Arjen Robben und die Haartransplantation: Ein Thema im Profifußball

Haarausfall ist ein Thema, das viele Männer betrifft, auch im Profifußball. Es beginnt üblicherweise in jungen Jahren, oft schon in den 20ern oder früher, da es hauptsächlich genetisch bedingt ist und nicht zwangsläufig mit dem Alter zusammenhängt. Genetischer Haarausfall schreitet recht schnell fort, während altersbedingter Haarausfall langsamer verläuft und meist nicht zur Glatze führt.

Es gab und gibt viele Fußballer mit hoher Stirn oder Glatze. Auch Haarprobleme bei Fußballern sind keine Seltenheit, wie Beispiele wie David Jarolim oder Arjen Robben zeigen.

Haarausfall kann einen erheblichen Leidensdruck verursachen. "Und dann bekam ich Haarausfall", schreibt ein Betroffener, "man merkt ganz krass, was es heißt, unattraktiv zu werden. Die Mädchen gucken einem nicht mehr hinterher, man ist unbeliebter. Das Selbstvertrauen leidet."

Das offene Bekenntnis von Jürgen Klopp zu seiner Haartransplantation hat den Blick auf männliche Stirnregionen verändert.

Ich mache eine HAARTRANSPLANTATION (in der Türkei)

Promifotos werden nun genauer unter die Lupe genommen, um festzustellen, wer möglicherweise nachgeholfen hat.

Mit dem Verpflanzen von Haaren wird seit mehr als achtzig Jahren experimentiert, wobei die Erfolge stetig wachsen. Inzwischen ist das Aufforsten kahler Regionen zur Routine geworden, und die Verschönerungsbranche erlebt seit etwa zehn Jahren einen Boom.

Es muss nicht immer eine teure Operation sein. Speziell bei jüngeren Männern haben sich zwei Wirkstoffe bewährt. Minoxidil, ein Mittel, mit dem auch Bluthochdruck therapiert wird, als auch der Enzymhemmer Finasterid können - richtig und konsequent angewandt - den Haarverlust stoppen.

Die heutige Männergeneration ist damit die erste, die im Kampf gegen die Glatzenbildung nicht hoffnungslos verloren ist. Was haben sie nicht alles versucht, um dem Albtraum zu entfliehen? Extrakte von Birke oder Brennnessel, Esel- und Eigenurin, Massagen mit Kochsalz, das Schlürfen angebrüteter Hühnereier - die Liste der vermeintlichen Wundermittel ist lang.

Trickreich wurde immer schon kaschiert, wenn sich das Symbol jugendlicher Männlichkeit dünn machte: Cäsar setzte sich den Lorbeerkranz auf sein Haupt, im Barock und im Rokoko waren gepuderte Perücken in Mode.

Die Enkel dieser Strähnen-Akrobaten gehen das Problem ganz anders an: Die Varianten „Raspelkurz“, „Vollglatze“ oder „Undercut“ (an den Seiten Stoppeln, das Deckhaar länger) überlisten zumindest optisch das sich ausweitende Problem mit dem gravitätischen Namen Geheimratsecken.

Rund um Fußballfelder und Tennisplätze, wo die gut bezahlten Trendsetter toben, hat sich der superkurze Schnitt in den vergangenen Jahren als Einheitslook etabliert. Ob Arjen Robben, der Trainer Pep Guardiola,der Ex-Kicker Mehmet Scholl, der Sportdirektor Matthias Sammer - alle demonstrieren, dass man auch mit wenig Wolle auf dem Kopf ganz gut leben kann.

Und nicht nur das: ein kahler Kopf ist sogar der Karriere dienlich. Das hat der amerikanische Wissenschaftler Albert E. Mannes herausgefunden. Nachdem sein Haar mit Anfang dreißig immer schütterer geworden war, trat er die Flucht nach vorn an und rasierte sich den Schädel. „Ich merkte, dass mein Umfeld anders auf mich reagierte als vorher“, berichtet er, „Fremde begegneten mir distanzierter, sogar ängstlicher“.

Mannes fand heraus: Glatzenträger werden als dominanter und maskuliner eingeschätzt. Man traut ihnen ein größeres Führungspotenzial als Männern mit normaler Haarpracht zu.

Natürlich versucht man trotzdem Shampoos, Tinkturen, Olivenöl. Außerdem verbringt man morgens zunehmend Zeit damit, so etwas wie eine Frisur zu erzeugen, mit dem erwartbar jämmerlichen Ergebnis.

Mit Anfang 30 zeichnete sich immer mehr ab, dass mir drei Optionen blieben:

  1. Die 180-Grad-Lösung, also die Haare von einer Seiten mit viel Schwung zur anderen Seite zu bürsten, quasi zum rettenden Ufer, und dabei möglichst viel Kopffläche zu bedecken. Einziges Problem: Dafür war ich 45 Jahre zu jung.
  2. Die moderne, kostenträchtige, letztlich komplett unwürdige Variante: Haartransplantation. Silvio Berlusconi und Wayne Rooney.
  3. Dann lieber drittens: Kojak und Arjen Robben.

Es lohnt sich, etwas Geld in die Hand zu nehmen, das Gerät wird schließlich über die nächsten Jahrzehnte gebraucht. Dafür war ich seit 17 Jahren nicht mehr beim Friseur.

Der Meister-Skalp ist längst vergeben, die Fußball-Bundesliga aber bleibt eine haarige Angelegenheit. Die Sport- und Beauty-Welt diskutiert über die Haar-Transplantation von Jürgen Klopp und schreibt über die Ankündigung von Peter Neururer, sich beim Klassenverbleib des VfL Bochum die schütteren Locken blau färben zu lassen.

Jedenfalls trägt die junge Kicker-Generation den «Undercut» perfekt gestylt auf dem Rasen: nicht «Vokuhila», sondern an den Seiten raspelkurz und das Deckhaar lang.

Eher zeitlos ist die Glatze wie sie Arjen Robben hat - und enorm praktisch: «Natürlich ist der eine oder andere Spieler nach dem Spiel etwas schneller unter der Dusche weg - aber der hat auch weniger Haare, die man dann waschen muss», sagte Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, als der niederländische Flügelflitzer wegen seines Reservistendaseins ziemlich grußlos aus dem Stadion verschwand.

Englands Topstürmer Wayne Rooney hat ebenfalls so ein Prozedere hinter sich - angeblich für 36 000 Euro: «Ich habe mit 25 eine Glatze bekommen. Warum hätte ich es nicht tun sollen?»

Bundestrainer Joachim Löw trug einst einen Popperschnitt und hatte als DFB-Pokalsieger mit dem VfB einen seiner peinlichsten Momente: Beim Empfang auf dem Stuttgarter Marktplatz scherten ihm seine Spieler eine Glatze.

Wer alles vor dem Spiel noch schnell in den Spiegel schaut und mit Gel nachhilft, das ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der Bundesliga.

Anders als beim armen Samson in der Bibel wirkt der Haarverlust heutzutage auf viele Frauen tatsächlich männlich. Auf jeden Fall männlicher als jeder Versuch, ihn zu vertuschen.

Michael Mettke von "jetzt.de" hat jüngst in einem Kahlkopf-Selbstbericht sogar festgestellt, wer schon früh die Haare verliert, altere langsamer. "Weil er nicht grau wird, sondern gleich bleibt. Ich behaupte sogar, dass die ganz große Midlife-Crisis bei mir ausbleiben wird: Die meisten Leute kennen mich schon jetzt nur mit Glatze oder können sich an meine Haare gar nicht mehr erinnern.

Die Studie "Shorn Scalps and Perception of Male Dominance" (Rasierte Köpfe und die Wahrnehmung männlicher Dominanz) besagt klar und deutlich, dass kahlköpfige Männer als bessere Führungspersönlichkeiten angesehen werden als Männer mit längerem oder dünner werdendem Haar.

Es strahle Stärke, Macht und Selbstbewusstsein aus, alles "bloßzulegen", lässt sich die New Yorker Imageberaterin Julie Rath zitieren.

Der Meister-Skalp ist längst vergeben, die Fußball-Bundesliga aber bleibt eine haarige Angelegenheit.

Ein Karikaturist hatte listig gezeichnet, wie der zweimalige BVB-Meistercoach nach der Champions-League-Auslosung die Nachricht erhielt: «Wir spielen gegen Loreal Madrid.» Und als Klopp sagte, er würde seinen «Arsch» darauf verwetten, dass Münchens Sportvorstand Matthias Sammer mit Barcelonas Ex-Trainer Pep Guardiola telefonieren werde, um sich über den nächsten Gegner zu informieren, da bürstete ihn Rummenigge ab: «Wenn er seine Haare verwettet hätte, da hätte er ja noch ein paar transplantieren können.»

«Wenn meine Birne für einige Leute zur Belustigung herhält, halte ich gerne meinen Kopf dafür hin», sagte auch Klopp.

Ich habe meinen Freund Alexander noch nie mit Haaren gesehen. Er hat sie sich kurzerhand abrasiert, als sie ziemlich früh anfingen auszufallen. Ich kann mir Alexander mit Haaren ehrlich gesagt gar nicht vorstellen.

Ebenfalls Grund zum Starren ist der kunstvoll über die Platte gelegte Scheitel, den man glücklicherweise immer seltener sieht.

Was bleibt, ist das vermaledeite Abfinden, zu dem kaum einer taugt - ich auch nicht, wenn ich mein Cremesortiment betrachte.

Die Männer haben aber trotzdem einen Vorteil, der faltenhysterischen Frauen leider völlig abgeht: Sie haben die Chance, auch ohne Haare cool auszusehen.

Verbreitete Behandlungen gegen Haarausfall

Behandlung Beschreibung
Minoxidil Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck, das auch den Haarverlust stoppen kann.
Finasterid Enzymhemmer, der bei richtiger Anwendung den Haarverlust aufhalten kann.
Haartransplantation Chirurgischer Eingriff, bei dem Haare von einer Stelle des Körpers an eine andere verpflanzt werden.

tags: #Arjen #Robben #Haartransplantation

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