Die Geschichte des Alten Brauhauses in Haaren ist eng mit der Historie des Residenzdorfes Hummelshain verbunden. Dieses Dorf, in der Nähe der thüringischen Stadt Jena gelegen, beherbergt zwei Schlösser, die unter Denkmalschutz stehen. Allerdings sind diese Schlösser in einem sanierungsbedürftigen Zustand, was hohe Kosten verursacht.
Das Residenzdorf Hummelshain, einst von Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg erbaut, besticht durch seine historische Bedeutung. Herzog Ernst I. ließ das Neue Schloss in Sichtachse des Alten Schlosses errichten, eingebettet in Park und Wald und gekrönt von einem über 40 Meter hohen Turm. Ein ganzes Dorf lebte von und mit dem Herzog.
Das Neue Schloss Hummelshain, ein Zeugnis des Historismus.
Rainer Hohberg vom örtlichen Förderverein erklärt: "Und so gibt’s viele andere Gebäude, ein ehemaliges herzogliches Waschhaus, eine Schmiede, einen Marstall, ein Jagdzeughaus und ein Pumpenhaus, mit dem mal die Wasserversorgung realisiert wurde, ein herzogliches Brauhaus und viele andere."
Doch trotz der Bemühungen um die Sanierung des Residenzdorfes gibt es Herausforderungen. Insbesondere das Neue Jagdschloss weist einen erheblichen Sanierungsstau auf. Das Dach ist nur notdürftig repariert, und der Sandstein der Fassade bedarf einer Rekonstruktion. Der Park um das Schloss ist verwildert.
Monika Borggräfe, eine Bauträgerin aus Jena, hat sich der Rettung eines Teils des Ensembles verschrieben. Sie erwarb 2007 eine Immobilie für 160.000 Euro und investierte mehr als das Zehnfache in die Sanierung. Ihr "soziales Projekt" umfasst Seniorenwohnungen im Schloss, die für 8 Euro pro Quadratmeter vermietet werden.
Borggräfe betont, dass das Schloss das erste voll gedämmte Schloss Thüringens ist. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Denkmalschutz setzte sie sich für eine energetische Sanierung ein, um das Schloss wirtschaftlich betreiben zu können.
Das Alte Schloss Hummelshain, ein wichtiger Teil des Residenzdorfes.
Die Sanierung historischer Gebäude ist oft mit unerwarteten Schwierigkeiten verbunden. Monika Borggräfe ahnte nichts von dem enormen Sanierungsbedarf, den faulen Balken im Mauerwerk, den Kosten und dem Ärger. Dennoch investiert sie weiterhin ihre Kraft in das Projekt, koordiniert Handwerker und versucht, das Schloss zu retten.
Auch das Neue Schloss steht vor großen Herausforderungen. Der Besitzer, Lutz Rothe, sieht sich mit einem riesigen Sanierungsstau und juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Trotz der Schwierigkeiten betont er die Harmonie und Schönheit des Schlosses.
Rainer Hohberg vom Förderverein Schloss Hummelshain wünscht sich, dass das Neue Schloss in die Stiftung Schlösser und Gärten aufgenommen wird, um es vor weiterem Verfall zu schützen.
Hummelshain hat eine bewegte Geschichte. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier Kranken- und Seuchenbaracken errichtet, und das Schloss diente kurzzeitig als Lazarett. Später wurde es als DDR-Jugendwerkhof genutzt, in dem Jugendliche in staatlicher Obhut erzogen wurden.
Nach der Schließung des Jugendwerkhofs im Jahr 1992 bemühte sich die Landesentwicklungsgesellschaft, einen neuen Besitzer und eine Nutzung für das Schloss zu finden. Die Geschichte des Ortes ist reich an Facetten und bietet Stoff für mehr als nur eine "Dorf"geschichte.
Die Geschichte des Alten Brauhauses in Haaren ist somit ein Spiegelbild der Herausforderungen und Chancen, die mit der Erhaltung historischer Bausubstanz verbunden sind. Die Bemühungen um die Sanierung und die Bewahrung des Residenzdorfes Hummelshain sind ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes Thüringens.
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