Algen für die Haare: Wirkung, Anwendung und wissenschaftliche Erkenntnisse

Haare sind mehr als nur ein ästhetisches Merkmal - sie sind ein Ausdruck von Persönlichkeit und Gesundheit. Ob glänzend, kräftig oder voluminös, viele Menschen suchen nach Wegen, ihre Kopfhaare optimal zu pflegen und zu unterstützen.

In den letzten Jahren hat sich eine natürliche Lösung immer mehr durchgesetzt: Algen. Algen sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen und erobern immer mehr die deutsche Küche. Sie sind zudem auch noch kalorienarm. Algen erfreuen sich eines neuen Booms, da alles was gut fürs Klima ist, Konjunktur hat.

Was sind Algen?

Alge ist eine Oberbezeichnung für Lebewesen, die nicht direkt der Tier- oder Pflanzenwelt zugeordnet werden können. Sie verbindet, dass sie im feuchten Lebensraum vorkommen und Photosynthese betreiben. Das bedeutet, sie wandeln Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid aus der Luft zu Sauerstoff um. Algen sind allein deshalb unentbehrlich, denn sie produzieren rund 50 Prozent des Sauerstoffs der Erde. Insgesamt soll es weit über 44.000 unterschiedliche Arten geben, die im Meer oder auch anderen Gewässern zu finden sind.

Algen haben die Fähigkeit, die Nährstoffe aus ihrer Umgebung über ihre Oberfläche aufzunehmen. Sie filtern also die reichhaltigen Nährstoffe aus den Gewässern heraus und stecken deshalb voller wertvoller Vitamine, Proteine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Algen in der Kosmetik

Das gesunde Superfood ist aber nicht nur in der Ernährung, sondern auch bei Kosmetikprodukten beliebt. Die Naturkosmetik aus dem Meer beeindruckt durch Anti-Aging-Wirkstoffe, die die Haut vor schädlichen Einflüssen schützen. Dank der feuchtigkeitsspendenden und entzündungshemmenden Eigenschaften sieht die Haut wieder glatt, straff und frisch aus. In der Kosmetik werden vor allem Algenextrakt oder Algenöl verwendet. Besonders herausragend sind die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften.

Verschiedene Algenarten und ihre Wirkung

  • Grünalgen (Chlorobionta): Eine der am häufigsten vorkommenden Algenart ist die Grünalge, die sowohl in Süßwasser als auch Meereswasser gedeiht. Dank der entzündungshemmenden Eigenschaften werden gereizte Hautpartien sanft beruhigt. Außerdem wirkt die Grünalge antioxidativ. Das bedeutet, die Haut wird vor negativen inneren und äußeren Einflüssen stärker geschützt.
  • Blaualgen: Die Süßwasseralge ist auch unter dem Namen Spirulina bekannt. Sie enthält sehr viel Eiweiß und ist deshalb auch als Nahrungsmittel beliebt. In der Kosmetik werden vor allem die Anti-Aging-Eigenschaften geschätzt. Die Antioxidantien schützen die Haut vor freien Radikalen, die für eine vorzeitige Alterung verantwortlich sind. Außerdem soll die Blaualge entgiftend wirken und die Durchblutung der Haut sowie die Zellerneuerung verbessern.
  • Rotalgen: Die rotbraun schimmernden Meeresalgen können extrem viel Feuchtigkeit binden und machen trockene, raue Haut wieder weich und geschmeidig. Die Haut erhält wieder mehr Spannkraft, was kleine Fältchen verschwinden lässt.
  • Braunalgen: Es gibt sehr viele verschiedene Braunalgen wie zum Beispiel Meertang. Durch die antioxidative Wirkung schützt sie die Haut vor schädlichen Einflüssen und bewahrt sie vor einer vorzeitigen Alterung. Wie auch alle anderen Algenarten versorgt sie die Haut mit wertvollen Nährstoffen und wirkt zusätzlich beruhigend.

Algen können auch Schadstoffe aus der Umgebung aufnehmen. Deshalb gibt es sie inzwischen auch als Bio-Produkt. Bio-Algen stammen aus Gewässern mit hoher ökologischer Qualität, die nachhaltig bewirtschaftet werden.

Anwendung von Algen in der Hautpflege

Inhaltsstoffe aus natürlichem Algenöl oder Algenextrakt finden sich in vielen Produkten sowohl für die Gesichts- und Körperreinigung als auch für die Hautpflege. Sie sind für jeden Hauttyp und sogar für empfindliche Haut sehr gut verträglich. Das liegt daran, dass sich der pH-Wert von der Haut und den Algen ähneln. Deshalb können die wertvollen Nährstoffe in die tieferen Schichten der Haut eindringen und den natürlichen Schutz der Haut unterstützen oder auch regenerieren.

Von den feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften profitiert ganz besonders trockene und stark strapazierte Haut. Ist die Haut spröde oder sie juckt und spannt, produzieren die Talg- und Schweißdrüsen nicht mehr genügend Fette und Feuchtigkeit. Diese Mischung legt sich wie ein Film über die Haut und schützt sie vor äußeren Einflüssen wie der UV-Strahlung der Sonne oder auch vor Krankheitserregern. Algen in Cremes, Seren oder Masken unterstützen die Haut dabei, Feuchtigkeit aufzunehmen und zu bewahren.

Aufgrund der entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften sind Produkte mit Algen auch für fettige, zu Unreinheiten neigender Haut zu empfehlen. Hier ist vor allem eine übermäßige Talgproduktion für den öligen Schimmer der Haut verantwortlich. Wenn die Poren verstopfen, können sie sich entzünden und es bilden sich leicht Mitesser und Pickel.

Mit zunehmendem Alter verliert die Haut an Elastizität und die Talkproduktion nimmt immer mehr ab. Als Folge wird die Haut dünner und trockener und bekommt kleine Fältchen. Außerdem verteilen sich immer mehr Pigmentflecken ungleichmäßig auf der Haut. Produkte mit Algen beugen einer vorzeitigen Alterung der Haut vor, weil sie die Zellerneuerung ankurbeln. Die Haut wird wunderbar durchblutet und sieht wieder glatt und frisch aus.

Algen für die Haare: Spirulina und Chlorella

Haarausfall betrifft zahlreiche Menschen und kann verschiedene Ursachen haben, von genetischen Faktoren bis hin zu Nährstoffmängeln. Eine zunehmend beliebte und natürliche Lösung ist Spirulina, eine Mikroalge, die für ihre außergewöhnlich hohe Nährstoffdichte bekannt ist. Spirulina ist eine nährstoffreiche Mikroalge, die durch ihre hohe Protein- und Mikronährstoffdichte die Gesundheit von Haaren, Haut und Nägeln fördern kann.

Neben Spirulina ist Chlorella eine weitere Algenart, die viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Die Chlorella Vulgaris ist eine Mikroalge, die sich im Süßwasser am wohlsten fühlt. Ihr lateinischer Name bedeutet übersetzt auch so viel wie „kleines, junges Grün“.

Spirulina und Chlorella werden aufgrund ihrer hohen Konzentration an Nährstoffen und bioaktiven Substanzen zunehmend als potenzieller Wirkstoff in der Behandlung von Haarausfall diskutiert. Spirulina-Proteine in Haarcremes können die Haarstruktur glätten, die Feuchtigkeit erhöhen und Schäden reduzieren. Diese Studie untersuchte das Potenzial von Proteinen aus Spirulina platensis als Zutat in Haarpflegeprodukten.

Wirkung von Spirulina auf die Haare

  • Zellregeneration und Wundheilung: Untersuchungen legen nahe, dass Spirulina-Extrakte die Zellregeneration, Wundheilung und Mikrozirkulation fördern, was indirekt das Haarwachstum unterstützen kann.
  • Antioxidative Wirkung: Die bioaktiven Substanzen in Spirulina, darunter Phenole, Carotinoide und phycobiliproteinhaltige Antioxidantien, wirken entzündungshemmend und fördern die Zellregeneration.

Anwendung von Spirulina

Spirulina ist als Pulver, Tabletten oder Kapseln erhältlich. Pulver eignet sich für Haarpflegeprodukte wie Öle und Masken.

  • Pulver: Spirulina-Pulver ist vielseitig einsetzbar. Es kann in Smoothies, Säfte oder Speisen gemischt werden. Darüber hinaus eignet sich das Pulver auch zur Herstellung von Haaröl oder Haarcreme. Dazu wird Spirulina-Pulver mit einem Trägeröl (z. B.
  • Tabletten: Spirulina-Tabletten sind praktisch für die Einnahme unterwegs und geschmacksneutral.
  • Kapseln: Ähnlich wie Tabletten, jedoch oft leichter zu schlucken und ebenfalls geschmacksneutral. Die Wahl der Form hängt von individuellen Vorlieben ab.

Haarmasken mit Spirulina: Spirulina-Pulver kann mit natürlichen Zutaten wie Aloe Vera oder Joghurt gemischt und direkt auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Lassen Sie die Mischung ca. 30 Minuten einwirken, damit die Nährstoffe in die Kopfhaut einziehen können.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Spirulina gilt in der Regel als sicher und gut verträglich. Dennoch können, wie bei jedem Nahrungsergänzungsmittel, bei einigen Personen Nebenwirkungen auftreten.

  • Allergische Reaktionen: Personen mit einer Unverträglichkeit gegenüber Algen oder Meeresprodukten könnten allergisch auf Spirulina reagieren.
  • Entgiftungsreaktionen: Manche Anwender berichten von Kopfschmerzen oder leichtem Schwindel, da Spirulina die Entgiftungsprozesse des Körpers unterstützen kann.

Die Qualität von Spirulina-Produkten kann stark variieren. Hochwertige Produkte sind entscheidend, um unerwünschte Nebenwirkungen durch Verunreinigungen zu vermeiden.

  • Reinheit: Produkte sollten frei von Schwermetallen, Pestiziden und anderen Verunreinigungen sein.

Einige Nutzer berichten von positiven Effekten von Spirulina auf Haarausfall. Dies wird hauptsächlich dem hohen Gehalt an Proteinen und anderen Nährstoffen zugeschrieben, die potenziell das Haarwachstum unterstützen können.

Chlorella: Die Mikroalge für gesundes Haar

Als Chlorella bezeichnet man eine Mikroalge, die viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Häufig findet man das Superfood als Nahrungsergänzungsmittel, verarbeitet zu Pulver oder in Form von Tabletten. Ihr werden entgiftende Eigenschaften nachgesagt, weshalb sie auch bei Detox-Kuren beliebt ist.

Die gesundheitsfördernde Chlorella-Wirkung kann positive Folgen haben: Die Algenart soll Alterungsprozesse der Haut verlangsamen, da sie viele Spurenelemente und Vitamine enthält, die die Körperzellen vor freien Radikalen schützen. Wenn der Körper ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist, hat dies ebenfalls Effekte auf brüchiges, unterversorgtes Haar bzw. die Haarwurzeln.

Inhaltsstoffe von Chlorella

  • Chlorophyll: Hoher Anteil, wirkt sich positiv auf die Darmtätigkeit und somit Verdauung aus, schützt außerdem Zellwände vor Oxidationsschäden.
  • Kalium: Für die Funktionsfähigkeit unserer Zellen, Nerven und Muskeln ist die Kaliumzufuhr unabdingbar.
  • Magnesium: Lebensnotwendig für den menschlichen Organismus, aktiviert ca. 300 Enzyme, die für den Stoffwechsel benötigt werden.
  • Calcium: Der ultimative Mineralstoff für Zähne und Knochen, ist ebenfalls an der Blutgerinnung und Muskeltätigkeit beteiligt und sorgt außerdem für die makellose Funktionalität der Nerven.
  • Vitamin B12: Wichtig für die problemlose Funktion des menschlichen Gehirns und Nervensystems sowie die Blutbildung.

Anwendung von Chlorella

Die gängigsten Produkte sind Chlorella-Tabletten, -Kapseln und -Pulver. Die Giftstoffe im Körper werden während eine Chlorella Entgiftungskur betrieben wird über die Haut abtransportiert. Daher kann es sein, dass sich in den ersten Wochen der Einnahme leichte Akne am Rücken oder im Gesicht bildet.

Empfohlen wird die Einnahme von zwei mal 5 g täglich, Morgens auf nüchternen Magen und Abends vor der Nachtruhe. Am Anfang der Kur sollte darauf geachtet werden, dass dem Körper nicht sofort 10 g am Tag zugeführt werden.

Gesunde Haarpflege - 8 Tipps

Tabelle: Nährstoffvergleich von Spirulina und Chlorella (pro 100g)

Nährstoff Spirulina Chlorella
Protein ca. 60-70g ca. 50-60g
Kalium 1200mg 885mg
Magnesium 195mg 373mg
Calcium 120mg 314mg
Vitamin B12 200mcg 80mcg

Weitere Pflanzenwirkstoffe für das Haarwachstum

In der traditionellen Naturheilkunde haben sich einige Pflanzenwirkstoffe herauskristallisiert, die sich bereits seit Jahrtausenden bei Frauen und Männern für die Haargesundheit bewährt haben:

  1. Bierhefe: Eine hervorragende Quelle für Biotin, Protein und essentielle Vitamine und Mineralstoffe.
  2. Ackerschachtelhalm: Die Kieselsäure im Schachtelhalmextrakt kann ein gutes Haarpflegemittel sein.
  3. Lycopin: Spielt eine bedeutende Rolle bei der Verbesserung der Durchblutung und bei der Regeneration der Zellen.
  4. KelpAlgen: Haben einen hohen Gehalt an Kalzium und Jod und enthalten die essentiellen Fettsäuren Omega-3 und Omega-6.
  5. Bambussprossen: Bestehen zu 70% aus Kieselsäure (Silicium), einem wichtigen Bestandteil des Bindegewebes.

Traditionelle Haarpflegetipps aus aller Welt

Wenn wir auf Indien, Japan oder Marokko blicken, stellen wir eins fest: Die Frauen dort haben alle wunderschöne und gesunde Haare. Und das hat einen guten Grund. So hat nämlich jede Nation ihre ganz eigenen traditionellen und lokalen Geheimtipps in ihrer Haarpflege. Vielleicht können auch wir uns davon etwas abschauen.

  1. Inderinnen schwören auf Kokosöl: Sie verwenden zur Pflege meist ausschließlich das Öl.
  2. Japanerinnen setzen auf Seegras und Algen: In den Meerespflanzen steckt nämlich viel Kalzium, Magnesium, Zink sowie Vitamin A, C und E.
  3. Jamaikanerinnen bevorzugen Rizinusöl: Um eure Haare zu stärken, solltet ihr das Öl (unbedingt kaltgepresst!) leicht erhitzen, zwei bis drei Tropfen davon in den Handflächen verreiben und in die Haare sowie in die Kopfhaut einmassieren.
  4. Marokkanerinnen pflegen mit Arganöl und Ghassoul: Ghassoul ist ein gemahlenes Tonmineral, das mit Wasser zur Körperreinigung verwendet wird. Für die Haare ist es besonders gut, weil es die Kopfhaut reinigt.
  5. Chinesinnen empfehlen Reiswasser: Sie verwenden fermentiertes Reiswasser als Spülung.
  6. Die Frauen in Saudi Arabien setzen auf Ingwer: Denn wenn man die Kopfhaut jeden Tag mit Ingweröl einreibt, regt man das Haarwachstum an und bekämpft gleichzeitig Haarprobleme wie Schuppen und Haarausfall.

Weitere Tipps für gesundes Haar

  • Setze auf eine ausgewogene Ernährung: Eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Nährstoffen wie Eisen, Vitamin B12 und Biotin ist wichtig für die allgemeine Gesundheit und trägt zur Basis für kräftiges Kopfhaar bei.
  • Vermeide übermäßige Hitze: Haarstyling mit Föhn, Glätteisen oder Lockenstab kann das Kopfhaar auf Dauer belasten.
  • Pflege Deine Kopfhaut regelmäßig: Eine gesunde Kopfhaut ist die Grundlage für starkes Kopfhaar.
  • Verwende milde Pflegeprodukte: Shampoos und Conditioner mit natürlichen Inhaltsstoffen sind eine gute Wahl, um die Haarstruktur zu schonen.
  • Schütze Dein Haar vor Umwelteinflüssen: Sonne, Wind und kalte Temperaturen können die Kopfhaare strapazieren. Trage bei Bedarf einen Hut oder ein Tuch, um Dein Haar vor UV-Strahlung und Witterungseinflüssen zu schützen.
  • Kopfhautmassagen: Regelmäßige Massagen fördern die Durchblutung und verbessern die Nährstoffversorgung der Haarfollikel.
  • Vermeidung von aggressiven Haarpflegeprodukten: Shampoos mit scharfen Sulfaten oder Silikonen können die Kopfhaut austrocknen und das Haarwachstum beeinträchtigen.

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