Die faszinierenden 20er Jahre Frisuren für Frauen: Ein Revival des Glamours

Die "Roaring Twenties" waren eine Zeit des Umbruchs, der Jazz-Musik und der Flapper-Girls. In den 20er-Jahren begannen viele Frauen, sich zu emanzipieren. Erstmals nahmen sie einen Beruf auf, vergnügten sich allein im Nachtleben und entwickelten eine neue Art der Selbstständigkeit. Diesen Lebensstil wollten die Frauen der 20er-Jahre auch in ihrem Kleidungsstil und ihren Frisuren ausdrücken.

Die Begeisterung für Kurzhaarschnitte entsprang auch dem großen Interesse und der Begeisterung am Orient und an Ägypten. Die Kleider wurden kürzer, ebenso wie die Haare. Der kurze Bob setzte sich als Trendfrisur durch, für den Abend legte man die Haare in eine Wasserwelle. Noch heute ist dieser Wellen-Look eine beliebte Alternative zu den üblichen Locken.

Stars wie Demi Lovato, Cara Delevigne oder Reese Witherspoon lieben die Frisur im Stil der 20er-Jahre. Absolute Stilikone dieser Zeit war keine geringere als Coco Chanel. Wir zeigen, welche Frisuren & Styles neben der Wasserwelle damals in waren und welches Make-up man dazu trug: Hier findest du alle Tipps & Tricks für die schönsten 20er Jahre Looks!

Der Bubikopf: Ein frecher und eleganter Look

Einer der prägnantesten Looks dieser Zeit ist der Bubikopf. Burschikos und dennoch elegant - gewagt und frech! Die bis heute beliebteste Frisur der 20er Jahre ist die Wasserwelle, auch Fingerwelle genannt. Was die Wellen dieses Stylings ausmachen, ist das raffinierte Legen. Sie werden perfekt und eng am Kopf gestylt und verleihen dem Gesicht einen eleganten Rahmen. Die Länge der Haare spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Diese Frisur eignet sich für langes und auch kürzeres Haar. Man kann sie zudem bei feinem und genauso bei dickerem Haar kreieren.

In den Zwanzigerjahren lag der Garcon-Schnitt ganz hoch im Kurs. Immer mehr Frauen trennten sich von ihren langen Haaren und trugen stattdessen Kurzhaarschnitt! Der Bubikopf feierte in den 60ern mit Stil-Ikone Twiggy noch mal ein furioses Comeback.

Das eckig geschnittene Haar wurde kinnlang und eng am Kopf getragen. Die Stirn bedecken beim Bubikopf Fransen oder ein Pony, auch Seitenscheitel sind modern. Es war sehr populär, die kurzen Haare in Wasserwellen/Fingerwellen zu legen. Es zeigte sich, dass der Bubikopf ein echter Allrounder ist und jeder Frau steht, denn er passt sich der Kopfform individuell an. Wellen verleihen einem schmalen Gesicht mehr Fülle und ein breites wird mit einem sehr kurzen Bob optisch gestreckt.

Diese Haarschnitte waren in den 20ern anfangs sehr kontrovers und heiss diskutiert, da manche Frauen ihr ultrakurzen Haare auch noch wie Männer stylten. Für die weibliche Note konnten die Haare in Wellen gelegt und/oder Schmalzlocken ins Gesicht frisiert werden. Es sollen sich auch nicht wenige Friseuer geweigert haben, das Haar von Frauen so kurz zu schneiden.

Stars und Schauspielerinnen der Stummfilmära hatten den Bubikopf (engl.: Bob Cut) in Hollywood zum Trend erkoren. Das Markenzeichen: Eckig geschnittenes Haar, das kinnlang und eng am Kopf getragen wurde. Der für die Twenties typische „shingled Bob“ ist ein jungenhafter Schnitt mit zu einem V geschnittener Nackenpartie. Die kurzen Haare wurden dann in Wasserwellen gelegt. Alternativ liebten die Frauen den kurzen Pagenschnitt mit langem Pony. Die gute Nachricht: Solche Haarschnitte lassen sich ganz einfach mit einem Glätteisen stylen.

Die Wasserwelle: Eleganz und Raffinesse

Die Wasserwellehingegen setzt in Kombination mit ausgefallenem Haarschmuckeher auf Sinnlichkeit und Sex-Appeal. Jetzt legt man die Seitenscheitelsträhne zu einer Welle. Zum Fixieren verwendet man Haarlack oder ein stark haltendes Haarspray mit glänzendem Finish. Die bekannteste Frisur der 20er Jahre ist wohl die Wasserwelle. Die raffinierten Wellen liegen perfekt gestylt am Kopf und rahmen das Gesicht elegant ein. Diese Frisur gelingt mit langen, als auch kürzeren sowie bei feinem und dickerem Haar. Gestylt wird sie entweder mit Schaumfestiger, Kamm und Haarklammern oder mit einem Lockenstab und Haarspray.

Wasserwelle Anleitung Tutorial - 20er Jahre Frisur

Wenn Sie das erste Mal probieren, eine Wasserwelle zu stylen, sollten Sie ausreichend Zeit einplanen. Die Frisur benötigt einiges an Fingerspitzengefühl und klappt vielleicht nicht auf Anhieb. Hier lernen Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine Wasserwelle legen.

  1. Zunächst die Haare waschen, denn zum Frisieren der Wasserwelle muss das Haar feucht sein. Als nächstes etwas Schaumfestiger im feuchten Haar verteilen, dies sorgt für den optimalen Halt der Frisur. Auf der einen Seite des Scheitels teilen Sie eine etwa fünf Zentimeter breite Haarpartie ab und legen sie nach vorn über die Stirn. Hieraus wird später die Wasserwelle geformt. Wichtig ist es, beim Formen der Welle vom Ansatz aus nach untern vorzugehen.
  2. Jetzt wird es etwas knifflig. Die abgetrennte Haarpartie am Ansatz zwischen Zeige- und Mittelfinger nehmen und in Richtung Hinterkopf zu einer Wölbung stauchen. Als nächstes die Welle im Wellenbogen mit einer Haarklammer am Kopf fixieren. Diesen Schritt wiederholen Sie nun so lange, bis die gesamte Haarpartie eingelegt ist. Tipp: Besonders gut eigenen sich spezielle Klammern für Wasserwellen, auch „Wellenreiter“ genannt.
  3. Das Haar trocknen lassen und die Klammern vorsichtig entfernen. Ein wenig Haarlack darüber sprühen und die Wasserwelle ist fertig für den großen Auftritt. Für lange Haare bietet es sich an, das restliche Haar im Nacken zu einer Hochsteckfrisur wie einem Dutt oder Chignon zu fixieren.

Noch nicht ganz fertig? Eine alltagstaugliche Variante der Wasserwelle, erzeugen Sie mit dem Glätteisen. Sie verlangt weniger Aufwand als die klassische Wasserwelle und verleiht der Frisur einen modernen Look. Tipp: Ein Hitzeschutzspray hilft dem Haar trotz der Arbeit mit dem Glätteisen nicht auszutrocknen. Im trockenen Haar einen akkuraten Seitenscheitel ziehen und eine etwa fünf Zentimeter dicke Strähne abteilen. Nun das Glätteisen am Ansatz und eng am Kopf anlegen, hierbei sollten Sie natürlich aufpassen sich nicht zu verbrennen. Das Glätteisen nach innen drehen und etwas nach unten ziehen. Als nächstes diese Bewegung in die andere Richtung nach außen durchführen. Die Rollbewegung wird nun Schritt für Schritt bis in die Haarspitzen wiederholt. Die entstandene Wasserwelle kann mit Haarspray fixiert werden. Die Wellen fallen etwas weicher als bei der klassische Variante und sorgen für einen Hauch Twenties-Look im Alltag.

Der Faux Bob: Eine elegante Täuschung

In den Zwanzigern gab es auch viele Frauen, die sich nicht von ihren langen Haren trennten wollten. Deshalb wurde der Bubikopf einfach elegant vorgetäuscht, diese Schummel-Frisur heißt deshalb „Faux Bob“, also falscher Bob. Bei einem Faux-Bob wird das lange Haar mit Haargummi und Haarnadeln optisch auf Kinnlänge getrimmt.

Der Faux Bob war ein gesellschaftlich bedingter Frisurentrend. Denn in den Zwanzigern wollten weitaus nicht alle Frauen ihr Haar abschneiden. Grund: Seine langen Haare abzuschneiden, galt lange als Strafe für Frauen. Im Gegensatz zu heute war ein Kurzhaarschnitt damals eine kleine Rebellion, vor allem im persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld der Frau. Da auch die nicht so mutigen Damen mit dem Trend gehen wollten, täuschten sie also den Bubikopf einfach vor.

Haben Sie schon mal von dem so genannten Faux Bob (auf Deutsch „falscher Bob“) gehört? Nun, mit dieser Frisur können Sie ganz einfach kurze Haare „vortäuschen“. Stilvolle 20er Jahre Frisur ohne Ihre Haare abzuschneiden?

Glamouröse Accessoires: Der Feinschliff für den 20er-Jahre-Look

Natürlich kommt der Glamour nicht von ungefähr. Die Zwanzigerjahre waren auch ein Jahrzehnt edel gestylter Lockenfür jede Haarlänge. Wichtig war hier, dass die Locken oder Wellen nicht ausgebürstet, sondern das Haar buchstäblich in Locken gelegt wurde. Wer sich schon einmal einen Film aus den 20ern angeschaut hat, erinnert sich sicherlich an die Hutpracht der Damen. Damals war es der Glockenhut, der den Trend angab. Sein Markenzeichen: Der schmale, heruntergebogene Rand.

Da die Twenties für Glanz und Glamour stehen, muss das Haar ebenfalls glitzern. Wer sich schnell und unkompliziert eine 20er Jahre Frisur zaubern will, der besorgt sich ein Stirnband.Ein Federband im Haar und eine Zigarettenspitze in der Hand - die Charleston Girls lassen grüßen! Federnsind und waren im Übrigen wirklich ein Muss als Haarschmuck für dieses Jahrzehnt. Dezent am Tag, elegant am Abend.

Ob Bob oder langes Haar: Schöne Locken oder gewellte Haare gehörten ebenfalls zu den Frisuren der 20er Jahre. Ja, auch Hüte sind Frisur! Oder zumindest ein passender Style! In den 20er war vor allem der Glockenhut ein stylisches Accessoire zum Outfit. Ebenso ikonisch wie die Wasserwelle waren auch Stirnbänder in der Zeit. Wer denkt nicht an die Flapper-Girls mit Feder-Band im Haar und Zigarettenspitze in der Hand?! Stirnbänder, aber auch andere Accessoires, wie Federn, einzeln oder mehrere im Bündel, stilvolle Haarreifen oder Haarschmuck, passen ebenfalls in diesen Look.

Die geschmückten Haarbänder und Haarreifen sind ein Markenzeichen von den meisten Frisuren im Charleston-Look und verleihen Ihrem modischen Outfit das gewisse Etwas.

Make-up im Stil der 20er Jahre

Der Abendlook in Sachen Make-up war bestimmt von extra schmalen Augenbrauen, dunkelroten Lippen und in Szene gesetztes Augen-Make-up. Edle Smokey Eyes in Grau- oder Brauntönen, ein wenig Mascara und die Augen strahlten perfekt zur Wasserwelle der Haare. Für die Lippen wurde ein sinnliches, eher dunkleres Rot gewählt und ihre Form leicht spitz nach oben gemalt.

Während der Tageslook eher dezent war, war der Abend-Look der Zwanziger ein ganz besonderer: schmale Augenbrauen, dunkelrot geschminkte Lippen und gekonnt in Szene gesetztes Augen-Make-up - so speziell war die goldene Zeit. Ein Style, der auch heute noch wunderbar auf einer Motto-Party funktioniert: Dazu schminkst du dir schicke Smokey Eyes mit Grau- oder Brauntönen und greifst zu einem Lippenstift in einem Rotton, gerne auch etwas dunkler wie bspw. Bordeaux. Die Lippen wurden recht spitz nach oben gemalt, was ihnen einen eleganten und eigenwilligen Touch bescherte.

Die 20er Jahre leben weiter

Egal, ob für eine Mottoparty, Hochzeit oder für eine andere Abendveranstaltung - die 20er Jahre Haare verleihen jeder Frau Glamour und Eleganz. Von romantischen Wasserwellen Frisuren über verschiedene Bob Haarschnitte bis hin zu voluminösen, prächtigen Locken - die Vintage Frisuren sehen heute genauso stilvoll aus wie damals und es ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei.

Sie sind auf der Suche nach einem coolen Look, mit dem Sie die Blicke auf sich ziehen? Attraktiv, elegant und glamourös - jede Frisur der 20er Jahre sorgt für Aufregung und ist ein echter Hingucker.

Die Zwanziger Jahre lösen auch heute noch eine faszinierende Anziehungskraft aus. Es ist nicht nur die Nostalgie, es sind der Glanz und Glamour dieser Zeit mit Berlin als Zentrum von Kunst und Kultur. Der Erste Weltkrieg war vorbei und machte den Weg frei für neue Mode, Fashion und neue Schönheitsbilder.

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