Die grauen Haare sind ein starkes Differenzierungsmerkmal zwischen Jung und Alt. Wir alle werden älter, aber warum fällt es besonders Frauen oft schwer, zu ihrem Alter zu stehen? In unserer alternden Bevölkerung ist Jugendlichkeit weiterhin das dominante Schönheitsideal. Wir wollen alle alt werden, aber nicht alt aussehen. Deswegen geben Frauen und übrigens auch Männer enorme Geldsummen aus, um bestimmte Zeichen der Jugendlichkeit zu erhalten. Ein jugendliches Aussehen ist schon sehr lange ein Menschheitstraum.
Graue Haare sind ein Zeichen des Älterwerdens, aber sie können auch stilvoll sein.
In unserer westlichen Kultur werden Männer, wenn sie graue Haare oder Falten bekommen, eher als seriös und weise betrachtet oder sogar als sexy. Das ist bei Frauen anders. Die alternde Frau verkörpert das, was eigentlich beide Geschlechter abwehren wollen, nämlich Vergänglichkeit, Verlust an körperlicher und geistiger Flexibilität. Das wird nur den Frauen zugeschoben. Zum Beispiel gibt es für Frauen ab einem bestimmten Alter nur noch wenige Theater- und Fernsehrollen, die alternde Frau verschwindet damit auch aus dem kulturellen Bild. In unserer patriarchal geprägten Kultur können Männer einen Attraktivitätsnachteil eher durch Status, Macht oder Geld ausgleichen.
Sexyness ist soziales Kapital und es ist heute immer noch so, dass Frauen vorrangig über ihr körperliches Aussehen bewertet werden. Das gilt aber auch für Männer. Zahlreiche Untersuchungen aus der Sozialpsychologie zeigen, dass Attraktivität der größte soziale Ungleichheitsfaktor in westlichen Gesellschaften ist. Wir bewerten Menschen, die attraktiv aussehen, als kompetenter und freundlicher. Hübsche Kinder bekommen bessere Noten, attraktive Menschen bekommen ein höheres Gehalt und geringere Strafen bei Gerichtsverhandlungen. Dieses Attraktivitätsstereotyp ist sehr gut belegt. Bei Frauen kann sich das allerdings ab einem gewissen Punkt wieder umdrehen. Je attraktiver eine Frau ist, desto eher kann es ihr passieren, dass ihr Kompetenz abgesprochen wird.
Es gibt Ausnahmen, wie Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, trägt ja graues Haar, und bei ihr ist es sicherlich auch ein Kompetenzausweis. Kluge und erfolgreiche Frauen wie sie genießen vielleicht gesellschaftliches Ansehen, gelten allerdings nicht unbedingt als der Inbegriff von jugendlicher Sexyness. Bei Männern ist das anders. George Clooney hat durch seine grauen Schläfen nicht viel an Sexappeal verloren. Was aber nicht heißt, dass George Clooney sich hängende Backen leisten kann, auch er nutzt Botox. Bei Männern gilt der Haarverlust, also die Glatze häufig als Alterszeichen. Deswegen verwundert es nicht, dass sich Prominente wie der Trainer Jürgen Klopp einer Haartransplantation unterziehen.
Es gibt eine neue Gegenbewegung: Die Moderatorin Birgit Schrowange und Hollywoodstars wie Andie MacDowell oder Sarah Jessica Parker zeigen graue Mähne. Auf Instagram präsentieren immer mehr Frauen selbstbewusst ihre ungefärbten Haare. Ist das Tragen von Grau auf dem Kopf auch ein Akt der Emanzipation? In der Coronapandemie, als die Friseure schließen mussten, haben sich viele Frauen dazu entschlossen, grau zu werden. In der Folge gab es zahlreiche Medienberichte, dass Grau jetzt sexy sein soll. Ich denke, da ist aus erzwungenen Umständen eine Mode entstanden. Sicherlich ist es auch der Versuch einer Gegenbewegung, zu sagen: Ich liefere mich nicht mehr diesem Druck aus, mir für viel Geld alle paar Wochen die Haare färben zu müssen.
Aber ganz so einfach ist es nicht. Wenn ich mir ein Alterszeichen wie graue Haare leiste, bleibt die Frage, ob ich nicht trotzdem weiterhin einem Jugendlichkeitsideal nacheifere, also eine schlanke Figur, eine gesunde Haut, einen sonnengebräunten Teint aufweisen muss und nicht zu viele Falten haben darf. Graue Haaren werden heute als schön akzeptiert, aber nur wenn sonst alles stimmt und das Grau selbst gut aussieht. Denn bei manchen glänzen die grauen Haare silberfarben, bei anderen wirken sie eher blass und kraftlos.
Graues Haar ist aktuell in Mode und kann daher neuerdings auch ein Zeichen von Sexyness sein. Für einzelne Frauen ist das zudem eine Möglichkeit, nicht diesem Färbezwang unterliegen zu müssen. Ich denke aber nicht, dass sich dadurch das Schönheitsideal unserer Gesellschaft auf Dauer verändern wird.
Haarmoden verändern sich natürlich. Doch neben diesen sich ändernden modischen Trends gibt es universelle Merkmale von Attraktivität, die sich vermutlich auch in 100 Jahren nicht ändern werden. Die können Sie gut studieren, wenn Sie sich in der europäischen Malerei anschauen, wie Maria dargestellt wird - und dazu gehört das Ideal von Jugendlichkeit.
Ja, es gibt Versuche, dem grauen Haar dieses Alterszeichen zu nehmen. Vor etwa drei oder vier Jahren haben viele junge Models angefangen, sich die Haare grau zu färben. Das erzeugt natürlich einen starken Kontrast, weil Sie bei grauem Haar eigentlich ein älteres Gesicht erwarten.
Wir verbinden mit Attraktivität ein Versprechen. Es wird uns suggeriert: Wenn ich attraktiv bin, habe ich gute Beziehungen, mehr Chancen bei der Partnerwahl. Aber mehr Chancen zu haben heißt nicht, dass ich deswegen auch den richtigen Partner oder die richtige Partnerin finde. Und ich weiß natürlich nicht, ob ich nur wegen meines Aussehens gewählt werde, also ob die andere Person mich wirklich liebt oder nur das schöne Bild von mir, mit dem sie sich schmücken möchte. Im Laufe des Lebens wird uns immer bewusster, dass Schönheit nur das Versprechen, die Verheißung von Glück ist, aber nicht das Glück selbst. Zufriedenheit und Lebensglück empfinden wir, wenn wir gute und erfüllende Beziehungen zu anderen Menschen haben.
Die Bilder in den sozialen Medien beeinflussen unsere Wahrnehmung stark. Wir leben im Zeitalter der Selbstoptimierung, immer das Beste aus sich zu machen, und das heißt für viele Menschen, so gut wie möglich auszusehen. Mit dem Aufkommen von Handykameras ist es möglich, dauernd Selfies zu machen und zu verschicken. Früher hat man sich nur morgens im Spiegel gesehen, ab und zu im Schaufenster und wenn man auf die Toilette gegangen ist. Heute können wir jede Minute unseres Lebens in ein Bild verwandeln, überall fotografieren wir uns und werden fotografiert. Das konfrontiert uns natürlich auch ständig mit unserem Aussehen.
Das viele Kreisen um sich selbst führt dazu, dass ich eher die Orientierung auf mein Gegenüber verliere. Wenn ich dauernd damit beschäftigt bin, wie ich aussehe, verliere ich die anderen und das, was in Beziehungen wichtig ist, aus den Augen. Außerdem kursieren Bilder, die völlig unrealistisch sind, aber zur Idealvorstellung werden und meine Unzufriedenheit mit meinem Aussehen steigern. Ich kann mit Beautyfiltern digital attraktiver aussehen und ständig diese geschönten Bilder posten. Aber irgendwann kommt der Moment, in dem ich der Welt analog begegne. Dann ist die Diskrepanz zwischen meinem realen und meinem idealen Aussehen vielleicht groß. Es kann zu einem bösen Erwachen kommen, wenn jemand in der Realität ganz anders aussieht als auf den geschönten Fotos. Daher ist der Druck groß, mittels medizinischer Schönheitsangebote dieses Idealbild zu erreichen. Aber bis heute kann Schönheitsmedizin nur realistische Erwartungen erfüllen.
Seelische Gesundheit bedeutet, dass ich mit meinem Sein relativ zufrieden bin, im Großen und Ganzen. Das hat viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Klar, es gibt immer Bereiche, in denen es besser sein könnte, aber der Abstand zu meinen Idealen darf nicht zu groß sein, das betrifft nicht nur das Aussehen.
Es ist gut, sich klarzumachen, dass die aktuellen Schönheitsideale, zum Beispiel das Instagram-Face - die ausgeprägten Wangenknochen, die kleine Stupsnase und aufgepumpte Lippen -, nicht für immer gültig sein werden. Man kann den jungen Frauen nur abraten, sich das Gesicht so machen zu lassen. Die sehen alle gleich aus, wie eine Schablone. Das Wesen der Mode ist, dass sie sich ändert. Wenn also sehr viele Frauen demnächst riesige Lippen haben, wird sich dieses Ideal wieder ändern. Und das kann zum Problem werden. Wenn beim Aufspritzen der Lippen sehr übertrieben wurde und sich die sogenannte Sprungschanzenlippe oder Entenschnute bildet, besteht die Gefahr, dass das in zehn Jahren furchtbar veraltet aussieht. Das zeigt sich gut an den Tattoos aus den 1990er Jahren. Die Arschgeweihe sind heute nicht nur verblasst und aus der Mode, sie machen ihre Trägerin auch besonders alt. Frisur- oder Kleidungsmode lässt sich vergleichsweise einfach ändern, aber Eingriffe am Körper nicht - und das ist vielen nicht klar.
Es ist das Pigment Melanin, dass uns Farbe verleiht; doch bereits um das 35. Lebensjahr herum beginnt unser Körper, die Melanin-Herstellung zu reduzieren, was unter anderem dazu führt, dass nicht pigmentierte (also weiße) Haare nachwachsen. Diese Durchmischung von original-farbenen und weißen Haare lässt uns grau erscheinen. Wir sind "in Ehren ergraut" und je mehr die pigmentfreien Haare sich durchsetzen, umso mehr verändert sich das Erscheinungsbild in Richtung weiß.
Die Melaninproduktion nimmt mit dem Alter ab, was zu grauen Haaren führt.
Tatsächlich spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, wenn sich unsere natürliche Haarfarbe vorzeitig verabschiedet: Da ist zum einen unsere genetische Veranlagung, die eben für grau-weißen Kopfschmuck - oder auch für dessen Verlust (Glatzenbildung) sorgen kann. Eine Mangelernährung, das Fehlen von Mineral- und Mikronährstoffen kann ebenfalls das Altern (und somit das Ergrauen) beschleunigen. Pigmentstörungen können auch krankheitsbedingt auftreten. Psychischer Stress und traumatische Ereignisse können reell Auswirkungen auf unsere Haarpracht haben, da auch Zellen nahe der Haarwurzeln zugänglich sind für Stressbotenstoffe. Unser Immunsystem ist keinesfalls immun gegen psychische Belastung - und Haarfollikelentzündungen können Haarausfall und eine Vernichtung der Pigmentzellen bewirken.
Alles in allem lassen uns häufige und langandauernde psychische Belastungen sowie ständiges "Unter-Strom-Stehen" schneller alt aussehen. Das jemand "über Nacht" ergraut, ist jedoch außergewöhnlich, denn auch der stressbedingte Farbverlust braucht seine Zeit.
Graue Haare machen nicht alt! Es ist alles eine Frage der Ausstrahlung und nicht der Haarfarbe. Es gibt auch viele Menschen, die mit gefärbten Haaren „alt“ aussehen. Nur, wenn man sich wohlfühlt in seiner Haut - und mit seiner Frisur, strahlt man dies auch aus. Der zweite Lockdown brachte es an den Tag: Haaransätze, die immer breiter wurden. Mein Ansatz ist noch sehr dunkel, aber auch durchsetzt von vielen weißen störrischen Haaren. Würde ich das rauswachsen lassen, ergäbe sich ein sehr ungepflegtes und uneinheitliches Bild. Dafür ist der Grau- bzw. Zugegeben, das ständige Ansatz nachfärben nervt. Schade, dass hierfür noch nichts erfunden wurde. Dennoch fühle ich mich mit meiner Färberei sehr wohl. Ich bin ein Mensch, der auch mal gerne experimentiert.
Ein Teil meiner Beratungen erfolgt mit Kundinnen, die nach einer Chemotherapie alle Haare verloren haben. Sie stehen oftmals orientierungslos da. Die vormals oft gefärbten Haare fielen aus und nach der Chemo wachsen die Haare in Naturfarbe nach. Diese sind dann aber nicht mehr so wie früher. So ist die Farbe oft weiß oder grau und auch von einer anderen Struktur. Die sogenannten „Chemo-Locken“. Eine Frau, die immer glatte und vielleicht auch blonde Haare hatte, sieht sich nun als lockigen Grauschopf im Spiegel. Das macht natürlich etwas mit ihr und ihrer Persönlichkeit.
Zu meinen Farb- und Typberatungen gehört auch immer eine Frisurberatung. Dabei ist es eigentlich gar nicht die Frage, ob einem grauen Haare stehen, sondern ob ich bereit bin, mit dem Färben aufzuhören. Wenn dies der Fall ist, dann kann und sollte man über das Styling und das Drumherum nochmals sprechen. Denn die Haarfarbe beeinflusst definitiv unsere Stimmung und Haltung.
Ich zeige meinen Kundinnen gerne per App, z. B. Hairzapp oder Your Perfect Hairstyle, wie eine neue Frisur oder Farbe aussehen könnte. Hierzu wird ganz einfach ein Bild hochgeladen und dann die Frisur bzw. Farbe ausgewählt. So kann man einen ersten Eindruck bekommen, wie man zukünftig aussehen könnte.
Frauen mit grauen oder weißen Haaren benötigen oft viel mehr Kontraste als früher. So können sie plötzlich kräftigere Farben tragen als vorher. Eine Farbberatung - selbst wenn man zu früheren Zeiten bereits einmal eine hat durchführen lassen - ist hier mehr als sinnvoll. Gerade für warme Farbtypen ändert sich die Farbausstrahlung, da ihre weißen oder grauen Haare einen höheren kalten Farbanteil aufweisen. Das liegt darin begründet, dass diesem Naturhaar die komplette Pigmentierung fehlt.
Wenn Ihr Euch dazu entschließt, die Haarfarbe rauswachsen zu lassen, zieht den Friseur bzw. die Friseurin Eures Vertrauens unbedingt zu Rate. Ob Ihr entfärbt, mit Strähnchen einfärbt oder einfach einen Radikalschnitt benötigt, sieht er/sie als Experte am besten.
Es lässt sich nicht leugnen. Graue Haare bei Männern wirken sexy. Ob Brad Pitt, George Clooney, Pierce Brosnan oder Richard Gere - der Bart zeigt es oft zuerst. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Gfk hat ergeben, dass acht von zehn Frauen ergrautes Männerhaar attraktiv finden. Umgekehrt ist dies übrigens nicht der Fall! Das besagt die Studie: Graue Männerhaare können auf Frauen aus unterschiedlichen Gründen attraktiv wirken: Auf manche Damen wirken sie bodenständig, anderen vermitteln grau melierte Schläfen Reife und Gelassenheit. Grauhaarige strahlen zudem finanzielle Sicherheit, Geborgenheit und Lebenserfahrung aus.
Für manche stellt sich die Frage nicht. Die Pro-Färbe-Fraktion, zu der auch ich gehöre, hat sich entschieden. Die Statistik sagt, dass 91 % der deutschen Frauen sich schon einmal die Haare gefärbt oder getönt haben. Die ersten grauen Haare erscheinen beim einen früher, beim anderen später. Die Frage ist nur, ob man dagegen mit Farbe ankämpft. Ich finde beides gut und respektiere jede Entscheidung, denn die Haarfarbe ist entscheidend für die eigene Stimmung und sie unterstreicht unseren persönlichen Style.
Je älter wir werden, desto grauer werden die Haare - es sei denn, man kaschiert das. Es ist ein natürlicher Teil des Älterwerdens und betrifft jeden Menschen, überall auf der Welt: Irgendwann werden die Haare grau. Die meisten von uns ärgert das, weil graue Haare ein eindeutiges Indiz dafür sind, dass wir eben nicht mehr ganz so jung sind, wie wir uns fühlen. Schade!
Bei den meisten Menschen geht es los, wenn Sie Anfang/Mitte 30 sind. Dann entdeckt man die ersten hellen Haare, meistens an den Schläfen oder im Nacken. Bei den Männern etwas früher, oftmals am Bart, bei Frauen im Schnitt etwas später. Und kaum jemand kann es gelassen hinnehmen und einfach so ergrauen, schon gar nicht in dem Alter. Also wird getönt und gefärbt, Frauen lassen sich Strähnchen machen, Männer reagieren manchmal mit Kahlschlag und rasieren sich eine Glatze.
Was kaum einer weiß: Die Haare sind gar nicht grau, sondern weiß beziehungsweise farblos. Weil sich diese hellen Haare aber mit der natürlichen Haarfarbe mischen, wirkt es, als hätten wir graue Haare. Tatsächlich aber sind sie farblos - was man vor allem bei Rentnerinnen und Rentnern sieht, die dann schneeweißes Haar zu haben scheinen.
„Genau wie bei der Haut kommt das farbgebende Pigment, das Melanin, aus den Melanozyten, die in der oberen Hautschicht, oder wie bei den Haaren im Haarfollikel, enthalten sind“, sagt Dr. Max Tischler von onlinedoctor.de. „Die Melanozyten produzieren fortwährend dieses Pigment, das für unsere Haut- und Haarfarbe sorgt.“ Es gibt zwei verschiedene Melanin-Arten. Zum einen das Eumelanin, das braune und dunkle Haare macht, und zum anderen das Phäomelanin, das für eine gelbliche bis helle Färbung sorgt. „Das Verhältnis dieser beiden Pigmente zueinander entscheidet über unsere tatsächliche Haarfarbe“, so der Dermatologe. „Das individuelle Verhältnis ist in unserem Genom verankert.“
Unsere Haarfarbe entsteht letztlich durch ein festes Programm, das stets nach dem gleichen Schema abläuft. „Die Follikelzelle, also die Haarwurzel, produziert das Melanin, das in die Hornschicht übertragen und in den Haarschaft eingelagert wird. Dieser wächst dann heraus und nimmt, vereinfacht ausgedrückt, die eingelagerten Pigmente einfach mit“, fasst Dr. Max Tischler zusammen.
Leider ist es so, dass auch die Haarzellen - wie alle unsere Körperzellen - dem Alterungsprozess unterworfen sind. Je älter wird werden, desto langsamer wird unser Organismus, wenn es um Ersatzzellen geht. Junge Menschen, vor allem Kinder, haben einen zügigen Stoffwechsel. Abgestorbene Zellen werden sofort ersetzt. Bei Erwachsenen geht das nicht mehr so schnell und effektiv, was eben zur Folge hat, dass wir uns über die Jahre mit immer weniger funktionstüchtigen Zellen begnügen müssen. „Und deshalb lässt auch die Pigmentproduktion nach“, so der Hautarzt. „Weniger Melanozyten bedeuten zugleich weniger Melanin.“
Und noch ein weiterer Faktor beeinflusst, wann wir ergrauen: Es ist die Aminosäure Tyrosin. Die Melanozyten brauchen sie, um überhaupt Melanin produzieren zu können; sie sind ein elementarer Baustein. „Fehlt dem Körper Tyrosin, kann er weniger Melanin produzieren, was sich dann eben auch an zunehmend farblosen Haaren bemerkbar macht“, sagt Dr. Max Tischler.
Leider kann man das Ergrauen nicht durch die Gabe von Tyrosin stoppen, wie der Mediziner weiß: „Es gibt dazu Studien, in denen man versucht hat, die Haarpigmentproduktion wieder anzuregen, indem man Menschen Tyrosin über die Nahrung verabreicht hat. Das hat jedoch nichts gebracht, und derzeit weiß niemand, warum das so ist, ob die Aufnahme im Magen-Darm-Trakt nicht funktioniert hat oder ob beispielsweise eine spezielle Tyrosin-Abwandlung nötig ist.“
Wenn Sie noch keine 30 Jahre alt sind, sollten Sie zu einer Dermatologin oder einem Dermatologen gehen, um herauszufinden, weshalb Sie bereits in so jungem Alter grau werden. Es kann erblich bedingt sein, durch Medikamente ausgelöst werden, eine heftige Stressreaktion sein, aber auch eine Schilddrüsen-Fehlfunktion oder eine Krebserkrankung kommen infrage. Das sollte genau abgeklärt werden.
Ebenso ist es möglich, dass Sie die Weißfleckenkrankheit Vitiligo haben, bei der die Haut an verschiedenen Stellen keine Melanozyten mehr hat und deshalb blass-weiß bleibt. Tritt solch ein Herd an der Kopfhaut auf, zeigen sich büschel- oder strähnchenweise farblose Haare. Vitiligo bereitet sonst keine Beschwerden, kann für Betroffene aber ein optisches Problem sein.
In der Regel bleibt es beim Färben. Momentan hat die Wissenschaft noch keinen Weg gefunden, die Melanozyten anzuregen und somit die Farbproduktion in den Haarfollikeln wieder in Gang zu setzen. „Für die Ansätze kann man auch Farbsprays, Schütthaar oder Trockenshampoo verwenden“, sagt der Dermatologe.
Eine Alternative fürs Färben sind sogenannte Renaturierungsprodukte, die angeblich die natürliche Haarfarbe zurückbringen sollen, sofern man sie regelmäßig und dauerhaft anwendet. Bislang funktioniert das vornehmlich für dunklere Haarfarben. Im Internet gibt es unzählige positive Rezensionen und Kaufempfehlungen.
Hier sind einige Tipps für die Haarpflege und den Schutz vor frühzeitiger Alterung:
Der Prozess des Alterns lässt sich nicht aufhalten und ist auch gar nichts, wofür man sich schämen müsste. Graues Haar stehen für Weisheit und ein erfülltes Leben und sollten selbstbewusst und mit einem Lächeln getragen werden.
Tatsächlich variiert der Beginn der Haaralterung je nach Ethnie um mehrere Jahre. Bei hellhäutigen Menschen kaukasischer Abstammung beginnt das Ergrauen demnach im Schnitt schon mit Mitte 30, für Asiaten dagegen eher Ende der 30er-Jahre. Diese Unterschiede führen die Forscher auf die Melanosomen zurück - die Organellen in den Pigmentzellen, die das Melanin bilden, speichern und transportieren.
Neben dem Verlust der Haarfarbe konnten die Forscher auch feststellen, dass Menschen europäischer Abstammung ab etwa 50 Jahren weniger dicke und schon ab 35 Jahren weniger dichte Haare haben. Bei asiatischen Menschen verliert das Haar zwischen 40 und 50 Jahren an Dicke und Dichte, wobei sie natürlicherweise weniger Haare haben. Die höhere Brüchigkeit der afrikanischen Haare hängt laut Maymone und ihren Kollegen damit zusammen, dass diese Haare aus weniger Keratinschichten bestehen. Außerdem fiel auf, dass bei Afroamerikanern im Alter häufig Schäden an der Haarwurzel auftreten, während es bei hellhäutigen Menschen und Asiaten typischerweise eher zu Schäden am äußeren Haarende kommt. Das konnten die Wissenschaftler zumindest bei Asiaten auf ihre höhere Zahl an Lipiden zurückführen.
Typischerweise werden die Haare von Menschen aller Ethnien oft mit chemischen Haarwaschmitteln, Hitze und Färbemittel behandelt. „Wie das Haar auf äußere Schäden reagiert, ist jedoch von Ethnie zu Ethnie unterschiedlich“, betonen die Forscher mit Blick auf ihre Ergebnisse. Dieses Wissen kann hinsichtlich der Haarpflege und des Schutzes vor einer frühzeitigen Brüchigkeit und Alterung nützlich sein. „Ein gründliches Verständnis der einzigartigen Merkmale der Haaralterung bei verschiedenen Rassen und Ethnien ist für den angemessenen Umgang mit älteren Menschen unerlässlich“, so Vashi abschließend.
Ganz schön widersprüchlich, oder? Dabei ist Silber längst Trend. Und doch bleibt Renate Zott beim graue Haare färben und ihrem Blond. Warum? Männer machen graue Haare sexy und Frauen "mutig", so jedenfalls sagte man es Sarah Jessica Parker nach, als sie beim Lunch ungeschminkt und mit grauen Strähnen fotografiert wurde. Doppelmoral nennt man das. Dabei ist die Mehrheit der schreibenden Zunft eindeutig für das Altersgrau, und zwar aus mehreren Gründen: Man spare Geld fürs Färben, Chemikalien auf der Kopfhaut, die Zeit beim Friseur und für Haarwäschen, weil graue Haare nicht so häufig unters Wasser müssen.
Der schöne graue Alltag ist in Wahrheit aber durchaus ebenso kostspielig wie zeitintensiv. Denn wer will schon mit dem gewöhnlichen Granny-Grau durch die Gegend laufen? Will man die graue Maus in "schick" sein, reicht das freilich nicht, denn wie gesagt: Grau ist nicht gleich Grau. Gleichzeitig wollen wir nicht vergessen, dass der Granny Look voll angesagt ist. Dabei ist völlig egal, ob es sich um ein natürliches oder gefärbtes Grau handelt.
tags: #alt #machen #nicht #die #grauen #haare
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