Alina Levshin, geboren 1984 in Odessa, hat sich in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft einen Namen gemacht. Ihre Karriere begann vor etwa zehn Jahren mit Dominik Grafs Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“, in der sie eine junge Ukrainerin spielte. Wenig später folgte ihr größter Erfolg mit der Rolle eines Neonazi-Mädchens in „Kriegerin“, für die sie 2012 zahlreiche Preise erhielt.
Nach einem kurzen Ausflug zum Erfurter „Tatort“ und einer darauffolgenden ruhigeren Phase, kehrte Levshin mit der Hauptrolle in der ZDF-Neo-Serie „Dunkelstadt“ zurück. Hier beweist sie ihr Talent für komische Szenen und starke, lässige Frauenrollen.
In „Dunkelstadt“ spielt Alina Levshin die Privatdetektivin Doro Decker. Sie ist häufig in Lebensgefahr und meistens verkatert, aber sie bewahrt immer die Ruhe. Doro hat nicht nur mit allerlei Fällen zu kämpfen, sondern muss auch den Tod ihres Polizistenvaters aufklären.
Ihr Gemütszustand ist so düster wie manche Ecken Antwerpens, der belgischen Hafenstadt, in der die Serie spielt. Sie spricht aus dem Off zum Publikum und lästert über sich selbst: „Ich bin schwierig in Beziehungen - jeder Art.“
Die Serie versucht, die klassische Detektivserie aufzumöbeln, scheut aber den großen Sprung. Immerhin wird der knittrige männliche Haudegen durch eine coole Frau abgelöst. Doro Decker haust allein in einem unordentlichen Büro in einer tristen Hafengegend, im Kühlschrank steht nur eine Flasche Schnaps.
Dennoch geht die Detektivin bemerkenswert aufrecht durchs Leben. Sie stoppt ein Komplott gieriger Parteipolitiker, rettet verschwundene Obdachlose und in die Hände einer Sekte geratene Teenager. Ihre Fälle löst sie meist im Undercover-Modus, als Journalistin, Kellnerin oder Obdachlose. So wechselt Alina Levshin häufiger mal Outfit und Frisur, nur der schicke alte Mercedes bleibt.
Mit ihrem ungleichen Duo kann man schnell warm werden, besonders dank Rauand Taleb, der Doros rechte Hand spielt und den Laden sauber und am Laufen hält.
Mit "Ku'damm 63" setzt die erfolgreiche ZDF-Serie ihre Geschichte fort. Im Fokus stehen erneut die Frauen der Familie Schöllack. Die Serie, die im Jahr 1963 spielt, zeigt die Schöllack-Töchter verheiratet und mit den gesellschaftlichen Zwängen der Zeit konfrontiert.
Eva (Emilia Schüle) hat es bis zur eigenen Kunstgalerie geschafft. Helga (Maria Ehrich) begehrt gegen ihre Mutter auf und stürzt sich in eine Affäre. Monika (Sonja Gerhardt) verarbeitet eine Fehlgeburt und will als Liedermacherin erfolgreich werden.
Die Serie fängt die urdeutsche Spießigkeit und Beklemmung der damaligen Zeit ein und thematisiert die Selbstbestimmung der Frauen. Es ist gute und relevante Unterhaltung, den drei Frauen dabei zuzusehen, wie sie sich mühsam Stück für Stück weiter vorankratzen, jede auf ihre Weise, vorbei an Moralvorstellungen und Abhängigkeiten.
Die Serie wurde auch als Musical adaptiert, was die Vielseitigkeit des Stoffes unterstreicht.
In „Kriegerin“ (2011) von David Wnendt steht die junge Marisa (Alina Levshin) im Mittelpunkt. Sie arbeitet mit Skingirl-Frisur im Laden ihrer Mutter an der Kasse. Als ihre Clique zwei Afghanen am Strand verprügelt und sie die beiden auf der Straße anfährt, hält sie einen von ihnen für tot.
Sie glaubt, an dem anderen etwas gutmachen zu müssen, und versteckt ihn. Es ist ein innerer Lösungsprozess, den der Film beschreibt. Parallel zeigt er, welche Attraktivität die rechte Szene für Heranwachsende gewinnen kann.
Zwei Jahre lang hat Regisseur David Wnendt für sein Drehbuch im Milieu recherchiert. Er hat Interviews mit rechtsextremen Jugendlichen geführt, sie im Alltag und zu ihren Aufmärschen begleitet. „Kriegerin“ zeigt also all das, vor dem man lieber die Augen verschlossen hat, so dass man nun allerhand darüber nachlesen muss.
Alina Levshin bringt Wucht und Wut auf die Leinwand: bei den Attacken auf Fahrgäste im Vorortzug, beim Streit mit der Mutter, Sex mit dem Freund und schließlich als Rasuls Fluchthelferin. Die Rolle der Marisa ist ein atemberaubend souveräner Auftritt.
Der Film zeigt Menschen, die ein spießiges Kleinbürgerdasein führen, Ordnung, Anstand und Sicherheit verklären und zugleich allen, die anders denken, Chaos, Brutalität und Angst bringen. Umso aufgesetzter wirkt die radikale Wandlung Marisas, die im letzten Drittel dieses Milieu hinter sich lässt und von einer fanatischen Gewalt-Zicke zur mutig-sensiblen Humanistin mutiert.
Alina Levshin hat nicht nur als Schauspielerin überzeugt, sondern auch als Regisseurin. Für ihren dritten Kurzfilm "You Never Know" setzte sie sich zum dritten Mal in ihrer Karriere auf den Regiestuhl. Das Thema des Streifens: sexuelle Gewalt.
Dabei ist es kein Zufall, dass sich die "Kriegerin"-Darstellerin für dieses schwere Thema entschieden hat, denn sie selbst hat nun erstmals offenbart, in der Vergangenheit selbst ein Opfer von sexueller Gewalt gewesen zu sein.
Im Interview mit "Bild" erzählte sie von ihrem schlimmen Erlebnis, das ihr im Arbeitskontext widerfahren sei. Um sich selbst und ihre gepeinigte Seele vor dieser schlimmen Erfahrung zu schützen, verdrängte die in der Ukraine geborene Schauspielerin das Erlebte.
Neben ihren schauspielerischen und regisseurischen Tätigkeiten hat sich Alina Levshin auch sozial engagiert und sich für den Kampf gegen sexuelle Gewalt eingesetzt.
Alina Levshin hat sich als vielseitige und talentierte Schauspielerin etabliert, die sowohl in dramatischen als auch in komischen Rollen überzeugt. Ihre Fähigkeit, starke und komplexe Frauenfiguren darzustellen, hat sie zu einer wichtigen Stimme im deutschen Film und Fernsehen gemacht. Ob mit Kurzhaarfrisur oder anderer äußerlicher Veränderung, Levshin bleibt eine beeindruckende Persönlichkeit in der deutschen Unterhaltungsindustrie.
| Jahr | Titel | Rolle |
|---|---|---|
| 2009 | Polizeiruf 110 | Verschiedene Rollen |
| 2011 | Lollipop Monster | Hauptrolle |
| 2011 | Kriegerin | Marisa |
| 2016 | 4 Könige | Hauptrolle |
| 2019 | Dunkelstadt | Doro Decker |
| 2020 | Ku'damm 63 | Eva |
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