Haarausfall nach der Geburt: Ursachen und was Sie dagegen tun können

Nach der Geburt fallen Ihnen die Haare aus? Das kann stark verunsichern. Viele Frauen erleben nach der Geburt eine Phase des Haarausfalls, die oft mit Sorge verbunden ist. Die gute Nachricht ist aber: Der Haarverlust geht vorüber. Erfahren Sie hier, warum es zum Haarausfall nach der Schwangerschaft kommt und wie lange er anhält.

Warum kommt es nach der Schwangerschaft zu Haarausfall?

Viele Frauen haben während der Schwangerschaft eine nie gekannte Haarpracht: dicht und glänzend. Grund dafür ist der erhöhte Östrogenspiegel. Generell wächst das Haar in einem dreiphasigen Zyklus aus Wachstum, Ruhe und Ausfallen. Die Östrogene halten die Haarfollikel während der Schwangerschaft in der Wachstumsphase. Alles ist auf Erhalt angelegt, weniger Haare fallen aus.

Nach der Geburt sinkt der Wert dieses Hormons im Körper der Frau wieder ab. Das Haarwachstum ist verkürzt, sodass vermehrt Haare ausfallen. Gleich nach der Geburt sinken die Östrogenwerte aber schnell ab und viele Haarfollikel wechseln zeitgleich in die Ruhephase. Damit beginnt der Haarausfall nach der Schwangerschaft, das sogenannte postpartale Effluvium.

Den Haarausfall nach der Geburt nennen Expertinnen und Experten postpartales Effluvium. Dabei verteilt sich der Haarverlust meist über den gesamten Kopf (diffuser Haarausfall) und beschränkt sich nicht auf einzelne Regionen. Die Haare lichten sich unter Umständen etwas, es entsteht jedoch keine Glatze.

Der Haarzyklus wird von Hormonen beeinflusst. Während der Schwangerschaft steigen die Östrogenspiegel. Das sorgt dafür, dass sich die Haare länger in der Wachstumsphase (Anagenphase) befinden - es fallen weniger Haare aus als üblich. Häufig wirkt das Haar besonders voll, kräftig und glänzend.

Nach der Geburt sinken die Östrogenspiegel dann recht plötzlich ab. Der Geburtsstress kann zusätzlich dazu beitragen, dass die Haarfollikel, in denen die Haare verwurzelt sind, kurz nach der Schwangerschaft in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten, bis die Haare etwa zwei bis vier Monate später ausfallen.

Wie lange dauert der Haarausfall nach der Geburt?

Meist beginnt der Haarausfall nach Schwangerschaft und Geburt bereits wenige Wochen nach der Entbindung, manchmal setzt er auch erst nach fünf Monaten ein. In den meisten Fällen beginnt dieser postpartale Haarausfall etwa zwei bis vier Monate nach der Geburt. Nach drei bis sechs Monaten normalisieren sich die Hormonspiegel von allein und der Lebenszyklus der Haare verläuft wieder normal.

Bei manchen Frauen fallen viele Haare aus und sammeln sich in der Bürste oder im Waschbecken. Das erscheint bedrohlich, ist aber kein Grund zur Sorge. Nach der Geburt ist das vollkommen normal. Es fallen lediglich die Haare aus, die Sie während der vergangenen neun Monate verloren hätten. Nach einigen Monaten hat sich der Hormonhaushalt reguliert, ganz ohne Behandlung.

Es kann jedoch bis zu einem Jahr nach der Geburt dauern, bis sich das Haarwachstum sichtlich gebessert hat. Der Haarausfall nach der Schwangerschaft ist harmlos und hört in der Regel auf, sobald sich die Hormone wieder eingependelt haben.

Wenn der Haarausfall nach der Geburt nicht innerhalb eines halben Jahres nachlässt, sprechen Sie bitte mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber.

Hängt der Haarausfall vom Stillen ab?

Nicht das Stillen lässt die Haarpracht dünner werden - dafür ist allein der Östrogenspiegel verantwortlich, der nach der Geburt abfällt. Bei stillenden Müttern verläuft die Hormonumstellung aber manchmal langsamer. Dadurch setzt der Haarausfall später ein als bei nicht stillenden Frauen - bei manchen sogar erst nach dem Abstillen. Verantwortlich ist der Abfall des Östrogenspiegels nach der Geburt. Doch der läuft bei stillenden Müttern mitunter langsamer ab. Deshalb setzt bei ihnen der Haarausfall meist später oder auch erst nach dem Abstillen ein. Einen direkten Einfluss hat das Stillen jedoch nicht.

Trockene Haare & Haarausfall nach der Schwangerschaft - Ursache & Hilfe!

Was tun bei Haarausfall? Die besten Tipps fürs Haar nach der Schwangerschaft

Der Haarausfall nach der Geburt lässt sich leider nicht verhindern. Die Anstrengungen der Entbindung, Schlafmangel, Stress und Mangelernährung können den Haarausfall verstärken. Weder Tinkturen, Haarwasser noch spezielle Shampoos halten den Haarverlust auf - es gibt jedoch Mittel und Wege, damit umzugehen:

  • Behandeln Sie Ihr Haar behutsam! Benutzen Sie milde Shampoos und gute Kämme und Bürsten, die das Haar sanft entwirren und die Hornschicht nicht aufrauen.
  • Verzichten Sie auf chemische Färbemittel, heiße Föhnluft, Glätteisen oder Lockenstäbe, die die Haarstruktur schädigen können. Am besten lässt du die Haare an der Luft trocknen.
  • Gönnen Sie sich einen guten Haarschnitt, damit Sie sich auch mit der veränderten Haarsituation wohlfühlen. Kurzhaarfrisuren wirken oft voluminöser und können ganz nebenbei für die erste Zeit als Mama ganz praktisch sein.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund. Haut und Haare brauchen Vitamine und Mineralstoffe. Ein Speiseplan mit viel Eiweiß, Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten versorgt Sie mit allen wichtigen Nährstoffen.
  • Sorgen Sie im Wochenbett für ausreichenden Schlaf zum Regenerieren. Schlafen Sie am besten immer dann, wenn Ihr Baby auch schläft.
  • Eine Kopfmassage regt die Durchblutung der Kopfhaut an. Die regt die Durchblutung der Kopfhaut an und entspannt.
  • Vermeide Frisuren, die sehr straff gebunden sind und an der Kopfhaut ziehen. Sie können nämlich den Haarausfall noch verstärken beziehungsweise eine Entzündung der Haarfollikel verursachen, die wiederum zu Haarausfall führen kann.

Als Lebensmittel, die gesundes Haar begünstigen, gelten: grünes Gemüse, das Eisen und Vitamin C enthält, Eier (für Vitamin D), Süßkartoffel (für Beta-Carotin) und nicht zuletzt Fisch (Omega-3 und Magnesium). Auch Vollkornprodukte und gesunde Fette gehören dazu.

Auch können Sie den lichter werdenden Haarschopf mit einfachen Tricks geschickt kaschieren:

  • Verwende ein Volumen-Shampoo das Protein enthält, das sich um das Haar legen kann und es so voller wirken lässt.
  • Nutze Haarpflegeprodukte für feines Haar und trage den Conditioner nur in den Längen auf.
  • Vermeide 2-in-1-Produkte (Conditioning Shampoos) als Haarpflege. Sie beschweren sie das Haar, lassen es schlapp herunterhängen.

Legt sich der Haarausfall nach Schwangerschaft und Hormonumstellung wieder, dauert es meist noch eine Weile, bis die gewohnte Haarpracht zurück ist. Um diese Zeit zu überbrücken, kann ein Besuch beim Friseur helfen. Ein neuer Haarschnitt oder gefärbte Strähnen lassen das Haar fülliger erscheinen.

Wegen Haarausfall nach der Schwangerschaft zum Arzt?

Haarausfall nach der Schwangerschaft ist in der Regel nicht behandlungsbedürftig. Es ist völlig normal, dass Frauen in den Monaten nach der Geburt mehr Haare verlieren als gewöhnlich. Hält der Haarausfall länger als sechs Monate an oder gehen die Haare nach der Geburt massiv oder sogar büschelweise aus, sprechen Sie bitte mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt oder wenden Sie sich an Ihre hausärztliche Praxis.

Eventuell kommen in diesem Fall andere Auslöser für den Haarverlust in Betracht, etwa:

  • Medikamente
  • Mangelernährung
  • Eisen- oder Zinkmangel
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Ekzeme auf der Kopfhaut
  • Entzündliche Erkrankungen
  • Schädliche Substanzen wie Umweltgifte

Um der Ursache auf die Spur zu kommen, können Arzt oder Ärztin die Kopfhaut untersuchen, an einem kleinen Büschel Haare ziehen (Haarzugtest oder Epilationstest) und die Haare mikroskopisch untersuchen (Trichogramm). Eine Blutuntersuchung liefert Hinweise auf Eisen- oder Zinkmangel, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder entzündliche Erkrankungen, die Haarausfall verursachen können. In manchen Fällen ist auch eine Gewebeprobe (Biopsie) der Kopfhaut sinnvoll.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn der Haarausfall in der Stillzeit extrem (deutlich mehr als 100 Haare pro Tag) erscheint, kann es ratsam sein, mit einem Arzt über andere mögliche Ursachen und Behandlungen zu sprechen. In seltenen Fällen - bei etwa zwei von tausend Schwangeren - kann sich der Haarverlust auf einzelne Bereiche am Kopf konzentrieren (sogenannter „kreisrunder Haarausfall“) und kahle Stellen verursachen. Zusätzlich zur hormonellen Umstellung können seelischer Stress, ein hoher Blutverlust bei der Geburt, zu wenig Schlaf oder ernährungsbedingte Mangelerscheinungen den Haarausfall verstärken. Auch Blutarmut (Eisenmangel-Anämie) kann zu solchen Beschwerden führen.

Weitere Ursachen für Haarausfall nach der Schwangerschaft

Neben den genannten hormonellen Gründen können weitere Aspekte eine Rolle spielen und den Haarausfall nach der Schwangerschaft noch zusätzlich begünstigen.

  • Stress: Chronischer Stress beendet die Wachstumsphase eines Haares frühzeitig. Auch dann fällt es nach der anschließenden Ruhephase aus. Frischgebackene Eltern brauchen eine Weile, um sich an die neuen Aufgaben und Herausforderungen zu gewöhnen, die ein Neugeborenes mit sich bringt. Daher ist gerade jetzt Regeneration wichtig. Nutze jede Gelegenheit zur Entspannung. Weil der Schlaf nachts meist zu kurz kommt ("Wie lange schlafen Babys?"), lege dich immer hin, wenn dein Baby schläft, auch tagsüber.
  • Nährstoffmangel: In der Schwangerschaft und Stillzeit besteht ein erhöhter Bedarf an Eisen und Biotin. Beide Stoffe tragen auch zur Haargesundheit bei und können bei Mangelzuständen Haare ausgehen lassen.

Tabelle: Empfohlene Nährstoffe für gesundes Haar nach der Geburt

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Lebensmittelquellen
Eisen Variiert je nach Bedarf, Arzt konsultieren Grünes Gemüse, Eier, rotes Fleisch
Biotin 30 mcg Eier, Nüsse, Samen
Omega-3-Fettsäuren Variiert je nach Bedarf, Arzt konsultieren Fetter Fisch (Lachs), Leinsamen, Chiasamen
Zink 8-11 mg Fleisch, Nüsse, Vollkornprodukte

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