Juckende Kopfhaut und weiße Krümelchen auf dem Pulloverkragen: Schuppen sind unangenehm und die meisten Menschen wollen sie loswerden. Anti-Schuppen-Shampoos stellen in Aussicht, schnell und effektiv vom lästigen Rieseln zu befreien. Doch wirken sie tatsächlich?
Um das herauszufinden, haben sich mehr als 200 Männer und Frauen, die unter Schuppen leiden, vier Wochen lang für uns die Haare gewaschen und ihre Kopfhaut mehrfach von einer Expertin kontrollieren lassen. Zudem wollten wir wissen, wie die Shampoos das Haar pflegen. Glänzt es nach dem Waschen? Ist es geschmeidig und lässt sich leicht kämmen?
Dieser Frage ist Stiftung Warentest nachgegangen und hat elf Shampoos näher unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fällt erfreulich aus: Der Großteil der Produkte hilft, Schuppen vorzubeugen. Öko-Test hat 27 Anti-Schuppen-Shampoos verschiedener Marken untersucht. Naturkosmetik-Produkte haben dabei die Nase klar vorn.
Am besten schneidet das "Cien Anti-Schuppen Shampoo" des Herstellers Lidl ab. Es ist das einzige Produkt im Test mit der Gesamtnote "sehr gut" (Testurteil 1,5) und zudem recht günstig: Eine Tube kostet im Schnitt 1,49 Euro. Laut Warentest wirkt das Shampoo effektiv gegen Schuppen und pflegt gleichzeitig die Haare. Einziger Wermutstropfen: Das Shampoo enthält den Duftstoff Lilial, der Allergikern Probleme bereiten könnte.
Insgesamt "gut" und noch etwas günstiger sind die Produkte des Discounters Aldi Nord beziehungsweise Aldi Süd: Das "Biocura Hair Care Shampoo" und das "Kür Haircare Shampoo" gibt es bereits für 50 Cent zu kaufen. Wer Wert auf silikonfreie Shampoos legt, ist laut Warentest mit dem Produkt "Isana Shampoo Anti Schuppen" von Rossmann gut beraten.
Eine gute Nachricht zuerst: Für hervorragende Pflege müssen Verbraucher nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Testsieger ist das „Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen“. 250 Milliliter kosten hier 2,44 Euro. Neben dem günstigen Haarwaschmittel der dm-Eigenmarke haben noch weitere Naturkosmetikartikel die Nase vorn. Insgesamt sechs von sieben Produkten mit dem Prädikat „sehr gut“ gehören zur zertifizierten Naturkosmetik, darunter auch das „Bioturm Shampoo Schuppen“ und das „GRN Shampoo Anti-Schuppen Brennnessel & Meersalz“.
Auch sanfte Reinigung kann helfen. Öko-Test rät nicht in jedem Fall zur Verwendung von Anti-Schuppen-Shampoos. Denn die Art der Schuppen spielt bei ihrer Behandlung eine wichtige Rolle. Da gibt es einerseits die fettigen Schuppen, die durch Hefepilze entstehen. Bei ihnen zeigen die pilzbekämpfenden Wirkstoffe in den Anti-Schuppen-Shampoos gute Wirkungen. Auf der anderen Seite stehen die trockenen Schuppen, die vor allem durch fehlende Feuchtigkeit der Kopfhaut verursacht werden.
Weitere empfehlenswerte Shampoos laut Öko-Test:
Folgende Tabelle zeigt eine Auswahl der Sieger-Shampoos sowie günstige, gute Preistipps von Öko-Test:
| Produkt | Bewertung | Preis pro 250 ml (ca.) |
|---|---|---|
| Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen (dm) | Sehr gut | 2,44 Euro |
| Bioturm Shampoo Schuppen | Sehr gut | - |
| GRN Shampoo Anti-Schuppen Brennnessel & Meersalz | Sehr gut | - |
| Annemarie Börlind Aktiv Shampoo bei Schuppen | Sehr gut | - |
| Cien Anti-Schuppen Shampoo (Lidl) | Sehr gut (Stiftung Warentest) | 1,49 Euro |
Kritisch werden hingegen andere Wirkstoffe gesehen: Climbazol, Zinkpyrithion und Selendisulfid seien zwar wirksam, hätten jedoch Nachteile. „Climbazol gehört zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen und reichert sich in Gewässern und Sedimenten an.“ Auch die anderen beiden Verbindungen ernten Kritik: „Zinkpyrithion und Selendisulfid gelten als hautirritierend und gehören deshalb aus unserer Sicht nicht auf eine gereizte Kopfhaut.“
Weitere Problemstoffe sind beispielsweise Formaldehydabspalter, PEG-Verbindungen, das Tensid Natriumlaurylsulfat und Duftstoffe wie Lilial und künstlicher Moschusduft.
Ein „ungenügend“ gab es für drei der untersuchten Shampoos, unter anderem das „Crisan Anti-Schuppen Intensiv Shampoo“, das auf den Stoff Climbazol zurückgreift, der zu den sogenannten halogenorganischen Verbindungen gehört. Die können Gewässern schaden und stehen im Verdacht, auch Einfluss auf den Hormonhaushalt zu haben.
Auch große Namen werden von Öko-Test abgestraft: Das „Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo“ und „Pantene Pro-V Anti-Schuppen Shampoo“ landen auf den hinteren Rängen. Beide enthalten einen künstlichen Moschusduft, der Mensch und Umwelt schadet, sowie ebenfalls halogenorganische Verbindungen. Ebenso wie bei „Crisan“ steckt außerdem die aggressive Substanz Natriumlaurylsulfat drin, die schuppende Haut zu sehr angeht - und das, obwohl „Head & Shoulders“ sogar damit wirbt, sein Shampoo sei gut für trockene Haut geeignet.
Procter & Gamble (P&G) erhält für seine Produkte nur die Note „ungenügend“: Sowohl das Head & Shoulders Classic Clean Anti-Schuppen Shampoo wie auch das Head & Shoulders For Men Anti-Schuppen Shampoo fallen durch. Beide enthalten künstlichen Moschusduft, PEG-Derivate und Natriumlaurylsulfat. Die Variante für Männer enthält außerdem noch Formaldehydabspalter.
Die Shampoos sollten allesamt gründlich auf der Kopfhaut einmassiert werden. Wichtig für die Anwendung: Lassen die Schuppen nach, reicht es das Anti-Schuppen-Shampoo nur ein bis drei Mal die Woche zu nutzen und dazwischen eine milde Haarpflege zu wählen.
Wer effektiv gegen Schuppen vorgehen will, sollte nicht nur auf das richtige Shampoo setzen, sondern die Haare auch entsprechend pflegen. Shampoos sollten stets gründlich auf der Kopfhaut einmassiert werden und vor dem Ausspülen etwa eine Minute einwirken. Conditioner und Kuren haben auf der Kopfhaut dagegen nichts zu suchen und auch beim Föhn empfiehlt es sich, eine Stufe runterzuschalten: Idealerweise ist die Luft warm, aber nicht zu heiß.
Die Wirkstoffe in Anti-Schuppen-Shampoos müssen die Kopfhaut erreichen. Conditioner und Kuren nicht auf der Kopfhaut anwenden - sie waschen die Anti-Schuppen-Wirkstoffe wieder aus. Warm, aber nicht heiß gilt beim Waschen und Fönen. Schuppen nicht unter Hut oder Mütze verstecken. Reste von Stylingprodukten können wie Schuppen wirken.
Tritt keine Besserung ein sollte der Gang zum Dermatologen erfolgen, da auch Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte dahinterstecken können.
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