Über Haarpflege kursieren die aberwitzigsten Behauptungen. Obwohl die meisten von ihnen aus Großmutters Zeiten stammen, sind sie teilweise auch heute noch fest in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt. Doch was ist dran an den alten Weisheiten? Ist es wirklich notwendig, die Haare 100 Mal zu bürsten, um einen gesunden Glanz zu erzielen? Dieser Artikel geht dem Mythos auf den Grund und liefert fundierte Antworten.
Der wohl älteste Beauty-Mythos: Je mehr Bürstenstriche täglich, desto glänzender und gesünder das Haar. Kaiserin Sisi war bekannt für ihre knöchellange braune Haarpracht und ihr Geheimrezept sollen täglich 100 Bürstenstriche gewesen sein. Doch was ist dran?
Tatsächlich haben sich früher insbesondere die Frauen ihre langen Haare ausgiebig gebürstet. Der Grund: Sie wuschen sich die Haare seltener und entfernten mit dem Bürsten zumindest einen Teil des Staubs und Schmutzes.
Brüsten sorgt dafür, dass sich Fett, entstanden aufgrund der angeregten Talgproduktion, vom Ansatz über die gesamten Längen verteilt und die Haare somit auch glänzen. Hierfür braucht es allerdings keine 100 Striche. Ganz im Gegenteil, der Effekt setzt nämlich schon viel früher ein und übermäßiges Bürsten macht die Haare sogar fettig. Der Mythos ist also absolut falsch.
Das Bürsten glättet deine Haaroberfläche, sodass die Haare intensiver glänzen und weniger stumpf wirken. Beim Bürsten verteilst du den Talg, der sich an der Kopfhaut sammelt, bis in die Haarspitzen. Bürsten ist also in vielerlei Hinsicht vorteilhaft für deine Kopfhaut und deine Haare.
Es müssen also keine 100 Bürstenstriche am Tag sein, wenn du deine Haare effektiv pflegen möchtest. Die richtige Pflege ist individuell von deinen Haaren und ihrer Struktur abhängig. Hast du beispielsweise lockige Haare, solltest du sie so wenig wie möglich kämmen oder bürsten, wenn die Locken erhalten bleiben sollen.
Die berühmten 100 Bürstenstriche sind dabei nicht grundsätzlich empfehlenswert, denn alle Haare sind verschieden und haben unterschiedliche Bedürfnisse. Du solltest dir deiner Haarstruktur bewusst sein und deine Pflegeroutine daran anpassen.
Egal wie viele Bürstenstriche am Tag gemacht werden, entscheidend ist die Qualität der Bürste. Plastik- oder Metallbürsten, womöglich noch mit separat angebrachten Schutznoppen, schädigen nicht nur Kopfhaut, sondern auch Haar. Die Gefahr: Haare bleiben in den Zwischenräumen der Noppen hängen und werden im schlimmsten Fall ausgerissen. Ideal sind daher Naturhaarbürsten, zum Beispiel mit Wildschweinborsten. Wer jedoch sehr feines Haar hat, profitiert eher von einer Paddle Brush oder aber einer Rundbürste mit Keramiktrommel, mit der das Föhnen von Ansatzvolumen erleichtert wird.
Achte bei deiner Bürste auf natürliche Materialien: Holz ist nachhaltiger als Plastik. Greife also lieber zum Kamm aus Holz oder einer Bürste mit Naturborsten als zu einer aus Plastik. Das ist nicht nur nachhaltiger, sonst meist auch schonender für deine Haare.
Viele weitverbreitete Haarpflege-Mythen haben keinen wissenschaftlichen Hintergrund. Wer gesundes Haar haben möchte, sollte auf hochwertige Pflegeprodukte setzen, die die individuellen Bedürfnisse berücksichtigen.
Im Folgenden werden einige weitere gängige Mythen rund um das Thema Haarpflege aufgedeckt:
Viele glauben, dass tägliches Haarewaschen das Haar austrocknet oder die Kopfhaut fettiger macht. Tatsächlich hängt es jedoch von den verwendeten Produkten und dem Haartyp ab. Während fettiges Haar von einer täglichen Wäsche profitieren kann, brauchen trockene oder lockige Haare meist weniger häufige Reinigung. Dieser Mythos stammt aus einer Zelt, in der Haarpflegeprodukte nicht so ausgereiftwaren wie heute.
Es wird oft gesagt, dass eine kalte Wasserspülung die Schuppenschicht der Haareschließt und für mehr Glanz sorgt. Zwar kann kaltes Wasser die Haarstruktur kurzfristig beruhigen, doch der Glanz hängt in erster Linie von der richtigen Pflege ab.
Silikone sind umstritten, da sie das Haar versiegeln und oft als schädlich angesehen werden. Tatsächlich gibt es Unterschiede zwischen wasserlösliche n und nicht wasserlöslichen Silikonen. Erstere lassen sich leicht auswaschen und schützen das Haar vor äußeren Einflüssen. Die nicht-wasserlöslichen Varianten hingegen können sich anstauen und das Haar beschweren.
Regelmäßiges Schneiden hilft jedoch, Spliss zu vermeiden und die Haare gesünder aussehen zu lassen. Das Haar wächst an der Wurzel und nicht in den Spitzen. Ein Haarschnitt beeinflusst das Wachstum also nicht direkt.
Wichtig ist, auch beim Föhnen nicht zu sehr daran zu ziehen und zu zerren und vor allem auf die richtige Temperatur zu achten. Ist der Föhn heißer als 85 Grad Celsius, werde das Haar schnell strohig und die Pflegeprodukte, die vorher verwendet wurden, fielen regelrecht heraus. Eine Faustregel: Schmerzt die Föhnluft auf der Kopfhaut, ist sie zu heiß. In diesem Fall den Föhn eine Temperaturstufe niedriger stellen oder ihn weiter weghalten. In keinem Fall darf sich die Kopfhaut erhitzen.
Kein Pferdelatein, sondern die Wahrheit: Wer ständig seine Haare stramm zurückkämmt und sie als Pferdeschwanz trägt, läuft Gefahr vor allem im Stirnbereich dauerhaft Haare zu verlieren. Der permanente mechanische Zug kann die Haarwurzeln irreversibel schädigen. Außerdem kann an der Stelle, wo das Haargummi sitzt, leicht Haarbruch entstehen. Wichtig ist es daher, ein mit Stoff umwickeltes Haargummi zu verwenden und die Höhe des Pferdeschwanzes immer mal zu variieren.
| Mythos | Wahrheit |
|---|---|
| 100 Bürstenstriche pro Tag sorgen für glänzendes Haar | Übermäßiges Bürsten kann die Haare fettig machen |
| Regelmäßiges Schneiden lässt Haare schneller wachsen | Haarwachstum wird von der Haarwurzel gesteuert |
| Spliss kann repariert werden | Spliss kann nur durch Schneiden entfernt werden |
| Kaltes Wasser schließt die Schuppenschicht | Kaltes Wasser kann das Haar weniger kraus erscheinen lassen |
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