Augenbrauenpiercing Narbe Behandlung: Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und mehr

Heutzutage erfreuen sich Piercings großer Beliebtheit bei Frauen und Männern. Doch was einst modisch war, kann später im Berufsleben oder aufgrund veränderter persönlicher Vorlieben als störend empfunden werden. Viele Menschen, die sich einst ein Piercing stechen ließen, wünschen sich später, dass die unschönen Löcher oder Narben, die nach dem Entfernen des Schmucks zurückbleiben, verschwinden.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Behandlung von Narben nach Augenbrauenpiercings, von den Ursachen und Risiken bis hin zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Tipps zur Vorbeugung. Denn es gibt verschiedene Methoden, um Piercing-Löcher wieder zu verschließen oder lästige Piercing-Narben zu korrigieren.

Ursachen und Entstehung von Piercingnarben

Beim Stechen eines Piercings bildet sich ein schmaler Hautschlauch entlang des Stichkanals. Da ein Piercing durch alle Hautschichten hindurchdringt, bildet sich nahezu immer eine Narbe. Wenn das Piercing dann nach Monaten oder Jahren entfernt wird, bleibt oft ein kleines, sichtbares Loch zurück, das als kosmetisch störend empfunden wird. An manchen Körperstellen bilden sich größere und an manchen Stellen kleinere Narben.

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Entstehung von Piercingnarben beeinflussen können:

  • Die Größe des Piercings: Je größer das Piercing, desto größer ist in der Regel auch die Narbe.
  • Die Stelle des Piercings: An manchen Körperstellen, wie z.B. an der Lippe, neigt die Haut eher zur Narbenbildung als an anderen Stellen.
  • Die Pflege des Piercings: Eine schlechte Pflege des Piercings kann zu Entzündungen führen, die die Narbenbildung begünstigen.
  • Die individuelle Veranlagung: Manche Menschen neigen eher zur Narbenbildung als andere.

Wildfleisch und Keloide

Eine kleine Wucherung am Stichkanal verunsichert viele Menschen. Schnell fällt der Begriff Wildfleisch oder Keloid am Piercing. Die gute Nachricht lautet, dass es sich häufig um harmloses überschießendes Narbengewebe handelt. Trotzdem sollte genau hingesehen werden, damit eine mögliche Infektion oder ein echtes Keloid nicht übersehen wird.

Mit Wildfleisch wird im Alltag eine kleine Gewebewucherung rund um den Stichkanal bezeichnet. Sie fühlt sich meist weich oder leicht schwammig an und kann rosa, rötlich oder bräunlich wirken. Ein Keloid ist eine besondere Form überschießender Narbe, die über die ursprüngliche Verletzung hinaus wächst und deutlich größer werden kann.

Warum der Körper an einer Stelle mehr Narbengewebe bildet als an einer anderen, ist nicht vollständig vorhersehbar.

In manchen Fällen bessert sich das Erscheinungsbild bereits, wenn Reibung reduziert, die Pflege angepasst und der Schmuck optimiert wird. Wechsel zu hochwertigem Schmuck: Nickel- und allergiefreie Materialien wie Titan oder medizinischer Kunststoff reduzieren das Risiko von Reizungen.

Da Keloide schwerer zu behandeln sind, sollten Betroffene fachmännischen bzw. ärztlichen Rat einholen.

Wildfleisch am Piercing ist zwar unangenehm, kann aber mit der richtigen Pflege behandelt werden. Bei Keloiden ist eine frühzeitige medizinische Beratung wichtig.

Wie bei jeder Verletzung bildet sich auch beim Piercing Narbengewebe. Im Normalfall verschließt dieses Gewebe (hypertrophe Narbe) im Heilungsprozess die Wunde und fällt nicht weiter auf. In einigen Fällen jedoch beginnt das Narbengewebe unnatürlich zu wuchern. Zunächst können sich kleine feste Knubbel bilden, im weiteren Verlauf werden diese immer größer. Fachlich handelt es sich beim wilden Fleisch um Keloide.

Laut medizinischer Definition sind Keloide Narben, deren Gewebe übermäßig wächst. Das Zellwachstum bleibt dabei nicht auf die verletzte Stelle - der Stichkanal deines Piercings - beschränkt, sondern wächst unkontrolliert darüber hinaus. Dieser Wachstumsprozess kann sich über Jahre hinweg fortsetzen.

Es wird vermutet, dass sie Neigung Keloide zu bilden genetisch veranlagt sein könnte. Wissenschaftlich bestätigt ist dies jedoch nicht. Allerdings ist es auffällig, dass Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil zu Keloiden neigt, häufig später selbst welche entwickeln. Ferner ist erwiesen, dass Menschen mit dunklerer (stärker pigmentierter) Haut öfter Keloide entwickeln als Menschen mit heller Haut.

Häufig werden kleine Keloide mit Blasen oder Pickelchen verwechselt. Sollte sich also an deinem Piercing ein kleiner Knoten bilden, solltest du ihn begutachten lassen, um sicherzugehen, worum es sich handelt. Keloide sind meist rötlich gefärbt, können aber auch rosa oder noch heller auftreten. Beim Piercing entstehen sie meist in einer runden Form. Bei länglichen Verletzungen (z. B. Schnitten) können sich Keloide aber auch plattenförmig entwickeln. Das wilde Fleisch setzt sich klar von der Haut ab und entwickelt ein Eigenleben. Im Normalfall tun Keloide nicht weh. Betroffene berichten eher selten von einem Stechen oder Brennen. Auch ein Juckreiz ist möglich. Je nach Größe des Keloids kann es irgendwann auch die Beweglichkeit einschränken, wenn es sich in der Nähe eines Gelenks bildet.

Rein medizinisch betrachtet, beeinträchtigt ein Keloid in den meisten Fällen nicht die Gesundheit. Es ist also eher das vollkommen normale Schönheitsempfinden, dass einen Eingriff unumgänglich macht. Je kleiner ein Keloid ist, desto einfacher lässt es sich auch behandeln.

Solltest du also bemerken, dass sich an einem deiner Piercings wildes Fleisch entwickelt, sollte dein erster Weg zum Piercer deines Vertrauens führen. Sollte er dir nicht helfen können, wäre ein Hautarzt der zweite Ansprechpartner.

Welche Behandlungsmethode für sich infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wir groß ist das Keloid? An welcher Stelle hat es sich gebildet? Welcher Hauttyp bist du?

Behandlungsmöglichkeiten von Piercingnarben

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um Piercingnarben zu entfernen oder zu korrigieren. Die Wahl der geeigneten Methode hängt von der Art und Größe der Narbe ab.

Hinterlässt ein Piercing eine Narbe? Hä?

Natürliche Heilung: Kleinere Piercinglöcher können mit der Zeit von alleine zuwachsen. Die Haut regeneriert sich und das Loch wird zunehmend kleiner.

Chirurgische Entfernung: Bei größeren oder stark vernarbten Piercinglöchern ist ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Oberflächliche Vernähung: Beim oberflächlichen Vernähen ist der Effekt meist nicht sehr zufriedenstellend. Zwar wird oberflächlich der Stichkanal korrigiert, jedoch bleibt häufig doch ein kleines Loch.

Entfernung des Stichkanals: Um Löcher dauerhaft zu entfernen, sollte der komplette Stichkanal entfernt werden. Nach Entfernung des Hautschlauches kann die Wunde mit einem besonders feinen Faden verschlossen werden. Die gesamte Operation erfolgt in örtlicher Betäubung und mittels mikroskopischer Vergrößerung. Der Faden kann bereits nach 1 Woche entfernt werden. Zurück bleibt eine feine Narbe, die in den allermeiste Fällen deutlich unauffälliger ist als ein Loch.

Narbenkorrektur: Die Behandlung zur Korrektur von Piercingnarben erfolgt je nach Narbengröße und Hauttyp durch verschiedene Techniken. Den Eingriff führen wir unter lokaler Betäubung durch und dauert in der Regel nur 30 bis 60 Minuten, abhängig vom erforderlichen Aufwand und er Anzahl zu verschließender Stellen. Unter Umständen können wir auch gerne zusätzlich ein Beruhigungsmittel verwenden, sofern Sie dies wünschen.

Behandlung von Keloiden:

  • Anti-Wildfleisch-Discs: Dabei handelt es sich um kleine Plättchen, die mit dem Piercingschmuck an der Stelle des wilden Fleisches fixiert werden. Auf diese Weise wird Druck auf die betroffene Stelle ausgeübt. Die Disc sollte mindestens zwei Wochen getragen werden.
  • Silikon-Pads oder Silikon-Gele: Diese sollten das weitere Wachstum stoppen und einen eventuellen Juckreiz verhindern.
  • Glukokortikoid-Spritzen: Sie werden direkt in das wuchernde Narbengewebe injiziert. Diese Methode muss in Abständen wiederholt werden und kann trotz erwiesener Wirksamkeit ziemlich langwierig und unangenehm sein.
  • Vereisen: Dabei wird flüssiger Stickstoff direkt in das Narbengewebe geleitet, das Gewebe erfriert im wörtlichen Sinne.
  • Laserbehandlungen: Hierbei wird das wuchernde Gewebe mit einem Laserstrahl beschossen und so schichtweise abgetragen.
  • Strahlentherapie: Hierbei werden ionisierende Strahlen auf das Keloid gelenkt. Dies soll die Neubildung der Zellen hemmen.
  • Zwiebelextrakt: Das Extrakt stört die Neubildung von Fibroblasten - diese wiederum sind verantwortlich für die Entwicklung neuer Bindegewebszellen. Die Behandlung erfordert etwas Disziplin, denn sie muss meistens über mehrere Wochen regelmäßig erfolgen.
  • Operation: Ab einer bestimmten Größe des Keloids ist eine Operation unumgänglich.

Wichtig: Natürlich ist ein operativer Eingriff auch wieder eine Verletzung der Haut, die wiederum die Neubildung von Keloiden begünstigen könnte. Aus diesem Grund wird eine Operation meistens im Zusammenhang mit anderen Behandlungen kombiniert.

Nach Entfernung der Hautfäden erhalten Sie von uns ein spezielles Narbengel um die Narbe zu massieren. Durch eine tägliche Narbenmassage können Sie selbst dazu beitragen, dass die Narben schnell verblassen.

Nach der Narbenkorrektur ist eine sorgfältige Nachsorge entscheidend, um das Ergebnis zu optimieren. Bei chirurgischen Korrekturen empfehlen wir, die Wunde leicht zu kühlen und spezielle Salben zur Regeneration zu verwenden. Meist sind Sie nach wenigen Tagen wieder voll belastbar.

Vorbeugung von Piercingnarben

Es gibt einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko von Piercingnarben zu minimieren:

  • Wählen Sie ein professionelles Piercingstudio: Achten Sie darauf, dass das Piercingstudio sauber und hygienisch ist und dass der Piercer über ausreichend Erfahrung verfügt.
  • Pflegen Sie Ihr Piercing richtig: Befolgen Sie die Anweisungen des Piercers zur Pflege des Piercings. Reinigen Sie das Piercing regelmäßig mit einer milden Seife und vermeiden Sie es, das Piercing zu berühren oder daran zu ziehen.
  • Vermeiden Sie Reizungen: Vermeiden Sie es, das Piercing unnötig zu reizen, z.B. durch enge Kleidung oder häufiges Berühren.
  • Achten Sie auf hochwertige Materialien: Verwenden Sie nickelfreien Schmuck aus Titan oder Chirurgenstahl, um allergische Reaktionen zu vermeiden.
  • Schützen Sie Ihr Piercing vor Sonne: Setzen Sie Ihr Piercing nicht der direkten Sonneneinstrahlung aus, da dies die Narbenbildung begünstigen kann.

Wer genetisch zu Keloiden neigt, kann das Risiko nicht komplett ausschließen. Jedes neue Piercing ist eine potenzielle Keloidstelle - es kann sich entwickeln, muss aber nicht. Grundsätzlich ist eine intensive Hygiene eine gute Voraussetzung, um Keloide zu verhindern. Ist das Piercingbesteck deines Piercers verschmutzt, der Piercingkanal entzündet oder die Wunde ständig gereizt, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass der Körper alles tut, um die Verletzung mit der Bildung von Narbengewebe zu heilen.

Je besser du also dich und deine Piercings pflegst, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich wildes Fleisch bildet.

Kosten für die Entfernung von Piercinglöchern

Die Kosten für die Entfernung von Piercinglöchern werden nicht von den Krankenversicherungen getragen, sondern müssen vom Patienten selbst übernommen werden, da es sich streng genommen nicht um eine Erkrankung handelt. Die genauen Kosten können erst nach einer individuellen Untersuchung und Beratung genannt werden und beginnen bei ca. 350€. Darin enthalten sind Beratung, Operation und Nachkontrollen. Zur Nachbehandlung erhalten Sie von uns ein speziell getestetes Narbengel, das ebenfalls im Behandlungspreis enthalten ist.

Wie jede andere Wunde kann es in wenigen Einzelfällen zu einer Entzündung der Wunde oder einer Überaktivität der Narbenbildung kommen, so dass eine Korrekturoperation notwendig ist.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Informationen zusammen:

Behandlung Kosten Krankenversicherung
Natürliche Heilung Kostenlos -
Chirurgische Entfernung Ab ca. 350€ Nein
Narbenkorrektur Variabel, je nach Aufwand Nein

Wichtig: Die angegebenen Kosten sind Richtwerte und können je nach Arzt und Behandlungsmethode variieren.

Probleme mit Piercings und operative Korrekturen sind ärztliche Behandlungen und gehören in erfahrene fachärztliche Hände! In der jüngeren Vergangenheit häufen sich Erfahrungsberichte von Patienten, die versucht haben sich beim Piercer ihr Piercing oder ihren Ohrtunnel verschließen zu lassen. Dabei handelt es sich letztendlich um Körperverletzung, die zur Anzeige gebracht werden sollte, da diese Art von Eingriff zur ärztlichen Heilkunst gehört und nur von approbierten Ärzten durchgeführt werden darf!

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