Anti-Schuppen-Shampoo Test: Aldi Süd überzeugt

Die Stiftung Warentest beweist einmal mehr, dass gute Produkte nicht teuer sein müssen. Gleich zwei Discount-Shampoos schaffen es in die Top drei.

Wer mit Kopfschuppen zu kämpfen hat, muss nicht viel Geld in die Lösung investieren. Im Test der Stiftung Warentest schnitt das Discounter-Shampoo „Cien Anti-Schuppen-Shampoo für normales und trockenes Haar“ von Lidl am besten und als einziges mit der Note „sehr gut“ ab. Von den anderen zehn getesteten Anti-Schuppen-Shampoos hob es sich vor allem durch die Pflegewirkung ab - also durch leichte Kämmbarkeit und Glanz nach dem Waschen. Gegen Schuppen wirkten alle getesteten Produkte.

Auf den Plätzen zwei und drei landeten das „Anti-Schuppen-Pflegeshampoo Power“ von Nivea Men und „Biocura Hair Care Shampoo Anti-Schuppen Lemongras“ von Aldi Nord. Sie erhielten jeweils ein „Gut“. Das Biocura-Shampoo hat laut Hersteller die gleiche Rezeptur wie das entsprechende Produkt in den Regalen von Aldi Süd. Dort heißt es „Kür Haircare Shampoo Anti-Schuppen Lemongras-Extrakt“.

Auch bei den aktuellen Untersuchungen der Stiftung Warentest schaffen es die Discounter unter die Besten.

Ein ähnliches Urteil vergab ÖKO-TEST für das „Classic Shampoo“ der ALDI Eigenmarke „Kür“ in der Sorte „Anti-Schuppen-Shampoo Green Apple“. Es erhielt ebenfalls die Beurteilung „gut“.

Insgesamt 50 Shampoos nahmen die Tester unter die Lupe. Sie untersuchten sie auf kritische Substanzen und Schadstoffe, wie Silikone oder andere synthetische Polymere, die umweltschädigend sind.

Das Anti-Schuppen-Shampoo Klassik von Aldis Eigenmarke Kür schnitt mit dem Gesamturteil „gut“ im Test ab.

Noch günstiger und insgesamt gut sind den Angaben zufolge die Produkte von Aldi Süd und Aldi Nord sowie das Shampoo der Drogeriemarkt-Kette Rossmann.

Im guten Mittelfeld landete das Produkt „Classic Clean“ von Head & Shoulders. Das einzige Naturkosmetikum im Test bekam nur ein „ausreichend“.

Anti-Schuppen Shampoos im Test 2024

Die Testkriterien im Detail

Insgesamt wurden 27 Shampoos getestet, die zur Bekämpfung von Schuppen ausgelobt sind.

Alle Produkte wurden auf problematische Wirkstoffe wie Climbazol, Tenside oder Natriumlaurylsulfat untersucht.

Untersucht wurden die Shampoos zusätzlich auf umweltbelastende Stoffe, wie Silikone, synthetische Polymere und Phosponate, und bedenkliche Duftstoffe.

Alle Hersteller mussten die Wirksamkeit der Anti-Schuppen-Wirkstoffe durch Studien oder Belege aus wissenschaftlicher Literatur belegen.

Getestet wurden Produkte im Wert von 63 Cent bis 18,63 Euro.

Haupttensid in 19 von 20 konventionellen Shampoos ist Sodium Laureth Sulfate. Das Tensid schäumt zwar super, dringt aber auch in die äußerste Schutzschicht der Haut, die Hornschicht, ein.

Komplett unverständlich finden wir es, wenn ein Shampoo mit dieser Tensid-Kombi auch noch explizit für trockene Kopfhaut ausgelobt ist. Das ist im Test einmal der Fall.

Das finden wir frech, zumal das Labor noch mehr problematische Stoffe in dem Shampoo vorgefunden hat: ein Rückstand an halogenorganischen Verbindungen, unter denen sich hautreizende Stoffe befinden können, plus den synthetischen Moschusduft Galaxolid.

Zu guter Letzt kritisieren wir auch die in dem Shampoo enthaltenen Silikonöle.

Was Schuppen verursachen kann

„Etwa die Hälfte der Bevölkerung leidet unter Kopfschuppen, Männer etwas häufiger als Frauen. Das Problem tritt vermehrt in jungen Lebensphasen auf“, sagt Annika Vogt im Gespräch mit Stiftung Warentest. Vogt ist Forschungsleiterin am Haarkompetenzzentrum der Klinik für Dermatologie an der Charité in Berlin.

Kopfschuppen seien weder eine Krankheit, noch seien sie ansteckend. Lästiges Rieseln lässt sich gut behandeln.

Dermatologen unterscheiden - grob gesagt - zwischen fettigen und trockenen Schuppen. „Bei beiden spielen Hefen auf der Kopfhaut eine Rolle, die sich zu stark vermehren“, erklärt Vogt.

Die Fettsäuren, die Hefen beim Stoffwechsel erzeugen, könnten trockene Kopfhaut reizen und zu Rötungen, Entzündungen und Juckreiz führen.

Allerdings gibt es auch andere Ursachen für Kopfschuppen: Bei trockener Kopfhaut sorgen nicht Pilze für das Abschuppen, sondern fehlende Feuchtigkeit.

Die Begründung der Hersteller: Verbraucher wüssten meist nicht, welche Art von Schuppen sie haben, deshalb sollen die Formulierungen für alle Hautzustände und Schuppenarten helfen.

Uns erscheint das wenig sinnvoll, wir raten bei trockener Kopfhaut: Lieber zunächst bei den Ursachen ansetzen und versuchen, die Kopfhaut wieder ins Lot zu bringen.

Zum Beispiel ein ganz normales, milderes Shampoo ausprobieren oder eines der Naturkosmetik-Shampoos im Test.

Vermutlich wird auch ein Shampoo mit einem Antipilz-Mittel als Wirkstoff eine leichte Linderung der Beschwerden bringen, denn trockene Haut ist wehrloser gegen die Ausscheidungen der in jeder Hautflora vorkommenden Hefepilze.

Seit März 2022 ist Zinkpyrithion - jahrelang wichtigster Wirkstoff zur Schuppenbekämpfung - in der EU verboten. Trotzdem gibt es immer noch kein grünes Licht für alle Anti-Schuppen-Shampoos in unserem Test.

Die EU hat den Stoff als "vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen" eingestuft.

Zinkpyrithion musste in unseren Augen auch deshalb aus Kosmetik verschwinden, weil es hautreizend ist und giftig für Wasserorganismen.

Tipps zur Anwendung von Anti-Schuppen-Shampoos

Anti-Schuppen-Shampoos müssen den Testern zufolge gut einmassiert werden.

Außerdem sollten sie einen Moment einwirken. Das Wasser darf nicht zu heiß sein, damit die Kopfhaut nicht zusätzlich gereizt wird.

Haarkuren gibt man besser nur in die Spitzen. Auf der Kopfhaut können sie die Wirkstoffe des Shampoos wieder entfernen.

Dermatologin Vogt rät Schuppengeplagten, die Shampoos häufig und über längere Zeit anzuwenden. Die Mittel sollten sorgfältig einmassiert werden, damit die Wirkstoffe die Kopfhaut tatsächlich erreichten.

Wer eine erste Linderung bemerke, sollte die Shampoos nicht sofort wieder absetzen, weil sonst ein Rückfall drohe. Bei nachlassenden Beschwerden müssten Betroffene aber nicht mehr täglich zu Spezialkosmetika greifen.

Vor allem wer Schuppen hat, sollte sein Shampoo gut einmassieren.

Wer effektiv gegen Schuppen vorgehen will, sollte nicht nur auf das richtige Shampoo setzen, sondern die Haare auch entsprechend pflegen.

Auch hierfür gibt Stiftung Warentest Tipps: Shampoos sollten stets gründlich auf der Kopfhaut einmassiert werden und vor dem Ausspülen etwa eine Minute einwirken.

Conditioner und Kuren haben auf der Kopfhaut dagegen nichts zu suchen und auch beim Föhn empfiehlt es sich, eine Stufe runterzuschalten: Idealerweise ist die Luft warm, aber nicht zu heiß.

Anti-Schuppen-Shampoos gründlich einmassieren und eventuell kurz einwirken lassen.

Wer Schuppen nachhaltig loswerden will, braucht zudem etwas Geduld.

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