Die schlimme Zeit gehört nun der Vergangenheit an: Christina von Saß ist seit dem 16. September wieder bei „Hallo Niedersachsen“ zu sehen.
Die NDR-Moderatorin hat eine Krebserkrankung überstanden und feiert ihren 49. Geburtstag. Wir haben mit der Journalistin über ihre Heilung und das Kamera-Comeback gesprochen.
Es gibt viele Gründe, warum Menschen einen zweiten Geburtstag feiern. Bei Christina von Saß ist es die überstandene Krebserkrankung: „Ich fühle eine riesige Erleichterung. Dass ich das Leben langsam wieder richtig angehen lassen kann, macht mich unfassbar glücklich.“
Die NDR-Moderatorin hat Ende August ihre vorbeugende Chemotherapie abgeschlossen und kehrte am 16. September bei „Hallo Niedersachsen“ wieder vor die Kamera zurück. Das Beste: Am selben Tag wurde sie 49 Jahre alt.
Im November 2023 hatten Ärzte einen Tumor bei ihr entdeckt, zwei Wochen später folgte eine Operation. Im Sommer zuvor hatte von Saß Schmerzen im Rücken und in der Leiste bemerkt. Die Diagnose brachte Gewissheit, aber auch Schrecken. Krebspatientinnen und -patienten wissen, wie anstrengend und belastend so eine Therapie ist.
In dem Dreivierteljahr hat sie das Regionalmagazin zwar auch moderiert, musste allerdings zweimal über mehrere Wochen pausieren. „Die Zeit ist nicht so reibungslos verlaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte.“ Nicht nur Komplikationen wie ein entzündeter Portkatheter, so heißt ein dauerhafter Venenzugang, über den Medikamente für die Chemo verabreicht werden, brachten den Behandlungszeitplan durcheinander. Auch ihr Immunsystem wurde geschwächt.
„Der Körper ist König“, musste von Saß einsehen. „Eigentlich hatte ich bis dahin immer bestimmt, wie und in welchem Tempo es in meinem Leben läuft.“
Es war schließlich ein Satz ihrer Mutter, der sie einen Gang zurückschalten ließ. „Christina“, hatte die Mutter gesagt, „jetzt ist es Zeit, die Flügel hängenzulassen, die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu tun.“ Und auch, wenn das ihrem Naturell zuwider lief, tat die Moderatorin genau das. „Ich brauchte die Ruhe und habe Wolken beim Vorbeiziehen zugeguckt. Es ging alles leichter, wenn ich in den Himmel geschaut habe.“
In der Zeit guckte sie Serien wie „Sex and the City“. „Von Anfang an und in der englischen Originalversion“, erzählt sie lachend. Außerdem hat sie gelesen.
„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von Joachim Meyerhoff (57), Peter Taubers (50) „Du musst kein Held sein“ und „Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte“ von Axel Hacke (68). Daraus hat sich von Saß Folgendes eingeprägt: „Ein heiterer Mensch zu sein, bedeutet nicht, das Schwere zu ignorieren, sondern es in etwas Leichtes zu verwandeln.“ Nachhaltig beschäftigt hat sie auch der Satz „Würde heißt annehmen, was einem abverlangt wird, ohne seine Haltung dabei zu verlieren“, den Gabriele von Arnim (77) in „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ formuliert hat.
Christina von Saß' Zustand ist aktuell vor allem gut: „Ich kann Sport machen, ausgehen, die Sendung machen. Ich freue mich wahnsinnig, wieder arbeiten zu können.“ Man wird sie im neuen Look sehen mit einer Kurzhaarfrisur. Aufgrund der Chemo hat sie ihre Haare verloren, sich in den sozialen Medien auch mit Glatze gezeigt. Vor der Kamera trug sie allerdings Perücke, „sonst fühlte ich mich ungeschützt“.
Die Perücke hat sie nun beiseite gelegt. „Ich habe mich bei ihr für alles bedankt. Ich habe jetzt keine Angst mehr, mich zu zeigen.“
Die muss sie auch nicht mehr haben, das hat ihr der Zuspruch von außen gezeigt. Sie bekam viel Post, die von Saß noch beantworten möchte. „Ich komme nicht hinterher.“ Nun haben die Fans sie wieder, täglich um 19.30 Uhr, im Wechsel mit den Kollegen Jan Starkebaum (41) und Arne-Torben Voigts (43).
Bezüglich Vielfalt und Akzeptanz äußerte sich Arne-Torben Voigts wie folgt: "Bunt ist besser! Fernsehen macht schwarz-weiß ja auch weniger Spaß. Deshalb bitte auch im Leben: Mehr Farben, mehr Töne, mehr Vielfalt. Der Sinn des Lebens besteht schließlich im Miteinander, nicht im Gegeneinander. Im letzten Jahr durften wir die Öffnung der Ehe feiern. Dies war ein weiterer Schritt in Richtung einer bunten und vielfältigen Gesellschaft.
Dieser Ansicht ist auch das Gesicht des LSVD Niedersachsen-Bremen 2018 Arne-Torben Voigts. Arne-Torben Voigts wuchs als jüngster von drei Brüdern auf einem niedersächsischen Bauernhof auf. Nach eigenen Aussagen ist er sehr offen erzogen worden. Dies hat sicher auch dazu beigetragen, dass er vorurteilsfrei auf Menschen zugeht, um sich ein eigenes Bild zu machen. Der Charakter einer Person ist ihm wichtig. Dies hilft ihm auch sehr bei seiner täglichen Arbeit als TV-Moderator. Daher war es auch eine völlig neue Erfahrung für ihn, von uns nun selbst einmal interviewt zu werden.
Im Gespräch wird schnell klar, dass er meint, was er sagt. Arne geht mit Humor an viele Sachen, bleibt bei den ernsten Themen aber sachlich und versucht nicht, diese zu verharmlosen. Er weicht Fragen nicht aus, sondern spricht offen über seine Ansichten und nennt die Dinge beim Namen.
Seine ersten Kontakte zu Lesben und Schwulen knüpfte Arne während seiner Studienzeit in Bremen und später in Leipzig. Bis heute kann er nicht verstehen, warum es immer noch ein Thema ist. Es sollte keine Rolle spielen, welche sexuelle Orientierung eine Person hat. Ihm ist wichtig, dass alle Menschen selbstbestimmt und angstfrei leben können. In seinem persönlichen Umfeld hat er erlebt, was es bedeutet, wenn man sich versteckt, aus Angst nicht akzeptiert zu werden. Dies ist eine extrem seelische Belastung für einen Menschen.
„Martin Luther King hat mal gesagt, dass die Menschen einander fürchten, weil sie sich nicht kennen. Weil Sie nicht miteinander in Kontakt treten. Der LSVD leistet dazu einen tollen Beitrag. Und ich hoffe, dass auch ich als heterosexueller Familienvater mit vielen homosexuellen Freunden mit dieser Aktion einen kleinen Teil dazu beitragen kann. Der LSVD Niedersachsen-Bremen freut sich in Arne auch 2018 einen offenen Menschen für die Gesichtskampagne zu haben und hofft, dass er für viele eine Vorbildfunktion sein wird.
Arne Torben Voigts, Gesicht des LSVD Niedersachsen-Bremen 2018
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