Einst dienten Haare besonders zum Schutz vor Kälte. Heute sind sie eher ein wichtiges Zeichen für Attraktivität. Bei Frauen und Männern werden sie gleichermaßen mit Schönheit verbunden.
Die natürliche Haarfarbe eines Menschen ist durch die von den Eltern vererbten Gene festgelegt. Die Färbung der Haare kommt durch das Pigment Melanin zustande. Melanin wird in speziellen Zellen der Haarwurzel gebildet.
Melanin ist ein Pigment und ist für die Färbung von Haar und Haut verantwortlich. Es wird in speziellen Zellen der Haarwurzel gebildet. Mit zunehmendem Alter produziert die Haarwurzel immer weniger davon und irgendwann stellt sie die Melaninproduktion ganz ein. Liegt ein Mangel an Melanin im Körper vor, dann ergrauen die Haare schnell.
Melanin kann jedoch nur produziert werden, wenn eine ausreichende Menge an Tyrosin im Körper vorhanden ist. Wird keine ausreichende Menge Melanin gebildet, lagern sich an der Stelle im Haar, an der sich sonst das Pigment befindet, Luftbläschen ein. Da diese durchsichtig sind, erscheinen sie uns grau.
Entscheidend sind auch die Gene. Forschende fanden bereits vor vielen Jahren heraus, dass ein Gen mit der Bezeichnung „IRF4“ wesentlich am Ergrauen beteiligt ist. In einer Studie machten sie es für 30 Prozent des „Grauwerdens“ verantwortlich. Die restlichen 70 Prozent verteilten sich auf andere Faktoren wie das Alter, Stress und Umwelteinflüsse. Die Gene, die Sie von Ihren Eltern geerbt haben, spielen eine entscheidende Rolle dabei, wann und wie schnell Sie graue Haare bekommen.
Mit dem Alter produzieren wir immer weniger Melanin, sodass unsere Haare ganz natürlich ergrauen. Untersuchungen zufolge nimmt die körpereigene Melaninproduktion nach dem 30. Lebensjahr stetig ab - bis zum 50. Lebensjahr ergrauen 50 Prozent der Menschen mindestens zur Hälfte mit ihrem Haar.
Forschende fanden heraus, dass akuter Stress über das sympathische Nervensystem direkt die pigmentbildenden Stammzellen in den Haarfollikeln beeinflussen kann. Normalerweise dienen die pigmentbildenden Stammzellen als „Vorratskammer“, aus der neue pigmentproduzierende Zellen entstehen, wenn das Haar nachwächst. Durch das Stresshormon Noradrenalin werden diese Stammzellen aber plötzlich allesamt aktiviert und verwandeln sich in pigmentproduzierende Zellen - das Reservoir ist dadurch erschöpft. Das Ergebnis: Die Haare verlieren dauerhaft ihre Farbe, weil die Stammzellen nicht nachwachsen.
Von vorzeitigem Ergrauen, englisch „premature hair graying“ (PHG), spricht man, wenn Haare deutlich früher als üblich ihre Farbe verlieren. Studien definieren dies nach ethnischer Zugehörigkeit: Bei Kaukasiern und Kaukasierinnen gilt es als vorzeitig, wenn graue Haare vor dem 20. Lebensjahr auftreten, bei Menschen asiatischer Abstammung vor dem 25. Lebensjahr und bei Menschen mit afrikanischer Abstammung vor dem 30. Lebensjahr.
Nicht jeder möchte sich mit grauen Haaren abfinden. Umfragen zeigen: Graue Haare sind für die meisten Männer kein Problem. Mann steht dazu. Frauen dagegen möchten ihre grauen Haare am liebsten verstecken oder so schnell wie möglich loswerden. Sie fragen sich viel öfter: Was kann man gegen graue Haare tun?
Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen:
Durch das sogenannte Renaturieren können graue Haare wieder verschwinden. Mehr noch: Sie bekommen ihre alte Farbe zurück. Anders als beim Färben werden dabei keine körperfremden Farbstoffe genutzt, um die Haarfarbe zu überdecken. Stattdessen werden die Substanzen dort ins Haar eingelagert, wo die natürlichen Pigmente fehlen. Das geschieht auf zwei unterschiedlichen Wegen:
Alternativ zu den Methoden der sogenannten „Renaturierung“ können Sie graues Haar auch färben. Eine Tönung eignet sich nicht immer für graue Haare. Ob das Ergebnis zufriedenstellend ausfällt, hängt stark von dem Weißanteil der Haare ab: Bis zu einem Weißanteil von 30 Prozent deckt eine Tönung das pigmentlose Haar noch vollständig ab. Liegt der Anteil jedoch darüber, greifen Sie besser zur Haarfarbe.
Manche Menschen schwören darauf, dass bestimmte Lebensmittel gegen graue Haare helfen - ganz ohne färben zu müssen. Ein Beispiel ist die Annahme, Apfelessig wirke gegen graue Haare. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht. Anwender verdünnen vier Esslöffel Apfelessig mit kaltem Wasser und nutzen die Mischung als Spülung nach dem Haarewaschen.
Die Pharmaindustrie wirbt mit Melanin-Tabletten als Alternative. Dabei handelt es sich um eine Art Nahrungsergänzungsmittel, das die Pigmentproduktion in den Haaren wieder ankurbeln soll. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ist nicht Melanin, sondern Tyrosin in den Tabletten enthalten. Diese Aminosäure benötigt der Körper in ausreichender Menge, um Melanin zu produzieren.
Manche Menschen versuchen mit Vitaminen, grauen Haaren entgegenzusteuern. Wissenschaftlerinnen fanden in Studien heraus, dass in vielen Fällen ein Vitamin B12-Mangel Ursache für graues Haar ist. Wichtig sind auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen und Kupfer.
| Methode | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Renaturieren | Einlagerung von Substanzen, wo natürliche Pigmente fehlen | Dunkle Haartypen (Eumelanin), Bleiacetat (mit Risiken) |
| Färben und Tönen | Überdecken der grauen Haare mit Farbe | Tönung (bis 30% Weißanteil), Färben (höherer Weißanteil) |
| Hausmittel | Verwendung von Lebensmitteln wie Apfelessig | Keine wissenschaftlichen Beweise |
| Melanin-Tabletten | Nahrungsergänzungsmittel mit Tyrosin | Unklare Wirksamkeit |
| Vitamine | Ausgleich von Vitamin- und Mineralstoffmängeln | Bei nachgewiesenen Mängeln |
Im Handel sind mittlerweile zahlreiche Haarpflegeprodukte speziell für graue Haare erhältlich. Sie enthalten Pflegesubstanzen, die dem Haar Feuchtigkeit und Elastizität zurückgeben sollen. Jedoch wirkt sich das fortschreitende Alter auf die Struktur der Haare aus: Es wird mit den Jahren trockener und brüchiger.
Stellen Sie eine Veränderung fest, greifen Sie zu Produkten für strapaziertes Haar. Glanzsprays oder -cremes verleihen mattem Haar wieder einen schönen Schimmer.
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