Wenn eine Augenbraue plötzlich hängt, kann dies verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, die Symptome zu erkennen und rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen, um die zugrunde liegende Ursache zu diagnostizieren und behandeln zu lassen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über mögliche Ursachen und Behandlungsansätze.
Der Begriff Blepharospasmus bezeichnet die nicht beeinflussbare, kräftige Verkrampfung beider Augenlider. Der Grund für den Lidkrampf ist, dass sich ein bestimmter Augenmuskel zeitweilig oder ständig unwillkürlich anspannt. Die Ursache dafür bleibt meist unbekannt. Blepharospasmus tritt vorwiegend bei Frauen im mittleren bis höheren Lebensalter auf.
Unter Blepharospasmus versteht man einen beidseitigen, unwillkürlichen Lidkrampf. Seine Ursache bleibt meist unbekannt. Die nicht beherrschbare Kontraktion betrifft hauptsächlich den Augenringmuskel (Musculus orbicularis oculi), teils auch andere Muskeln in Augennähe. Die Mimik des Betroffenen wird durch den Lidkrampf erheblich entstellt.
Anfangs kann der Blepharospasmus etwas asymmetrisch ausgeprägt sein oder sich zunächst als vermehrtes Blinzeln oder Fremdkörpergefühl äußern. Zudem lässt sich besonders zu Beginn der Erkrankung der Lidkrampf manchmal durch Gähnen, Singen, Kaugummi kauen, Anlegen eines Fingers an die Schläfe oder sonstige „Tricks“ durchbrechen.
Im Verlauf der Erkrankung tritt der Lidkrampf zunehmend häufiger auf (alle 15 bis 20 Sekunden) und hält länger an (Sekunden bis Minuten). Das beeinträchtigt die Sehfähigkeit oder führt sogar zeitweise zu funktioneller Blindheit. In bestimmten Situationen wie beim Autofahren ist dies besonders problematisch.
Mediziner unterscheiden drei Formen von Blepharospasmus:
Der Blepharospasmus tritt in Europa bei drei bis vier von 100.000 Menschen auf. Betroffen sind vorwiegend Frauen im mittleren bis höheren Alter.
Der Blepharospasmus kommt durch das zeitweilige oder ständige unwillkürliche Verkrampfen eines bestimmten Augenmuskels (Augenringmuskel, Musculus orbicularis oculi) zustande. Teilweise sind auch andere Muskeln rund um die Augenpartie beteiligt.
Je nach Ursache unterscheidet man zwei Formen von Blepharospasmus:
Am häufigsten ist der essenzielle Blepharospasmus. Die meisten Betroffenen berichten, dass die Beschwerden unter bestimmten Bedingungen zunehmen, beispielsweise bei emotionaler Belastung, Stress, hellem Licht, Luftzug, beim Lesen oder Gehen.
Von einer Gesichtslähmung Betroffene sind urplötzlich nicht mehr in der Lage, ihre Mimik zu steuern. In den meisten Fällen kommt es bei der Fazialisparese zur Lähmung einer gesamten Gesichtshälfte. Sie entsteht durch eine einseitige Störung des peripheren Gesichtsnervs.
Je nachdem, an welcher Stelle der Gesichtsnerv beeinträchtigt ist, gibt es verschiedene Ausprägungen der Gesichtslähmung: Bei einer peripheren Fazialisparese ist der Nerv in seinem Verlauf vom Hirnstamm zum Gesicht geschädigt. Dadurch ist eine Gesichtshälfte insgesamt gelähmt.
Von einer zentralen Fazialispares ist die Rede, wenn die Verschaltung des Nervus Facialis im Gehirn gestört ist. Hierbei ist das Gesicht vom Auge bis zum Kinn einseitig gelähmt - lediglich die Mimik im Bereich der Stirn bleibt erhalten - zum Beispiel in Form von Stirnrunzeln.
Eine Gesichtslähmung tritt in der Regel sehr plötzlich auf - für die Betroffenen meist ein Schock. Innerhalb weniger Stunden entwickeln sich die typischen Fazialisparese-Symptome: Die Muskeln im Gesicht erschlaffen, die Augenbrauen sinken ab, die Haut kribbelt, kommt einem wie taub vor, das Gesicht fühlt sich steif an.
Bei vielen Betroffenen schmerzt das Ohr und auch der Geschmackssinn ist gestört. In schweren Fällen ist es den Betroffenen nicht mehr möglich, das Augenlid zu schließen oder den Mundwinkel zu bewegen. Der Mund ist ständig trocken, ebenso die Augen. Zusätzlich reagieren die Betroffenen empfindlicher auf Geräusche.
Auch das Sprechen und die Fähigkeit, über Mimik ihre Gefühle auszudrücken, leiden bei einer Gesichtslähmung. Das verursacht zusätzlich psychische Belastungen. In den meisten Fällen sind die Fazialisparese-Symptome jedoch nur vorübergehend - Ärzte und Ärztinnen sprechen dann von einer transienten Fazialisparese.
Innerhalb von sechs Monaten heilt eine Gesichtslähmung in der Regel wieder vollständig aus. Nur etwa bei jedem fünften Betroffenen kommt es zu anhaltenden Beschwerden. Trotzdem sollten sie sich während dieser Zeit in ärztliche Behandlung begeben. Wenn nach einem halben Jahr noch Anzeichen einer Lähmung vorhanden sind, ist es ratsam, sich in einem spezialisierten Zentrum untersuchen zu lassen.
Als Ursachen einer Fazialisparese kommen viele Faktoren infrage: Knochenbrüche oder Wunden im Gesicht, Schädigung anderer Nerven, Tumore, Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen, Virusinfektionen wie etwa mit dem Gürtelrose-Erreger (dem Varizella-Zoster-Virus), aber auch bakterielle Infektionen wie bei einer Mittelohrentzündung können eine Gesichtslähmung auslösen.
Eine zentrale Fazialisparese entsteht häufig als Folge eines Schlaganfalls. Möglich ist auch, dass bei einem Unfall oder im Rahmen einer Operation der Gesichtsnerv geschädigt wird. In den allermeisten Fällen lässt sich allerdings keine Ursache für die Gesichtslähmung ausmachen. Mediziner und Medizinerinnen sprechen dann von einer idiopathischen Fazialisparese.
Ist die Ursache der Gesichtslähmung bekannt, etwa eine Borreliose, wird die Grunderkrankung behandelt. Bei einer Borreliose wird zum Beispiel eine Antibiotikabehandlung durchgeführt. Bei einer Herpes Zoster Infektion wird ein antivirales Medikament gegeben, das die Ausbreitung der Viren verhindern soll.
In vielen Fällen ist aber keine direkte Ursache der Fazialisparese bekannt. Dann wird meist für einen Zeitraum von 14 Tagen mit Kortison behandelt, welches generell Entzündungen im Körper bekämpft. Mittels Infusionen werden manchmal auch durchblutungsfördernde Medikamente verabreicht.
Da die meisten Patienten ein Auge nicht mehr richtig schließen können, muss das Auge besonders gepflegt werden, damit sich die Hornhaut nicht entzündet. Das geschieht mit künstlicher Tränenflüssigkeit und einer Augensalbe. Nachts tragen die Patienten einen sogenannten Uhrglasverband, der die Augenoberfläche vor Austrocknung schützen soll.
Eine Besserung der Lähmung soll auch ein Training der mimischen Gesichtsmuskulatur bewirken sowie Massagen und Lymphdrainagen. Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen verschwinden die Symptome einer Gesichtslähmung nach wenigen Wochen wieder vollständig.
Als Ptosis wird das angeborene oder erworbene Herabhängen eines Oberlids oder in seltenen Fällen beider Oberlider der Augen bezeichnet. Im Falle einer Seheinschränkung sollte das Lid operativ angehoben werden. Außerdem muss die Ursache abgeklärt werden, da ein hängendes Lid oft Symptom für mehrere Erkrankungen sein kann.
Ursachen für eine erworbene Ptosis sind unter anderem Verletzung, Schlaganfall, Schädigung der sympathischen Nervenfaser, beispielsweise das Horner-Syndrom, oder Muskelerkrankungen wie etwa Myasthenia gravis. Auch das fortschreitende Alter spielt eine bedeutende Rolle.
Außerdem kann ein hängendes Oberlid infolge einer Hirnhautentzündung, einer Vergiftung oder einer schweren Augenentzündung auftreten. Typisch ist, dass der oder die Betroffene das Lid nicht oder nur mit großer Mühe anheben kann.
Für die Lidstellung wirken mehrere kleine Muskeln zusammen, die teils vom Sympathikus, teils vom III. Hirnnerv aktiviert werden. Folgende Faktoren können eine Ptosis verursachen:
Inzwischen ist auch ein Zusammenhang zwischen dem jahrelangen Tragen von Kontaktlinsen und der Entwicklung einer Ptosis belegt.
Neben der normalen Augenuntersuchung beurteilt die Ärzt*in vor allem das Ausmaß der Ptosis: Mit einer Skala misst sie die Lidspaltenweite und kontrolliert die Wirkung des Lidhebers (Messung der Levatorfunktion). Bei Verdacht auf eine muskuläre Störung führt sie den Simpson-Test durch.
Dabei blickt die Patient*in eine Minute nach oben - senken sich die Lider, spricht dies für eine Muskelschwäche. Die Behandlung einer erworbenen Ptosis richtet sich nach der Ursache. Lähmungen bilden sich oft spontan zurück, so dass eine Operation frühestens nach 6 Monaten Abwarten ansteht.
Manchmal führt eine operative Korrektur dazu, dass die Patient*in vor allem nachts das Auge nicht mehr komplett schließen kann. Eine Ptosis verschwindet nur durch die operative Korrektur oder die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung.
Beschwerden im Augenbereich wie häufigeres Blinzeln, Fremdkörpergefühl oder eben ein zeitweilig oder dauerhaft auftretender Lidkrampf sollten generell von einem Augenarzt abgeklärt werden. Es können verschiedene behandlungsbedürftige Erkrankungen dahinter stecken.
Zunächst erstellt der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese): In einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten erkundigt er sich beispielsweise nach Art und Beginn der Beschwerden sowie eventuellen Grunderkrankungen. Dann folgt die Inspektion der Augen. Dabei wird zum Beispiel die Blinzel-Frequenz ermittelt: Normalerweise beträgt sie zehn bis zwanzig Mal pro Minute. Bei Blepharospasmus wird mehr als 27 Mal pro Minute geblinzelt (während einer Unterhaltung weniger).
Mittels Elektromyografie (EMG) kann die elektrische Aktivität des Augenringmuskels und anderer relevanter Muskeln gemessen werden. Zum Nachweis bestimmter Ursachen von symptomatischen Blepharospasmus (wie Nervenerkrankungen) kann eine Magnetresonanztomografie (MRT) hilfreich sein.
Wichtig ist zudem die Abgrenzung gegen andere mögliche Ursachen für den Lidkrampf. So lassen sich etwa Irritationen der Binde- oder Hornhaut durch Fremdkörper mithilfe der Spaltlampe erkennen.
Beim symptomatischen Blepharospasmus wird nach Möglichkeit die Ursache behandelt. Schwieriger ist die Therapie beim essenziellen Blepharospasmus, bei dem keine Ursache erkennbar ist.
Die Anwendung von Medikamenten wie muskelentspannenden Wirkstoffen (Muskelrelaxanzien wie Baclofen) oder Beruhigungsmitteln (Benzodiazepinen wie Clonazepam) hat geringe Erfolgschancen und ist oft mit ernsten Nebenwirkungen verbunden.
Als Methode der Wahl bei der Behandlung des Blepharospasmus gelten lokale Injektionen mit dem Nervengift Botulinumtoxin A. Die Injektion erfolgt subkutan (unter die Haut) direkt in den Augenringmuskel und bewirkt dessen Lähmung.
Ein klinisch messbarer Effekt setzt nach ein bis drei Tagen ein und erreicht ein bis zwei Wochen später ihren Höhepunkt. Anschließend lässt die Wirkung langsam nach, sodass die Spritzen etwa alle drei Monate wiederholt werden müssen. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Ptosis (Herabhängen des oberen Augenlids) oder Ektropium (Auswärtswendung des Augenlids, meist des unteren).
In manchen Fällen kann ein operativer Eingriff erforderlich sein. Dabei können zum Beispiel jene Nervenfasern des Gesichtsnerven (Nervus facialis) durchtrennt werden, die zum Augenringmuskel ziehen. Auch eine (Teil-)Entfernung des Muskels ist möglich.
Manche Patienten mit Blepharospasmus profitieren von Psychotherapie, Biofeedback, Hypnose oder Akupunktur.
Zumindest im frühen Stadium der Erkrankung verstärken sich die Symptome, wenn Sie gestresst sind. Dann können Stressreduktion und Entspannungsübungen eine gewisse Hilfe bieten. Werden die Symptome aber schwerer, zögern Sie nicht, zum Arzt zu gehen.
Von alleine werden die Beschwerden nicht vergehen, sondern sich verschlimmern, sodass eine medikamentöse oder operative Behandlung notwendig wird.
Es ist wichtig, auf die Signale des Körpers zu achten und bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können dazu beitragen, die Lebensqualität erheblich zu verbessern.
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