Anti-Schuppen-Shampoo Test Drogerie: Was ist wirklich gut gegen Schuppen?

Wer unter schuppiger Kopfhaut leidet, greift oft zu Anti-Schuppen-Shampoos. Doch halten die Shampoos wirklich, was die Hersteller versprechen und sind die Inhaltsstoffe unbedenklich? Diesen Fragen hat sich ÖKO-TEST in der Ausgabe 5/2023 gewidmet.

In einem Test wurden insgesamt 27 Shampoos untersucht, die zur Bekämpfung von Schuppen ausgelobt sind. Dabei unterscheiden sich die Shampoos auf den ersten Blick vor allem beim Preis: Während günstige Eigenmarken bereits für weniger als 1 Euro pro 250 Milliliter angeboten werden, kosten die teuersten Shampoos bis zu 20 Euro bei der gleichen Menge. Bei sieben Produkten handelt es sich um zertifizierte Naturkosmetik.

ÖKO-TEST hat spezielle Anti-Schuppen-Shampoos getestet. Während sich günstige Produkte gut schlagen, kassiert der bekannte Marktführer die Note 6 und fällt durch.

Anti-Schuppen Shampoos im Test 2024

Ursachen und Behandlung von Schuppen

Bei Schuppen gibt die Kopfhaut vermehrt Hautpartikel ab. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein und reichen von Krankheiten wie Neurodermitis über Symptome von Stress, Reaktion auf falsches Shampoo oder zu heißes Föhnen.

Eine einfache Lösung gegen Schuppen versprechen sogenannte Anti-Schuppen-Shampoos. Marken wie Head&Shoulders werben im TV unter anderem mit Slogans wie "Wer es hat, hat keine Schuppen".

Neben den Inhaltsstoffen haben die Experten auch die enthaltenen, maßgeblichen Anti-Schuppen-Wirkstoffe geprüft.

Schuppt sich die Kopfhaut und juckt, steckt häufig ein Pilz dahinter. Spezielle Schuppen-Shampoos - teilweise mit antimykotischen Wirkstoffen - sollen die Kopfhaut beruhigen, die Schuppen reduzieren oder verschwinden lassen. Dabei sollten die Shampoos möglichst keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten oder Stoffe, die die Kopfhaut zusätzlich reizen.

Viele Anbieter konventioneller kosmetischer (nicht medizinischer) Schuppen-Shampoos setzen auf Piroctonolamin, einen fungiziden (pilzabtötenden) Wirkstoff. Nach Recherche von Ökotest die beste Wahl - unter den synthetischen Wirkstoffen -, da Piroctonolamin das Pilzwachstum einschränke und dabei mild und verträglich sei.

Naturkosmetika verzichten auf synthetische antimykotische Wirkstoffe und nutzen stattdessen Pflanzenextrakte und -öle aus Brennnessel, Rosmarin, Wacholder, die leicht antimikrobiell wirken sollen und die Talgproduktion regulieren.

Testergebnisse von Öko-Test

Wen Schuppen plagen, hat nach Analyse von Ökotest ganz gute Karten, in Apotheke, Drogerie oder Discounter ein Anti-Schuppen-Shampoo zu erstehen, das „gut“ oder „sehr gut“ ist: 50 Anti-Schuppen-Shampoos prüften die Tester des Verbrauchermagazins und immerhin die Hälfte schnitt mit der Zensur „gut“ oder „sehr gut“ ab. Rund jedes vierte Produkt hält den Kriterien von Ökotest nicht stand.

Zu diesen Kriterien zählen:

  • bedenkliche Inhaltsstoffe, wie PEG/PEG-Derivate
  • umweltkritische Kunststoffverbindungen
  • bedenkliche UV-Filter
  • das Antioxidans BHT
  • problematische Duft- und Konservierungsstoffe

Neun Produkte waren als Naturkosmetik zertifiziert, die übrigen 41 Shampoos waren konventionelle Kosmetikprodukte - mit dabei auch Eucerin, La Roche Posay und Vichy und Weleda, die es auch in der Apotheke gibt.

Von insgesamt 27 Shampoos gegen Schuppen schneiden sieben "sehr gut" ab. Unter den Testsiegern befindet sich auch ein günstiges Produkt vom Drogeriemarkt dm. Weitere sieben schneiden "gut" ab. Neben günstigen Eigenmarken von Edeka, Aldi, Rossmann und Co. landen hier auch bekannte Namen wie Nivea und Swiss O-Par. Vier Anti-Schuppen-Shampoos schneiden "befriedigend" ab. Grund für die Abwertung sind hier primär nachgewiesene PEG/PEG-Derivate.

Fünf Produkte im Test schneiden nur "ausreichend" ab. Hier werden zusätzlich in vielen Shampoos halogenorganische Verbindungen nachgewiesen. Im Alpecin-Shampoo weist das Labor stattdessen das umweltbelastende Phosphonat Tetrasodium Etidronate nach.

Das Schlusslicht bilden ebenfalls bekannte Marken. So fällt Schwarzkopf & Henkel mit der Note 5 durch. Drei weitere kassieren von den Experten Note 6 - darunter auch der bekannte Marktführer Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo von Procter & Gamble.

Die Testsieger

Infolgedessen schnitten sieben Produkte mit der Gesamtnote "sehr gut" ab - darunter fünf Shampoos, die als zertifizierte Naturkosmetik gekennzeichnet sind. Testsieger sind unter anderem das "Sante Family Anti-Schuppen Shampoo Bio-Wacholder" von Logocos sowie das "Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen" von der Drogeriemarktkette dm. Positiv bewerteten die Tester, dass das Shampoo von Logocos die Schuppen mit Wacholderöl bekämpft. Das dm-Produkt hingegen setzt auf die Anti-Schuppen-Wirkstoffe von Rosmarinextrakt und Lactobacillus Ferment. Beide sind sowohl für die Haut als auch für die Umwelt gut verträglich. Sie werden daher jeweils mit der Gesamtnote "sehr gut" ausgezeichnet.

Auf den ersten Plätzen mit „sehr gut“ finden sich vor allem als Naturkosmetik zertifizierte Produkte - wie Alverde oder Weleda Weizen Schuppen Shampoo. Alverde gibt an, dass 98 Prozent des eingesetzten Plastiks Rezyklate sind. „Einige Anbieter gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran“, lobt Ökotest.

In der folgenden Tabelle zeigen wir Ihnen eine Auswahl der Sieger-Shampoos sowie günstige, gute Preistipps.

Produkt Bewertung Besonderheiten
Sante Family Anti-Schuppen Shampoo Bio-Wacholder Sehr gut Bekämpft Schuppen mit Wacholderöl
Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen (dm) Sehr gut Rosmarinextrakt und Lactobacillus Ferment

Bedenkliche Inhaltsstoffe

Nicht einverstanden ist Ökotest, wenn Hersteller mit dem fungistatisch (hemmend auf das Pilzwachstum) wirkenden Climbazol das Hefepilzwachstum in den Griff kriegen wollen. Denn Climbazol ist eine halogenorganische Verbindung und kann - wenn es vom Körper aufgenommen wird - das möglicherweise krebserregende Chlophenol abspalten. Zudem sind halogenorganische Verbindungen deswegen umstritten, da sie sich in der Umwelt anreichern. Die EU prüft Climbazol derzeit.

Ökotest wertete das Vorhandensein von Climbazol mit dem Abzug von zwei Noten (Bewertung Inhaltsstoffe). Unter anderem Beiersdorf setzt in Eucerin neben Piroctonolamin Climbazol als antimykotischen Wirkstoff ein. Zudem fand Ökotest im Beiersdorf-Produkt PEG/PEG-Derivate und Silikone, sodass Eucerin Dermo Capillaire Anti-Schuppen Creme Shampoo am Ende „mangelhaft“ erhielt.

Auf Selendisulfid und Zinkpyrithion verzichtenPunkten kann jedoch auch nicht, wer auf der Suche nach antimykotischen Prinzipien Zinkpyrithion und Selendisulfid einsetzt. Laut Ökotest gelten sie als hautirritierend und gehören deshalb nicht auf eine gereizte Kopfhaut.

Seit März 2022 ist Zinkpyrithion - jahrelang wichtigster Wirkstoff zur Schuppenbekämpfung - in der EU verboten. Die EU hat den Stoff als "vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen" eingestuft. Zinkpyrithion musste in unseren Augen auch deshalb aus Kosmetik verschwinden, weil es hautreizend ist und giftig für Wasserorganismen.

Haupttensid in 19 von 20 konventionellen Shampoos ist Sodium Laureth Sulfate. Das Tensid schäumt zwar super, dringt aber auch in die äußerste Schutzschicht der Haut, die Hornschicht, ein. Komplett unverständlich finden wir es, wenn ein Shampoo mit dieser Tensid-Kombi auch noch explizit für trockene Kopfhaut ausgelobt ist.

An PEG beziehungsweise PEG-Derivaten übt Ökotest seit Jahren Kritik. PEG werden in Kosmetika als Penetrationsförderer eingesetzt. Sie machen die Haut durchlässiger - allerdings auch für Fremdstoffe. So könnten PEG/PEG-Derivate folglich die Aufnahme unerwünschter Produkte in den Körper fördern. In Shampoos sorgen PEG/PEG-Derivate für einen schönen Schaum beim Haarewaschen.

In Guhl Men Anti-Schuppen Shampoo fand Ökotest Ethylhexylmethoxycinnamat. Als chemischer UV-Filter steht Ethylhexylmethoxycinnamat im Verdacht, hormonartig zu wirken, zumindest zeigte sich in Tierversuchen eine estrogenartige Wirkung.

Verlierer im Test

Genauso schlecht schnitt auch ein weiteres, sehr bekanntes Produkt ab: das "Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo" von Procter & Gamble. Neben halogenorganischen Verbindungen und Natriumlaurylsulfat fand das Labor in dem Schuppenshampoo zwar kein Climbazol, aber Piroctonolamin.

Schlecht abgeschnitten haben jedoch auch klassische und teilweise stark beworbene Produkte wie Head & Shoulders. Ökotest fand Formaldehyd, was „Schleimhäute reizen kann“.

Ein „ungenügend“ gab es für drei der untersuchten Shampoos, unter anderem das „Crisan Anti-Schuppen Intensiv Shampoo“, das auf den Stoff Climbazol zurückgreift, der zu den sogenannten halogenorganischen Verbindungen gehört. Auch große Namen werden von Öko-Test abgestraft: Das „Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo“ und „Pantene Pro-V Anti-Schuppen Shampoo“ landen auf den hinteren Rängen.

Das Bond Repair Shampoo von L’Oreal Paris mit Bond-Repair-Komplex und Zitronensäure soll alle Arten von Haarschäden reparieren und Haarbruch vermindern. Ich selbst habe es mehrfach nachgekauft und war sehr happy mit dem resultierenden Haargefühl. Das Produkt ist sehr ergiebig, schäumt schön auf und glättete die beanspruchte Haarstruktur sichtbar, sodass meine Haare deutlich gesünder aussahen.

Weitere Tipps zur Haarpflege

Die richtige Pflege für das eigene Haar ist nicht immer einfach. Zudem geht bei der Reizüberflutung an Angeboten in Drogeriemärkten schnell der Überblick verloren. Oftmals greift man aus Zeitgründen unüberlegt zu irgendeinem beliebigen Shampoo, welches nicht unbedingt auf die eigenen Haarbedürfnisse angepasst ist.

Wer feines oder dünnes Haar hat, sollte beim Waschen nur eine kleine Menge an Shampoo verwenden, um das Haar nicht zusätzlich zu beschweren. Um den feinen Strukturen ein wenig mehr Volumen und Schwung zu verleihen, eignen sich Volumen-Shampoos wie das Batiste Heavenly am besten. Zusätzliche Pflegeprodukte wie Kuren und Spülungen sollten Nutzerinnen und Nutzer nur in Maßen verwenden, da diese die Haare noch dünner und platter wirken lassen.

Dickes Haar lässt sich oft schwer bändigen und wirkt strohig. Aus diesem Grund greift man zu einem Feuchtigkeitsshampoo wie dem Kérastase Nutritive Bain Satin 2, welches dem Haar ausreichend Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit verleiht.

Gefärbtes Haar wäscht man grundsätzlich eher selten, um die Haare nicht zusätzlich zu strapazieren. Färben schädigt und strapaziert die Haare. Aus diesem Grund braucht es besonders viel Pflege. Zunächst greifen Nutzerinnen und Nutzer zu einem Color-Shampoo wie dem L'Oréal Serie Expert Vitamino Color Shampoo, welches speziell für gefärbtes Haar geeignet ist.

Wer trockenes Haar hat, muss seine Haare mit viel Feuchtigkeit versorgen. Aus diesem Grund sind Haarkuren- und Öle, die pflegende Stoffe wie Mandel- oder Arganöl enthalten, empfehlenswert.

Nutzerinnen und Nutzer, die mit einem schnell fettenden Haaransatz zu kämpfen haben, können zu Produkten wie dem Head & Shoulders Citrus greifen. Diese nehmen das Fett auf und entfernen es. Um eine schuppige Kopfhaut zu verhindern, können Nutzerinnen und Nutzer feuchtigkeitsspendende Produkte verwenden. Hier eignen sich beispielsweise Shampoos mit Kokosöl. Das Sante Naturkosmetik Haarpflege Shampoo Kraft & glanz schneidet hier unter den Kundenbewertungen sehr gut ab.

Wer unter Haarausfall leidet, sollte zu Produkten aus pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Arganöl oder Aloe Vera greifen. Bei Haarbruch helfen Produkte mit Keratin. Keratin repariert die Haare und baut sie von innen auf. Ein gutes Shampoo mit Keratin ist laut Kundenbewertungen das Syoss Haarpflege Keratin Shampoo. Zudem ist die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln möglich, welche gegen Haarbruch wirken.

Um Haarausfall entgegenzuwirken, bietet sich das Alpecin Coffein-Shampoo an. Alpecin bietet dieses sowohl für Männer als auch für Frauen an.

Wer trockene Kopfhaut hat, muss diese mit viel Feuchtigkeit pflegen. Hier greift man zu Produkten, welche Tenside enthalten. Diese nehmen das Fett auf und entfernen es. Entsprechende Produkte massiert man grob in die Kopfhaut ein. Bei schuppiger Kopfhaut sind feuchtigkeitsspendende Produkte mit Ölen ratsam. Sie wirken entzündungshemmend und beruhigend.

Anti-Schuppen-Shampoos gründlich einmassieren und eventuell kurz einwirken lassen.

Die Wirk­stoffe in Anti-Schuppen-Shampoos müssen die Kopf­haut erreichen. Conditioner und Kuren nicht auf der Kopf­haut anwenden - sie waschen die Anti-Schuppen-Wirk­stoffe wieder aus. Warm, aber nicht heiß gilt beim Waschen und Fönen. Schuppen nicht unter Hut oder Mütze verstecken. Reste von Styling­produkten können wie Schuppen wirken.

Leider sind längst nicht alle problematischen Inhaltsstoffe aus Anti-Schuppen-Shampoos verschwunden, vier Produkte fallen sogar mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch.

Allerdings gibt es auch andere Ursachen für Kopfschuppen: Bei trockener Kopfhaut sorgen nicht Pilze für das Abschuppen, sondern fehlende Feuchtigkeit. Uns erscheint das wenig sinnvoll, wir raten bei trockener Kopfhaut: Lieber zunächst bei den Ursachen ansetzen und versuchen, die Kopfhaut wieder ins Lot zu bringen. Zum Beispiel ein ganz normales, milderes Shampoo ausprobieren oder eines der Naturkosmetik-Shampoos im Test.

Vermutlich wird auch ein Shampoo mit einem Antipilz-Mittel als Wirkstoff eine leichte Linderung der Beschwerden bringen, denn trockene Haut ist wehrloser gegen die Ausscheidungen der in jeder Hautflora vorkommenden Hefepilze.

tags: #anti #schuppen #shampoo #test #drogerie

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen