wohlfühlt (und Sie auch!) und dass die Raumtemperatur angenehm ist. Massieren Sie bei der Anwendung den gesamten Körper mit breiten Strichen.
Wenn Sie die trockene Haut Ihres Kindes mit einem geeigneten Hautpflegeprodukt massieren, fühlt sie sich beruhigt, genährt und regeneriert an. Machen Sie aus einer mit kleinen Gegenständen gefüllten Flasche (verwenden Sie alternativ ein großes Marmeladenglas) einen „Juckreiz-Schüttler“. Dabei schüttelt Ihr Kind kräftig die Flasche und beobachtet, wie die Gegenstände langsam zu Boden sinken. Die Pflege der Haut wird diesem Kinder-Kommandospiel nicht nur einfacher, sondern macht auch noch Spaß.
Hautveränderungen wie gelbe Schuppen und Verkrustungen auf der Kopfhaut von Neugeborenen und Babys werden von vielen Eltern allgemein als Milchschorf bezeichnet. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Kopfgneis. Dieser Begriff wird seltener genutzt und ist daher um einiges unbekannter. Kopfgneis und Milchschorf haben allerdings unterschiedliche Merkmale. Der meist harmlose Kopfgneis kommt häufiger vor und ist unkomplizierter als echter Milchschorf. Der Milchschorf hingegen kann ein Anzeichen für eine spätere Neurodermitis sein.
Die folgende Tabelle hilft Ihnen, Milchschorf und Kopfgneis zu unterscheiden:
| Merkmal | Kopfgneis | Milchschorf |
|---|---|---|
| Zeitpunkt des Auftretens | In den ersten vier Lebenswochen | Ab dem dritten Lebensmonat |
| Erscheinungsbild | Fettige, weiche und gelbbraune Schuppen, manchmal unangenehmer Geruch | Harte Schuppen und Verkrustungen, gerötete Kopfhaut, entzündete Stellen nässen |
| Betroffene Stellen | Vordere Kopfhaut bis zur Stirn, mittig des Vorderkopfes | Stirn- und Wangenpartie, manchmal auch Windelbereich |
| Kopfhaut | Kaum gerötete Stellen | Stark ausgeprägte rote Stellen |
| Juckreiz | Keine Beschwerden | Mäßiger bis starker Juckreiz möglich |
| Verlauf | Verschwindet in der Regel von selbst innerhalb des ersten Lebensjahres | Abklingen erst nach mehreren Monaten beziehungsweise Jahren, kann Anzeichen für beginnende Neurodermitis sein |
Kopfgneis ist ein kosmetisches Problem und bedarf grundsätzlich keiner Behandlung. Ist eine Entfernung aus kosmetischen Gründen oder wegen des Geruchs angedacht, sollte die Kopfhaut des Babys vorher mit Öl eingerieben werden. Dafür eignen sich zum Beispiel gut Baby- oder Mandelöl. Nach kurzer Einwirkzeit können die Schuppen mithilfe einer weichen Bürste ausgekämmt werden.
Die Behandlung von Milchschorf ist immer notwendig, insbesondere wenn Juckreiz die Kinder plagt und sich durch das Kratzen Entzündungen verschlimmern. Ohne Vorbehandlung sollten Schuppen niemals von der Kopfhaut abgekratzt werden, da die Verletzungsgefahr zu hoch ist. Es können sich Narben bilden und die Entzündung verschlimmern. Die Schuppen werden mit speziellen Öl- und Gel-Präparaten aufgeweicht. Das Rezept für diese Präparate erhalten Eltern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt.
Eltern sollten den Kinderarzt aufsuchen, wenn die Hautveränderungen dauerhaft bestehen oder Hautschuppen erst nach dem dritten Lebensmonat auftreten. Verschlimmert sich der Juckreiz, entstehen Entzündungen auf der Kopfhaut oder breitet sich das Milchschorfekzem im Gesicht aus, ist unbedingt eine medizinische Abklärung notwendig. Kommen zusätzlich Windeldermatitis oder Fieber hinzu, sollten Eltern unverzüglich die Kinderärztin oder den Kinderarzt aufsuchen.
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