Argentinische Frisuren: Von Fußballstars und indigenen Traditionen

Argentinien ist nicht nur für seinen Tango und seine atemberaubende Landschaft bekannt, sondern auch für seine vielfältigen Frisuren. Von den extravaganten Looks der Fußballstars bis zu den traditionellen Haartrachten der indigenen Bevölkerung gibt es viel zu entdecken.

Lionel Messi mit neuer Frisur.

Fußballer-Frisuren: Ein modisches Statement

Fußballer sind nicht nur für ihre sportlichen Leistungen bekannt, sondern auch für ihre oft extravaganten Frisuren. Diese dienen nicht selten als Inspirationsquelle für Fans und setzen modische Statements.

Nicht zuletzt sind es insbesondere die extravaganten Frisuren der Fußballstars, die uns immer wieder ins Auge stechen - und (teilweise negativ) in Erinnerung bleiben. Von wuscheligen Afros über Iros, fulminante Farbkombinationen bin hin zu klassisch kurz: Die Haarfrisuren der Topathleten sorgen regelmäßig für Furore, setzen Statements und lösen - wenn wir vor allem an David Beckham denken - regelrechte Hypes aus.

Die Zeiten, in denen Friseure Fußballern nur die Haare geschnitten haben, sind vorbei. Ob Seelentröster oder Typberater - heute haben sie noch ganz andere Aufgaben und erfahren dabei viel von ihren prominenten Klienten.

Einige Beispiele für auffällige Fußballer-Frisuren der letzten Jahrzehnte sind:

  • Günther Netzer: Mit seinem tiefen Seitenscheitel und blonden Strähnchen präsentierte er in den 1970er Jahren die perfekte Surfer-Frisur mit der idealen Mischung aus cool und lässig.
  • Pierre Littbarski: Sein Vokuhila (die Abkürzung steht für vorne kurz, hinten lang) war die Signature-Frise dieser Dekade und kein trendbewusster Mann kam an diesem Look vorbei.
  • Carlos Valderrama: An die goldenen Engelslöckchen kam und kommt kein anderer Fußballspieler jemals heran. Kombiniert mit dem langen, dunklen Schnauzer wird dieses Styling wohl einmalig in der Fußballgeschichte bleiben.
  • Rudi Völler: Es gibt nur einen Rudi Völler und nur einmal so schöne Locken in Vokuhila-Formation. 1983 war er quasi Vorreiter dieses Trends. Besonderes Highlight: der fransig geschnittene Pony. Am besten passt der Vokuhila zum bewährten Obliba (Oberlippenbart). Eine unschlagbare Kombi - wenn man eine Zeitreise in die 1980er Jahre plant.

Auch Lionel Messi hat im Laufe seiner Karriere verschiedene Frisuren getragen. Zu Beginn seiner Karriere spielte der Argentinier mit einer langen Zottelmähne die Abwehrreihen schwindelig. Doch diese Zeiten scheint der argentinische Superstar längst hinter sich gelassen zu haben. Ob Tattoos, Vollbart oder wechselnde Frisuren, Messi ist auch in der Modewelt ganz oben angekommen.

Und jetzt hat auch noch er es getan, ausgerechnet, Lionel Messi, zu dessen größten Stärken immer sein Aussehen zählte: unspektakuläre Frisur, Bubigesicht, kein einziges Gesichtshaar. Messi war äußerlich nie Rock 'n' Roll, er war ein wohltuender Gegenentwurf zu all den affektierten Kopf- und Körperkunstwerken seiner Kollegen.

Und jetzt, ach, jetzt ist es so gekommen, dass der nette Junge aus Argentinien nach einer Generalsanierung (Tattoos, Vollbart, blondiertes Haar) aussieht wie ein Mallorca-Tourist, der Blondinenwitze lustig findet.

Das Blondieren der Haarpracht ist bei Fußballstars zuletzt in Mode gekommen. Bei der Europameisterschaft überraschte der Waliser Aaron Ramsey mit wasserstoffblonden Haaren.

Hier ist eine Tabelle mit einigen bekannten Fußballern und ihren auffälligsten Frisuren:

Neymar, Paul Pogba und Co.: Das sind die verrücktesten Fußballer-Frisuren | SPORT1

Tabelle: Auffällige Fußballer-Frisuren

Spieler Frisur Zeitraum
Günther Netzer Blonde Strähnchen mit Seitenscheitel 1970er
Pierre Littbarski Vokuhila 1980er
Rudi Völler Locken in Vokuhila-Formation 1980er
Carlos Valderrama Goldene Engelslöckchen 1990er
David Beckham Geflochtene Zöpfchen 2000er
Lionel Messi Wasserstoffblond 2016

Verschiedene Fußballer-Frisuren.

Traditionelle Frisuren der Wichi-Indigenen

Der Norden Argentiniens und seine Bewohner_innen, vor allem die indigene Bevölkerung, sind ein sehr untypisches Filmmotiv des neueren argentinischen Films. Die Gegend ist karg, trocken und staubig. Die Menschen, die hier - fern der Hauptstadt und ihrem Rhythmus - leben, sind arm.

Nosilatiaj. La Belleza erzählt in langsamen und beeindruckenden Bildern die Geschichte der jungen Wichi Yolanda, das als Hausmädchen bei einer Criollo-Familie lebt und arbeitet.

Ihr ganzer Stolz sind ihre langen Haare, die ihre Persönlichkeit und Schönheit ausmachen und die noch nie in ihrem Leben geschnitten wurden, so wie es die Tradition der Wichi verlangt. Demgegenüber zeigt eine der ersten Szenen des Films Antonella, wie sie an ihren Haaren herum schneidet, bis nur noch ein kurzer Pony übrig bleibt.

Und ehe Yolanda so richtig weiß, wie ihr geschieht, hat dieser ihr ihren langen geflochtenen Zopf abgeschnitten und eine modische Kurzhaarfrisur verpasst. Für Yolanda bricht eine Welt zusammen; den Verlust ihrer Haare erlebt sie so physisch, dass sie die nächsten Tage mit Fieber im Bett verbringt.

Daniela Seggiaro ist mit Nosilatiaj. La Belleza ein einfühlsames Porträt gelungen, das von einem ganz anderen Argentinien, fernab der Großstadthektik, erzählt. Durch die beeindruckend stillen Bilder und eine langsame Erzählweise schafft sie es, die Zuschauer_innen in einen ganz anderen Rhythmus zu versetzen.

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