Eine Haartransplantation ist ein Eingriff, bei dem Haare in haarlose oder dünn behaarte Areale umverteilt werden. Da die Haarwurzeln vom Patienten selbst stammen, spricht man auch von Eigenhaartransplantation. Neue Haarwurzeln können in die Kopfhaut oder im Bereich der Augenbrauen, Barthaare oder Schamhaare eingepflanzt werden.
Bei einer Haartransplantation (Haarverpflanzung) entnimmt der Arzt gesunde Haarwurzeln des Patienten und setzt sie an einer kahlen Körperstelle wieder ein. Es handelt sich dabei um einen kosmetischen Eingriff, eine medizinische Notwendigkeit besteht in der Regel nicht.
Eine Ausnahme stellt die Wimpern- oder Augenbrauentransplantation dar: Diese Haare haben die Aufgabe, das Auge vor Schmutz und Schweiß zu schützen.
Eine Eigenhaartransplantation kann Patienten mit folgenden Erkrankungen helfen:
Viele der genannten Erkrankungen erfordern zur Verbesserung des Körpergefühls eine Haartransplantation: Geheimratsecken können wieder aufgefüllt, ein zurückgewichener Haaransatz nach vorne verlagert werden. Eine Barttransplantation kann Männern helfen, die zum Beispiel aufgrund einer Verbrennung durch kahle Stellen beeinträchtigt sind.
Selbst wenn noch ein kleiner Haarkranz am Hinterkopf vorhanden ist, ist eine flächendeckende Verpflanzung auf die kahle Stelle normalerweise nicht möglich. Die meisten Ärzte empfehlen ihren Patienten aber, mit der Transplantation zu warten und es zunächst mit einem medikamentösen Therapieansatz zu versuchen.
Es werden zwei Hauptmethoden unterschieden:
Heutzutage wird vor allem die sogenannte FUE-Haartransplantation (Follicular Unit Extraction) angewendet, das derzeit einzige minimalinvasive und daher schonende Verfahren zur Haartransplantation.
Menschliche Haare wachsen in natürlichen Bündelungen, die ein bis fünf Haare beinhalten - sogenannte follikuläre Einheiten. Bei der FUE entnimmt der Arzt nicht nur eine Haarwurzel, sondern eine komplette FUE.
Vor der Operation wird der gesamte Haarkranzbereich kahl rasiert. Nun durchtrennt der Arzt mit Hohlnadeln die Haut um die Haarwurzelgruppen herum. Mit zwei Pinzetten werden die Haargruppen freigelegt und anschließend herausgezogen. Die Entnahmestelle muss bei der Follicular-Unit-Exzision (FUE) meist nicht genäht werden; die hinterlassene Wunde verheilt von selbst.
Unter dem Mikroskop werden die Transplantate in gekühlten Lösungen feucht gehalten und präpariert - denn trocknen sie aus, sterben die Haarwurzeln ab. Ungeeignete Haare werden aussortiert. Zum Einsetzen der Haare schafft der Arzt mit einer feinen Nadel winzige Kanäle in der Haut, in welchen er die Haarfollikel platziert. Sie wachsen von selbst ein und müssen nicht fixiert werden.
Bei der FUE-Methode entsteht keine längere Narbe, sondern nur winzige Punktnarben. Deshalb ist diese Methode auch bei Patienten mit Kurzhaarschnitt (weniger als einem Zentimeter Haarlänge) sowie bei Frauen mit dünnen, durchscheinenden Haaren geeignet.
Auch wer Angst vor einer Naht oder vor Schnitten hat, ist mit der FUE besser beraten. Ebenso Frauen, die nur wenige Haartransplantate - zum Beispiel für ihre Geheimratsecken - benötigen oder Menschen, die eine dunkle Haarfarbe und helle Haut haben. Bei ihnen scheint die strichförmige Narbe stärker durch.
Ärzte empfehlen sie in erster Linie Männern, die jünger als 30 Jahre alt sind.
Bei der Streifentechnik (Follicular-Unit-Transplantation, FUT) schneidet der Arzt einen Hautstreifen mit den darauf wachsenden Haaren aus der Kopfhaut des Patienten. Die Entnahmestelle verschließt er mit Nähten oder mit Klammern. Aus dem Hautstreifen werden nun die einzelnen Haarfollikel herausgearbeitet, die der Arzt dann wie bei der FUE in die kahlen Stellen einpflanzt.
Diese Technik bietet sich für alle an, die ihre Haare nicht kurz rasieren möchten. Das trifft vor allem auf Patienten zu, die langes Haar haben. Dazu zählen meistens Frauen. Ihr Resthaar bleibt lang, die Narbe gut versteckt. Deswegen ist diese Form der Haartransplantation bei Frauen sehr beliebt. Auch für Patienten, die große Mengen an Haar benötigen, ist die FUT geeignet.
Da bei der Streifentechnik eine größere Narbe entsteht, wird heutzutage die FUE aufgrund ihres besseren ästhetischen Ergebnisses bevorzugt.
Die Direct Hair Implantation (seltener Direct Hair Transplantation), kurz DHI oder DHT, gilt als besonders innovative Technik. Der behandelnde Arzt entnimmt dabei die Haare mithilfe eines speziellen Implantierstifts und pflanzt diese direkt in die Kopfhaut ein.
Studien zeigen: Je kürzer sich die Transplantate außerhalb des Körpers befinden, desto höher ist ihre Überlebensrate - und damit der Erfolg der Haarverpflanzung. Die DHI punktet außerdem mit einer höheren Haardichte und einer schnelleren Heilung. Damit ist sie anderen Techniken einen großen Schritt voraus.
Da die präzise Entnahme per Hand sehr aufwändig ist, eignet sich die DHI nur für Stellen, an denen wenig Haare wachsen - zum Beispiel entlang der Haarlinie, an Bart, Augenbrauen oder Wimpern. Ärzte empfehlen sie außerdem meist Patienten unter 35 Jahren, bei denen der Haarausfall noch nicht so weit fortgeschritten ist.
Zuerst fertigt der Arzt Fotos der unbehaarten Körperstelle an und markiert in Absprache mit dem Patienten die gewünschte Haarlinie mit einem Stift.
Unter örtlicher Betäubung kann ein erfahrenes Operationsteam pro Eingriff etwa 500 bis 2000 Transplantate verpflanzen. Für eine größere Anzahl Haare sind mehrere Sitzungen notwendig.
Frauen und Männer, die eine Haartransplantation wünschen, müssen über mögliche Gefahren des Eingriffs informiert werden. Obwohl Komplikationen bei sachgemäß ausgeführter Haartransplantation durch einen erfahrenen Arzt selten sind, kann es zum Beispiel bei zu tiefen Einstichen zu Blutungen kommen. Dadurch bilden sich häufig in den ersten Tagen nach Haartransplantation starke Schwellungen, welche bis in den Gesichtsbereich reichen können. Besonders Schwellungen der Augenlider sind für den Patienten lästig, aber nicht gefährlich.
Die Kopfhaut des Menschen ist sehr gut durchblutet. Da sich Keime und Bakterien vor allem in eher schlecht durchbluteten Bereichen ansiedeln, ist das Infektionsrisiko bei der Haartransplantation von Kopfbehaarung nur gering.
Viele Patienten verspüren nach einer Haartransplantation ein Taubheits- oder Kribbelgefühl im Operationsgebiet, das in der Regel nach zwei bis vier Wochen wieder von selbst verschwindet. Nur selten bleiben derartige Empfindungsstörungen über mehrere Monate bestehen.
Nach der Haartransplantation bildet sich zunächst ein Wundschorf, der sich nach etwa fünf bis sieben Tagen ablöst. Kratzen Sie bitte den Schorf nicht ab, auch wenn es juckt; dadurch stören Sie lediglich den Heilungsprozess und erleichtern Bakterien das Eindringen ins Gewebe.
Je nach Ermessen Ihres Arztes erhalten Sie für etwa drei Tage ein Antibiotikum, um Infektionen vorzubeugen. Dies kommt insbesondere für Risikopatienten mit schlechter Durchblutung, etwa Diabetiker, infrage. Bei Bedarf erhalten Sie von Ihrem Arzt ein Schmerzmittel, auch eine Kühlung der transplantierten Region wirkt schmerzlindernd.
Halten Sie die mit einer Naht verschlossene Entnahmestelle bis zur Wundheilung trocken. Verwenden Sie zum Waschen spezielle, wasserundurchlässige Duschpflaster. Diese erhalten Sie zum Beispiel in der Apotheke. Die Fäden werden frühestens zwei Wochen nach der Operation gezogen.
Erschrecken Sie nicht, wenn die gerade transplantierten Haare ausfallen. Da die Haut durch die Operation zeitweise nur schlecht mit Sauerstoff versorgt wurde, werden die Haare zunächst abgestoßen - nicht aber die Haarwurzeln! Aus diesen wachsen etwa acht bis zwölf Wochen nach der Haartransplantation neue Haare. Das Endergebnis lässt sich erst nach acht bis zehn Monaten beurteilen.
Bei bestimmten Formen des Haarausfalls kann eine Haarverpflanzung durchgeführt werden. Voraussetzung ist in allen Fällen, dass genügend Spenderhaar vorhanden ist. Bei Männern und Frauen mit anlagebedingtem gewöhnlichen Haarausfall (androgenetischer Haarausfall) kann der Haarausfall im Anfangsstadium noch mit Medikamenten aufgehalten werden.
Die Haarverpflanzung eignet sich bei einem fortgeschrittenen Stadium des Haarausfalls, wenn schon größere kahle Stellen vorhanden sind. Bei Männern ist das typischerweise am Vorderkopf und auf Scheitelhöhe. Auch bei Formen erblicher Haarlosigkeit und bei einem Haarverlust durch Narben, zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Verbrennung, kommt eine Haartransplantation in Frage.
Nicht nur auf dem Kopf können neue Haare verpflanzt werden. Auch eine Augenbrauentransplantation oder Barttransplantation sind möglich.
Die Haartransplantation ist eine anerkannte wirksame Methode zur Therapie von Haarausfall. Sie ist sinnvoll, wenn der Haarausfall fortgeschritten ist und schon größere kahle Flächen bestehen und wenn ausreichend Spenderhaar vorhanden ist.
Dem Patienten sollte jedoch bewusst sein, dass die Haare mit einer Haartransplantation nicht mehr so dicht und voll aussehen wie vor dem Haarverlust. Das Ergebnis hängt von dem Ausmaß der kahlen Stellen ab und dem Verhältnis zwischen Spenderfläche und kahler Fläche. Sind sehr große Flächen kahl, kann das Ergebnis lückenhaft aussehen. Eventuell ist dann eine zweite Operation nötig.
Als Erstes findet ein Vorgespräch statt. Der behandelnde Chirurg selbst sollte das Gespräch durchführen. Er bespricht mit dem Patienten, ob eine Haartransplantation möglich ist und klärt den Patienten ausführlich über das zu erwartende Ergebnis und über Risiken auf. In einigen Fällen kann eine Haartransplantation ohne Rasur durchgeführt werden. Auch dies kann durch den erfahrenen Facharzt entsprechend beurteilt werden.
Der Arzt berät den Patienten, welche Methode geeignet ist. Die Behandlung wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Eventuell wird der Patient leicht sediert. Die Operation dauert 2 bis 5 Stunden. Direkt nach der Operation können die Patienten nach Hause gehen und nach 2 bis 3 Tagen können sie sich die Haare wieder waschen. Für 10 bis 14 Tage bilden sich kleine Krusten, die von selbst abfallen. Wurde ein Schnitt genäht, können die Fäden nach 14 Tagen gezogen werden.
In den ersten 3 Wochen sollte der Patient auf Sport, Sauna und Salzwasser verzichten und die Kopfhaut vor starker Sonneneinstrahlung schützen.
Eine Haartransplantation dauert lange und ist sehr aufwendig. Sie kann nur von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden. Zudem ist ein großes Operationsteam notwendig. Das hat seinen Preis. Ungefähr 3000 Euro muss der Patient in Deutschland für sehr kleine Flächen zahlen. Eine großflächige Transplantation kann mehr als 10.000 Euro kosten.
Eine Haartransplantation ist dauerhaft. Beim anlagebedingten gewöhnlichen Haarausfall reagieren die Haarwurzeln überempfindlich auf Androgene (männliche Sexualhormone) und die Haare fallen aus. Der Chirurg entnimmt die Spenderhaare an einer Stelle, die nicht vom Haarausfall betroffen ist. Dort sind die Haarwurzeln unempfindlich gegenüber Androgenen. Das bleiben sie auch nach ihrer Transplantation. Bedingt durch den Stress der Transplantation fallen die Haare anfangs zwar aus, wachsen aber 12 Wochen später regelmäßig, natürlich und lebenslang nach.
Wer eine Haarverpflanzung plant, möchte für sich die beste medizinische Versorgung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für eine Haartransplantation?
Die Haartransplantation wird weder in der Universitätsausbildung noch in der chirurgischen Weiterbildung oder in der Weiterbildung zur plastischen Chirurgie erlernt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass sich der Arzt die entsprechenden Kenntnisse angeeignet hat.
Voraussetzung sollte eine abgeschlossene Facharztausbildung im Bereich der allgemeinen Chirurgie, plastischen Chirurgie, Dermatologie, Neurochirurgie, der MKG, HNO oder Gynäkologie oder eine mindestens 15jährige Erfahrung in der Haartransplantation sein. Zusätzlich muss der Chirurg durch Kurse, ein Training oder eine Hospitation die Methoden der Haartransplantation lernen.
Der Patient sollte sich daher einen Spezialisten aussuchen, der die entsprechenden Qualifikationen aufweisen kann, viel Erfahrung in der Haartransplantation hat und die Operation regelmäßig durchführt.
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