Lockdown, geschlossene Friseursalons, wenig Geld oder Zeit und gestiegene Preise - es gibt viele Gründe, sich die Haare zu Hause selbst zu schneiden. Damit der neue Haarschnitt trotzdem gut aussieht, braucht man das richtige Werkzeug. Haarschneidegeräte sind eine willkommene Alternative, wenn ein Friseurbesuch nicht möglich ist.
Die Auswahl an Marken und Modellen ist groß, was die Entscheidung erschwert. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Testbericht, um Ihnen bei der Wahl des besten Haar- und Bartschneiders zu helfen.
Schneider, Clipper, Trimmer - die Begriffe werden oft synonym verwendet. Lediglich Rasieren und Konturieren bezeichnen andere Tätigkeiten. Rein äußerlich sind Haar- und Bartschneider auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden. Bei genauerer Betrachtung lässt sich erkennen, dass Bartschneider meist kompakter gebaut sind und einen schmaleren Scherkopf haben. Gerade Styling mit Formen und Streifen sowie genaue Konturen sind mit Bartschneidern in der Regel leichter.
Nicht nur die Feinjustierung unterscheidet Bart- von Haarschneidemaschinen, auch deren Systeme sind unterschiedlich. Kopfhaar und Koteletten sind meist feiner und länger, der Bart kürzer, dicker und robuster. So werden in Barttrimmern stärkere und feinere Klingen benötigt, die auch das kleinste Haar noch mitnehmen sollen. Um eine große Masse der Pracht stutzen zu können, brauchen die Haarschneidemaschinen mehr Kraft, scharfe Schermesser und eine längere Ausdauer.
Zudem haben die Kammaufsätze von Haarschneidemaschinen mehr Spielraum bei den Einstellungen der Längenauswahl. Die Unterschiede sind im Endeffekt nicht besonders groß. In der Theorie können Barttrimmer auch für andere Körperpartien - und Haarschneider zum Bartkürzen verwendet werden, auch wenn jede Geräteklasse individuelle Vorteile für ihren Bereich bietet.
Neben der reinen Schnittleistung zählen zur Qualität eines Haarschneiders die Verarbeitung, die Lebensdauer, die Bedienerfreundlichkeit sowie die Reinigungsmöglichkeiten. Auch die möglichen Längeneinstellungen sind ein wichtiges Kaufkriterium. Die Schneidequalität des Schneidblatts ist abhängig von der Leistung des Motors sowie der Schärfe der Klingen.
Bei den Kammaufsätzen, die zum Kürzen der Haarlänge essentiell sind, ist es wichtig, dass Haare gut eingezogen und nicht vergessen oder eingeklemmt werden. Dafür sollten die einzelnen Zähne nicht zu eng beisammenstehen. Qualitativ hochwertige Kammaufsätze lassen sich zudem darin erkennen, wie fest sie auf dem Schneider sitzen, wie genau sie in der gewünschten Länge kürzen und wie gut sie sich vom Winkel her der Kopfform anpassen.
Oft sind sie aus instabilem Plastik, was die Anfälligkeit zu brechen oder auszuleiern deutlich erhöht und ein Dauereinsatz nicht gewährleistet werden kann - das gilt also eher für den professionellen Bereich. Leicht biegsame Aufsätze werden von unseren Testpersonen als angenehmer empfunden, da sie sich leicht der Kopfform anpassen. Wenn man also nur alle zwei Monate mal den Haarschneider aus dem Schrank holt, kann man durchaus zu Trimmern mit »weicheren« Aufsätzen greifen.
Neben dem Winkel von Schneidblatt und Aufsätzen spielen bei der Handhabung noch andere Kriterien eine wichtige Rolle. So gibt es Haarschneider, die sowohl mit Netz- als auch Akkubetrieb laufen, andere funktionieren nur kabelbetrieben und sind so inflexibler einsetzbar. Je nach Modell werden Kammaufsätze entweder einzeln angesteckt oder die gewünschte Länge selbst eingestellt. Auch die Anordnung der Schalter spielt eine Rolle: Am angenehmsten ist die Bedienung für die meisten, wenn sich der An- und Ausschalter direkt seitlich auf der Höhe des Daumens befindet.
Viele Haartrimmer haben einen Display, der den Akku-Stand anzeigt. Haarschneidemaschinen gibt es in unterschiedlichen Formen, je nach Vorliebe und Können, für Amateure und Profis. Am ergonomischsten in der Hand liegen Haarschneider, die etwas schwerer und aus Metall gefertigt sind, nach unten hin schmaler werden oder geradlinig verlaufen. Teilweise sind Fingermulden vorhanden, die aber bei zu extremer Ausprägung unangenehm werden können.
Die meisten Haartrimmer werden mit einem kleinen Reinigungsbürstchen geliefert. Das ist aber in der Regel nicht wirklich zu gebrauchen. Wie eng die Lücken im Schneideblatt sind, ob die Haarschneidemaschine aus einem Guss ist oder das Schneideblatt entfernt werden kann, spielen eine erhebliche Rolle bei der Reinigung. Bei zu engen Zähnen ist es schwer, in jede Lücke zu kommen und bei entfernbaren Scherköpfen können einzelne Teile genauer gereinigt werden. Besteht das Produkt vor allem aus Plastik, können Teile bei der Reinigung mit Sprays verfärben.
Gewicht und Lautstärke der Haarschneidemaschine sind ebenfalls entscheidend. Einige Haarschneider können bei vermehrter Nutzung lauter werden können. Mit Haartrimmern sollte gegen die Wuchsrichtung geschnitten werden, damit sich die Haare aufrichten. Nach Gebrauch sollten möglichst alle Haare vom Gerät entfernt werden.
Der Andis US Pro Lithium ist ein massives und robustes Produkt, das vor allem mit seiner tollen Schneidequalität überzeugt. Das massive Schneideblatt aus Stahl mit einer Breite von 45 Millimetern schneidet die Mähne mit Links. Die Kammaufsätze, die beim Kürzen von Langhaar eine wesentliche Rolle einnehmen, sind beim Andis weich und abgerundet. So gleiten sie geschmeidig und angenehm über den Kopf. Im Vergleich mit ihrer Konkurrenz sind sie eher klein, aber dennoch robust gefertigt. Die Aufsätze sind schnell und einfach an- und abzumontieren - das bleiben keine Wünsche offen.
Das Gehäuse des Haarschneiders besteht aus Plastik. Es ist sauber gearbeitet und vermittelt einen stabilen Eindruck. Das Design hebt sich von dem der Konkurrenz ab: Er wirkt rustikal und hat absoluten Wiedererkennungswert. Mit seiner glatten, aber doch weichen Oberfläche fühlt sich der Andis US Pro Lithium angenehm in den Händen an. Durch seine nach oben breiter werdende Form liegt der obere Teil des Haarschneiders optimal auf der Handfläche auf.
Der Haarschneider wird mit einem Schiebeschalter an der linken Seite gestartet- dafür muss man allerdings umgreifen. Dabei stößt man auf einen angenehmen Widerstand, der ein versehentliches Anschalten ausschließt. Durch den starken Motor, die guten Klingen aus Stahl und die angenehmen Aufsätze macht es Spaß, sich mit dem Andis die Haare und Koteletten zu kürzen.
Eine Akkulaufzeit von zwei Stunden und ein langes Stromkabel für einen flexiblen Kabelgebrauch bringen Komfort mit sich. Lediglich den Luxus einer Anzeige für den Akkubetrieb hat der Andis nicht. Hinsichtlich der Lautstärke ist die Haarschneidemaschine im Test nicht gerade ein Flüsterer. Das Geräusch ist jedoch nicht unangenehm und lässt sich während der Frisur-Erneuerung durchaus hören.
Der größte Nachteil des Andis US Pro Lithium sind seine beschränkten Reinigungsmöglichkeiten, denn der Trimmer lässt sich nicht aufklappen. So kommt man nicht an alle Stellen und kann das Produkt nur schwer säubern. Nach dem Schneiden soll man den Andis lediglich mit einem Reinigungsmittel säubern, womit er zur Kategorie der selbstreinigenden Haarschneidemaschinen zählt.
Seinen höheren Preis merkt man dem Tondeo Eco XP Lithium schon vor dem Verwenden an. Die Verpackung ist edel und ihr Design intuitiv und durchdacht. Die Vollmetallschneideplatte mit einer Breite von 46 Millimetern hat im Test eine hervorragende Schneidequalität, sowohl bei kurzem, als auch mit Einstellungen für langes Haar. Die Kammaufsätze sind weich und abgerundet und gleiten geschmeidig über den Kopf. Auch in der Haptik des Tondeo spürt man seine hohe Qualität. Durch einen starken Motor und hochwertige Messer macht das Arbeiten mit dem Tondeo Spaß.
Den Akku-Stand zeigt ein Licht an der Vorderseite des Geräts an, er kann aber auch mit Kabel benutzt werden. Die Akkulaufzeit beträgt stolze 270 Minuten. Aber der Haarschneider ist nicht nur schön anzusehen, er schmiegt sich auch perfekt der Hand an - und das, obwohl keinerlei Abstufungen oder Rillen am Gehäuse des Geräts zu finden sind. Leider kann der Scherkopf nicht abgenommen werden, gesäubert wird der Tondeo durch Selbstreinigung.
Der kabelgebundene Wahl Elite Pro hebt sich im Test deutlich vom Design anderer Haarschneider ab. Die Maschine besitzt zwei Klingen aus Stahl, die sie sehr robust sind. Das Schermesser ist mit 45 Millimetern schön breit und der Motor gleichbleibend stark - der Preis dafür ist, dass sich der Wahl nur im Kabelbetrieb nutzen lässt. Die Kammaufsätze sind auf Profiniveau, sie sind sehr klein und handlich, lediglich etwas schmal geraten. Abgedeckt wird mit den Aufsätzen ein Längenspektrum von 0,6 bis 25 Millimetern.
Ein Nachteil ist sein Gewicht. Die 452 Gramm spürt man deutlich - vor allem, wenn man das Gerät nach oben halten muss, um sein Kopfhaar zu trimmen. Zudem schränkt natürlich während des Schneidens auch das Kabel den Bewegungsspielraum ein. Dafür verliert er nie an seiner Kraft. Das recht klobige Gerät liegt aufgrund des ähnlichen Designs zum Andis US Pro Lithium ebenso gut in den Händen. Es befindet sich ebenfalls ein Einschalthebel an der linken Seite, nur ein Stück weiter unten. Für die Reinigung kann der Wahl nicht geöffnet werden, er ist selbstreinigend.
Der Wahl Elite Pro ist ein gutes Gerät, das mit einer Menge Power daherkommt. Abstriche macht man dafür in der Flexibilität und Ergonomie.
Der Hatteker RFC-69031 wirkt nicht wie ein Gerät, das nur rund 30 Euro kostet. Der Haarschneider überraschte uns im Test vor allem mit seinem extrem leisen Arbeitsgeräusch. Das Schneiden ging sauber und schnell, die Haare wurden wunderbar von den Kammaufsätzen erfasst. Seine Keramik-Titanklinge ist 44 Millimeter breit - das reicht völlig, um angenehm arbeiten zu können. Die Akkulaufzeit des Hatteker beträgt etwa 150 Minuten, aufgeladen ist er in rund 90 Minuten. Gut gefällt uns auch das Einstellrad, mit dem man zusätzlich zu den Aufsätzen 0,5 bis 2,5 Millimeter ergänzen kann. Natürlich dient diese Funktion vorrangig dem Ausrasieren des Nackens oder dem Rasieren oder Trimmen des Barts. Wer einen Haarschneider zum kleinen Preis sucht, der ist hier genau richtig.
Der edle Panasonic ER-DGP90 richtet sich vor allem an Profis, macht aber auch zu Hause wirklich Spaß. Der hochwertige Haarschneider bietet mit seiner matten Silikon-Ummantelung einen super Grip und schneidet im Test sehr gründlich, da muss nicht nachgearbeitet werden. Das liegt vermutlich unter anderem an seinem leistungsstarken Linearmotor. Unser Haarmodel empfindet das Frisieren als sehr angenehm, auch nah am Ohr ist der Haarschneider nicht zu laut.
Der Panasonic ER-DGP90 besitzt ein knackiges Einstellrad, mit dem man zusätzlich zu den Kammaufsätzen 0,8 bis 2 Millimeter Schnittlänge hinzufügen kann. Die vier Aufsätze bedienen Haarlängen von 3 bis 25 Millimeter. Der ungefähre Akkustand ist an drei LED-Leuchtpunkten ablesbar. Die Reinigung gestaltete sich einfach, im Lieferumfang sind dafür eine Duo-Reinigungsbürste für Nacken und Klinge sowie ein Öl enthalten. Im Lieferumfang findet man außerdem eine Aufbewahrungstasche aus Samt und eine Ladestation mit Netzteil. Letzteres kann auch direkt an den Rasierer gesteckt werden, um mit Kabelbetrieb zu arbeiten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Panasonic ein echtes Luxusgerät für Profis oder für das derzeit komfortabelste Haareschneiden zu Hause ist.
Neben den Top-Modellen wurden auch andere Geräte getestet, die jedoch weniger überzeugen konnten:
Aldi Nord bietet ab dem 11. Mai einen All-in-One-Trimmer von Braun in seinen Filialen an. Das Gerät verfügt über ein umfangreiches Zubehörset und soll 34,99 Euro kosten. Aldi Süd bietet unter seiner Easy-Home-Linie ein umfangreiches Set für das Trimmen verschiedener Körperregionen. Neben 5 Kammaufsätzen für Ihren „self-made“-Haarschnitt stehen Ihnen ein Bartschneider und ein Bodytrimmer zur Verfügung. Einen der Aufsätze können Sie per Drehrad feineinstellen (1 bis 10 mm). Insgesamt beträgt das Schnittlängenspektrum 1 bis 12 mm, was doch etwas überschaubar ist.
Beispielsweise stehen Ihnen für das Bodystyling lediglich 3, 6 oder 9 mm zur Auswahl. Bei einem Preis von unter 15 Euro ist das aber zu verschmerzen. Mit einem vollen Akku arbeiten Sie laut Hersteller bis zu einer Stunde, den jeweiligen Ladestand lesen Sie an der LED-Anzeige ab. Zum Aufladen benötigt das Gerät akzeptable 90 Minuten.
Hier ist eine Übersicht der Remington Haarschneider im Vergleich:
| Modell | Material der Klingen | Haarschneidelängen | Netz- I Akkubetrieb | Betriebszeit bei Akku | Aufsätze | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Remington HC5811 | Keramik | 0,8 bis 40 mm | Netz- I Akkubetrieb | bis zu 50 Minuten | 10 Stück | gummierte, rutschfeste Haltefläche, Klingeneinstellhebel |
| Remington HC5035 | Edelstahl | 0,5 bis 25 mm | kein Akkubetrieb | kein Akkubetrieb | 11 Stück | viel Zubehör, Schere, Kamm, Nackenbürste |
| Remington HC5880 | Präzisionsstahlgraphitbeschichtet | 0,5 bis 25 mm | Netz- I Akkubetrieb | bis zu 120 Minuten | 11 Stück | Aufsatzkoffer, besonders robust |
| Remington PG5000 | keramikbeschichtet | 0,2 bis 20 mm | Netz- I Akkubetrieb | bis zu 90 Minuten | 9 Stück | multifunktionales Gerät, Nass- und Trockenanwendungen |
| Remington Stylish Hair Clipper | Edelstahl | 3 bis 25 mm | Netz- I Akkubetrieb | bis zu 40 Minuten | 8 Stück | selbstölende Klingen, Klingeneinstellhebel |
| Remington HC4250 | Edelstahl | 1,5 bis 15 mm | Netz- I Akkubetrieb | bis zu 40 Minuten | 9 Stück | besonders robustergonomisches Design |
| Remington Haarschneidemaschine Profi Retro | Edelstahl | 5 bis 25 mm | Netz- I Akkubetrieb | bis zu 30 Minuten | 11 Stück | gummierte, rutschfeste Haltefläche, Retro-Design |
| Remington Haarschneidemaschine Profi X6 | Edelstahl | 0,5 bis 35 mm | Netz- I Akkubetrieb | bis zu 90 Minuten | 3 Stück | Abnehm- und abwaschbare Klingeneinheitinkl. Barttrimmer |
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