Piercings und Tätowierungen üben auf viele Minderjährige eine große Faszination aus. Doch ab welchem Alter sind Piercings erlaubt und was sollten Jugendliche und Eltern beachten? Dieser Artikel beleuchtet die rechtlichen Aspekte, Risiken und wichtigen Überlegungen rund um das Thema Augenbrauenpiercing bei Jugendlichen.
Derzeit gibt es in Deutschland keine spezifische gesetzliche Altersgrenze für Piercings, weder im Jugendschutzgesetz noch in anderen Gesetzen. Rechtlich gesehen gilt Piercen als mutwillige Körperverletzung, die jedoch straffrei bleibt, solange die betroffene Person in den Eingriff einwilligt. Die Schwierigkeit besteht darin, festzustellen, ab welchem Alter ein Jugendlicher die Risiken und Folgen dieser Körperverletzung abschätzen kann.
Relevant ist nicht das Alter, sondern die geistige Reife des Jugendlichen selbst. Verfügt dieser über die nötige Verstandesreife, kann er die Einwilligung selbst erklären. Das aber kann der Tätowierer nicht prüfen", erklärt der Bundesverband Tattoo, der sich auf die juristischen Aspekte des Tätowierens spezialisiert hat.
Auch die verbreitete Praxis, Jugendliche ab einem bestimmten Alter zu tätowieren, wenn sie eine Einwilligungserklärung der Eltern vorlegen oder von ihnen begleitet werden, hat keine sichere rechtliche Grundlage. Eine solche Erklärung der Eltern bewahrt den Tätowierer nur vor späterem Ärger mit diesen.
Die Berufsverbände haben sich unterschiedliche Regelungen auferlegt. Die Deutsche Gesellschaft für Piercing (DGP) spricht sich gegen Eingriffe bei Jugendlichen unter 14 Jahren aus: "Das lehnen wir grundsätzlich ab." Bei älteren Jugendlichen werde die Zustimmung beider Elternteile gefordert. Diese müssten auch beim Vorgespräch anwesend sein, wo sie über die Risiken, die Pflege sowie die Nachsorge aufgeklärt würden.
Der Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BVJ) sieht hingegen keine Notwendigkeit für eine Altersgrenze. "Wir können den Erziehungsberechtigten ihre Verantwortung nicht abnehmen." Die Empfehlung des Verbandes lautet, bei unter 16-Jährigen die Einwilligung und Anwesenheit eines Erziehungsberechtigten zu fordern. Bei Jugendlichen ab 16 Jahren ist nach Ansicht des BVJ eine schriftliche Einverständniserklärung ausreichend.
Der Bundesverband Tattoo rät davon ab, Minderjährige zu tätowieren. Damit sei man auf der sicheren Seite. Auch der Verein Deutsche Organisierte Tätowierer (DOT) lehnt Tätowierungen für Jugendliche unter 18 Jahren ab.
Obwohl es keine bundesweite gesetzliche Regelung gibt, orientieren sich viele Piercing-Studios an bestimmten Richtlinien und Empfehlungen:
Wenn ein Jugendlicher den Wunsch nach einem Augenbrauenpiercing äußert, sollten Eltern ein offenes Gespräch suchen und sowohl die Vor- als auch die Nachteile erörtern. Hier sind einige wichtige Punkte, die berücksichtigt werden sollten:
Es ist also eine ganz genaue Überlegung wert, wo das Piercing platziert werden soll. Geben Sie Ihr Einverständnis zu einem Piercing, so setzen Sie Ihrem Kind ruhig eine Frist von einer Woche, in der es die Entscheidung noch einmal genau überschlafen soll. Sind dann immer noch Eltern und Teenie absolut sicher, empfängt das Piercingstudio Ihres Vertrauens Sie und Ihr Kind sicher immer noch gern.
Dass Eltern um die Gesundheit ihrer Kinder bei einem Piercing bangen, ist nicht unbegründet und durchaus berechtigt. Nicht nur der Heilungsprozess kann bei einem Piercing langwierig und bei Entzündungen schmerzhaft sein, auch übertragbare Krankheiten wie Hepatitis B und C durch unsterile Instrumente sind gravierend.
Schadensersatzpflichtig wird Piercing als Körperverletzung übrigens dann, wenn das Studio unsauber und dilettantisch arbeitet und es zu Folgeproblemen wie Entzündungen oder Narben kommt.
Piercer und Tätowierer müssen ihre Kunden grundsätzlich vorher über die sachgerechte Nachbehandlung und mögliche Risiken wie Allergien, Entzündungen und Narbenbildung informieren.
Die Folgeschäden durch Verletzungen der Nervenbahnen können zudem äußerst ernsthaft werden. Heikel sind dabei zum Beispiel: Kau- und Sprachstörungen bei Zungenpiercings, Lidstörungen bei Piercings am Auge, Nervenstörungen an den Genitalien oder bei Brustwarzenpiercings der Verschluss der Milchgänge durch Narben.
Die richtige Pflege ist entscheidend für die Heilung eines Augenbrauenpiercings. Hier sind einige wichtige Hinweise:
Es ist wichtig, die Anweisungen des Piercers genau zu befolgen und bei Problemen oder Fragen umgehend das Studio zu kontaktieren.
Wenn Eltern ein Piercing verbieten, gibt es immer noch die Möglichkeit, Fake Piercings zu tragen. Diese bieten eine gute Alternative, um den gewünschten Look zu erzielen, ohne das Risiko eines echten Piercings einzugehen.
Nun weißt du, ab welchem Alter du dich piercen lassen kannst, und welche Voraussetzungen dafür gelten.
Die folgende Tabelle fasst die Altersbeschränkungen und Empfehlungen für Augenbrauenpiercings zusammen:
| Alter | Voraussetzungen/Empfehlungen |
|---|---|
| Unter 14 Jahren | Piercing wird in der Regel abgelehnt |
| 14-16 Jahre | Anwesenheit und Einwilligung beider Elternteile erforderlich |
| Ab 16 Jahren | Schriftliche Einverständniserklärung der Eltern und Ausweiskopie können ausreichend sein |
| Ab 18 Jahren | Freie Entscheidung über Piercings |
tags: #augenbrauenpiercing #altersbeschränkung
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