Ingo Lenßen gehört zu den beliebtesten TV-Gesichtern Deutschlands. Der Anwalt konnte schon Anfang der 2000er die Zuschauer für sich begeistern.
Ingo Lenßen mit seinem markanten Schnurrbart
Herr Lenßen, Sie sind seit mehr als 20 Jahren im deutschen Fernsehen präsent. Ingo Lenßen (63) ist Fachanwalt für Strafrecht mit eigener Kanzlei in Bodman-Ludwigshafen. In den 80er-Jahren studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Konstanz. Deutschlandweit bekannt wurde der gebürtige Krefelder Anfang der 2000er-Jahre durch die Sat.1-Serie „Richter Alexander Hold“.
Es folgten eigene Sendungen wie „Lenßen & Partner“ und „Lenßen übernimmt“. Montag bis Freitag um 18 Uhr zeigt Sat.1 ab sofort Doppelfolgen des neuen Formats ‚Lenßen hilft‘. Kultanwalt Lenßen hat neben seiner TV-Karriere auch noch hinter der Kamera Fälle, die gelöst werden müssen. Denn als Straf-, Familien- und Erbrechtler unterhält er bis heute seine eigene Kanzlei.
Ingo Lenßen ist aber weiterhin als erfolgreicher Anwalt tätig und konnte dann schlussendlich doch noch sein TV-Comeback feiern. Mit "Lenßen-Live: Der Kultanwalt am Telefon" begeistert er seine Zuschauer weiterhin im deutschen Fernsehen.
Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, überhaupt mit dem Arbeiten aufzuhören. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mir beides - also Anwalt zu sein und fürs Fernsehen zu drehen - wirklich Spaß macht und ich darin Erfüllung finde.
Das sah vielleicht nach Pause aus, aber es war nicht wirklich eine Pause. Ich habe 2022 mit den Aufzeichnungen für „Lenßen übernimmt“ aufgehört und habe dann 2023 nicht nur bei der Nachmittags-Show „Volles Haus“ mitgearbeitet, sondern ich hatte auch noch eine Primetime-Show, „Die Strandkanzlei“. Da haben wir meinen Schreibtisch an den Ballermann gestellt.
In der ersten Hälfte dieses Jahres habe ich allerdings wirklich ein bisschen Abstand vom Fernsehen gehabt, zumindest insoweit, als dass ich nicht vor der Kamera stand. Wir haben natürlich das neue Format entwickelt, daran bin ich ja beteiligt. Aber ich hatte mehr Zeit übrig und die habe ich tatsächlich mit Reisen verbracht - und zwar war ich meistens mit meinem Sohn auf irgendwelchen Golfturnieren, meist solche der Pro Golf Tour.
Zurück zu „Lenßen hilft“. Wir bezeichnen es mit gutem Grund als Helptainment. Das heißt, wir versuchen, die Zuschauer zu entertainen, weil es beim Fernsehen nun mal im Wesentlichen um Unterhaltung geht. Wir haben immer einen realen Fall, keine abstruse Geschichte, wie das früher manchmal bei Gerichts-Shows der Fall war.
Wir spielen den Fall nach und die Zuschauer erfahren während der Sendung zum Beispiel, wohin sie sich wenden können, wenn sie Opfer eines Verbrechens geworden sind. Oder wir weisen darauf hin, so wie im Fall einer alleinerziehenden Mutter, die vom Vater ihres Kindes verlassen wurde und mit der Situation überfordert ist, wie man Familienhelfer beantragen kann, die helfen, die Kinder zu versorgen.
Nein, ich habe zwei wunderbare Mitstreiter, die wie ich auch im realen Leben als Anwälte arbeiten, Lisa Kramer und Lennart Hartmann. Beide haben in Berlin Kanzleien, dadurch ergeben sich natürlich ganz andere Gesprächssituationen zwischen uns, aber auch mit den Mandanten, als das in anderen Formaten der Fall war. Ich würde sagen, das Ganze bekommt so eine größere Tiefe.
Wir machen vor jeder Staffel einen Workshop mit unseren Autoren und geben ihnen Input - das sind reale Fälle, die uns selber bewegen und die wir für wichtig erachten, so wie Internetbetrug oder Enkeltrick.
Das kann ich Ihnen ganz genau sagen: Wir sind jetzt bei Fall 91. Aber 120 werden wir dieses Jahr insgesamt fertigmachen - jeden Tag wird eine gedreht.
Sie sind für das Format mit einem Bus in Berlin unterwegs. Wir, meine Produzentin bei der Ufa, Nadia Wölfel, die mich - mit Unterbrechungen - schon seit über 20 Jahren begleitet, Sat.1 und ich wollten ein Format entwickeln, das zu den Menschen geht.
Wir hatten bei „Lenßen übernimmt“ ja ein Auto, mit dem wir flexibel waren, und wir wussten, dass wir wieder rauswollten aus der Kanzlei, um noch näher an den Menschen dran zu sein. Deshalb steht der Bus an prominenten Stellen in Berlin, wir sind meistens an gut besuchten Plätzen, zum Beispiel in der Nähe von Einkaufszentren, und haben dadurch natürlich den ganzen Tag Kontakt mit Publikum. Wenn wir drehen, bittet auch mal jemand um einen kurzen rechtlichen Rat - oder will einfach nur ein Foto oder ein Autogramm.
Von Kollegen an Amtsgerichten höre ich, dass die Zahl der Fälle eher zurückgeht. Aber ich glaube dennoch, dass die Möglichkeit einer Verständigung oder auch der Wille zu einer vernünftigen Auseinandersetzung, bei der ich dem anderen zuhöre und sehe, warum er vielleicht auch recht haben könnte, ein wenig abgenommen hat.
Dass die Streitkultur schlechter geworden ist, aber die Menge an Streit größer. Dass nicht jeder Fall vor Gericht kommt, hat sicher auch damit zu tun, dass das Geld fehlt und die Risikobereitschaft, etwas zu investieren. Was ich schlimm finde, ist, dass ich oftmals Menschen vor mir habe, die glauben, sowieso keine Chance zu haben, zum Beispiel gegen eine Versicherungsgesellschaft oder das Jobcenter.
Da braucht es mehr Aufklärung, damit die Menschen wissen, ob und warum sie einen Anspruch haben - oder eben auch nicht.
Ja. Wir haben eine KI programmieren zu lassen, die rein auf juristischem Fachwissen basiert. Sie kann derzeit in drei Rechtsgebieten Antworten geben: Sozialrecht, das war mir ganz wichtig, Erbrecht und Verkehrsrecht. Ich bin total begeistert, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man das so fehlerfrei hinkriegt.
Das ist leider sehr, sehr wenig, vielleicht einmal alle zwei Wochen. Wir drehen ja von Montag bis Freitag bis 18, 19 Uhr, das sind lange Tage.
Ja, Berlin ist sicherlich meine zweite Heimat. Bei „Lenßen übernimmt“ hatten wir 200 Drehtage im Jahr, das wird bei „Lenßen hilft“ ähnlich sein. Ich wohne hier in einer wunderbaren Gegend.
Ich will dort auch nicht weg, aber im Moment geht es nicht anders. Ich muss gar nicht viel machen, weil ich einfach froh bin, mal zu Hause zu sein. Wir gehen essen, treffen Freunde - und wenn das Wetter es zulässt, bin ich auch wirklich gerne im Garten.
Seine Familie hätte ihn wohl gerne mehr zu Hause. "Es gibt Stimmen, die sagen, du könntest bisschen mehr hier sein und du könntest bisschen mehr bei uns sein, das stimmt schon", so Ingo Lenßen auf die Frage, was sein Umfeld zum Thema Rente sagt.
Ingo Lenßen gehört zu den beliebtesten TV-Gesichtern überhaupt. Der größte Wiedererkennungswert dürfte bei Ingo Lenßen in all diesen Shows in Formaten sein auffälliger Zwirbel-Schnurrbart sein. Dieses Markenzeichen hat er auch nach Jahren nicht abgelegt.
Ab dem 2. August sind bei Sat.1 100 neue Folgen seiner Scripted-Reality-Doku "Lenßen übernimmt" zu sehen.
Ingo Lenßen im Bad Neuenahrer Kurhaus
"Der sieht ja aus wie im Fernsehen", flüstert eine Zuschauerin ihrer Nachbarin zu, als Ingo Lenßen lässig durch die Reihen der rund 200 Besucher in Richtung Bühne schlendert. In elegantem Zwirn, dem schulterlangen, zurückgekämmten Haar und perfekt gerolltem Bart sieht er aus, als hätte er eben noch vor der Kamera gestanden.
Mit dem Arrangieren seines Zwirbelbartes verbringe er jeden Morgen "zwei Minuten, zweieinhalb vielleicht", sagte der 60-Jährige, der in der Nähe von Konstanz am Bodensee eine Anwaltspraxis betreibt.
Corona-Masken machen dem Schnurrbart von Ingo Lenßen ordentlich zu schaffen. "Also für den Bart ist es mit der FFP2-Maske teilweise echt lästig", sagte Lenßen der Deutschen Presse-Agentur am Rande von Dreharbeiten in Berlin. "Aber jeder andere muss sich auch mit dem Ding anfreunden. Es ist für mich in Ordnung. Ist die Maske Vorschrift, ziehe ich sie an."
„Kannst du mal ein bisschen lauter reden?“ Und ich weiß noch, wie in dem Moment der Staatsanwalt aufstand und ich da saß und dachte: „Boah, echt, darf man hier lauter reden? Nö. Ich kann mich genau noch an den ersten Take erinnern, das muss im November 2001 gewesen sein. Da hat man mir ein Mikrofon angesteckt und der Toningenieur wollte eine Sprachprobe haben und sagte zu mir:
So sah Ingo Lenßen früher aus. Acht Staffeln lang begeisterte der TV-Anwalt Ingo Lenßen (62) in der Krimiserie "Lenßen & Partner" seine Fans. 2009 war dann Schluss. Zumindest bis 2012, wo ein neuer Versuch mit abgewandelten Namen startete. Jedoch war die Serie "Lenßen" quotenmäßig kein Überflieger und wurde nach gerade mal einem Monat wieder abgesetzt.
BAD NEUENAHR · Als bekanntester TV-Anwalt Deutschlands hat Ingo Lenßen in der Fernsehserie "Lenßen & Partner" über 1300 spektakuläre Rechtsfälle gelöst. Ingo Lenßen im Bad Neuenahrer Kurhaus.
Zur Einführung doziert er über das Recht. "Das Recht ist für alle da" und "Recht soll für Frieden unter den Menschen sorgen", erklärt der praktizierende Jurist, um das Gesagte anhand realer Fälle zu veranschaulichen. Dabei greift er zunächst zu recht drastischen Beispielen. So ist es etwa mucksmäuschenstill, als der gebürtige Krefelder sowohl dramaturgisch als auch erzähltechnisch gekonnt von einem Mandanten berichtet, der ein Kind überfahren hat und sich wegen Mordes durch Unterlassung vor Gericht verantworten musste.
Das Treffen mit der Mutter des getöteten Jungen bezeichnet Lenßen als "schwersten Moment meines Anwaltslebens". Eine Auseinandersetzung im Rotlichtmilieu, bei der ein Messer zum Einsatz kommt, fehlt ebenso wenig wie eine mit Schusswaffen ausgetragene Fehde unter osteuropäischen Familien. Und wer immer schon einmal wissen wollte, welches die "beliebtesten Mordwerkzeuge" sind, wurde von Lenßen ebenfalls bedient: In Deutschland sei es das Messer, in den USA die Schusswaffe und in Russland die Axt.
Unterhaltsam sind aber auch die alltäglichen Fälle. So erzählt der Anwalt von einem Mann, der wegen "Handys am Steuer" von der Polizei angehalten wird, die Beamten aber mit Hilfe eines zweiten Mobiltelefons hinters Licht führt.
"Derjenige, der in Rente geht, wird schneller alt", so der Anwalt in der Webtalkshow mit Moderator Nico Gutjahr.
tags: #Anwalt #mit #Schnurrbart #Bilder
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