Die Antibabypille: Wirkung auf Haut und Haare

Die Antibabypille erleichtert das Leben von Millionen Frauen seit ihrer Erfindung. Viele junge Frauen nehmen die Pille nicht mehr nur, um eine ungewollte Schwangerschaft sicher zu verhindern, sie erhoffen sich darüber hinaus viele weitere positive Effekte.

Viele Frauen bemerken, dass die Pille ihr Haar voller und die Haut rein erscheinen lässt. Wenn sie das hormonelle Verhütungsmittel absetzen, kommen bei einigen von ihnen Hautprobleme und Veränderungen der Haarstruktur zum Vorschein - mit denen die meisten vorher nicht gerechnet haben. Ist die Pille also ein wahrer „Schönheitsmacher“? Dieser Pillenmythos kann teilweise bestätigt werden. Es ist tatsächlich so, dass viele Frauen durch die Pille überhaupt erst eine reine Haut oder volleres Haar bekommen.

Die vorrangige Aufgabe der Pille ist es, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Um ihre kosmetischen Nebeneffekte jedoch ranken sich viele Mythen. So soll sie etwa das Gewicht beeinflussen, Akne bekämpfen und Haarausfall stoppen. Hormone spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Körper und wirken sich unter anderem auf das äußere Erscheinungsbild aus. Die Annahme, dass auch die Antibabypille das Aussehen beeinflussen kann, liegt daher nahe. Während sich manche Frauen von der Pille mehr als nur Empfängnisschutz erhoffen, befürchten andere ungewollte Veränderungen ihres Körpers. Die Wissenschaft zeigt, welche Nebeneffekte die Pille tatsächlich haben kann.

Ob und in welchem Ausmaß die Pille das Aussehen von Haut und Haaren beeinflussen kann, bestimmt ihre Zusammensetzung. Dabei kommt es darauf an, welches Gestagen in der Pille enthalten ist.

Gestagen soll dich in erster Linie vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen: Es hemmt den Eisprung, macht den Schleimpfropf im Gebärmutterhals zäh und somit undurchdringlich für Spermien. Zusätzlich haben Gestagene unterschiedliche Nebeneffekte, die sich positiv auf das äußere Erscheinungsbild auswirken können.

Wie die Pille auf die Haut wirkt

Das Hautbild vieler Frauen verbessert sich tatsächlich drastisch, sobald sie beginnen, die Pille zu nehmen. Unreine Haut wird oft durch Androgene verursacht. Dabei handelt es sich um männliche Sexualhormone, die die Talgproduktion ankurbeln. Das Östrogen der Kombi-Pille sorgt dafür, dass der Körper weniger Androgene bildet. Sinkt der Androgenspiegel, gehen auch Hautunreinheiten zurück. Bereits nach ein bis zwei Monaten können viele Frauen deutliche Veränderungen feststellen. Das gilt sowohl für entzündliche als auch für nichtentzündliche Akne.

Androgene sind Sexualhormone, die für typisch männliche Erscheinungsmerkmale wie (Gesichts-) Behaarung oder Muskelbildung sorgen. Außerdem vergrößern sie die Talgdrüsen und regen deren Produktivität an, wodurch Mitesser und Pickel entstehen. Deshalb leiden Frauen, die zu viel Androgen in ihrem Blut haben, häufig unter unreiner Haut bis hin zur Akne.

Diesen Frauen kann eine Pille helfen, die Gestagene mit anti-androgener Wirkung enthalten. Durch das Gestagen werden die Androgene in ihrer Aktivität gehemmt und so gegen Mitesser, Pickel und Co. gewirkt. Die Wirkstoffe Dienogest, Drospirenon, Cyproteronacetat und Chlormadinon zeichnen sich besonders durch ihre antiandrogene Wirkung aus.

Man geht davon aus, dass die Pille die Wirkung von männlichen Sexualhormonen (Androgene) wie z.B. Testosteron abschwächt und auf diese Weise der Entstehung von Hautunreinheiten entgegenwirkt.

Einige Frauen können aber auch von Gestagenen profitieren, welche die Aktivität von Androgenen erhöhen. Denn Androgene sind maßgeblich am Haarwachstum beteiligt: Sie sorgen für stärker pigmentiertes Haar und einen dickeren Haarschaft. Pillen mit androgener Wirkung können also das Haar voller erscheinen lassen, aber sie können auch die Talgproduktion in der Haut stimulieren. Dadurch kann sich bei empfindlichen Frauen auch das Hautbild verändern.

Bei einigen Frauen verschlechtert sich das Hautbild durch die Pille und führt zu Akne, Pigmentstörungen oder Hautausschlägen. Meistens treten diese Symptome auf, kurz nachdem mit der Einnahme der Pille begonnen wurde oder wenn die Pillenmarke gewechselt wurde. Dies lässt sich vor allem durch die individuelle Reaktion des Körpers auf die Hormone der Pille erklären.

Was sich nach Absetzen der Pille zeigt und was viele Frauen so verwundert, sind Haut und Haare in der ursprünglichen Form - also ohne Einwirkung der in der Pille enthaltenen Gestagene.

Die Anti-Baby-Pille ist nicht nur für die Empfängnisverhütung, sondern soll auch dabei helfen, die Anzeichen von zu Akne neigender Haut zu mildern. In der Pille sind die künstlich hergestellten Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen enthalten - Hormone, die der Körper auch selbst produziert. Wer die Pille nimmt, greift damit automatisch in seinen natürlichen Hormonhaushalt ein.

Die künstlich zugeführten Hormone suggerieren dem Körper, es wären bereits genug Hormone vorhanden und es müssten keine weiteren produziert werden. Die Hormonproduktion wird daraufhin gedrosselt und die am weiblichen Zyklus beteiligten Hormone werden nicht mehr vom Körper selbst hergestellt. Viele Pillen wirken “antiandrogen”. Wenn bei Frauen ein Überschuss an Androgenen vorliegt, neigt die Haut häufig zu Anzeichen von Unreinheiten und Akne.

Pillen, die nur Gestagene enthalten, stimulieren die Talgproduktion und können dadurch die Anzeichen von zu Akne neigender Haut verstärken. Kombinationspillen hingegen, die neben Gestagenen auch Östrogene enthalten, hemmen die Stimulierung der Talgdrüsen und können das Erscheinungsbild von zu Akne neigender Haut mildern.

Nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille muss sich der körpereigene Hormonhaushalt umstellen, da keine künstlich hergestellten Hormone mehr zugeführt werden. Es kommt zunächst zu einer Überproduktion von männlichen Hormonen, die auch für eine erhöhte Talgproduktion und eine Verhornungsstörung der Talgdrüsenausgänge verantwortlich sind. Beide Faktoren können zu einer Verstopfung der Poren führen und damit die Anzeichen von Akne verstärken. Zeitweise ist es sogar möglich, dass vermehrt Hautunreinheiten auftreten. Meistens gehen diese jedoch von selbst zurück, sobald sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat.

Einfluss auf den Haarwuchs

Gegen Haarausfall wirkt die Pille häufig nur geringfügig. Allerdings kann sie sehr effektiv unerwünschtem Haarwachstum entgegenwirken: Etwa 15 Prozent aller Frauen entwickeln dichte Haare an Körperstellen, an denen sonst eher Männer behaart sind, etwa auf der Brust oder im Gesicht. In der Medizin wird dieses Phänomen als Hirsutismus bezeichnet.

Hirsutismus kann entstehen, wenn im Körper ein Ungleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Sexualhormonen herrscht. Indem das Östrogen der Pille die Produktion von Androgen hemmt und vorhandenes Androgen teils unwirksam macht, wachsen an den entsprechenden Körperpartien keine neuen Haare nach. Eine deutliche Veränderung des Erscheinungsbilds ist allerdings oft erst nach sechs bis neun Monaten sichtbar. Nicht jede Pille wirkt sich gleichermaßen auf Hirsutismus aus. So sind Präparate auf Basis von Levonorgestrel weniger gut geeignet, weil sie selbst eine schwache androgene Wirkung haben können.

Haarausfall durch die Pille gehört zu den bekanntesten Arten von Haarausfall bei Frauen. Duschabfluss finden oder in seltenen Fällen sogar eine kahle Stelle auf der Kopfhaut entdecken. Der Grund dafür: Die Pille ist ein tiefer Eingriff in das natürliche Hormonsystem des Körpers.

In vielen Fällen kommt es bei der Einnahme der Pille zunächst zu einer Steigerung der weiblichen Hormone. In dieser Situation verursacht die Pille sogar besonders kräftiges, glänzendes Haar, wie es oftmals auch bei Frauen in der Schwangerschaft auftritt. Doch nicht in allen Fällen reagiert der Körper in dieser Form auf die Pille.

Stattdessen kann je nach Präparat und je nach körperlicher Reaktion auch das Gegenteil eintreten. Die künstlichen Hormone der Pille, sogenannte Gestagene, verursachen teilweise eine androgene Wirkung im Körper. Man spricht dann auch von erblich bedingtem Haarausfall bzw. androgenetischer Alopezie.

Auch das Absetzen der Pille kann Haarausfall verursachen, sodass sich viele Frauen große Sorgen machen, was mit ihren Haaren passiert, wenn sie die Pille nach längerer Zeit der Einnahme wieder absetzen. Wenn der Östrogenspiegel auf einmal stark absinkt, muss sich der Körper zunächst einmal daran gewöhnen, die Sexualhormone wieder selbstständig zu produzieren.

Glücklicherweise handelt es sich beim Haarausfall durch die Pille und auch nach der Pille normalerweise nur um einen temporären Zustand. Der Hormonspiegel gerät dabei kurzzeitig aus dem Gleichgewicht und muss sich an die neue hormonelle Situation anpassen. Dies kann sich in Form von starken Nebenwirkungen auf den Körper äußern. Doch auch in dieser Zeit ist der Leidensdruck oft groß und der Wunsch nach gesundem, kräftigem Haar wird immer größer.

Es gibt einige Mittel, die das Haarwachstum fördern und auch bei Haarausfall durchdie Pille oder bei Haarausfall nach der Pille eingesetzt werden können. Besonders beliebt sind in diesen Zeiten die Spectral.CSF Lotion und die Spectral.F7 Lotion, die das Wachstum der Haare anregen sowie die allgemeine Gesundheit des Haars verbessern und die Dicke erhöhen.

Weitere wichtige Aspekte

Doch auch wenn die Pille Haut und Haare positiv beeinflussen kann, solltest du immer daran denken: Sie ist auf keinen Fall ein „Beauty“-Produkt, sondern ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das dich in erster Linie vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt. Nicht jede Pille ist für jede Frau gleichermaßen geeignet, weshalb du die Wahl des Präparats immer mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin absprechen solltest. Das gilt auch für das Absetzen der Pille. Denn eine umfassende, auf dich zugeschnittene Beratung dazu findest du nur in der Frauenarztpraxis.

Eine der wichtigsten Gesundheitseffekte neben der Pille ist die Senkung des Risikos für Eierstockkrebs. Man führt diesen Effekt darauf zurück, dass die Pille den Eisprung (Ovulation) unterdrückt, wodurch die Eierstöcke weniger strapaziert und verletzt werden. Die Universität Wien hat relevante Studien zu dem Thema ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Pille das Risiko für Eierstockkrebs senkt.

Es ist allgemein bekannt, dass die Pille die Gefahr für die Bildung von Blutgerinnseln, sogenannten Thromben, erhöht und so das Risiko für Thrombose steigt. Vor allem für Frauen mit einem erhöhten Thromboserisiko, die trotzdem die Pille nehmen wollen, ist dies von Relevanz. Zu dieser Gruppe zählen ältere Frauen, Frauen mit Übergewicht und Raucherinnen.

Wichtig ist jedoch festzuhalten, dass das Thromboserisiko, egal bei welcher Pille, immer noch geringer ist als bei Schwangeren und Frauen, die gerade ein Kind zur Welt gebracht haben. Es ist außerdem zu beachten, dass das Thromboserisiko nach einer Pillenpause von mehr als einem Monat ebenfalls ansteigt. Das Gleiche gilt für Einsteigerinnen, die die Pille zum ersten Mal einnehmen.

Das niedrigste Thromboserisiko haben laut Rote-Hand-Brief bei den Kombinationspräparaten niedrig dosierte kombinierte hormonale Kontrazeptiva mit Levonorgestrel, Norethisteron und Norgestimat und einem Ethinylestradiol-Gehalt, der kleiner ist als 50 μg (z.B. Leona HEXAL®, Microgynon®, MonoStep®, eve®, Leios®, Liana-ratiopharm®, Minisiston®, Miranova®).

Auch die Annahme, dass die Pille grundsätzlich ein stärkeres Hungergefühl auslöst, wird von der Wissenschaft widerlegt. Zwar können Gestagene diesen Effekt haben, Östrogene hingegen wirken appetithemmend. Präparate, die beide Hormone enthalten (Kombi-Pillen), regen den Appetit also in der Regel nicht an. Verhüten Sie mit einem Präparat, das nur Gestagen beinhaltet (Minipille), ist es allerdings durchaus möglich, dass sich Ihr Hungergefühl steigert.

5 Tipps für gesunde Haut mit Pille

  • Konsultiere einen Arzt: Bevor Du mit der Einnahme der Anti-Baby-Pille beginnst oder Deine Pillenmarke wechselst, solltest Du Dich mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin zu beraten. Sie können Dir dabei helfen, die beste Option für Deine individuellen Bedürfnisse zu finden.
  • Hautpflege-Routine: Egal ob Du die Pille nimmst, sie gerade abgesetzt hast, oder sie noch nie eingenommen hast: Eine gute Hautpflege ist von entscheidender Bedeutung. Reinige Dein Gesicht regelmäßig, verwende milde Reinigungsmittel und wähle hautfreundliche Produkte, die frei von reizenden Inhaltsstoffen, wie Parfümen, sind.
  • Sonnenschutz verwenden: Trage täglich Sonnencreme mit einem angemessenen Lichtschutzfaktor auf, um Deine Haut vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung zu schützen und vorzeitige Hautalterung zu vermeiden.
  • Geduld und Anpassung: Wenn Du feststellst, dass Deine Haut auf die Pille reagiert, sei es positiv oder negativ, ist Geduld gefragt. Manchmal dauert es einige Monate, bis sich der Körper an die Veränderungen gewöhnt. Falls erforderlich, sprechen Sie mit Deiner Hautärztin oder Deinem Gynäkologen über deine Hautgesundheit oder alternative Verhütungsmethoden.
  • Gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressmanagement können ebenfalls dazu beitragen, Deine Hautgesundheit zu unterstützen und zu verbessern.

Die Auswirkungen der Anti-Babypille auf die Haut können von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Daher ist es wichtig, auf die Bedürfnisse Deines eigenen Körpers zu achten und bei Fragen oder Bedenken immer professionellen Rat einzuholen. Mit der richtigen Pflege kannst Du Deine Hautgesundheit bewahren, unabhängig von Deiner Verhütungsmethode.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es kein hormonelles „Allheilmittel“ bei Hautproblemen gibt, dass aber eine Nachfrage bei Ihrem Frauenarzt bei entsprechenden Problemen vielleicht zu einer Behandlung und Besserung führen kann.

Pille absetzen: Geht’s dir wirklich so viel besser ohne künstliche Hormone? | Quarks

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