Immer mehr Menschen vermuten, an Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien zu leiden. Selbsttests aus dem Internet versprechen schnelle Klarheit. Doch wie zuverlässig sind diese Angebote, insbesondere Haartests, und sind sie eine Alternative zum Besuch beim Facharzt?
Dieser Artikel beleuchtet die Thematik der Allergietests mit Haaren, insbesondere im Hinblick auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Tierhaarallergien. Dabei werden die verschiedenen Testmethoden, ihre Vor- und Nachteile sowie die wissenschaftliche Evidenz hinterfragt.
Es ist wichtig, zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit zu unterscheiden:
Die Katzenallergie gilt als Inhalationsallergie. Es kommt also vor allem zu Beschwerden, wenn Sie die Haare oder Hautschuppen der Katze einatmen. Die Symptome treten in der Regel sofort auf oder kurz nachdem Sie Tierhaare eingeatmet oder auf die Haut bekommen haben. Typische Symptome der Katzenallergie sind:
Auf Dauer kann aus einer Tierhaarallergie ein allergisches Asthma entstehen - das Risiko ist höher, wenn Sie oft auf die Allergene stoßen.
Ein Verdacht auf Tierhaarallergie ergibt sich häufig aus der Selbstbeobachtung. Niesattacken oder entzündete Augen nach Kontakt mit einem bestimmten Tier, die bald danach wieder verschwinden, sind ein deutliches Signal.
Die Idee hinter Haartests ist, dass der Verzehr eines schädlichen Lebensmittels sich im Haar bemerkbar macht, beispielsweise im Mineralstoffgehalt. Ähnlich wie beim Nachweis von Drogenkonsum über Haarproben. Es wird angenommen, dass Haare Informationen speichern.
Haare bestehen wie unsere Nägel hauptsächlich aus Keratin und sind genau genommen Hornfäden. Sie enthalten weder Nerven noch Blutgefäße und sind totes Gewebe. Nachweisen lässt sich in ihnen zum Beispiel der Konsum von Medikamenten oder Drogen in der Vergangenheit.
Haare wachsen pro Monat etwa einen Zentimeter. Daher liefert eine abgeschnittene Haarsträhne immer ein Bild der Vergangenheit - im Gegensatz zu einer Blutanalyse.
Um zu überprüfen, wie zuverlässig diese Analysen sind, haben Tester Haare an Labore geschickt. Als Kontrollprobe wurden die Haare noch einmal unter einem anderen Namen an jeden Anbieter geschickt. Besonders erstaunlich: Auch beim gleichen Anbieter sind die Ergebnisse der Haare anders.
Experten sind skeptisch gegenüber Haartests zur Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten:
Gesundheit! konfrontiert die Testanbieter mit den unterschiedlichen Ergebnissen und bekommt nur Antwort von Check my Body Health. Zitat: „Für genaue Vergleiche sei es zwingend erforderlich, dass alle Variablen exakt gleich blieben.
Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Es gibt verschiedene Testmethoden, die eine zuverlässigere Diagnose ermöglichen:
Es gibt diverse Testangebote im Netz. Bei vielen dieser Produkte bekommt man ein Testkit nach Hause geschickt und soll in Eigenregie Blut abnehmen. Die Hersteller setzen dabei meist auf sogenannte IgE- und IgG4-Antikörperanalysen. Wie seriös ist das? Es gebe im Internet bestellbare Tests, die durchaus seriöse Verfahren verwenden, also das so genannte IgE im Blut testen, erklärt Torsten Zuberbier, Direktor des Institut für Allergieforschung an der Berliner Charité. Laut Zuberbier ist eine Analyse auf Basis von IgE-Antikörpern ein anerkanntes Verfahren, auch in Arztpraxen. Eine IgG4-Analyse hingegen ist laut Experten absolut ungeeignet.
Im Rahmen einer molekularen Allergiediagnostik kann anhand bestimmter Antikörper, (des spezifischen IgE), genau festgestellt werden, auf welche Haupt-Allergenkomponenten von Hund, Katze oder Pferd eine Person reagiert. Diese Haupt-Allergenkomponenten werden auch Major-Allergene genannt.
Expertinnen und Experten halten diesen Test für sinnvoll, um Hinweise auf Kreuzreaktionen zu erhalten oder die wirksamste Zusammensetzung einer Hyposensibilisierungs-Therapie zu ermitteln.
Allergene von Tieren können Kreuzreaktionen mit anderen Allergenen auslösen. Einige Beispiele:
Die Sensibilisierung auf unterschiedliche Major-Allergene wird auch dafür verantwortlich gemacht, dass manche Menschen gegen Kater oder Hunderüden allergisch sind, nicht aber gegen weibliche Exemplare der Art.
Beim Färben der Haare sollte immer ein Allergieverdachtstest durchgeführt werden, auch wenn die Haare schon seit Jahren coloriert werden. Es ist möglich, eine allergische Reaktion auf die Haarfarbe auszubilden - sogar, wenn genau dasselbe Produkt in der Vergangenheit schon problemlos angewendet wurde.
48 Stunden. Denn solange dauert es, bis der Test vollständige Resultate liefert. Um eine potenzielle allergische Reaktion auf die Haarfarbe festzustellen, muss dem Immunsystem Zeit gelassen werden, damit es reagieren kann.
Sobald die 48 Stunden um sind, liegt das Ergebnis des Haarfarbe-Allergieverdachtstest vor. Wenn keine eigenartigen Hautreaktionen auffallen, dann kann es nun endlich losgehen.
Tipp: Wer meint, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen, kann beginnen, ein Ernährungstagebuch zu führen. Darin notiert man täglich seinen Speiseplan und die Beschwerden, die auftreten.
| Testmethode | Zuverlässigkeit | Empfehlung |
|---|---|---|
| Haartest | Gering | Nicht empfohlen |
| IgE-Antikörpertest | Hoch (bei Allergien) | Empfohlen (durch Arzt) |
| IgG4-Antikörpertest | Gering | Nicht empfohlen |
| Ernährungstagebuch | Mittel | Empfohlen (zur Beobachtung) |
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