Fast jeder Mensch hat irgendwann im Leben mit einer schuppigen Kopfhaut zu tun. Es ist das häufigste Problem auf der Kopfhaut. Wir sprechen natürlich von Schuppen, die für viele sehr unangenehm sind, besonders beim Tragen dunkler Kleidung.
Ein großes Missverständnis ist, dass Schuppen mit mangelnder Hygiene zusammenhängen. Dass jemand unter Schuppen leidet, sagt im Prinzip nichts über die Hygiene der Haare oder der Kopfhaut aus. Glücklicherweise ist Schuppen eine der einfachsten Erkrankungen, die zu behandeln und zu verhindern sind. Schuppen ist ein anderes Wort für abgestorbene Hautzellen.
Von der Unterseite der Haut werden abgestorbene Hautzellen durch neue, gesunde Hautzellen ersetzt. Dieser Prozess dauert etwa 2 bis 3 Wochen, aber bei Menschen mit Schuppen verläuft dieser Prozess schneller, was zu einer übermäßigen Produktion von Hautschuppen führt. Was die Ursache für die Beschleunigung dieses Prozesses ist, kann unterschiedlich sein.
Manchmal scheint es, als hätten Sie Schuppen, weil Sie Schüppchen haben. Dies ist nicht immer sofort Schuppen oder eine übermäßige Produktion neuer Hautzellen. Es kann auch sein, dass zu viele Stylingprodukte verwendet werden, wodurch ein Rest im Haar verbleibt, was wiederum zu Schuppen führt.
Krankhaftes Schuppen entsteht durch eine Verhornungsstörung der Haut. Die Oberhaut oder auch Epidermis besteht aus fünf Schichten:
Seborrhoisches Ekzem entsteht durch einen Hefepilz, der von Natur aus in der Haut vorhanden ist. Diese Form von Ekzem erkennt man an Schuppen, zum Beispiel bei den Augenbrauen.
Bei der Psoriasis verbirgt sich hinter der beschleunigten Zellteilung eine entzündliche Erkrankung, bei der es zu Entzündungsreaktionen in den betroffenen Hautarealen kommt.
Der Zellzyklus der hornbildenden Hautzellen ist bei Schuppenflechte um das Achtfache beschleunigt, sodass die Zellen der untersten Hautschicht nur vier Tage benötigen, bis sie in der obersten Schicht der Oberhaut, der Hornzellschicht, ankommen. Dieser Verhornungsprozess dauert bei gesunder Haut etwa einen Monat.
Von trockener Haut (Xerosis cutis) ist in Deutschland ungefähr jede dritte erwachsene Person betroffen. Die Haut ist trocken, schuppend und rau, weniger elastisch und faltig. Sie kann im schlimmsten Fall gerötet und rissig sein, spannen, jucken und schmerzhaft brennen. Die Ursachen für trockene Haut sind vielfältig.
Das atopische Ekzem (Neurodermitis) ist eine weitere chronisch-entzündliche Hauterkrankung, für die es eine genetische Veranlagung gibt. Sie betrifft meist Kinder und ist durch besonders trockene und juckende Haut gekennzeichnet. Auch Plaques kommen vor. Durch Triggerfaktoren wie Allergene und Stress verschlimmern sich die Symptome.
Während die Psoriasis im Erwachsenenalter mit einer Häufigkeit von etwa zwei bis drei Prozent auftritt und damit eine recht häufige Erkrankung darstellt, kommt sie in der Altersgruppe bis 18 Jahre mit einer Häufigkeit von etwa einem Prozent deutlich seltener vor. Ungefähr ein Drittel der Psoriasis-Patienten hat die ersten krankhaften Veränderungen an der Haut vor ihrem 18. Lebensjahr.
Vermehrt sich der Pilz Malassezia furfur auf der Kopfhaut, können sich sichtbare Schuppen bilden. Bei Menschen, die eine entsprechende Veranlagung besitzen, kann sich dieser Mikroorganismus vermutlich besonders stark vermehren. Die Haut der Betroffenen reagiert mit einer ausgeprägten Entzündungsreaktion, die Krankheitszeichen wie Rötung, Schuppung und eventuell auch Juckreiz hervorrufen kann.
Experten diskutieren, ob die männlichen Geschlechtshormone die Schuppen begünstigen können. Ein geschwächtes Immunsystem scheint im Zusammenhang mit einem seborrhoischen Ekzem zu stehen. Menschen, die aufgrund ihrer genetischen Veranlagung immer wieder die Schuppen bekommen, stellen häufig fest, dass sich die Krankheit bei Stress verschlechtert.
Klimatische Faktoren beeinflussen die Krankheit. Meeresklima und Sonnenlicht haben einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf. Ein seborrhoisches Ekzem kommt bei Menschen, die mit HIV infiziert sind, häufiger vor, ebenso bei Menschen mit Morbus Parkinson.
Die Begriffe Kopfgneis und Milchschorf werden oft synonym verwendet und leicht verwechselt. Beide Hauterkrankungen zeichnen sich durch Schuppen auf der Kopfhaut aus, treten im Säuglingsalter auf und sehen auf den ersten Blick sogar ähnlich aus. Dennoch ist es wichtig, die richtige Diagnose zu stellen!
Denn während die eine Erkrankung harmlos ist und sich in der Regel verwächst, kann die andere ein Vorbote der Neurodermitis sein und schwerer verlaufen. Kopfgneis (auch seborrhoische Säuglingsdermatitis) ist eine Unterform des seborrhoischen Ekzems und tritt in den ersten drei Lebensmonaten nach der Geburt auf.
Es wird vermutet, dass restliche Hormone der Mutter beim Baby dazu führen, dass übermäßig viel Talg auf der Kopfhaut produziert wird. So entstehen fettige (= seborrhoische), fest haftende, gelbe Schuppen auf der behaarten Kopfhaut des Säuglings. Oftmals sind auch die Stirn, die Augenpartie, die Nase oder die Windelregion des Babys betroffen.
Kopfgneis ist die häufigere, aber unbedenklichere Hauterkrankung und heilt meist nach einigen Monaten folgenlos von selber aus. Da es kaum Juckreiz auslöst, handelt es sich beim Kopfgneis eher um ein kosmetisches, optisches Problem, das man mit ein paar Tricks einfach beheben kann.
Bei Schuppen, die stark haftend, verbacken und mit starkem Juckreiz verbunden sind, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Milchschorf. Milchschorf ist eine Unterform des atopischen Ekzems und gehört damit zu einer Gruppe von Erkrankungen, zu der auch die Neurodermitis gehört.
Der “richtige” Milchschorf findet sich häufig auch an der Stirn, den Bäckchen und den Streckseiten der Beine und Arme. Die Windelregion ist typischerweise nicht betroffen. Der Name geht auf die Ähnlichkeit der Schuppen mit verbrannter Milch zurück. Im Gegensatz zum Kopfgneis sind die Schuppen aber nicht fettig, sondern eher trocken und verursachen Juckreiz an den betroffenen Hautstellen des Babys.
Durch Kratzen der betroffenen Stellen, kommt es nicht selten zu Entzündungen der Haut, wodurch gelbe, nässende Krusten entstehen, die sehr unangenehm sein können. Oft klingt der Milchschorf nach mehreren Monaten wieder ab. Doch anders als beim Kopfgneis gilt: Ab zum Kinderarzt!
Hier ist eine Tabelle, die die Symptome von Kopfgneis und Milchschorf vergleicht:
| Symptom | Kopfgneis | Milchschorf |
|---|---|---|
| Schuppen | Flockenförmige, gelb-braune, oft festanhaftende Schuppen | Gerötete, nässende, harte Schuppen |
| Juckreiz | Juckt nicht | Kann wie angebrannt-verkrustete Milch aussehen und juckt |
Die Verwendung von Anti-Schuppen-Produkten ist natürlich Schritt eins. Achten Sie dabei darauf, dass es sich um ein Produkt ohne (oder mit minimaler Menge) Silikone handelt. Ein Anti-Schuppen Shampoo oder ein beruhigendes Shampoo ist zu empfehlen.
Jeden Tag Ihr Haar waschen ist auch nicht gut. Durch zu viel Stimulation der Kopfhaut kann es zu mehr Reizungen und Juckreiz kommen, was wiederum zu mehr Schuppen führt. Wenn Sie Ihr Haar auffrischen möchten, können Sie eventuell auch Trockenshampoo verwenden.
Darüber hinaus raten wir davon ab, Ihr Haar mit einem Haartrockner zu trocknen oder zu stylen. Wärme trocknet nämlich aus, wodurch die Schüppchen wieder verschlimmert werden. Es ist auch ratsam, das Haar nach dem Waschen mit lauwarmem Wasser gut auszuspülen, damit alle Styling und Shampoo Reste aus dem Haar gespült werden.
Ist deine Kopfhaut ruhig und die schuppige Kopfhaut unter Kontrolle? Dann benutze nicht täglich das Anti-Schuppen Shampoo. Wechsle zu einem Shampoo, das das Haar und die Kopfhaut pflegt, und verwende eventuell einmal pro Woche das Anti-Schuppen Shampoo, um die Kopfhaut ruhig zu halten. Dies, um ein mögliches Wiederauftreten von Schuppen auf deiner Kopfhaut zu verhindern.
In der Regel sind Schuppen eine ziemlich harmlose Erkrankung, von der man schnell wieder loskommt. In Ausnahmefällen ist es jedoch ratsam, sich mit deinem Hausarzt in Verbindung zu setzen. Aber nochmals, in vielen Fällen keine Panik! Es ist eine Frage eines gut funktionierenden Anti-Schuppen Shampoo und du bist wieder bereit.
Eigentlich musst Du gar nichts tun, da die Schuppen von selber wieder verschwinden. Wenn es Dich aber optisch stört, große Areale betroffen sind und sogar das Haarwachstum beeinträchtigt ist, kannst Du die Schuppen sanft und achtsam entfernen. Hierbei solltest Du aber darauf achten, auf keinen Fall an den Stellen zu kratzen und so mögliche Keime auf der Kopfhaut zu verteilen.
Wir empfehlen Dir einfach pflegendes Mandelöl auf dem Kopf Deines Babys zu verteilen und ein paar Stunden einziehen zu lassen. Danach kannst Du sorgsam die Schuppen entfernen, indem du mit einem weichen Waschlappen in sanften Bewegungen über den Kopf kreist und danach die Haare ausspülst oder mit einem weichen Kamm gegen die Haarwuchsrichtung sanft auskämmst. Gegebenenfalls musst Du dies nach ein paar Tagen wiederholen.
Wie bei allen Hauterkrankungen, kann die Ausprägung sehr unterschiedlich sein. Während manche Kinder nur einzelne betroffene Stellen haben, die nur wenig stören, sind andere Kinder schwer betroffen. Allgemein rate ich dazu sich mit einer Ärztin oder einem Arzt über die Notwendigkeit einer Therapie zu unterhalten.
Da Milchschorf zu den atopischen Ekzemen gehört, kann es sein, dass Dein Kind im Verlauf weitere atopische Erkrankungen entwickelt, wie Neurodermitis oder Heuschnupfen. Vielleicht seid Ihr ja sogar in der Familie davon betroffen und kennt das schon von Euch.
Generell solltest Du Überhitzung und Schwitzen Deines Babys vermeiden, denn Schweiß kann die Haut zusätzlich reizen. Luftige, leichte Kleidung (natürlich an das Wetter angepasst) aus Baumwolle lindert die Kontaktreibung und so den Juckreiz etwas. Außerdem solltest Du darauf achten, dass sich Dein Baby an den Hautstellen nicht durch Kratzen verletzt.
Am besten ziehst Du Deinem Baby nachts dünne Fäustlinge oder einen Overall an, der die Händchen bedeckt hält. Für die Pflege empfehle ich feuchtigkeitsspendende Cremes, die Hautirritationen lindern können.
Milchschorf - das Entfernen der Hautschuppen kann zu Entzündungen führen und sollte deshalb nicht gemacht werden. Halten Sie die Fingernägel des Babys kurz oder ziehen Sie ihm kleine Fäustlinge aus Baumwolle über, damit es sich nicht kratzen kann. Baden Sie Ihr Kind nicht zu häufig, damit die Haut nicht austrocknet. Nach dem Baden sollte die Haut mit einer Fettsalbe gepflegt werden. Nutzen Sie nur unparfümierte Pflegeprodukte.
Benetzen Sie den Schorf vorsichtig mit einem Öl-getränkten Tuch und lassen Sie das Öl über Nacht einweichen. Geeignet sind unter anderem Olivenöl, Jojobaöl oder Kakaobutter. Am nächsten Morgen lassen sich die Schuppen mit einer weichen Bürste, feinen Kamm oder einem Tuch vorsichtig ablösen. Mit einem milden Babyshampoo können Sie anschließend die Öl- und Schorfreste entfernen.
Steht die Diagnose fest, verordnet der Arzt oder die Ärztin normalerweise pilzhemmende Mittel (Antimykotika), die örtlich (lokal) angewandt werden. Die meisten dieser Substanzen wirken zusätzlich antientzündlich und beruhigen damit die gereizten Hautbereiche. Betreffen die Schuppen die Kopfhaut, den Bart oder die behaarte Brust, wenden Patienten Shampoos an.
Kommen die Schuppen an anderen Hautbereichen vor, eignen sich Cremes oder Lösungen, die ein Antipilzmittel enthalten. Ist die Haut unter den Schuppen stark entzündet, kommen zunächst kortisonhaltige Präparate zum Einsatz. Anschließend trägt der Patient Antimykotika auf und - je nach Bedarf - eine leichte Pflegecreme für die Haut.
Äußert sich ein seborrhoisches Ekzem an der Kopfhaut nur durch herabrieselnde Schuppen, kann ein medizinisches Shampoo ausreichen, das Substanzen wie Selendisulfid enthält. Wäscht der Patient mehrmals pro Woche damit seine Haare, wird durch diese Mittel das Wachstum der Hefepilze unterdrückt.
Noch effektiver sind frei verkäufliche Shampoos mit apothekenpflichtigen pilzabtötenden Wirkstoffen. Diese sind gut verträglich und zu einer dauerhaften Anwendung geeignet.
Anfangs müssen Betroffene die Antipilzmittel teils zweimal täglich anwenden. Haben sich die Symptome zurückgebildet, reicht es meist aus, die speziellen Shampoos oder Cremes nur drei- bis viermal pro Woche auf die Haut aufzutragen. Dabei kann die langfristige Behandlung der Kopfhaut auch der Entstehung eines seborrhoischen Ekzems im Gesicht vorbeugen.
Menschen, die aufgrund ihrer Veranlagung besonders stark betroffen sind, müssen die Behandlung unter Umständen täglich durchführen, um zu verhindern, dass das seborrhoische Ekzem wiederkehrt. Diese vorbeugende Erhaltungstherapie mit einem pilzabtötenden Shampoo sollten Betroffene langfristig fortführen. Wird sie beendet, tritt das Ekzem in der Regel wieder auf, zumal die veranlagungsbedingte Neigung zum seborrhoischen Ekzem lebenslang besteht.
Bei ungewöhnlichen Hautveränderungen sollte im Zweifel stets ein Kinder- und Jugendarzt zu Rate gezogen werden. Insbesondere bei folgenden Anzeichen ist ein Besuch beim Kinder- und Jugendarzt angebracht:
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