Haarfärbemittel sind beliebt, um die eigene Haarfarbe aufzupeppen oder graue Strähnen abzudecken. Doch viele Verbraucher, insbesondere Allergiker, sind besorgt über die Verträglichkeit synthetischer Produkte und suchen nach natürlichen Alternativen. Dieser Artikel beleuchtet die Risiken chemischer Inhaltsstoffe, stellt schonende Alternativen vor und gibt Tipps für eine sichere Anwendung.
Wer die eigene Haarfarbe langweilig empfindet, sie aufpeppen möchte oder radikal auf neue Farbakzente setzt bzw. nur die grauen Strähnen überdecken möchte, dem oder der steht ein großes Produktsortiment mit einer immensen Farbvielfalt zur Verfügung. Ob rot, schwarz, blond oder pink und grün - fast kein Wunsch bleibt offen. Auch die Langlebigkeit der Farbveränderung kann scheinbar frei gewählt werden. Mit einer Haartönung ist das Ergebnis bereits nach wenigen Haarwäschen wieder weg. Die sogenannten Oxidationshaarfarben sorgen dagegen für eine dauerhafte Farbveränderung, die entweder auswachsen muss und mit einem Haarschnitt behoben wird oder eine erneute Färbung notwendig macht.
Doch wer färbt, geht auch ein gewisses Risiko ein und muss mit Reizungen und sogar mit Kontaktallergien rechnen, denn die Farbveränderung ist ohne Risiken kaum machbar.
Bedenkliche Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln können Farbstoffe, aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak sein. Diese sind zwar nicht sensibilisierend, können aber stark reizende Wirkungen haben. Das aromatische Amin PPD (Para-Phenylendiamin) ist besonders bekannt für sein hohes Sensibilisierungspotenzial und gehört zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien. Der Einsatz dieser Haarfarben-Vorstufe ist in Oxidationsfarben durch die Kosmetikverordnung geregelt und ihre Höchstkonzentration auf 2 % im Anwendungsprodukt begrenzt.
Fehlt ein Kuppler, so kann PPD unter oxidativen Bedingungen mit sich selber reagieren zu einer stark sensibilisierenden Verbindung - der sogenannten Bandrowski-Base, die zudem erbgutverändernde Eigenschaften zeigt. Bei entsprechender Disposition können Oxidationsfarben zu schweren allergischen Reaktionen führen. Nach einer Haarfärbung treten die Symptome im Gesicht und an den Augen, die anschwellen und sich schmerzhaft entzünden. Ursache hierfür ist meistens das PPD. Beschrieben sind auch schwere allergische Schocks auf PPD, die zwar sehr selten, aber lebensbedrohlich sein können.
Eine PPD-Kontaktallergie ist vergleichsweise häufig, der Auslöser muss nicht zwangsläufig die Anwendung von oxidativen Haarfarben sein, auch andere Produkte, die diese Chemikalie enthalten, können eine Sensibilisierung hervorrufen. Para-Phenylendiamin kann beispielsweise in Textilfarben eingesetzt werden, in dunklen Henna-Tattoos oder Henna-Haarfarben. Außerdem wird PPD in Leder, Pelzen, Textilien, Schuhputzmitteln, Lacken, Gummi, Tinte, Kontrastmitteln, technischen Ölen, Autoreifen und fotografischen Entwicklern eingesetzt.
Da eine Kreuzreaktion auf andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur möglich ist, wie z. B. auf das para-Toluylendiamin (PTD), p-Aminophenol oder Azofarbstoffe, können auch diese Stoffe beim Hautkontakt eine allergische Reaktion auslösen. Seit 2011 gibt es eine Einschränkung der oxidativen Haarfarben für Jugendliche und Kinder, um für diese Personengruppe das Allergierisiko zu minimieren.
Das Blondieren mit Wasserstoffperoxid gilt als weniger problematisch, da hier keine sensibilisierenden Substanzen eingesetzt werden. Die aufhellende Wirkung beruht darauf, dass die Wasserstoffmoleküle in die Haare eindringen und dort die Farbpigmente zerstören. Beide Wirkstoffe haben reizende, irritierende Eigenschaften, die eine empfindliche Kopfhaut belasten und reizen. Vorsichtshalber sollte bei geröteter, entzündeter Kopfhaut auf eine Blondierung verzichtet bzw. eine Besserung des Hautzustandes abgewartet werden. Wichtig sind hier die Empfehlungen in Bezug auf die Anwendungskonzentration bzw. Anwendungsdauer, sie sollten unbedingt eingehalten werden. Fachgerecht ist das Blondieren beim Friseur.
Allergische Reaktionen auf Haarfärbemittel können vielfältig sein und treten oft an den Stellen auf, die direkt mit der Haarfarbe in Kontakt kommen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
Diese Nebenwirkungen sollten ernst genommen werden, da sie auf eine schwere allergische Reaktion hinweisen können.
Pflanzenfarben gelten als relativ schonende und besser verträgliche Alternative zu den synthetischen Färbemitteln. Für die Farbveränderung kommen hier folgende Naturstoffe zum Einsatz:
Henna hat dabei die größte Bedeutung. Die Farbvielfalt, die mit Naturstoffen erreicht werden kann, ist etwas eingeschränkt, doch auch hier ist eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen.
Reine Henna beispielsweise zeigt geringe sensibilisierende Potenz und löst sehr selten eine allergische Reaktion aus. Um mit dem Henna-Farbstoff eine intensivere und dunklere Färbung zu erreichen, wird der Henna para-Phenylendiamin zugesetzt. Experten weisen darauf hin, dass der Einsatz eines potenten Allergieauslösers wie PPD eine Sensibilisierung gegenüber dem schwachen Allergen in Hennafarben fördern kann.
Als weniger problematisch als die Oxidationsfarben gelten die Tönungen. Hier kommen größere Farbmoleküle zum Einsatz, die schlechter in die Haut eindringen können. Im Unterschied zu dauerhaften Farben dringen die Farbstoffe nicht ins Haarinnere, sondern verbleiben weitgehend auf der Haaroberfläche, von wo sie mit der Haarwäsche nach und nach entfernt werden können. Allerdings auch hier berichten Allergologen über Reaktionen der Kopf- und Gesichtshaut auf die Inhaltsstoffe der Tönung, die mit jeder Wäsche von der Haaroberfläche mobilisiert werden und auf die Haut gelangen. Auch hier gilt, wer tönen möchte, sollte die Hände mit Handschuhen schützen und die Einwirkzeit unbedingt einhalten.
Zu den beliebtesten Bio-Haarfarben zählt Henna. Es lässt sich einfach anwenden, ist als Pulver praktisch unbegrenzt haltbar und zaubert wundervolle Rottöne in das Haar. Allerdings kann Bio-Haarfarbe zur Grauabdeckung nur bedingt helfen, da hier erhebliche Farbunterschiede bei einem Färbevorgang entstehen können. Henna verbleibt ca. 6 Wochen im Haar und wäscht sich nur sehr langsam heraus. Es zählt daher zu den permanenten Haarfarben. Wenden Sie es regelmäßig an, wird der Farbton mit der Zeit immer intensiver.
SANTE Pflanzenhaarfarben bieten eine natürliche Möglichkeit, das Haar zu färben, ohne die Haarstruktur zu schädigen. Hier sind einige wichtige Punkte zur Anwendung und Wirkung:
Für Allergiker gibt es mittlerweile spezielle Haarfärbemittel, die ohne die üblichen allergieauslösenden Inhaltsstoffe auskommen. Im Folgenden stellen wir zwei besonders empfehlenswerte Produkte vor: Wild Color Haarfarbe ALL FREE und WECOLOUR Haarfarben.
Die Wild Color All Free Haarfarbe ist ideal für Menschen mit empfindlicher Haut, da sie frei von PPD, Ammoniak und Parabenen ist. Eine weitere Besonderheit dieser Haarfarbe ist die größere Tube mit 180 ml, was das Dreifache einer herkömmlichen Haarfarbe beträgt. Durch die Verwendung von Wild Color Haarfarbe ALL FREE können Allergiker eine sichere Haarfärbung genießen, ohne Angst vor allergischen Reaktionen haben zu müssen.
WECOLOUR Haarfarben wurden speziell für Menschen mit Allergien gegen herkömmliche Haarfärbemittel entwickelt. Eine weitere wichtige Eigenschaft von WECOLOUR Haarfarben ist die breite Farbpalette, die auch Rottöne umfasst. Vor der Anwendung von WECOLOUR Haarfarben wird empfohlen, einen Allergietest durchzuführen, um sicherzustellen, dass keine allergische Reaktion auftritt.
Um allergische Reaktionen beim Haarefärben vorzubeugen, sollten Sie folgende Tipps beachten:
Wenn Sie eine Farbveränderung der Haare wünschen, sollte dies sorgfältig abwägen. Gründe, die gegen eine Färbung sprechen, sind beispielsweise Beschwerden wie juckende Entzündung, Hautbläschen oder ein Ausschlag an der Stelle, wo im Urlaub ein Henna-Tattoo angebracht war. Die Ursache sollte nicht bagatellisiert, sondern beim Hautarzt abklärt werden.
Machen Sie keine Verträglichkeitsprüfung mit den Farbsubstanzen. Allergolog:innen warnen, dass durch die lange Einwirkzeit eine Sensibilisierung entstehen könnte. Da für eine Verträglichkeitstestung die Substanz 24 Stunden auf der Haut verbleiben soll, könnte mit den aggressiven Inhaltsstoffen der Farbmischung eine Irritation bzw. Allergie hervorgerufen werden. Bitte bedenken Sie, dass beim Haarefärben die Farbmischung nur eine kurze Zeit Kontakt mit der Haut und den Haaren haben soll.
Wer zu Hause seine Haare tönen bzw. färben möchte, sollte unbedingt die Hinweise und Empfehlungen des Herstellers beachten. Während der Anwendung sollten die Hände mit Handschuhen geschützt werden, die Anwendungsdauer auf keinen Fall überschritten und die Farbreste sorgfältig ausgespült werden.
Wer akut unter gereizter Kopfhaut leidet, sollte eine Haarfärbung lieber verschieben. Vorteilhaft ist es diese Färbung bei Friseur durchführen zu lassen, so kommt man mit den reaktiven Inhaltsstoffen relativ wenig in Berührung.
Für alle Kontaktallergiker:innen ist es wichtig, dass sie die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte auf ihre Allergieauslöser sorgfältig durchgehen. Haarfärbemittel enthalten oft eine Vielzahl von Chemikalien, die für Allergiker problematisch sein können.
Die Stiftung Warentest hat Naturhaarfarben getestet und bewertet. Hier eine zusammenfassende Tabelle:
| Produkt | Bewertung | Preis | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Garnier | Positiv | 4,00 - 10,40 € | Gute Grauabdeckung, lange Haltbarkeit |
| Khadi | Positiv | 4,00 - 10,40 € | Gute Grauabdeckung, lange Haltbarkeit |
| Logona | Positiv | 4,00 - 10,40 € | Gute Grauabdeckung, lange Haltbarkeit |
| Sante | Positiv | 4,00 - 10,40 € | Gute Grauabdeckung, lange Haltbarkeit |
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