Abstand zwischen Haarfärbungen: Wie oft ist zu oft?

Viele lieben es, mit neuen Haarfarben zu experimentieren und ihren Look zu verändern. Ob es sich um angesagte Regenbogenfarben oder graues Granny Hair handelt, die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch häufiges Färben kann die Haare strapazieren und schädigen. Daher ist es wichtig, die richtige Balance zu finden und die Haare nicht zu überlasten.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie oft Sie Ihre Haare färben können, ohne die Haarstruktur zu gefährden, und erhalten wertvolle Tipps für eine schonende Haarpflege.

Wie oft Haare färben ist okay?

Die Frage, wie oft man seine Haare färben darf, ohne sie zu schädigen, beschäftigt viele. Es gibt keine pauschale Antwort, da die Häufigkeit von verschiedenen Faktoren abhängt, insbesondere von Ihrem Haartyp und der verwendeten Färbetechnik.

Ganz grundsätzlich empfehlen Expert*innen, die Haare nicht häufiger als alle sechs bis acht Wochen zu färben. Das gilt insbesondere für permanente Haarfarben und Blondierungen, die die Haare strapazieren, austrocknen und kaputt machen können.

Der Einfluss des Haartyps

Ihr Haartyp spielt eine entscheidende Rolle bei der Häufigkeit der Haarfärbung, da verschiedene Haartypen unterschiedliche Bedürfnisse und Eigenschaften haben:

  • Feines Haar: Feines Haar ist oft empfindlicher und reagiert schneller auf chemische Behandlungen. Es kann schwieriger sein, die Farbe gleichmäßig zu verteilen. Aus diesem Grund könnten Menschen mit feinem Haar dazu tendieren, ihre Haare häufiger zu färben, um die gewünschte Farbintensität zu erhalten.
  • Dickes Haar: Dickes Haar hat in der Regel mehr Haarsträhnen und eine größere Menge an Haaren insgesamt. Das Färben von dickem Haar kann teurer sein, da mehr Farbprodukt benötigt wird. Daher könnten Menschen mit dickem Haar die Haare möglicherweise weniger oft färben, um Kosten zu sparen. Dickes Haar kann auch die Farbe unterschiedlich aufnehmen, was zu längeren Intervallen zwischen den Färbungen führen kann.
  • Lockiges Haar: Lockiges Haar neigt dazu, trockener zu sein als glattes Haar, da die natürlichen Öle von der Kopfhaut weniger leicht entlang der Haarlängen fließen können. Dadurch könnte die Farbe schneller verblassen. Menschen mit lockigem Haar könnten daher geneigt sein, ihre Haare öfter zu färben, um die Farbfrische aufrechtzuerhalten.
  • Glatte Haare: Glatte Haare haben eine glatte Oberfläche, auf der Farbe gut haften kann. Dies bedeutet, dass die Farbe bei glattem Haar tendenziell länger hält, und Personen mit glattem Haar könnten die Haare seltener färben, um einen nachwachsenden Ansatz zu korrigieren.

Ein professioneller Friseur kann Empfehlungen basierend auf dem individuellen Haartyp und den gewünschten Ergebnissen geben.

Was tun bei unzufriedenstellendem Ergebnis?

Sie haben sich die Haare gefärbt oder färben lassen, sind mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden? Verständlich, wenn Sie jetzt instinktiv in Versuchung kommen, sich die Haare direkt wieder zu kolorieren. Davon möchten wir aber dringend abraten.

Denn: Färben Sie sich die Haare zu oft hintereinander, kann das zu erheblichen Schäden an der Haarstruktur führen. Konsultieren Sie in diesem Fall am besten den Friseur beziehungsweise die Friseurin Ihres Vertrauens - möglicherweise kann der Profi das Ergebnis korrigieren.

Den nächsten Färbetermin hinauszögern

Es gibt viele gute Gründe, das Ansatz nachfärben hinauszuzögern, darunter etwa die bereits erwähnte Schonung der Haarstruktur. Geduld zahlt sich aber auch aus, weil Zeit und Geld zwischen den einzelnen Behandlungen gespart wird. Wenn nur vereinzelte nachwachsende Haare stören, gibt es kleine Tricks und Hilfsmittel, um sie vorübergehend unsichtbar zu machen.

  • Frisuren: Mit geschickten Frisuren und Scheiteln kann man den Ansatz zum Beispiel kurzzeitig verstecken. Ob mit einem hochgesteckten messy Bun, mit Locken, verschiedenen Accessoires oder mit Volumensprays.
  • Ansatz-Kaschierspray: Für eine mittelfristige Lösung kann das ebenso ein Kaschierspray für den Ansatz verwendet werden. Das hilft schnell dabei, den nachwachsenden Ansatz schnell und mühelos zu kaschieren und für eine frische Farbgebung zu sorgen.

Die richtige Farbwahl

Die meisten Probleme, die beim Ansatz nachfärben entstehen, hängen mit der Farbauswahl zusammen. Insbesondere dunkle Ansätze, die oft blondiert werden müssen, sind anfällig für Schwierigkeiten. Normalerweise empfiehlt es sich, zu einer Farbe zu greifen, die dem hellsten Ton deiner Haare entspricht. Wenn du dir allerdings sehr unsicher bist, kannst du einen Friseur fragen oder eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

Arten von Haarfärbeprodukten

Es stehen verschiedene Arten von Haarfärbeprodukten zur Auswahl, darunter sowohl permanente als auch auswaschbare Farben. Eine Tönung bietet eine gute Deckkraft, ist jedoch weniger langanhaltend. Ein Großteil der Farbe wird sich im Laufe von etwa sechs Wochen auswaschen oder verblassen. Bei einer permanenten Färbung hingegen muss die Farbe mit dem Haar herauswachsen, wodurch eine höhere Verpflichtung erforderlich ist.

Creme, Mousse oder Lotion?

Wer seine Haare dauerhaft zu Hause färben möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Arten von Haarfärbemitteln. Cremes sind besonders gut für Anfänger geeignet, da sie eine dickere Konsistenz aufweisen, die das Anmischen und Auftragen erleichtert, ohne zu tropfen oder zu verlaufen. Mousses verhalten sich ähnlich und lassen sich wie Styling-Schaum auftragen. Insbesondere für das Färben des Hinterkopfs und des Nackenbereichs sind Mousses eine praktische Option. Der einzige Nachteil ist, dass sie nicht so farbintensiv sind wie Lotionen. Lotionen sind flüssige Haarfärbemittel und werden direkt aus der Flasche auf das Haar aufgetragen. Hier ist eine schnelle und geübte Hand gefragt, um Tropfen zu vermeiden.

Tipps zur Selbstfärbung der Haare

Vor der eigenen Haarfärbung ist es besonders wichtig, dass die Haare trocken und nicht frisch gewaschen oder gestylt sind. Ein paar Tage vor dem Färben sollten die Haare mit einer Pflegekur verwöhnt werden, um sicherzustellen, dass die Farbe gleichmäßig aufgenommen wird. Darüber hinaus können Sie Gesichtskonturen und Ohren mit einer Fettcreme schützen, um Hautverfärbungen zu vermeiden.

Die richtige Vorgehensweise

Die richtige Vorgehensweise für die eigene Haarfärbung hängt von deinem gewünschten Ergebnis ab. Wenn du eine hellere Haarfarbe möchtest, empfiehlt es sich, im Nacken- und Hinterkopfbereich zu beginnen, da dieser Bereich normalerweise etwas dunkler ist als das Deckhaar. Wenn du dagegen eine dunklere Farbe wünschst, solltest du sicherstellen, dass die Haare, die dein Gesicht umrahmen, zuletzt gefärbt werden. Feines Haar nimmt Farbe schneller auf, und ein zu frühes Auftragen kann zu einer zu dunklen Farbe führen. Teile dafür deine Haare mit einem Stielkamm in Abschnitte und trage die Farbe immer vom Ansatz bis zu den Spitzen auf.

Benötigte Utensilien

Natürlich ist die Haarfarbe selbst das wichtigste Utensil. Darüber hinaus benötigst du Handschuhe, die oft in der Packung enthalten sind. Ein altes Handtuch oder ein altes T-Shirt schützt deine Kleidung vor Farbflecken. Ein Kunststoff-Stielkamm ist hilfreich, ebenso wie Haarklammern und Wattepads.

Extra-Tipp für lange Haare: Je länger deine Haare sind, desto anspruchsvoller kann das Färben sein. Bei besonders langen und dicken Haaren solltest du mindestens zwei Packungen Haarfarbe bereithalten. Zu wenig Farbmittel kann zu ungleichmäßigen Ergebnissen führen. Außerdem ist es wichtig, zügig zu arbeiten, um sicherzustellen, dass die Farbe nicht zu lange auf dem Haar verbleibt.

Pflanzliche Haarfärbemittel

Es gibt eine breite Palette von pflanzlichen Haarfärbemitteln, mit denen du deine Haare auf natürliche Weise einfärben kannst. Diese natürlichen Haarfärbemittel sind frei von schädlichen Chemikalien und haben auch positive Auswirkungen auf deine Gesundheit. Sie bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen wie Kamille, Henna und Indigo, weshalb das Risiko allergischer Reaktionen deutlich geringer ist. Beim Haarefärben ohne chemische Substanzen wird die Haarstruktur nicht angegriffen; stattdessen bildet sich lediglich eine schützende Schicht um das Haar. Diese natürlichen Stoffe verleihen nicht nur Farbe, sondern auch Pflege und Glanz.

Allerdings gehen auch einige Nachteile mit pflanzlichen Haarfärbemitteln einher. So ist die Anwendung viel komplizierter und muss oftmals in mehrere Anwendungen für das gewünschte Ergebnis durchgeführt werden. Dabei ist keine Aufhellung der Haare möglich und auch graue Haare werden nicht vollständig abgedeckt. Zusätzlich verblasst die Haarfarbe mit jeder Haarwäsche und das Farbergebnis hängt stark von der Ausgangshaarfarbe ab.

Risiken der Überfärbung

Permanente Haarfärbemittel greifen die Haarstruktur an und machen die natürliche Schutzschicht durchlässig. Die Intensität der Haarschädigung hängt stark von der Häufigkeit des Färbens ab. So belasten insbesondere häufiges Färben und intensive Aufhellungsprozesse das Haar erheblich.

Die Anwendung von Haarfärbemitteln führt zu trockenem, brüchigem und sprödem Haar, und die Kopfhaut kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Die chemischen Substanzen können über die Haut in den Körper gelangen. Einige Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln können Allergien auslösen, wie zum Beispiel Resorcin. Zudem sind potenzielle Schäden an Leber oder Nieren nicht ausgeschlossen. Daher ist es ratsam, beim Haarefärben immer Handschuhe zu tragen und direkten Hautkontakt mit den Chemikalien auf der Kopfhaut zu vermeiden.

Haarpflege-Tipps für frisch gefärbtes Haar

Unabhängig davon, ob Sie Ihre Haare zu Hause oder beim Friseur färben: Die Farbänderung strapaziert Ihre Haare. Deshalb brauchen Sie danach eine Extra-Portion Pflege. Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihr frisch gefärbtes Haar optimal pflegen können:

  • Verwende kühles Wasser: Optimalerweise sollte gefärbtes Haar mit lauwarmem oder kaltem Wasser gewaschen werden. Direkt nach dem Färben ist die Wassertemperatur entscheidend. Jede Haarsträhne ist von einer schützenden Schuppenschicht umgeben, die die Farbpigmente einschließt. Heißes Wasser kann diese Schicht öffnen und die frische Farbe vorzeitig auswaschen.
  • Reduziere die Haarwäschen: Viele Experten empfehlen, das Haar nach dem Färben für 24 bis 48 Stunden nicht zu waschen, damit die Farbpigmente im Haar optimal fixieren können. Je intensiver und auffälliger die neue Haarfarbe ist, desto seltener sollte das Haar gewaschen werden. Anstatt tägliches Shampoonieren ist eine Reduzierung auf einmal pro Woche nach dem Friseurbesuch empfehlenswert. Generell ist es für die Gesundheit des Haares besser, es nicht zu oft zu waschen. Trockenshampoo kann in den Intervallen zwischen den Haarwäschen eine gute Alternative sein.
  • Verwende ausreichend Pflegeprodukte: Die Wahl des richtigen Shampoos und Conditioners ist entscheidend, um die Farbe möglichst lange frisch und lebendig zu halten. Verwende Pflegeprodukte, die speziell für coloriertes Haar entwickelt wurden und reich an natürlichen Extrakten sind, die das Haar vor Feuchtigkeitsverlust schützen. Ein Conditioner hilft dabei, die Haarstruktur zu versiegeln.
  • Nicht Rubbeln: Vermeide es, frisch gefärbtes Haar mit einem Handtuch zu rubbeln, da dies die Haarstruktur schädigen kann. Stattdessen solltest du das Haar sanft mit dem Handtuch trocken tupfen und, wenn möglich, an der Luft trocknen lassen. Die Verwendung von Föhn, Glätteisen und Lockenstab sollte vorerst vermieden werden, um das Haar nicht zusätzlich zu belasten.
  • Vermeide Produkte mit Silikonen: Ganz gleich, ob es sich um Shampoo, Spülung oder Haarkur handelt, sollte unbedingt auf Produkte mit Silikonen verzichtet werden. Obwohl sie das Haar zunächst seidig glatt machen, haben Silikone langfristig unerwünschte Nebeneffekte. Sie neigen dazu, Schmutzpartikel aus der Umgebung anzuziehen und lassen die Haarfarbe matter erscheinen.
  • Achte auf Salz- und Chlorwasser: Obwohl ein erfrischender Sprung ins Wasser oder ins Schwimmbad verlockend sein mag, ist Salz- und Chlorwasser für das Haar eine echte Belastung. Die Elemente greifen nicht nur die Haaroberfläche an, sondern können auch die Haarfarbe verändern. Besonders Blondinen sollten wachsam sein: Chlorwasser enthält Algenvernichtungsmittel mit Kupferverbindungen, die sich unerwünscht im Haar ablagern und zu einem Grünstich führen können. Ein Color-Correcting-Produkt mit violetten Pigmenten kann helfen, den Grünstich zu neutralisieren.
  • Nutze UV-Schutz: Deine Beauty-Routine sollte nicht nur Sonnenschutz für die Haut umfassen, sondern auch für die Haare. UVA- und UVB-Strahlen dringen tief ins Innere der Haare ein und können nicht nur die Farbpigmente ausbleichen, sondern auch die Haarstruktur schädigen.

Neue Haarfarben machen Spaß und können einen Look komplett verändern. Doch ab und zu sollte man den Haaren und der Kopfhaut eine kleine Pause gönnen.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Keine pauschale Regel: Es hängt von der Haarstruktur ab. Feines oder angegriffenes Haar sollte seltener gefärbt werden als kräftiges Haar, um es nicht zu strapazieren. Während einige bereits nach 3 bis 4 Wochen wieder färben können, müssen andere 2-3 Monate warten.
  • Blondieren ist am schädlichsten. Blondiercreme mit Wasserstoffperoxid ist eine wahre Chemiebombe und entzieht den Haaren Feuchtigkeit, weshalb große zeitliche Abstände oder kompletter Verzicht empfohlen werden.
  • Schonende Alternativen nutzen: den Ansatz kaschieren statt nachfärben, auf natürliche Henna-Farbe umsteigen oder nur Strähnchen statt Komplettfärbung machen, um die Belastung zu reduzieren.

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